"Rennpappe, Easter und Co" – so treffend fasste ein Buchtitel den Automobilrennsport in der DDR zusammen. Neben den Renntrabis boten "große Tourenwagen" wie Lada und Zastava, aber auch Formel- und Sportwagen wie etwa der legendäre Melkus RS1000 eindrucksvollen Motorsport. Von 12. November 2023 bis 28. April 2024 widmet sich eine neue Sonderaustellung des Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz dem Ost-Rennsport.
Besonders zu betonen ist, dass es sich bei Entwicklung, Bau und Einsatz der Rennwagen fast ausschließlich um private Initiativen handelte, auf deren Betreiben trotz sozialistischer Mangelwirtschaft einzigartige Fahrzeuge entstanden. Gerade auch im Vergleich mit Motorsportlern anderer sozialistischer Länder sorgten Fahrer wie Ulli Melkus für zahlreiche Erfolge und spannenden Rennsport.
Zuschauermagnet Rennsport
Volle Zuschauerränge bei den Rennveranstaltungen auf dem Sachsenring oder am Schleizer Dreieck demonstrierten zudem eindrucksvoll das riesige Interesse der DDR-Bevölkerung für den Rennsport. Den Einstieg in den Automobilrennsport bildeten für zahlreiche Rennfahrer erste Runden in einem K-Wagen im Rahmen von Arbeitsgemeinschaften der Pionierorganisation der DDR.
Einen interessanten Querschnitt dieser Rennfahrzeuge zeigt die neue Sonderausstellung, die gemeinsam mit dem Chemnitzer Illustrator und Buchautor Jens Conrad konzipiert wurde. Von ihm erschien 2022 das Buch "Meister mit zwei Kerzen. Trabant-Rennsport in der DDR" im Top-Speed-Verlag.
Vielzahl Rennfahrzeuge aus bekannten Händen
Als prominente Leihgeber konnten ehemalige Aktive wie Konstrukteur Helmut Tschernoster, der Rennfahrer Jürgen Rädlein und der Chemnitzer Lokalmatador Matthias Neuber gewonnen werden. Zu sehen sind elf Rennfahrzeuge.
Aus der Vielzahl der Motorsportdisziplinen wurden Fahrzeuge aus dem Formel- und Tourenwagensport, ausgetragen auf Rundstrecken und bei Bergrennen, ausgewählt. Mit dabei sind der legendäre erste Melkus-Renner mit dem Spitznamen "Plättglocke"; aber auch Formelwagen, wie der MT 77; die beliebten Renntrabis, darunter der erste Meisterwagen von Klaus Schumann; ein Zastava der "großen" Tourenwagen-Klasse und ein TR-Spider.
Abseits der Rennstrecke
Natürlich dürfen in der Ausstellung auch die Fahrer, Mechaniker und vielen Helfer nicht zu kurz kommen. Pokale, Fotos und Dokumente, beigesteuert von ehemaligen Aktiven, lassen die Motorsporthistorie lebendig werden. Neben den eigentlichen Rennfahrzeugen möchte die Ausstellung auch die Chronologie der Ereignisse, die Strecken, auf denen gefahren wurde, und die unterschiedlichen Rennklassen vorstellen.
Mehr Informationen zur neuen Sonderaustellung finden Sie auf der Webseite des Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz e.V








































Kommentare