Citroën Ami 8 – Beinahe bürgerlich
Zusammenfassung
Ursprünglich nur als schnelle Notlösung gedacht, blieb der Citroën Ami 8 fast zehn Jahre im Programm. Mit massentauglicherer Optik als der Ami 6 bei unverändert herausragendem Komfort schien er der perfekte Kompromiss zu sein. Doch den meisten Citroën-Fans war er schon zu gewöhnlich, allen anderen aber immer noch zu sehr Citroën. In diesem Artikel erzählen wir die Geschichte des Citroën Ami 8 sowie seines muskulösen Bruders Ami Super und zeigen, dass es nicht immer leicht ist, es allen recht zu machen.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Doppelwinkel und Kekse
- Geräumig, komfortabel, lahm
- Super-Extra
- Erfolgreiche Notlösung
Geschätzte Lesedauer: 7min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Die Extravaganzen des Chefs kosteten Citroën beinahe den Kopf. Anstatt sich um die notwendige Modernisierung der unteren Modellpalette zu kümmern, versenkte Pierre Bercot lieber Millionen Francs in der Übernahme von Maserati, einem ebenso extravaganten wie komplizierten Luxuscoupé und einem ehrgeizigen Wankelmotor-Projekt. Was für die Entwicklungsabteilung übrig blieb, frass fast vollständig das "Projekt G" auf, die zukünftige Mittelklasse zwischen DS und Ami 6. Dumm nur, dass "La Missis" ebenfalls dringend eine Auffrischung nötig hatte. Vor allem die Optik, die schon beim Debüt 1961 für Kontroversen gesorgt hatte, geriet immer mehr in die Kritik. Der 1964 verstorbene Citroën-Bildhauer und DS-Gestalter Flaminio Bertoni hatte den Ami 6 stets für seinen besten Entwurf gehalten – eine Meinung, die allerdings immer weniger Kunden teilten. Schliesslich sogar so wenige, dass 1968 nur noch 20 Prozent der Verkäufe auf die Limousine mit ihrer eigenwilligen "Ligne Z" entfielen, während der Rest zum konventionell steilbeheckten Kombi griff. Die Verkaufsabteilung von Citroën bestand daher als dringendste Änderung an der neuen Ami-Limousine ein massentauglicheres Heck. Pierre Bercot hatte zuvor nur eine geglättete Front gefordert.
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