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Motorworld Classics Berlin vom 20. bis zum 24. November 2019 - Die wilden Zwanziger

Erstellt am 9. Oktober 2019
, Leselänge 3min
Text:
Motorworld Classics
Fotos:
MOTORWORLD Classics Berlin, Dirk Dehmel 
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Ralf-Christian Kunkel, Luckau 
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SDTB 
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Kulturstiftung Kornhaus 
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Motorworld Classics Berlin, Dirk Dehmel 
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Auf der Motorworld Classics Berlin vom 20. bis zum 24. November 2019 kommen Klassikerfans voll auf ihre Kosten: Die Sonderschau zum Berliner Automobilbau zeigt automobile Meisterstücke, die in den „Goldenen Zwanzigern“ in der Hauptstadt vom Band liefen. Denn was viele nicht wissen: In Berlin saßen einst die größten Automobilbaufirmen des Landes. Highlights sind ein Ego 4/14 PS von 1922 und ein 1920er BOB Sport – die letzten auf der Welt.

Silicon Valley aus und in Deutschland

„Anfang der 1920er Jahre war Berlin das Silicon Valley des Automobilbaus – technologisch wie heute die Internet- oder Computerindustrie, schaute die ganze Welt auf die Hauptstadt. Kaum vorstellbar, gab es hier allein 200 Fahrzeugfirmen, ohne dabei die Motoren- und Motorradbauer mitgezählt zu haben“, erklärt Ulf Schulz, Projektleiter der Motorworld Classics Berlin. In Kooperation mit dem Deutschen Technikmuseum in Berlin und dem PS.Speicher Einbeck zeigt die Sonderschau historische Autos und Motorräder aus dieser Zeit, die zum großen Teil für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind.

Motorworld Classics Berlin 2018
Copyright / Fotograf: MOTORWORLD Classics Berlin, Dirk Dehmel

Der letzte Ego 4/14 PS und weitere Raritäten

Einer der Stars der Ausstellung ist ein Ego 4/14 PS der Berliner Ego-Werke aus dem Jahr 1922. Größere Bekanntheit erlangt die Marke im Jahr 1923, als der legendäre Rennfahrer Rudolf Caracciola auf Ego seinen ersten Sieg beim Avus-Rennen einfuhr. Der auf der Motorworld Classics Berlin gezeigte Wagen ist das einzig verbliebene Exemplar auf der Welt. Eine absolute Rarität ist auch der AGA Typ A 16/20 PS von der Berliner Aktiengesellschaft für Automobilbau, ebenfalls aus den 20er Jahren. Die Fertigung der AGA-Wagen erreichte relativ hohe Stückzahlen, und in ganz Deutschland zeigten die Autos aus den Lichtenberger Werkshallen mit ihren markanten Spitzkühlern, kantigen Türen und eckigen Kotflügeln Flagge.

NAG C4B (1923)
Copyright / Fotograf: SDTB

Weitere Highlights sind ein NAG Typ C4, der 1920 von dem Berliner Automobilhersteller NAG auf den Markt gebracht wurde, sowie ein altes D-Rad-Taxi der damals in Berlin-Spandau ansässigen Deutschen Industriewerke – in den 1920er Jahren gehörten diese Taxi-Motorräder zum Stadtbild von Berlin.

Ebenfalls der letzte seiner Art: BOB Sport

In Kooperation mit dem PS.Speicher Einbeck zeigt die Sonderschau weitere Raritäten wie einen BOB Sport aus dem Jahr 1920. Der zwischen 1920 und 1925 in Berlin-Charlottenburg von der BOB Automobilgesellschaft hergestellte Wagen mit einem Vierzylindermotor von Siemens & Halske fährt in den damaligen Kleinwagen-Rennen auf der Avus zahlreiche Erfolge ein. Dieses Exemplar ist vermutlich der einzig erhaltene BOB weltweit.

Bob Sport BJ (1920)
Copyright / Fotograf: Ralf-Christian Kunkel, Luckau

Ein weiterer Blickfang, den der PS.Speicher mitbringt, ist ein Motorrad: eine 1929er Württembergia 350 Blackburne OHV. Angesichts des Markennamens und des Markenlogos denkt niemand an Berlin als Produktionsstätte dieser Motorräder. Doch die ab 1929 mit britischen Blackburne-Motoren ausgestatteten Viertakter entstanden mitten in der Hauptstadt, rund zwei Kilometer vom heutigen Tiergarten entfernt.

Wuerttembergia 350 Blackburne OHV (1929)
Copyright / Fotograf: Kulturstiftung Kornhaus

Internationaler Standort mit Automobilgeschichte

Die Motorworld Classics Berlin ist viel mehr als eine Autoschau mit Exponaten vergangener Zeiten. Mit dem einzigartigen Ambiente der historischen Hallen der Messe Berlin, dem Look and Feel der guten alten Zeiten und einem Unterhaltungsprogramm ist sie ein Lifestyle-Event für die ganze Familie und eine Reise in die Vergangenheit. Highlights sind neben dem Berliner Automobilbau weitere Sonderschauen zu den Themen Motorsport und US-Cars & Lifestyle. Die Liebhaber von Zweirädern dürfen sich auch 2019 wieder auf besondere Motorrad-Highlights freuen, und der beliebte Teilemarkt, auf dem Ersatzteile, Zubehör und Automobilia angeboten werden, findet ebenfalls wieder statt. Erstmals in diesem Jahr öffnet die Motorworld Classics Berlin parallel zur Boots- und Freizeitmesse BOOT & FUN BERLIN ihre Pforten, wodurch den Besuchern das Beste aus zwei Welten geboten wird: Mobilität zu Lande und zu Wasser.

Motorworld Classics Berlin 2018
Copyright / Fotograf: MOTORWORLD Classics Berlin, Dirk Dehmel

Tatsächlich blickt der Standort der Motorworld Classics Berlin auf eine große Automobilgeschichte zurück. 1899 fand in der Hauptstadt die erste internationale Motorenwagen-Ausstellung Deutschlands statt. Zudem waren in Berlin und Brandenburg einst die größten Automobilbaufirmen des Landes angesiedelt und es gab hier viele kleine, innovative Automobilhersteller und Karosserie-Manufakturen. In den Goldenen Zwanziger Jahren waren auch Motorräder als preiswerte Alternative zum Automobil gefragt. In Berlin gründeten sich zu dieser Zeit mehr als hundert Motorradfabriken.

Motorworld Classics Berlin 2018
Copyright / Fotograf: MOTORWORLD Classics Berlin, Dirk Dehmel

Weitere Informationen

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website von Motorworld Classics.

Bilder zu diesem News-Artikel

von or******
01.11.2019 (15:39)
Antworten
AGA-Wagen sind von Anfang an auch mit Karosserien mit runden Kotflügeln ausgestattet worden; Lindner hat sie mit runden und eckigen (wie beim AGA des Deutschen Technikmuseums, der vermutlich zu sehen ist) hergestellt und diverse andere Karosseriebauer haben ganz unterschiedliche Designs geliefert, ob Voss, Karmann oder Veth. Wichtig zu wissen auch für die Motoworld Classics: Der AGA-Wagen ist im September 2019 gerade 100 Jahre alt geworden; er wurde im September 1919 im Berlin vorgestellt. https://www.agamobil.de/index2.html
von is******
15.10.2019 (19:04)
Antworten
Es existieren noch mindestens Drei Ego 4/14 PS. Carraciola hat 1923 nicht auf der Avus gewonnen. ERr fuhr 1923 gar nicht auf der Avus. Er hat 1923 beim Grunewald Stadion Rennen (heute ist an dieser Stelle das Olympiastadion) einen Lauf gewonnen. Der Bob Sport ist ein ganz normaler Bob. Nur weil er zwei Plätze hat ist es kein Sportwagen. Die Bob, die an Rennen teilgenommen habem, auf der Avus recht erfolglos sahen ganz anders aus. Und di Firma BoB war nicht in Charlottenburg, sondern erst Schöneberg, dann Kreuzberg. Ag, nur das erste Baujahr hatte die Kantigen Kotflügel, später hatten sie runde, wie alle anderen.
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