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Bild (1/2): GTÜ-Prüfer an der Arbeit (© GTÜ, 2014)
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Die Stärken und Schwächen der frischgebackenen Oldtimer im Jahr 2017

15. März 2017
Text:
GTÜ/ZG
Fotos:
Daimler AG 
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GTÜ 
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Bruno von Rotz 
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Besitzer von Autos aus dem Baujahr 1987 dürften sich freuen: Ihre bisherigen Youngtimer werden in diesem Jahr neu zum Oldtimer. Zu den Privilegien für mindestens 30 Jahre alte Fahrzeuge in erhaltenswürdigem Zustand gehören günstigere Steuer- und Versicherungstarife, aber auch die Möglichkeit, an vielen Veranstaltungen teilnzunehmen.

Technischer Zustand nicht immer zweifelsfrei

Doch wie sieht es mit dem technischen Zustand der „neuen“ Klassiker aus? Die GTÜ-Classic-Experten haben sich einige der beliebtesten Neuzugänge genauer angeschaut, den einen oder anderen technischen Mangel aufgespürt und ihre Stärken und Schwächen in einem Ranking aufgelistet.

Mängelquote bei "neuen" Oldtimern gemäss der Erfahrung des GTÜ (Untersuchung 2017)
© Copyright / Fotograf: GTÜ

Mängelzwerg unter den „neuen“ Oldtimern ist das Mercedes Coupé (124C). Genau 42,4 Prozent der von GTÜ-Prüfingenieuren gecheckten Wagen absolvierten die HU „ohne erkennbare Mängel“, dicht gefolgt vom Ford Sierra mit 39,4 Prozent mängelfreien Fahrzeugen. Den dritten Platz mit 37,6 Prozent belegt der Mazda 626.

Absoluter Mängelriese unter den Neuen in der großen Familie der Klassiker ist der Peugeot 405. Von diesem Modell ist ein großer Teil (38,3 Prozent) der Fahrzeuge mit schwerwiegenden Mängeln behaftet. Auch beim Audi 90 sind über ein Drittel (34,2 Prozent) der Wagen mit erheblichen Mängeln unterwegs.

Einige der Modelle sollen im folgenden einzeln betrachtet werden:

Mercedes Coupé (124C) - über 40 Prozent mängelfrei

Mit den charakteristischen Rückleuchten im Dreiecksformat war die Limousine schon fast drei Jahre auf dem Markt, als Mercedes den Zweitürer der 1993 dann in E-Klasse umbenannten Baureihe 1987 zu den Händlern brachte. Konstruktive Unterschiede waren verstärkte Bodengruppe und Säulen. Die Karosserieform als Coupé erhöhte den Glamourfaktor und auch den Preis.

Mercedes-Benz 300 CE (1987) - elegantes Coupé mit der Handschrift von Bruno Sacco (Baureihe 124)
© Copyright / Fotograf: Daimler AG

Bei den von der GTÜ untersuchten Fahrzeugen waren über 40 Prozent der Coupés mängelfrei. Rund 28 Prozent dieses Modells waren mit erheblichen Mängeln unterwegs, 29 Prozent mit geringen Mängeln. Damit belegt der 124C den Spitzenplatz mit den geringsten technischen Mängeln unter den „jungen Alten“.

Hauptmängel: Umweltbelastung, Beleuchtung, Elektrik, Achsen, Räder und Reifen.

Die zweite Generation des Ford Sierra - Immerhin knapp 40 Prozent mängelfrei

Flachere Frontscheinwerfer und endlich ABS – so kam 1987 die zweite Generation des Mittelklasseautos aus Köln auf den Markt, das lange Zeit als Rentnerauto verschrien war. Aber die Rallye-Erfolge des Sierra sprechen eine andere Sprache.

Ford Sierra RS Cosworth (1987) -204 PS aus zwei Litern Hubraum, dank Turbo - Retro Classics Stuttgart 2017
© Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Knapp 40 Prozent der geprüften Fahrzeuge waren mängelfrei. Rund 32 Prozent wiesen erhebliche Mängel auf und 29 Prozent hatten geringe Mängel.
Hauptmängel: Umweltbelastung, Fahrgestell, Rahmen, Aufbau, Aufhängung, Beleuchtung und Elektrik.

Mazda 626 - dritte Auflage mit über einem Drittel der Fahrzeuge mit erheblichen Mängel

Im Herbst 1987 gab es die um zehn Zentimeter gewachsene dritte Auflage des Mazda-Flaggschiffs erstmals in Deutschland zu kaufen. Der zunächst als Fließ- und Stufenheck erhältliche Wagen war üppig ausgestattet und verfügte über eine Allradlenkung. Nur der Diesel war noch nicht zum Höhenflug angetreten: Im 626 gab es einen einzigen Selbstzünder, der nur 60 PS Leistung abgab.

Mazda 626 GLX (1985) - auch mit Katalysator (ab Sommer) - Genfer Automobilsalon 1985
© Archiv Automobil Revue

Beim Mazda halten sich Wagen ohne Mängel und diejenigen mit erheblichen Mängeln knapp die Waage (37,6 zu 36,4 Prozent). Lediglich 26 Prozent sind mit geringen Mängeln unterwegs.

Hauptmängel: Fahrgestell, Rahmen, Aufbauten, Bremsanlage, Beleuchtung und Elektrik.

BMW 3er Touring (E30) - durchaus Grund zur Sorge

Kombis gehörten bis dato nicht gerade zum Markenzeichen von BMW. Doch mit dem intern E30/5 genannten Wagen schlugen die Münchner ein neues Kapitel auf, dessen Erfolg einen Türöffner für den später offiziell auch beim 5er eingeführten Touring darstellte. Der Innenraum galt als ebenso fein wie praktisch. Die recht kräftigen Motoren waren teils mit Allradantrieb zu haben.

BMW 325ix Touring (1987) - Kombi der Baureihe E30 mit Allrad
© Copyright / Fotograf: BMW AG

Beim 3er sind mehr als ein Drittel der Wagen mängelfrei als Oldtimer unterwegs. Rund 35 Prozent sind allerdings mit schwerwiegenden Mängeln behaftet, an die 28 Prozent mit geringen Mängeln.

Hauptmängel: Umweltbelastung, Beleuchtung, Elektrik, Achsen, Räder, Reifen und Aufhängungen.

Audi 90 (B3) - zwei Drittel weisen geringe oder schwerwiegende Mängel auf

Im April 1984 brachte Audi die mit zahlreichen Annehmlichkeiten und Extras versehene Version des Audi 80 als Audi 90 auf den Markt. Drei Jahre darauf folgte die zweite Generation (Typ 89) mit besserer Ausstattung, Chromleisten, einer anderen Beleuchtung und kräftigeren Motoren. Darunter war auch ein Fünfzylinder mit 2,3 Litern Hubraum, der auf bis zu 70 PS kam.

Audi 90 quattro (1988) - mit Allradantrieb
© Zwischengas Archiv

Auch bei diesem Modell liegt die Zahl der Fahrzeuge mit schwerwiegenden Mängeln und ohne Mängel fast gleichauf (34,2 zu 33,4 Prozent). Rund 32 Prozent weisen geringe Mängel auf.

Hauptmängel: Umweltbelastung, Beleuchtung, Elektrik und Bremsanlage.

Peugeot 405 - Schlusslicht bezüglich Mängelfreiheit

Mit seinem seinerzeit als sehr modern empfundenen windschlüpfrigen Design mischte die Limousine in der Mittelklasse mit. Vor allem die Motoren galten als langlebig. Neben einem recht breiten Angebot mit 1,4- bis 2,0-Liter-Aggregaten von 64 bis 158 PS waren auch Allradantriebe verfügbar.

Peugeot 405 (1989) - das Auto des Jahres von 1988 im Sand
© Zwischengas Archiv

Schlusslicht unter den von den GTÜ-Sachverständigen geprüften „Neuoldtimern“ ist mit Abstand der 405. An über 38 Prozent der Fahrzeuge fanden die Ingenieure schwerwiegende technische Mängel. Genau 34 Prozent hatten geringe Mängel. Nur knapp 28 Prozent dieses Modells wurde Mängelfreiheit bescheinigt.

Hauptmängel: Umweltbelastung, Fahrgestell, Rahmen, Aufbau, Beleuchtung, Elektrik und Bremsen.

Der Rat der GTÜ-Classic-Experten: Vor dem Kauf eines Oldtimers das Wunschfahrzeug unbedingt von einem Fachmann (gerne auch bei einer GTÜ-Prüfstelle) checken lassen und damit mit Sicherheit Geld, Zeit und Ärger sparen.

Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es auch auf der Website des GTÜ selber.

Alle Kommentare

 
 
an******:
17.03.2017 (13:57)
In der Schweiz wird die technische Kontrolle bei den Strassenverkehrsämtern durchgeführt. In Deutschland sind profitorientierte Firmen wie TÜV, DEKRA und GTÜ dafür zuständig.
Diese versuchen seit längerem durch entsprechende Statistiken die Frequenz der HU zu verkürzen um mehr Geld zu machen. Darum werden auch mehr Autos als "nicht verkehrssicher" erklärt.
Zudem sind die Kosten eher höher als bei uns so im Bereich von 60-90 Euro.
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