BMW 2000 - ganz schön eckig
Zusammenfassung
Von 1966 bis 1972 baute BMW mit dem 2000 die hubraumstärkste Version der “Neuen Klasse”, die 1962 mit dem BMW 1500 ihren Anfang genommen hatte. Charakteristisch für den BMW 2000 war das neue Gesicht mit rechteckigen Scheinwerfern, weniger offensichtlich war die gegenüber den “kleineren” Modellen verfeinerte Technik. Dieser Bericht beschreibt die auf Luxus getrimmte Limousine und zeigt sie auf vielen aktuellen und historischen Abbildungen.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Ausbau nach Neubau
- Verfeinerte Technik
- Eckige Scheinwerfer als Charakterzug
- Praktisch, aber nicht kompakt
- Vom Sport zum Komfort
- Mehr Leistung im Luxus
- Leiser reisen
Geschätzte Lesedauer: 6min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Sie fiel schon damals auf, die Limousine BMW 2000. Vor allem wegen ihrer rechteckigen Scheinwerfer hob sie sich vom Gros der damaligen Autos und auch von ihren Brüdern ab. Die neue Front versprach Überholprestige. Dem einen gefiel die neue Optik, dem anderen weniger. Und dies ist bis heute so geblieben. Mit der “Neuen Klasse”, also den BMW-Modellen 1500, 1600 und 1800 hatte der bayrische Hersteller eine Erfolgs-Serie auf den Markt gebracht, die die weissblaue Marke nicht nur rettete, sondern für den Aufstieg in die Liga der grössten Fahrzeughersteller der Welt vorbereitete. Vor dem BMW 1500 gab es bekanntlich nur die Isetta, deren verlängerte Schwester BMW 600 und den immer noch zweizylindrigen und heckmotorisierten BMW 700 sowie die für die meisten Leute unerschwinglichen Sechs- und Achtzylindermodelle der Ober- und Luxusklasse.
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So gehört heute ein 1500 in Guayanablau und ein 1800 in schönem Malagarot (übrigens beide aus erster Hand und mit dem damals noch seltenen Stahlschiebedach) zu unserem Fuhrpark.
"Gerettet" hat nicht die Neue Klasse die Firma, sondern der BMW 700 und Herr Quandt natürlich..... Der 700 war Ende der 50er/Anf. der 60er der große Erfolg, den BMW dringend brauchte, im Gegensatz zu den anderen, mitgenannten Modellen! Die Neue Klasse sorgte dann "nur noch" für die endgültige Konsolidierung und das Großwerden der Marke.
Rechteckscheinwerfer waren Anfang 1966 beileibe keine Seltenheit mehr, sondern der momentane Geschmack der Zeit, z.B. Ford P5, Opel Rekord B oder auch als Hochkantviereck bei der Mercedes Pagode. Die puristische Parallelogrammform der Neuen Klasse wurde durch den 2000 verwässert, gerade auch durch das andere Heck. Die senkrechten, schönen und schmalen Rücklichter der Modelle 1500 bis 1800 hatten einen schöneren und vor allem tiefen Heckauschnitt bis zur Stoßstange herunterreichend. Das Beladen war damit ganz wesentlich schöner! Der 2000 hatte nur noch einen einfachen, flachen Blechdeckel mit sehr hoher Beladehöhe!
Warum der 2000TI die Karosserie des 1800 hatte? Ganz einfach: Der Sport wurde großgeschrieben bei BMW und die 1800er Karosserie war immerhin ca. 60kg leichter! Gerade auch deshalb waren die Fahrleistungen zwischen dem neuen 2000 und dem 1800 mit 90PS nur wenig differierend, der 2000 war eher enttäuschend in diesem Punkte. Was sehr viel besser war als bisher, war endlich(!) eine 12-Volt-Anlage, neue, verstärkte Federbeine vorne, mehr Federweg an der Hinterachse und schönes Holz fürs Armaturenbrett. Alles das hatten die anderen nicht. Wunderbar war der 2000 Tilux mit dem 120PS-Motor des 2000CS. Ihn brauchte man aber auch, um die 230er Heckflossenmodelle mit ebenfalls 120PS wenigstens ein bißchen distanzieren zu können. Später im August ´68 kam dann ein erneuerter 1800er, der alle Errungenschaften des 2000 besaß, auch einen veränderten, neuen 1800er Motor und alles in Verbindung mit der ursprünglichen 1500er Karosserie. Diesen finden ich am gelungensten, leider gab es ihn dann nur noch ca. 2 1/2 Jahre.
Wie BMW selbst später bewies, sind runde Scheinwerfer per se einfach klassischer.....
Danke, daß wieder einmal etwas über die Neue Klasse geschrieben wurde. Ich finde sie bis heute viel attraktiver und interessanter als z.B. den späteren kleinen Neffen ´02!
Kommentar zum Beitrag von @ Ru******:
10.03.2015 (16:24)
>>Leider befinden sich im Bericht der Neuen Klasse doch ein paar Aussagen, die nicht wirklich den Kern der Wahrheit treffen. Ein paar Beispiele:
"Gerettet" hat nicht die Neue Klasse die Firma, sondern der BMW 700 und Herr Quandt natürlich..... <<
Ich gehe einig mit der Aussage zur Beteiligung der Quandts, allen voran Herbert Quandt. Aber der 700 BMW gerettet? Klares Nein, auch mit dem 700 wäre BMW bald sang- und klanglos verschwunden. Nur dank eines Bilanzierungsfehlers (viel zu kurze Abschreibung der Produktionsanlagen des 700) kam Mercedes bei der historischen Aktionärsversammlung 1959 nicht mehr zum Zug. Und nur durch die Investition Quandts war die Weiterentwicklung der Neuen Klasse zur Produktionsreife möglich. Einigen wir uns darauf: Der 700 hätte oder hat noch eine Weile etwas mitgeholfen BMW über Wasser zu halten, aber die Rettung und der erfolgreiche Neustart gebührt Fahrzeugbezogen eindeutig der Neuen Klasse.
Übrigens ein weiterer Grund, warum der 2000 TI die Karosserie des 1800 behielt, war eben dem Gewicht die bestehende Homologation. Der 2000 TI hatte nach damaligen Maßstäben als 4-Zylinder schon Pfeffer, ich fuhr einen in der Farbe Bristol. Ich fand aber das Reisen z.B. im Admiral V8 und Diplomat V8, ja selbst mit den stärkeren 6-Zylindern (S und HL) wesentlich entspannter und angenehmer.











































































































































































































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