Allard Palm Beach 21 Z – lieber mild als wild
Zusammenfassung
Allards waren meist mit grossen, amerikanischen V8-Motoren ausgestattete, britische Sportwagen. Doch es gab auch eine Ausnahme: Der Palm Beach. In Kleinstmengen gebaut, konnte er mit einem 1.5-Liter Vierzylinder oder einem 2.3-Liter Sechszylinder von Ford bestellt werden. Damit positionierte er sich aber inmitten eines durch die britische Grosserien-Sportwagen-Konkurrenz bestens bestückten Feldes.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Typenvielfalt
- Ein Beispiel aus Europa
- Doch noch überholt
- Sogar Dragster
- Der andere Allard
- Zurück aus Neuseeland
Geschätzte Lesedauer: 9min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Sydney Allard war etwas - ungewöhnlich. Seine grosse Leidenschaft galt dem Motorsport, was noch keine aussergewöhnliche Eigenschaft war für einen jungen Mann in dieser Zeit. Doch 1929 hatte er sich, erst 19-jährig, einen Morgan Threewheeler besorgt und rannte damit in Brooklands zu seinem ersten Sieg. Dies genügte dem jungen Mann allerdings bei weitem noch nicht und er entledigte sich des grössten Nachteils seines Morgan mit einer radikalen Lösung: Er baute den als Seitenwagen klassierten 3-Rad-Renner aus Malvern Link auf vier Räder um. Dank des familieneigenen Betriebs, einer Ford Garage, kam Allard wenig später auch noch auf die Idee, den originalen V-Twin durch einen Ford V-8-Motor zu ersetzen. Damit gewann Allard seine Klasse bei den Brighton Speed Trials. 1938 bestritt Sydney Allard den allerersten Prescott Hill Climb mit seinem Allard Special mit Lincoln V12-Motor und gewann die Sportwagenklasse dieses inzwischen längst zum Traditionsanlass gewordenen Rennens, organisiert durch- und gefahren auf dem Gelände des britischen Bugatti Owners Club. Von 1937 bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges baute Allard insgesamt 12 Wagen, davon einige zum Eigengebrauch und auch für zahlungswillige Kunden. Dazu verwendete er vorzugseise den V8 von Ford oder den V12 der Ford-Luxusdivision Lincoln. Deren Verkauf brachte dem Piloten und Konstrukteur Allard das nötige Kleingeld, um überhaupt seine Motorsportaktivitäten finanzieren zu können. Während des Krieges mit Wartungsarbeiten an Armeefahrzeugen zu Geld gekommen, gründete Sydney Allard im Februar 1945 seine Firma zum Bau von Automobilen, die Allard Motor Company im Südwesten von London. Das erste Auto aus dieser Zeit wurde von einem bemerkenswerten Motor, vermutlich aus einer Kriegsbeute angetrieben. Der 3.5-Liter V8 mit Luftkühlung stammte aus einem Mannschaftstransporter der Deutschen Wehrmacht vom Typ Steyr 1500A und leistete 85 PS. Damit gewann Allard 1949 die britische Hill Climb Meisterschaft – um angesichts der topografischen Verhältnisse auf der Insel diese auf Deutsch übersetzt nicht als "Bergmeisterschaft" zu missverstehen.
Diesen Artikel kostenlos weiterlesen?
Bilder zu diesem Artikel

Was befindet sich denn rechts neben der Zündspule für ein Bauteil mit den zwei Cu-Rohren?



































































































Kommentare