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Auf den Spuren Fidel Castros - Kuba-Reise im November/Dezember 2016

Erstellt am 7. Januar 2017
, Leselänge 32min
Text:
Emanuel Zifreund
Fotos:
Emanuel Zifreund 
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Der entfallene Sommerurlaub, die Berichte über kubanische Oldtimer und das kalte Wetter in Deutschland waren nicht ganz unschuldig daran, dass ich Ende November mit meiner Frau in einem Flieger nach Kuba sitze. Wir wollten uns ein eigenes Bild machen. Dass dies zu einem so geschichtsträchtigen Zeitpunkt sein würde, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand wissen.

Ankunft in Havanna

Gepäckwagen am Flughafen, bepackt mit acht in Klarsichtfolie gehüllten Autoreifen, Klimaanlagen, Ersatzteilen oder Lüftern und eine mehrreihige Warteschlange hinter dem Gepäckausgabeband vermittelten einen ersten Eindruck.

Auch vor dem Flughafengebäude herrschte hektisches Treiben. Warteschlangen vor der Wechselstube, zu der die Wachleute gelegentlich Einlass gewähren. Junge Männer, die Taxifahrten vermitteln wollten und ein undefinierbarer Oldtimer, dessen vermeintliche Fahrtüchtigkeit deutschen TÜV-Beamten den Angstschweiß auf die Stirn treiben würde,  waren die ersten Eindrücke kurz vor Mitternacht.

Dennoch wurde der Oldie, nennen wir ihn einmal so, derart dicht mit Waren aller Art bis unter's Dach beladen, dass selbst deutschen Transportsicherungsvorschriften genüge getan sein müsste, hier konnte absolut nichts mehr verrutschen.

Der erste Schock ließ nicht lange auf sich warten. Nein, die Koffer kamen vollständig an, aber die Vodafone-sms „Willkommen auf Kuba. Im Tarif Vodafone World Data kosten 50 KB 99 Cent“ haute einen dann doch erstmals um. Gut, ich wollte ohnehin ausspannen und „zuviel online“ im Urlaub soll ja auch gar nicht so gut sein...

Kein Oldtimer-Treffen, eher ein Taxi-Stand - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Derart monetär sensibilisiert wurde der Preis mit dem Taxi - wie empfohlen - vorher ausgehandelt, etwa 25 bis 30% unter dem ersten gemachten Angebot wurde man sich einig, ohne dass eine der beiden Parteien dabei unzufrieden zu sein schien.

Das staatliche Hotel, speziell die dortige Bar, hatte den Charme der DDR-Hotels der Siebzigerjahre, die Cocktails hingegen waren Spitzenklasse. Der Tipp, das hochprozentigere Bucanero dem etwas faden Cristal-Bier vorzuziehen ebenfalls.

Gemessen an Ausstattungsstandard und Erhaltungszustand sind die Hotels in Kuba etwa doppelt so teuer wie in Europa, also keine Gefahr, dass Havanna zum neuen Mallorca der Deutschen wird, zumindest nicht was Individualreisende betrifft.

Der erste Tag in Kuba

Das Frühstück war ausgiebig und für unsere Verhältnisse ausgefallen, von warmen Nudeln über süßes Gebäck bis hin zu Kartoffeln und Schweinefleisch gab es alles außer der gewohnten Brotauswahl, die deutschen Urlaubern als erstes im Ausland fehlt. Dafür gibt es im ganzen Land Mangosaft in einer Qualität, von wir wir zuhause nur träumen.

Hemmingways Bar - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Dann hinein ins Vergnügen. Zuerst also in die Bar „El Floridita“, in der schon Hemingway seine Drinks zu sich nahm.

Wer hier keinen Mojito trinkt, der hat Kuba nie wirklich besucht. Nicht nur, dass er hier besonders gut gemacht wird, er hilft auch über die Zeiten, in denen einfallende Reisegruppen die Stimmung dämpfen, hinweg.

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Der Platz vor der Bar

Ein Oldtimer neben dem andern, alle als private Taxis eingesetzt. Ein Bild, das wir so oder so ähnlich erwartet hatten. Erstaunlich, wie sich die Autos bei den Schlaglöchern, die bequem ein Rad verschlucken können, so lange gehalten haben. Aber auch Fußgänger müssen aufpassen, fehlende Kanaldeckel und plakatgroß weggebrochene Gehwegpartien erfordern die volle Aufmerksamkeit.

Auch das ein Taxi, diesmal ist es ein Studebaker Lark Convertible - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Die Amerikaner stehen auf pink, deshalb sieht man die Oldtimer seit einiger Zeit in Farben, an die man zu ihrer Produktionszeit nie gedacht hatte.

Also auf zur ersten Fahrt mit einem privaten Oldtimertaxi, wovon uns nicht nur der Reiseführer abriet. Spaß an den alten amerikanischen Flaggschiffen hat allerdings nur, wer Begriffe wie „matching numbers“, Spaltmaße, Originalzustand oder TÜV-fähig ganz schnell vergisst und sich der lateinamerikanischen Gelassenheit hingibt.

Wir hatten Glück, der altersschwache 8-Zylindermotor des Oldsmobiles war noch nicht durch ein russisches 4-Zylinder Dieselaggregat ersetzt worden, wie dies oft der Fall ist. Stolz präsentierte der Fahrer den Motorraum mit einer Eigenbaubefestigung einer wenig originalen Lichtmaschine, aber gut, die nächste Stunde wird die Halterung wohl überleben, ‘keep cool’ lautet die Devise.

Die ersten der schön anzusehenden Oldtimer werden, sofern das Geld dazu reicht, inzwischen nicht mehr von schwachen russischen Dieselmotoren, sondern von neueren japanischen Maschinen angetrieben, die deutlich sparsamer sind.

Ernest Hemingway

Nach der Rundfahrt musste das Zimmer Nummer 511 in dem Hotel Ambos Mundos besichtigt werden, in dem Hemingway in den Dreissigerjahren den berühmten Roman „Wem die Stunde schlägt“ geschrieben hat. Die Aussicht aus seinem Zimmer bestätigt die gute Wahl, hier kann man sich durchaus wohl fühlen. Heute dient es als „Hemingway-Museum“ und kann gegen Eintritt besichtigt werden.

Und diese Aussicht genoss Ernest Hemmingway aus seinem Hotelfenster - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Die Führerin stellte trocken fest, dass Kuba dem Touristenansturm, den es seit einem Jahr ausgesetzt sei, allmählich nicht mehr gewachsen sei, es fehle einfach an den entsprechenden Ressourcen, die man nicht über Nacht aufbauen könne.

Aber nicht nur Amerikaner, auch Kanadier, Russen, Europäer und Chinesen haben Kuba als Urlaubsziel entdeckt. Der Fahrstil der Kubaner kann als sehr individuell und leicht chaotisch beschrieben werden, allerdings scheint jeder darauf bedacht zu sein, das eigene Fahrzeug nicht zu beschädigen, was die Sache rettet.

Die Hinterachsgeräusche des Oldtimers, in dem wir sassen, hätten einem mit lose eingestreutem Altmetall gefüllten Einkaufswagen entspringen können, die wiegenden Bewegungen des Fahrers am Lenkrad hatten Ihre Ursache nicht etwa im Genuss des guten kubanischen Rums, sondern waren dem Lenkungsspiel der Vorderachse geschuldet.

Wechselt jemand hektisch die Spur, bedeutet das: Höchste Vorsicht! In aller Regel hat der Vordermann gute Gründe, dies zu tun, denn mit seiner Slalomfahrt umgeht er Schlaglöcher und andere Hindernisse, die sonst bös Folgen haben könnten.

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Kuba - ein Eldorado für Fans amerikanischer Oldtimer

Wer hier ein Markenquiz veranstalten möchte, ist goldrichtig, doch wer soll das Quiz lösen? Bei neueren Fahrzeuge ist die Markenlandschaft übersichtlich, meist sind es Wolga, Fiat, SIL und Lada.

Lada mit leichten Durchrostungen - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Bei amerikanischen Marken, die es längst nicht mehr gibt, wird es schwieriger. Wer denkt, er kenne eine Menge alter Automarken, scheitert trotzdem oftmals bei der Frage, welcher Manufaktur die oft „individuell verbesserten“ Fahrzeuge zuzuordnen sind.

Frei nach dem Motto, wer keinen Kombi hat, der macht sich einen, entstehen hier gelegentlich beeindruckende Eigenkreationen, deren Ursprung zu bestimmen, eine echte Herausforderung ist.

Farbenfrohe Parkplätze - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Trotzdem, wer die amerikanischen Strassenkreuzer der Fünfzigerjahre mag, der ist in Kuba bestens aufgehoben. Allerdings nur, sofern er beim Betrachten der Antriebsaggregate keine Originalteile erwartet, die über den Motorblock selbst hinausgehen und gelegentlich auch mit russischen Aggregaten klarkommt, die in Hubraum und Leistung aber auch gar nichts mit dem Original gemein haben.

Muskeleinsatz

Cooles Einparkmanöver neben uns, da half gerade ein Fahrer dem Kollegen beim Einparken mit ganzer Körperkraft, die Wirkung der Handbremse selbst schien dafür nicht auszureichen, der Motor selbst war schon ausgeschaltet - um Sprit zu sparen ...

Der Umstand, dass unser alter Motor bei den niedrigen Drehzahlen, die altersschwache Batterie und Anlasser gemeinsam noch schafften, anzuspringen, unterstützt von dem wild mit dem Gaspedal pumpenden Fahrer, überraschte. Gefolgt von der Erkenntnis, dass ein offenes Cabrio einen an allen Sinneseindrücken teilnehmen lässt, die ein Fahrzeug zu bieten hat, dem Einspritzung oder regelmäßige Wartung fremd sind. Für katalysator-verwöhnte Europäer ist die Fahrt nur bedingt zu empfehlen, Benzingeruch ein gerüttelt Maß an CO2 und den Geruch von verbranntem Motoröl sollte man schon vertragen.

Blick aus dem offenen Taxi - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Sobald sich der Wagen behäbig der 20 Meilengrenze näherte, vertrieb der Fahrtwind den Wunsch nach einer Gasmaske und die Fahrt konnte mutig genossen werden.

Gelegentliche Reparaturen der Wagen direkt am Straßenrand gehören zum Alltagsbild. Die Bremsanlage scheint am häufigsten nach Zuwendung zu verlangen, wobei die zu ersetzenden Beläge, was ihre Lebensdauer betrifft, nach eigenen Beobachtungen hier sehr effektiv genutzt werden.

Aber auch Lackierungen unter freiem Himmel sind offensichtlich nichts Ungewöhnliches. Der Schraubenzieher, der beim Umklappen des Fahrersitzes unseres Oldietaxis zwischen Sitzfläche und Rücksitzlehne zum Vorschein kam, zeigte, dass gelegentliche „Wartungsarbeiten“ an der Tagesordnung sind. Es ist einfach vorteilhaft, das nötige Werkzeug gleich zur Hand zu haben.

Mobilität ist nicht günstig

Der Taxipreis bei den staatlichen Fahrzeugen scheint i.d.R. bei 1 € pro Kilometer zu liegen, bei den privaten Betreibern wird er durch das eigene Verhandlungsgeschick bestimmt. Dass US-Dollar, EURO und der kubanische CUC in etwa auf dem gleichen Niveau liegen, erspart dem Reisenden aufwändige Währungsumrechnungen.

Dass wir nicht in Europa waren, merkten wir kurze Zeit später. Der Bus, mit dem wir zu dem nächsten Ziel fahren wollten, war für die nächsten vier Tage ausgebucht. Individualreisende, das lernen wir hier, sollten sich längerfristig auf ihr Abenteuer vorbereiten.

Da unser nächstes Hotel aber schon gebucht war, blieb uns außer einer vierstündigen weiteren Taxifahrt keine andere Wahl ...

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Reise nach Santa Clara

Der Taxifahrer, der uns von Havanna nach Santa Clara bringen sollte, hatte uns am Vortag schon gesagt, er betreibe das Geschäft mit einem Freund zusammen. Prompt stand jener dann pünktlich mit einem Zettel mit unserer Zimmernummer in der Hand am Ausgang der Lobby, um uns abzuholen.

Viel Strasse, wenig Autos - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Die Fahrt aus Havanna auf der Schnellstraße wurde zügig absolviert. Auf der Autobahn fiel dem Europäer auf, dass die Fahrt ohne jede Leitplanke und mit reichlich Pflanzenbewuchs in der Mitte viel gefälliger aussieht. Und schwupps - der Fahrer bei dem wir gestern gebucht hatten, stieg zu.

Bestimmt nicht die letzte Überraschung, die uns diese Reise bieten würde. Enttäuscht wird, wer eine europäische Beschilderung auf den Schnellstraßen oder Autobahnen erwartet, hier ist Karten- oder Ortskenntnis bzw. Orientierungsvermögen gefragt. Wer sich die Karten nicht für den Offline-Betrieb des Smartphones vor Antritt der Reise heruntergeladen hat, wird feststellen, dass das Netz nicht nur in Deutschland lückenhaft ist, GPS dagegen funktioniert einwandfrei.

Tag 4 - immer noch kein Mietauto

Da der gewünschte Mietwage auch am vierten Tag nicht verfügbar war, stand wiederum eine Taxifahrt an, dieses Mal in einem Lada von Santa Clara zur Caya Santa Maria, der neuen Perle Kubas. Zwischenstopp in Remedios, um eine Kirche zu besichtigen und nebenbei das „kubanische Parkbewachungsmodell“ zu entdecken. Einer von zwei Mercedes Pontons, froschgrün lackiert, machte die „Gebühren“ wieder wett.

Beim Stichwort Mercedes kurz am Rande erwähnt: für Freunde europäischer Heckflossen gibt es hier nur Trost aus Frankreich, Peugeot läßt grüßen.

Nein, die Zeitverschiebung ist nicht daran schuld, dass meine Elysee mit unerklärlicher Uhrzeit aufwartete. Die Uhr hatte ihren Geist aufgegeben, und das, wie wir später erfahren sollten, in etwa zeitgleich mit dem Ableben von Fidel Alejandro Castro Ruz, der das Land Jahrzehnte lang geführt hatte und nun neunzigjährig verstorben war.

Überwachung

Die Reise ging weiter. Radarstationen, die immer wieder in der Landschaft stehen, lassen aufgrund ihres Erhaltungszustandes allerdings Zweifel daran aufkommen, wie es um ihre Funktionstüchtigkeit bestellt ist.

Das Militär war bei der Fahrt durch das Naturschutzgebiet präsent, einzelne Soldaten im Schatten unter einer Brücke, Lkw-Transporte mit 20 Mann und kleinere Jeeps mit übersichtlicher Besetzung wechselten sich ab.

Ganz wie in Europa sah man immer wieder Brücken, die einsam und ohne jede weitere Anbindung mitten in der Landschaft stehen.

Eine alte Frau zog einen Wasserbehälter auf dem Gestell eines Trolleys in Richtung des nächsten Dorfes, bis dahin waren es noch sieben Kilometer. Ein Reiter mit schickem Sombrero suchte im Schatten der Bäume abseits der Fahrbahn Schutz vor der sengenden Hitze.

Jäh zwang ein Ein-PS-Pferdegespann an einer unübersichtlichen Kuppe unseren Fahrer zu einer Vollbremsung, brachte aber die Erkenntnis, dass die Bremsen des heruntergekommenen russischen Taxis halbwegs funktionierten.

Schnell lernt man, vor Bahnübergängen anzuhalten. Gelegentlich kreuzt hier eine muskelbetriebene Draisine den Weg, was weniger problematisch ist als die Mulden, in denen die Gleise liegen. Dieses sind teilweise so tief, dass sie ohne Schäden am Fahrwerk nur in Schrittgeschwindigkeit zu meistern sind.

Kampf mit den Lastwagen

Auf die originelle Hupe, mit der er schönen Mädchen hinterherpfeift, war unser Fahrer besonders stolz. Seine Versuche, LKWs zu überholen, scheiterten regelmäßig, sobald der LKW-Fahrer Gas gab, was ihn aber nicht davon abhielt, es immer wieder zu versuchen.

Der Motor seines Lada gab sich zwar mit dem „normalen Benzin“ zufrieden, das man in Deutschland gar nicht mehr  bekommt, an der mangelnden Leistung des Triebwerkes würde aber auch Superkraftstoff wohl nichts ändern können.

Ein Lada ohne Heckscheibe - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Speziell an leichten Steigungen hatte der Wagen Probleme, drei Personen und unser Gepäck zügig oder zumindest in angemessener Geschwindigkeit den Hügel hinauf zu bewegen.

Das Taxi verfügte über ein umfangreiches Geräuschsortiment. Der Lärm des Fahrwerkes beim Überfahren von Bodenwellen war beeindruckend, das Klackern der Gelenke der Antriebswellen beim Durchfahren enger Kurven erzeugte bei mir Gefühle, wie ich diese sonst nur vom Zahnarzt her kenne und die Befestigung des Sicherheitsgurtes vermochte mich auch nicht zu überzeugen.

Angekommen am Ziel der Reise, einer Insel mit Luxushotels für Touristen, war unser Taxifahrer bestrebt, umgehend zurückzufahren.

Sich dort länger aufzuhalten kam für ihn nicht infrage. Der Aufenthalt ist für Kubaner streng verboten. Auf die Frage, was denn passieren würde, wenn er dagegen verstoßen würde, hielt der gute Mann die Luft an. „No - impossible!“.

Es ist wohl völlig unvorstellbar, dagegen zu verstoßen ...

Tag 5 der Reise - Castro ist gestern verstorben

Beim Frühstück erreichte uns die Nachricht, dass Fidel Castro verstorben war. Das bedeutete: 9-tägige Staatstrauer mit Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und die Absage aller Shows und Tanzveranstaltungen, die kubanischen Flaggen wehten auf Halbmast.

Das Hotel bot uns dennoch Unterricht mit einem Spanischlehrer, dessen monatliches Trinkgeld auf der Ferienanlage - wenn es gut läuft - auf dem Niveau seines sonstiges Jahresgehaltes liegt.

Das offizielle Zahlungsmittel

Der Tauschkurs der CUC (Convertible Pesos), dem offiziellen Zahlungsmittel, zu den CUP (Cuba Pesos), mit denen Einheimische auf kleinen Märkten bezahlen, liegt bei 1:25. Der Durchschnittsverdienst eines Kubaners liegt bei 600 CUP pro Monat, was in etwa 24 € entspricht. Der Verdienst eines Arztes oder Lehrers entspricht dem, was die Touristenpärchen für ein gutes Abendessen ausgeben.

Die ärztliche Versorgung und das Schulwesen sind für die Kubaner kostenlos, in den staatlichen Läden liegen die Preise für Haushaltswaren etc. aber auf europäischem Niveau. Ein Paar Adidas-Turnschuhe entspricht also drei Monaten Arbeit, allerdings ohne in dieser Zeit an Nahrung oder Kleidung denken zu dürfen ...

Inzwischen dürften Kubaner zwar auch neuere Autos kaufen, die sind aber um ein Vielfaches teurer als die alten, die schon nicht billig sind.

Oldtimer aus Notwendigkeit

Die kubanischen „Oldtimer“ sind nach europäischen Maßstäben Restaurierungsobjekte und keine Sammlerfahrzeuge. Was bei der angeblich jährlich fälligen Fahrzeuguntersuchung geprüft wird, hat sich mir nicht erschlossen. Weder Beleuchtung noch Ölverlust oder Abgaswerte scheinen bei den Fahrzeugen, die man im Verkehr sieht, auch nur annähernd in Ordnung zu sein. Selbst Fahrwerk, speziell Lenkung und Bremsanlage sind oft in einem Zustand, der einem die Tränen in die Augen treibt.

Do-it-yourself-Reparaturen sind an der Tagesordnung - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Und dass die Fahrer der privaten Oldtimertaxen gelegentlich an den Rädern rütteln um zu überprüfen, ob der Wagen fit für den nächsten Kunden ist, entspricht auch nicht unseren Vorstellungen.

Tourismus als Priorität

Der Tourismus wurde vor einiger Zeit zu einer der neuen Haupteinnahmequellen des Landes erklärt. Natürlich sind hierzu neue Hotelanlagen nötig, die finanziert sein wollen. Das funktioniert nach einem klassischen Investitions-Konzept: Kuba stellt Grund und Boden, vorhandene Materialien und die erforderlichen Arbeitskräfte zur Erstellung der Anlage und zu deren Betrieb. Was aus dem Ausland benötigt wird, stellt der Investor ebenso wie die Finanzierung der Anlage.

Dafür darf der - oft spanische - Betreiber in den ersten 15 Jahre die Erlöse für sich beanspruchen, danach gehört die Anlage dem kubanischen Staat. 

Viel Unterstützung erhalten die Kubaner auch durch die ausgewanderten Exilkubaner, die ihre Verwandtschaft nach Kräften unterstützen. Außer einer Heirat in andere Länder gibt es aber kaum Möglichkeiten, das Land zu verlassen. Dies ist zwar seit kurzem grundsätzlich möglich, die Schwierigkeit dabei liegt aber darin, ein Visum eines anderen Landes zu erhalten ...

Tag 6 - Sonntag gleich Ruhetag

Das letzte Rennen der Formel 1 Saison wollte ich auch in Kuba nicht verpasst, doch einen Grand Prix im Live-Fernsehen gab es in Kuba nicht.

Dem Internet sei Dank bekam ich dann doch noch mit, dass Rosberg seinen Weltmeistertitel holte. Die Kubaner interessierte das allerdings nicht, was weniger an Castros Tod lag, als daran, dass dieser Sport für das Land einfach zu weit weg lag.

Buick aus dem Reisebus heraus fotografiert - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Nach einer Busfahrt nach Havanna sollten wir endlich einen Mietwagen erhalten.

Das ‘world wide web’ in Kuba

Für Freunde der digitalen Welt folgende Ausführung: Das Vodafone-Angebot von 50 KB für 99 Cent ließ Zweifel an unserem „nicht sozialistischen System“ aufkommen. Das relativiert sich aber bald, denn in den staatlichen Hotels ist der kostenlose Internetzugang echte Mangelware. Morgens lautet die Auskunft „in 7 hours“, mittags „this evening“ und abends „this day not“ - keine Spur von sorry oder so ...

Der Kauf einer Karte für den Internetzugang über WiFi-Hotspots im nächsten Hotel verspricht Besserung. Der Hinweis, dass man sich über eine spezielle Seite, dem Touristen allerdings nicht genannte Seite, danach dediziert ausloggen muss, hätte geholfen, trotz nur 15 Minuten Datennutzung am nächsten Tag noch etwas von dem bezahlten 24 Stunden Volumen weiter nutzen zu können, das nennt man wohl Lehrgeld.

Ebenso die Erkenntnis, dass der Preis der Karten keineswegs einheitlich ist, sondern von Hotel zu Hotel extrem differiert oder dass ab etwa 5 Personen rund um eine WLAN-Area ein Up- oder Download gar nicht erst probiert werden sollte, da er eh zum Scheitern verurteilt ist …

Der Ausweg für Einheimische ist „La Pakete“, ein typisch kubanisches Angebot. Um sich trotz Internetsperren vieler Seiten, eines lückenhaften und langsamen Netzes und anderer Beschränkungen umfassend zu informieren, macht jede Woche eine Festplatte mit 1 TB Inhalt die Reise von Havanna bis in die entferntesten Regionen, wo man gegen geringes Entgelt Kopien von Konzerten, Nachrichten oder auch amerikanischer Serien erwerben kann. Man muss sich eben nur zu helfen wissen.

Mietwagen in Kuba

Nach dem Aufstehen und dem für europäische Verhältnisse übersichtlich attraktiven Frühstück im schönen Hotel in Havanna präsentierte sich die nächste Überraschung bei der Mietwagenstelle, als wir den Wagen abholen wollen. Die 15 Minuten, die wir zu früh kamen, waren Gold wert.

Zunächst die Auskunft „heute gibt’s kein Benzin in Havanna und daher auch keine Mietfahrzeuge“. Auch die Idee, den Staatsbediensteten zu nötigen, in seine EDV zu gucken und uns zu bestätigen, dass der Wagen zumindest gebucht sei, war hilfreich. Die Online-Recherche endete nämlich mit der Auskunft, hier steht der Wagen sowieso nicht, der stehe vor einem ganz anderen Hotel.

Sprach's, schloß seinen Stand ab und ging fort.

Der Hinweis sei gestattet: außer in Nordkorea werden nur in Kuba die Autos vom Staat selbst vermietet - mit allen Folgen, die dies mit sich bringt.

Okay, der nächste Versuch. Am Rental Car-Schreibtisch im nächsten Hotel war niemand, der Mitarbeiter sei am Flughafen und so in 30 Minuten oder zwei Stunden vielleicht wieder da.

Zwischenzeitlich sprach uns ein Exilkubaner in fließendem Englisch an. Wo denn das Problem sei, fragte er und erklärte: dass die Buchung im EDV-System steht, bedeute nicht viel. Mietautos seien Mangelware in Kuba und einheitliche, genormte Organisationsvorgänge wie in Deutschland dürfe man hier nicht erwarten.

Er zückte sein Handy, rief am Flughafen an und siehe da: Stunden später kam der Sachbearbeiter tatsächlich noch vorbei. Der Exilkubaner half uns noch bei den Formalitäten im Rahmen des Ausfüllens der spanischen Formulare und wünschte uns viel Glück für die geplanten 2000 km. Und gab uns noch den Tipp mit auf die Reise: wenn etwas nicht so laufe, wie gewünscht oder zugesagt, dann besser mit viel Freundlichkeit und Nachsicht damit umgehen, sonst sei man “at the end of the list“.

Das Mietauto selbst, ein chinesischer Geely mit 1,5 l Motor und 58'000 km auf dem Tacho verleitete dazu, einen vernichtenden Fahrzeugtestbericht zu verfassen.

Gleich zu Beginn kamen wir zur Erkenntnis, dass die Haftung der Reifen bei Regen an Steigungen auf Betonuntergrund kaum zum Anfahren ausreichten. Das die weitere Reise begleitende Geräusch des Differentiales hätte in Deutschland zur Diagnose „das Kegel- und Tellerrad hat es hinter sich“ geführt, die undefinierte Schaltung und die Straßenlage zu weit gehässigeren Kommentaren, aber wir wollen es bei der Äußerung des kubanischen Taxifahrers über sein nächstgrößere Modell belassen: „it works“, was Gott sei Dank auch für die Klimaanlage galt.

Bereit für den Ampelstart - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Die bevorstehende Reise versprach interessant zu werden, war die Route von Havanna über Santa Clara, Sancti Spiritus, Camagüey, Bayamo doch identisch mit der letzten Reise des großen Comandante nach Santiago de Cuba, wo sein Triumphzug begonnen hatte.

Besser Vollkasko

Nicht überall sind Touristen wirklich willkommen. Bei der Übernachtung in der Nähe von Trinidad bestätigte sich, dass die abgeschlossene Vollkaskoversicherung kein Fehler war. Die Haube unseres Mietautos hatte mehrere handtellergroße Dellen, das Ergebnis eines unbewachten Hotelparkplatzes.

In Camagüey dann das nächste Problem. Das in der Fußgängerzone gelegene Hotel besass gar keine Parkplätze. Der Polizist, den wir um Rat fragten, zeigte auf eine Gruppe junger Männer am Straßenrand, die uns weiterhelfen würden.

Für 5 CUC fuhren diese auch ein dort geparktes Auto weg und versprachen, auf den Wagen bis zum nächsten Morgen aufzupassen. Auf dem Weg zum Hotel monierte die Gang auf der anderen Straßenseite, dass man auch dort für 5 CUC hätte parken können, dafür war es aber schon zu spät. Zwölf Stunden später war dann das Auto zur großen Überraschung nicht nur wieder zurück, es war inzwischen sogar gewaschen worden, was den Parkpreis schlagartig relativierte.

Das Mausoleum

Am Tag des Staatstraueraktes machten wir uns auf den Weg zu Castros letzter Ruhestätte. Die Fahrt bis Santiago de Cuba verlief besser als gedacht, zumal auf der Strecke quasi über Nacht die größten Schlaglöcher für Castro's letzte Fahrt noch schnell geflickt worden waren. Auch die befürchteten Staus blieben aus.

Alleine die vielen Grüße an Castro am Straßenrand waren Zeugnis dafür, dass seine Urne wohl hier entlang gekommen sein musste.

Am Ziel war erwartungsgemäß ein Teil der Stadt gesperrt, die Umwege zu dem diesmal privaten Quartier war schnell gefunden.

Private Übernachtungen sind seit einiger Zeit in Kuba möglich und erlaubt. Wer Land und Leute hautnah kennenlernen möchte, sollte davon Gebrauch machen, auch wenn die Verständigung mit den Gastgebern möglicherweise schwierig ist.

Die Gespräche mit dem Vermieter und seiner Familie, das jüngste Familienmitglied war gerade erst 14 Tage alt, vermittelten einen realistischen Einblick in den Tagesablauf der Kubaner, in dem die Besorgung und Organisation von Lebensmitteln und Gegenständen des täglichen Bedarfs einen nicht unwesentlichen Teil beansprucht.

Das Mausoleum von Fidel Castro - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Am Montag reicht unser revolutionäres Engagement allerdings nicht aus, um Castro die letzte Ehre auf dem Friedhof Cementerio Ifigenia zu erweisen. Die Wartezeit, bis wir vorgelassen würden, taxierte einer der Polizisten, der die Menschenschlange in der brütenden Sonne beaufsichtigte, auf vier bis fünf Stunden...

Also wurden auf dem Weg zum Auto in der Rumfabrik Caney noch Einkäufe getätigt, um danach zu den Ursprüngen des „Máximo Líder's“ zu gelangen.

Der Weg zu Fidel's Geburtshaus wollte hart erarbeitet sein, der Zustand der Straße nach Biran spottete jeglicher Beschreibung. Eine bessere Fahrwerksteststrecke als kann man sich für Neufahrzeuge kaum vorstellen. Autos, die diesen Weg mit 50 km/h unbeschädigt überleben, sind reif für die Serienproduktion, selbst wenn es sich dabei um Geländefahrzeuge handeln sollte.

Das Geburtshaus von Fidel Castro, das inzwischen als Museum genutzt wird, hatte natürlich prompt geschlossen, dafür konnte der Militärpolizist vor der Anlage fließend Deutsch und riet uns, umzudrehen. Die weiterführende Straße würde noch deutlich schlechter und sei für Fahrzeuge eigentlich ungeeignet.

Strasse vor Biran - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Generell ist der Straßenbau in Kuba sehr abwechslungsreich. Es kann vorkommen, dass die Straße ab dem ausgebesserten Stück plötzlich ohne Vorwarnung 10 cm höher ist, oder aber auch, dass eine der Richtungen 40 cm höher oder tiefer verläuft als die andere, meist dann auch ohne jeglichen Fahrbahnbelag.

Augen auf, lautet hier die Devise, vor allem aber: wachsam bleiben! Kaum stellt man erfreut fest, dass die Fahrbahn besser wird, belehrte einen die Realität eines besseren.

Abenteuer Autobahn

Rechts auf dem Standstreifen der dreispurigen A2 kam uns ein Pferdefuhrwerk entgegen, kurz darauf auf der linken Überholspur ein Lkw, hinter dem einige Bauarbeiter standen. Wenige hundert Meter später sprang eine Person mit Zwiebeln aus dem Nichts auf die rechte Seite der Autobahn, um mit uns ins Geschäft zu kommen. Kurz darauf sperrten zwei Männer die rechte Fahrbahn mit einem beachtlichen Früchtesortiment, das verkauft sein wollte. Fata Morgana: ein Fahrrad auf der Überholspur, uns entgegenfahrend.

Alle Arten von Verkehrsmitteln dienen der Personenbeförderung - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Aber es kam noch besser. Ich treute mich, 100 km/h schnell zu fahren, da trat von der Mittelspur ein käsebeladener Kubaner auf die Überholspur um seine Waren anzupreisen. Nur gut, dass der Mittelstreifen frei war.

Plötzlich stand ein etwa 40 Jahre alter Lkw auf der Überholspur, ein Rad aufgebockt.

Ein allem Anschein nach verzweifelter Mechaniker lag darunter. Die „ausgespuckte Kardanwelle“, die neben ihm lag, brachte den leidgeplagten Mann in echte Schwierigkeiten.

Dies und der Straßenzustand erklärte, wieso auf den kubanischen Autobahnen selten über 100 km/h gefahren wird, schließlich will man sein Ziel ja noch erreichen.

Nachbarschaftshilfe

Später, von Havanna nach Pinar Del Rio unterwegs auf der A4, hält uns ein Uniformierter im Schatten unter einer Brücke an, zeigt uns seinen Ausweis und fragt, wohin wir fahren.

Es wäre Not am Mann, sagt er. Der Mitarbeiter eines Tabakbauern müsse in den nächsten Ort gebracht werden, sein Fahrzeug sei liegen geblieben und er müsse einen Mechaniker und Ersatzteile organisieren.

Okay, Rücksitzbank frei räumen, schon waren wir zum amtlich freigegebenen Taxi aufgestiegen. Der junge redefreudige Mann sprach perfekt Englisch. Das ganze Land hier gehöre seiner Company, meinte er, was übersetzt bedeutet: er arbeitete für einen Tabakbauern, der einen kleinen Teil der dem kubanischen Statt gehörenden Tabakfelder bewirtschaftete. Dessen Ernte wird nach der ersten Fermentierung komplett an den Staat abgeführt. 10% davon erhalten die Bauern später fertig fermentiert wieder zurück und dürfen damit selbst wirtschaften, die 90%, die der Staat erhält, werden nach dessen Einschätzung von Qualität und Menge vergütet.

Mit Annahme der Einladung, den Tabakbauern zu besuchen, für den er arbeitete, startete das nächste Abenteuer. Wir fuhren also von der üblen, aber immerhin befestigten kleinen Nationalstraße ab auf einen Feldweg, der diese Bezeichnung noch viel weniger verdiente. „In Germany this is no street“ meinte der junge Mann vom Hintersitz grinsend, während ich versuchte, den Wagen auf dem Trampelpfad zu halten, der für ein Eselgespann vielleicht ausreichen mochte, den ich in Europa mit dem eigenen Wagen jedoch sicher nicht befahren hätte.

Das Herrenhaus in der Tabakplantage - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Der Weg wurde immer enger und ich fragte mich „Was mache ich hier eigentlich, zwischen Palmen und mitten im „no where“ im tiefsten Kuba“, als wir nach der nächsten Kurve unvermittelt vor der Tabakplantage standen. Tabakplantage bedeutet hier, einige Felder mit Tabakpflanzen neben einer riesigen Wellblechhütte und zwei weitere Gebäude, die bei uns mit Sicherheit dem Abriß zum Opfer gefallen wären.

Der Tabakbauer begrüßte uns freundlich, so als ob er uns bereits erwartet hätte (ein Schelm der Böses dabei denkt) und zeigte uns bereitwillig seine Felder und wie die Pflanzen angebaut werden.

Die besten Zigarren überhaupt

Die Führung konnte natürlich nicht beginnen, ohne dass mir der Besitzer eine seiner besten Zigarren angeboten hätte und diese auch gleich anzündete. Das „Stop“ kam zu spät, die Gastfreundschaft konnte man nicht ausschlagen.

Die Tabakblätter reifen bis zu einem Jahr, bevor die Zigarren daraus gefertigt werden, der richtige Mix aus inneren, mittleren und äußeren Blättern, der mit dem Deckblatt seinen Abschluß findet, legt die Qualität der späteren Zigarre fest.

Hier werden die berühmten Kuba-Zigarren gedreht - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Wie der endgültige Geschmack der Zigarre erreicht wird, ist eine Wissenschaft für sich. Die Fertigkeit, mit der einer seiner Mitarbeiter eine Zigarre drehte, war wirklich überzeugend.

Das Exemplar in Zeitungspapier eingedreht, ist 14 Tage aufzubewahren, bevor man es genießt, oder kann so bis zu 12 Monaten gelagert werden.

Am Rande des Nationalparkes bei Vinales soll Che Guevara übrigens eine besondere Zigarrenproduktion ins Leben gerufen haben, die den Asthmatiker mit nikotinfreien Rauchwaren versorgte, im Gegensatz zu Fidel Castro, der die schweren, nikotinhaltigen kubanischen Zigarren bevorzugte. Überprüfen konnten wir diese Angaben nicht, die Geschichte selbst aber klang durchaus interessant.

Am Ende der Führung musste ich, der maximal eine Schachtel Zigarillos im Jahr raucht, ehrlich zugeben, dass die guten kubanischen Zigarren wirklich beeindruckend seien! Ich hätte nie gedacht, dass eine Zigarre derart gehaltvoll, aromatisch aber dennoch vergleichsweise mild schmecken kann.

Kein Wunder, dass ich anschließend um 200 € ärmer, dafür aber mit 25 Zigarren ausgestattet, die Plantage verliess. Rückblickend hätte ich besser die 100 Stück mitnehmen sollen, die man zu Zweit ausführen darf.

Mit dem Tipp, dass 16 bis 18 Grad die optimale Temperatur sei, die Zigarren aufzubewahren und dass wir diese auf dem Rückflug im Handgepäck transportieren sollten, da das Gepäck im Bauch des Fliegers zu kalt würde, ging es mit einem anderen Bekannten des Bauern weiter, dessen Ziel neben unserem nächsten Hotel lag.

Kein Problem, wir sind in Kuba

Auch dieser Fahrgast war auch höchst redselig, solange aber das GPS-Handy den Weg bestätigte, sprach nichts dagegen, seiner abwechslungsreichen Route zu folgen. Meiner Aktion, den Lkw trotz Überholverbot rechts liegen zu lassen, folgte nur ein trockenes „no problem, it's Kuba“.

Die Kontrollen der Polizei wenige Kilometer später konnten wir im Gegensatz zu den Einheimischen problemlos passieren, der Kommentar von hinten „you are tourists, no problem, it's Cuba“.

Dass der lebensfrohe 35-jährige Mann als Führer im Nationalpark arbeitete, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht. Die Diskrepanz zwischen seinem Einkommen und dem unseren konnte ihm seine gute Laune und den Stolz darauf, ein Kubaner zu sein, offensichtlich in keinster Weise zu verderben. Eine beinahe ansteckende Fröhlichkeit, die die Kubaner verbreiten.

Machen wir es kurz, die Fahrt endete im Freiluftrestaurant seiner Eltern mit vier Tischen bei einer Einladung zu einem delikaten Mangosaft. Der dortige Ausblick auf das Tal von Vinales war überwältigend. 15 Minuten später und 10 € leichter hatten wir eine Reservierung für das Abendessen. Geschäftstüchtig war der Junge schon, der Betrag verfiel nämlich, wenn man nicht pünktlich erschien.

Weitere 10 Minuten später und um weitere 20 € leichter, hatten wir zu ebendiesen Konditionen eine Reservierung für einen Ritt nach Vinales ins Tal erworben.

Das war durchaus eine Leistung, mir dies unterzujubeln, saß ich doch mein ganzen Leben noch nie auf einem Pferd, aber seine Beteuerung, es wären „Automatic horses“ und die erwartungsvollen Blicke meiner Frau verfehlten ihre Wirkung nicht.

Nun mit 1 PS

Der nächste Morgen begeisterte mit dem Ausblick auf das Vinalestal im Nebel, der sich bei aufgehender Sonne schnell verflüchtigte, ein Schauspiel ohnegleichen.

Vinales im Nebel - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Dann wurde es extrem. Das gemischte Gefühl, was den gebuchten Ausritt ins Tal angeht, bestätigte ein nicht einmal einen Meter breiter, verschlammter Weg, der so steil war, dass ich ihn weder mit einem Jeep hätte befahren wollen, noch mit Gummistiefeln hinunter gegangen wäre.

Zahllose tiefe Hufabdrücke in der feuchten roten Erde legten aber Zeugnis davon ab, dass andere es doch geschafft hatten. Dass mein Pferd zweimal hinten einnickte, sich über's Hinterteil abstützte und dann schnaubend wieder hochrappelte, machte die Sache nun weiß Gott nicht besser, aber was uns nicht umbringt ...

Die Aktion war für jemanden, der zum ersten Mal auf einem Pferd sass, ein ergiebiges Abenteuer.

Beim ersten Stopp erläuterte ein Tabakbauer, dass er im September mit der Aussaat des feinen Samen beginne und im November die Keimlinge umsetze. Fünf Monate später seien die Pflanzen 1,50 m hoch und die Ernte stünde im Mai an. Erst vier Monate später gehe das Ganze dann von vorne los.

Da von seinen zehn Hektaren nur deren drei für Tabak genutzt werden, bringt ihn die Pause, in der das Feld brach liegt, aber nicht in Verlegenheit, die anderen Flächen wollen auch bestellt sein.

Kaffeebohnen - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Bei dem zweiten Stopp zeigte uns ein Kaffeebauer, wie er die frischen Kaffeebohnen erst einen Monat in der prallen Sonne röstet, dann mit einem Mörser die eigentlichen Kaffeebohnen herausholt, die dann noch einige Zeit trocknen und erst anschließend geröstet werden.

Aufgrund der niedrigen Preise, die für Kaffee oder Zucker erzielt werden, wird auch diese harte Arbeit nur sehr schlecht bezahlt und bietet keine nachhaltig positiven Perspektiven für das verarmte Land.

Die äußerst schmackhafte Offerte eines Obstbauern war eine aufgeschnittene Pampelmuse, in die eine Mischung aus rosa und weißem Pampelmusensaft, Limetten- und Orangensaft, und bei Bedarf auch Rum gegeben wurde. Bis das Zuckerrohr, dessen Saft ebenfalls Bestandteil des Drinks ist, geerntet werden kann, vergehen bis zu 12 Monate.

Überfüttert werden die Pferde gewiss nicht - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Die Pferde, die uns den Ausritt ermöglichten, waren leider in einem erbärmlichen Zustand. Arbeitswerkzeug in den Augen der Einheimischen und ebensowenig, wie der Fahrer eines Bulldozers seinem Raupenfahrzeug liebevolle Pflege zukommen lässt, scheint dies in Kuba bei Pferden, Ochsen oder Eseln der Fall zu sein. Immer wieder kann man Ochsen- oder Pferdegespanne in brütender Hitze stehen sehen, der Besitzer der Tiere läßt auf sich warten.

Auf der Rückfahrt nach Havanna über Pinar del Rio zeigt sich, dass auch Europäer anpassungsfähig sind. Wenden auf der Autobahn über den Mittelstreifen, weil auf der anderen Seite ein schönes Fotomotiv entdeckt wird, ist inzwischen kein Problem mehr. Leicht übermütig mit 90 km/h unterwegs zu sein, wo 60 zulässig sind, auch nicht. Immerhin war ein wenig Glück nötig, straffrei davonzukommen. Aber die Polizei liess den Touristen ziehen und ermahnte dafür den ebenfalls zügig daherkommenden Lkw.

Alltagsverkehr - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Die kleine Nationalstraße über Soroa nach Havanna, quer durch die Prärie, brachte den Zeitplan zum Flughafen fast durcheinander, waren hier in der Stunde nur maximal 30 km Strecke zu schaffen, was so nicht einkalkuliert war. Die malerische Landschaft entschädigte dafür mit Ausblicken wie im Märchen.

Zum Schluß für diejenigen, die Lust auf Kuba bekommen haben, einige weiterführende Informationen.

Fünf NoGo's - oder was man in Kuba lieber lassen sollte

1) Militärische Schnappschüsse …

... sind in dem immer noch totalitären Kuba absolut verboten. Das kostet einen zwar viele coole Schnappschüsse, ist das Risiko, sich mit dem Militär anzulegen, aber nicht wert.

2) Nächtliche Autofahrten …

... muss man das mitgemacht haben? Der todesmutige Fahrradfahrer, der einen Meter vom Fahrbahnrand entfernt seine langsame Fahrt unbeirrt von dem riesigen Touristenbus fortsetzt, der bei kaum fünf Metern Abstand mit Lichthupe und laut hupend versucht, sich den Weg freizukämpfen, entgehen einem dabei ebenso wie unbeleuchtete Pferdefuhrwerke auf der Nationalstraße, die plötzlich unvermittelt vor einem auftauchen.

Aber auch der Lkw, der völlig überraschend das Steuer herumreißt und einen auf den Mittelstreifen der Autobahn zwingt, weil er einem badewannengroßen Schlagloch ausweicht oder Ochsengespanne auf der Autobahn, die einem selbstverständlich unbeleuchtet und ohne Katzenaugen in absoluter Dunkelheit entgegenkommen oder die Fahrbahn kreuzen. Ganz ehrlich - darauf kann man auch verzichten.

3) Über Politik plaudern …

... sollte man sich möglichst verkneifen, das gilt allerdings auch für andere Länder und ist grundsätzlich eine gute Idee, um Probleme mit Fremden zu vermeiden.

4) Leitungswasser trinken...

… ist, wie in vielen Ländern, ein Garant für Durchfallerkrankungen und Schlimmeres. Der Hinweis ist zwar wichtig aber nur bedingt kubatypisch.

5) Bunte Schneckenhäuser sammeln …

... bringt garantiert Ärger beim Zoll. Die exotisch schimmernden Raritäten stehen unter Naturschutz und werden beschlagnahmt. Artverwandter Tipp: die vom Aussterben bedrohten Schildkröten beim Sonnenbad bitte nicht stören, ihre traktorähnlichen Spuren sind im Sand gut zu erkennen.

Die bewegte Geschichte des gebeutelten Landes

Unabhängigkeitskriege, als spanische und französische Kolonie von den USA abgelöst, die die Diktaturen dort aber gewähren lässt, endet die Geschichte letztlich mit der Revolution und der Machtübernahme durch Fidel Castro. Der Verstaatlichung amerikanischer Firmen folgt daraufhin ein Wirtschaftsembargo der USA.

Nach der Kubakrise 1962 bindet sich das Land ab 1976 näher an den Ostblock.

2008 übernimmt Rául Castro die Amtsgeschäfte und kündigt Reformen an. In der Folge wird u.a. der Verkauf von Wohnungen und Autos (nach Bj. 1959) erlaubt.

Inzwischen wissen wir, dass diese Entwicklung weiter geht, speziell nachdem der Tourismus zur Haupteinnahmequelle für das Land auserkoren wurde.

Infrastruktur und Straßennetz

Die Warnungen im Reiseführer, auf schubkarrengroße Schlaglöcher gefasst zu sein und die Empfehlung, für 100 km Entfernung auf den Nationalstraßen bis zu drei Stunden Fahrtzeit einzuplanen, wirkt zunächst überzogen. Spätestens nach 500 km eigener Erfahrung ist man jedoch geneigt, diese Angaben zu bestätigen.

Die Strassenqualität ist nicht über alle Zweifel erhaben - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Die wirtschaftliche Lage

Wer die Schuld an Kubas wirtschaftlichen Problemen alleine den USA wegen ihres Wirtschaftsembargos zuschiebt, der macht es sich zu einfach. Dieses Embargo hat keine andere Nation daran gehindert, mit Kuba Geschäfte zu machen, alleine die Zahlungsfähigkeit der lateinamerikanischen Insel ließ dies nicht zu.

Ob die Ideen des Revolutionärs Bestand haben werden, darüber entscheidet jetzt eine Generation, die den Einzug der Guerilleros 1959 in Havanna nur aus Erzählungen kennt.

... nun muss er nur noch revidiert werden - Kuba-Reise 2016
Copyright / Fotograf: Emanuel Zifreund

Sie trifft sich nicht mehr auf auf dem Platz der Revolution sondern mitten in der Altstadt an einen beliebten Treffpunkt, auf dem man mit dem Smartphone ins Internet kommt, die Habaneros nennen ihn „Plaza WiFi“.

Diese Generation will Geld verdienen, reisen und konsumieren. Die Errungenschaften der Revolution wie Bildungswesen und Gesundheitswesen sind für sie selbstverständlich.

Auf den Tod von Fidel Castro war Kuba vorbereitet. Kritischer dürfte es werden, wenn der jetzt fast 85-jährige Raúl Castro stirbt, denn was danach kommt, ist aus heutiger Sicht völlig offen.

Ironie der Geschichte, und so nicht geplant: 3 Tage nach dem Tod von Fidel Castro landete der erste amerikanische Linienflug seit über 50 Jahren in Havanna. Den Umweg über Mexiko, den USA-Reisende bislang nehmen mussten, entfällt damit.

Das weltweit große Interesse an dem nostalgischen Land ist auch dafür verantwortlich, dass die meisten Hotels in Havanna ausgebucht sind, die Preise deutlich über europäischem Niveau liegen und dass für die wenigen vorhandenen Mietwagen lange Wartelisten geführt werden.

Wir haben uns in Kuba sicher gefühlt. Nachts alleine auf den Straßen zu sein, erschien mir weniger bedrohlich, als im Dunklen auf den Seitenstraßen Hollywoods zu spazieren.

Wer nicht abwarten möchte, was die Tourismuswelle aus Kuba macht, der sollte nicht zu lange warten, bis er nach Kuba aufbricht.

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von sn******
17.01.2017 (21:08)
Antworten
Ein wirklich informativer Artikel, nicht nur für den Oldtimerfan, sondern auch für den politisch- und touristisch interessierten Leser, der viele authentische Hintergrundinfos bekommt. Aber die vielen, tollen Fotos zeigen natürlich, dass das Herz des Verfassers für die Oldtimer schlägt, die er aus so vielen Perspektiven fotografiert hat, wobei er doch auch ein Auge für die landschaftlichen Schönheiten hatte. Es hat mir viel Spaß gemacht diesen toll geschrieben und bebilderten Reisebericht zu lesen. Da kann man nur hoffen, dass der Autor bald wieder mit Fotoapparat und Notizbuch auf Reisen geht und uns berichtet.
von delfinal
14.01.2017 (21:12)
Antworten
Mit goßem Vergnügen habe ich den Bericht und die dazugehörigen Photos degustiert. Besonders die europäischen Wagen fallen mir besonders auf: Der Renault 4CV, der Triumph Herald, der Wolga (eher also kein Straßenkreuzer), der Opel Olympia, oder der Jaguar Mk I (nicht Mk II). Das muss 1959 eine ganz bunte Straßenszene gewesen sein, auf der sich Autos aller Kontinente bunt gemischt haben.
2008 war ich selbst in Kuba gewesen und merkte schnell, dass selbst die größte Speicherkarte nicht ausreichen würde, um alle alten Autos aufzunehmen. Also spezialisierte mich schnell auf die europäischen Wagen. Man muss teilweise genau hinschauen, was das mal für einer war. Fast überall glänzen Moskwitsch-Türgriffe, die den rührend-naiven Anschein des Traums vom modernen Wagen wecken wollen. - Interessant auch die parallelen Modelle von Ford England und Ford Deutschland, ebenso von Vauxhall und Opel. - Einzelimporte wie Alfa Romeo waren auch nach 1959 möglich, wenn sie durch eine staatliche Firma getätigt wurden. Das war teuer und selten, aber nicht unmöglich. So erklärte man mir die ein odere andere Rarität im Automuseum Havanna.
Falls ich Interesse an diesen Bildern wecken konnte, empfehle ich ganz bescheiden, die Seite http://mvende.de/index.php?id=32 aufzurufen, wo ich einige von ihnen online gestellt habe.
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