So wie die Tour de France – die Skoda in diesem Jahr zum 16. Mal als Hauptpartner unterstützt – als Königin der Profi-Radrundfahrten gilt, so gilt die L'Étape du Tour als größte Herausforderung für Amateur-Straßenradrennfahrer. Eine Originaletappe der ,Tour‘ mit steilen Anstiegen, beängstigenden Abfahrten und einer kräftezehrenden Bergankunft in Angriff zu nehmen, ist die ultimative Herausforderung für Hobby-Radsportler.
Um wie viel größer wäre die Leistung, so eine ,Tor-Tour‘ mit allen Härten auf einem Fahrrad zu bewältigen, das vor mehr als 120 Jahren konstruiert wurde? Einem Fahrrad, das mit 18 Kilogramm rund doppelt so schwer ist wie aktuelle Rennräder, mit nur einem Gang ausgestattet, ohne Freilauf und ohne Bremsen.
Eine exakte Replika eines 120-jährigen Fahrrads
Gemeint ist das Slavia – jenes Fahrrad, das der Mechaniker Václav Laurin und der Buchhändler Václav Klement 1895 als erstes Fahrzeug in ihrer Werkstatt im damaligen Königreich Böhmen bauten. Wegen der großen Nachfrage expandierte das Unternehmen der beiden Gründerväter schnell. 1899 stellten sie das erste Motorrad und 1905 das erste Automobil der Marke Laurin & Klement vor.
Die Fusion von L&K mit der Automobilsparte der Pilsener Skoda Werke war 1925 der nächste Schritt auf dem Weg zur heutigen globalen Erfolgsmarke Skoda. Und weil Skoda wegen dieser historischen Wurzeln die wichtigsten Radrennen der Welt unterstützt, kam Vladimír Vidim auf seine spektakuläre Idee. Er erweckt eine Legende der Firmengeschichte wieder zum Leben.
Handwerk
Der gelernte Schlosser und heutige Konstruktionsdesigner kann sich ein Leben ohne Fahrräder nicht vorstellen und erlernte deshalb selbst die Kunst der Fahrradherstellung – von der ersten Skizze bis zum voll funktionsfähigen Rad. In seiner kleinen Werkstatt in Roztoky nördlich von Prag lebt der 54-Jährige diese Leidenschaft aus. Am liebsten restauriert er klassische Fahrräder oder baut verblüffend originalgetreue Replikas auf.
Das berühmte Slavia-Fahrrad gehört zu seinen bisher anspruchsvollsten Projekten. Entgegen allen Erwartungen konnten Vidim und seine fachkundigen Freunde kein originales Rennrad-Exemplar auftreiben, das als Muster hätte dienen können. Deshalb nutzte er historische Fotografien, um alle Dimensionen, Winkel und sonstigen Konstruktionsdetails des ersten Fahrzeugs aus Mladá Boleslav zu erfassen.
Die Suche nach den historisch korrekten Fertigungsmethoden und der Aufbau des Slavia-Rads dauerte rund vier Monate und das Ergebnis ist alle Mühen wert: Das originalgetreu wiederauferstandene Zweirad sieht aus, als wäre es gerade erst aus der Werkstatt von Václav Laurin und Václav Klement gerollt, und funktioniert tadellos.
Originalgetreu bedeutet auch, dass das Slavia keine Gangschaltung besitzt und auch keine Bremsen, wie sie heute an modernen Fahrrädern zu finden sind. Es wird also eine echte Herausforderung. Um den Prager in seiner Vorbereitung zu unterstützen, überließ Skoda ihm einen aktuellen Superb.
Fast wie die Tour de France
Seit 1993 ist dieses unvergleichliche Radsport-Ereignis ein Teil der Tour de France. Am 21. Juli, genau sechs Tage vor den Profis, nehmen ambitionierte Hobby-Radrennfahrer die 135 Kilometer lange Etappe von Albertville nach Val Thorens in Angriff. Sie müssen insgesamt 4563 Höhenmeter klettern und drei gnadenlose Anstiege bewältigen: den Cormet de Roselend (1968 m), den Côte de Longefoy (1.190 m) und die steile Rampe zum Ziel in Val Thorens auf 2365 Metern Höhe.
Für Vidim wird diese Fahrt ohne Bremsen und mit nur einem Gang sicherlich ganz besondere Herausforderungen bieten.































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