An zwei Nachmittagen versteigerte Gooding Christie's am 5. und 6. März 2026 anlässlich des Amelia Island Concours d'Elégance 128 Autos und vier Motorräder im Omnia Amelia Island Resort.
Insgesamt waren die Fahrzeuge, welche vor dem Publikum über die Bühne fuhren, im Vorfeld auf fast USD 80 Millionen geschätzt worden, pro Fahrzeuglot wurden USD 601'163 erwartet. Zwei Drittel der Lots wurden ohne Mindestpreis angeboten.
92 % der durchschnittlich immerhin 57 Jahre alten Fahrzeuge konnten verkauft werden, im Schnitt gingen die Bieter bis 83 % des mittleren Schätzwerts, Ausreisser nach unten und oben zeigten, dass es nicht immer einfach ist, den Hunger der Interessenten richtig einzuschätzen. Pro verkauften Wagen (oder verkauftes Motorrad) wechselten im Schnitt USD 581'759 die Hand.
Grosse Porsche Auswahl fast komplett verkauft
34 Porsche kamen bei Gooding unter den Hammer, 97 % davon konnten im Schnitt für USD 279'621 verkauft werden. Geboten wurde für die durchschnittlich knapp über 50-jährigen Sportwagen im Schnitt 87 % des mittleren Schätzwerts.
15 Porsche 356 konnten alle verkauft werden, zum Teil unter den Erwartungen, in einigen Fällen aber auch klar darüber. Am weitesten über dem Estimate zugeschlagen wurde ein Porsche 356 von 1951 zum Restaurieren, der für USD 218'400 (EUR 187'824, CHF 170'352) einen neuen Liebhaber fand.
Am teuersten und gleichzeitig am weitesten über dem Estimate lag aber nach dem Bietergefecht der Porsche Carrera GT von 2005 mit niedrigem Kilometerstand, für den der neue Besitzer USD 3,113 Millionen (EUR 2,677 Millionen, CHF 2,428 Millionen) investierte.
Nicht verkauft werden konnte der superrare Porsche 968 Turbo S aus dem Jahr 1993. Bei USD 775'000 war Ende Feuer, USD 900'000 bis 1,2 Millionen waren erwartet worden.
Ferrari von ganz alt bis ganz jung
Gross war das Spektrum der angebotenen 17 Ferrari (wenn man die beiden Dino mitzählt). Im Schnitt waren die Sportwagen rund 49 Jahre alt, die vertretenen Baujahre deckten aber fast das ganze Ferrari-Wirken seit den Fünfzigerjahren ab.
Am teuersten wurde erwartungsgemäss der Ferrari 250 GT SWB California Spider von 1960 mit Chassisnummer 1963 GT verkauft. USD 16,505 Millionen (EUR 14,194 Millionen, CHF 12,874 Millionen) wechselten das Konto für den schwarzen offenen Sportwagen.
Ein Ferrari 212 Export von 1951 mit Vignale-Barchetta-Karosserie schaffte das Kunststück mit USD 3,415 Millionen mehr Geld vom Käufer zu locken als erwartet.
Im Vergleich dazu war der Ferrari 342 America von 1951 für USD 533'000 fast schon ein Schnäppchen, er muss dafür aber auch noch restauriert werden.
Viel bezahlt wurde für einen Dino 246 GTS von 1974. Die Targa-Variante in Porsche-Orange kam auf USD 1,325 Millionen (EUR 1,140 Millionen, CHF 1,034 Millionen.
Alfa Romeo-Raritäten
Spannende Kleinstserienexemplare enthielt das 13 Autos umfassende Alfa-Angebot bei Gooding. Alle Wagen konnten verkauft werden, im Schnitt wurde aber “nur” 80 % des mittleren Schätzwerts geboten.
So konnte man schliesslich einen Alfa Romeo Giulietta TZ von 1965 für USD 885'000 (EUR 761'100, CHF 690'300) mit nachhause nehmen oder eine rare Giulia TI Super von 1964 für USD 92'400 (EUR 79'464, CH 72'072) kaufen.
Teurer als erwartet fand nur ein Giulietta Spider Veloce von 1960 einen neuen Besitzer, der USD 92'200 (EUR 81'872, CH 74'256) zahlte.
Gute Nachfrage für Mercedes-Benz und Chevrolet
Jeweils 100 % betrug die Verkausquote bei den sechs angebotenen Mercedes-Benz und den fünf versteigerten Chevrolet. Im Schnitt wurde bei beiden Marken mindestens soviel geboten wie der gemittelte Estimate.
Eine grosse Überraschung lieferte ein kaum gefahrener Mercedes-Benz 500E aus dem Jahr 1992, der einst Jerry Seinfeld gehört hatte. Statt der erwarteten USD 180'000 bis 240'000 zählte der neue Besitzer USD 357'000 (eUR 307'020, CHF 278'460). Dies war vermutlich ein Weltrekord für den 500 E.
Auch die beiden 300 SL fanden für ansehnliche Summen in neue Garagen. Der Flügeltürer von 1957 kostete USD 2,013 Millionen (EUR 1,731 Millionen, CHF 1,57 Millionen), der Roadster von 1959 war für USD 1,023 Millionen (EUR 879'350, CHF 797'550) zu haben.
Auch von Cadillac und Lamborghini konnten alle Wagen veräussert werden. Für den Lamborghini Miura P400 S von 1969 (Chassis 4248) wurden USD 2,59 Millionen (EUR 2,23 Millionen, CH 2,02 Millionen) investiert.
Beide Miller verkauft
Mit 19 Fahrzeugen war die Vorkriegsfraktion gut vertreten. Im Schnitt landeten die Höchstgebote allerdings nur bei etwa 70 % der Erwartungen.
Gespannt war man auf das Abschneiden der beiden Miller Rennwagen. Die Hoffnungen wurden zumindest im Falle des FWD Special von 1932 nicht enttäuscht.
Mit USD 3,3 Millionen (EUR 2,84 Millionen, CHF 2,58 Milionen) übertraf der bahnbrechende Wagen den Estimate deutlich, während der zweite Miller, ein Speed Record Car von 1924 deutlich unter dem Schätzwert vermittelt wurde.
Einen hohen Preis erzielte auch der Alfa Romeo 6C 1750 Gran Sport aus dem Jahr 1932, der für knapp USD 2 Millionen verkauft werden konnte.
Begehrter NSX
Deutlich mehr als erhofft erzielte ein Acura NSX-T aus dem Jahr 2005.
Geschätzt auf USD 130'000 bis 160'000 wurde der offene Mittelmotorsportwagen schliesslich für USD 252'000 (EUR 216'720, CHF 196'560) verkauft.
Die jungen Autos, immerhin deren 13 waren noch nicht einmal Youngtimer, schnitten in der Käufergunst deutlich besser ab als die alten Wagen. Im Schnitt wurden hier 91 % des mittleren Schätzwerts geboten.
Schnäppchen?
Eine ganze Reihe von Autos wurden deutlich günstiger verkauft als erwartet.
Neben bereits erwähnten Fahrzeugen traf es einen Abarth 1300 OT von 1966, der für USD 274'400 anstatt USD 450'000 bis 550'000 abgegeben wurde.
Auch ein Rolls-Royce Phantom V von 1967 wurde praktisch zum halben Preis verkauft, genauso wie Morgan Three-Wheeler Sports von 1933.
Selbst einige der angebotenen Porsche wurden für deutlich weniger Geld vermittelt, als vorab geschätzt worden war, und mit einem Ferrari 328 GTS aus dem Jahr 1986 traf es sogar einen Ferrari.
Fairerweise muss gesagt werden, dass die Preise nicht wirklich unterirdisch waren, auch wenn man staunt, dass man heutzutage (wieder) einen der seltenen Austin-Healey 100 S von 1955 für nur gerade USD 379'000 (EUR 325'940, CHF 295'620) erstehen kann.
Mit einem Gesamtumsatz von USD 79,4 Millionen dürfte Gooding Christie's sicherlich zufrieden gewesen sein, zumal die Versteigerung ja gerade mitten in den Iran-Krieg der USA fiel.
Angebotene und verkaufte Fahrzeuge
Die folgende Tabelle listet alle angebotenen und verkauften Fahrzeuge mit Schätzpreisen, Höchstgeboten und Verkaufspreisen. Die Preis-Umrechnung erfolgte zum am Auktionstag gültigen Tageskurs. Alle Angaben ohne Gewähr.
| Lot | Fahrzeug | Jahr | USD Est von | USD Est bis | USD HG | USD VP | CHF VP | EUR VP | % Est | S |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Porsche 356 SC | 1965 | 125'000 | 150'000 | 85'000 | 95'200 | 74'256 | 81'872 | -30.76%
|
V |
| 2 | Porsche 911 | 1966 | 150'000 | 180'000 | 125'000 | 140'000 | 109'200 | 120'400 | -15.15%
|
V |
| 3 | Alfa Romeo Giulietta Spider Veloce | 1960 | 60'000 | 80'000 | 85'000 | 95'200 | 74'256 | 81'872 | +36%
|
V |
| 4 | Porsche 356 A 1600 Super | 1958 | 160'000 | 180'000 | 110'000 | 123'200 | 96'096 | 105'952 | -27.53%
|
V |
| 5 | Porsche 911 Carrera "Turbolook" | 1985 | 125'000 | 150'000 | 122'500 | 137'200 | 107'016 | 117'992 | -0.22%
|
V |
| 6 | Porsche 356 C | 1965 | 90'000 | 120'000 | 77'500 | 86'800 | 67'704 | 74'648 | -17.33%
|
V |
| 7 | Porsche 911 S | 1967 | 225'000 | 275'000 | 190'000 | 212'800 | 165'984 | 183'008 | -14.88%
|
V |
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Legende: Spalte S = Status (V = Verkauft, N = Nicht verkauft, Z = Zurückgezogen, U = Unter Vorbehalt)
Est = Estimate/Schätzwert, HG = Höchstgebot, VP = Verkaufspreis































































































































































































































































































































































































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