Für Fans des einzigen in grösseren Serien gebauten Schweizer Nachkriegssportwagens ist es ein eigentliches Mekka, das Monteverdi-Museum in Binnigen bei Basel. In den ehemaligen Fabrikationsräumlichkeiten von Peter Monteverdis GT-Schmiede sind sie aufgereiht, die Wagen die er von den Sechziger- bis in die Achtzigerjahre baute.
Namen wie Monteverdi Hai, 375 L oder 375S lassen dem automobilen Feinschmecker das Wasser im Munde zusammenlaufen, in Binningen sind sie an der Oberwilerstrasse 20 alle zu sehen, drei der ingesamt vier Mittelmotorsportwagen namens Hai beispielsweise, aber auch der Prototyp des 375 L von 1969. Auch die Geländewagen, z.B. der Safari, sind da und natürlich einige der Formel-1-Wagen Monteverdis, denn er versuchte sich auch in der obersten Rennsportkategorie.
70 Autos sind es insgesamt, verteilt auf 4000 Quadratmeter, ergänzt um eine riesige Modellautosammlung mit 11’000 Exponaten und um viele Erinnerungsstücke aus der Monteverdi-Geschichte. Auch nackte Fahrgestelle und Motoren gibt es zu bewundern.
Der grosse Umzug von Binningen nach Luzern
Doch schon bald wird dieses Museum Geschichte sein, denn es wird aufgelöst. Aber keine Bange, Paul Berger konnte mit seinen Mitstreitern eine gute Lösung finden. Als langfristige Lösung für die Sammlung wurde eine Stiftung eingerichtet, in die Autos, Gegenstände und Archiv eingebracht wurden.
Ab dem 12. April 2017 wird ein Teil der Sammlung in der erneuerten Strassenverkehrshalle des Schweizerischen Verkehrshauses in Luzern zu sehen sein. Zu diesem Zweck wird eigens ein neuer Boden in die Halle eingezogen, auf dass die dort hin gebrachten rund zwei Dutzend Autos, die im Besitz der Stiftung bleiben und an das Verkehrshaus ausgeliehen werden, auch entsprechend präsentiert werden können, ergänzt um mit moderner Technik aufbereiteter und vermittelter Information, wie Daniel Geissmann vom Verkehrshaus bei der Bekanntgabe des Projektes zu erzählen weiss.
Auf die Frage, was denn mit den anderen Autos passieren werde, erklärt Berger, dass sie Teil der Stiftung und Sammlung blieben und dass in Luzern rotierend verschiedene Modelle, teils aus dem Bestand der Stiftung, aber auch von Clubmitgliedern gezeigt werden würden. Nicht unmöglich ist auch, dass das eine oder andere (überzählige) Modell neuen Besitzern zugeführt werden wird.
Paul Berger selber ist sehr glücklich, mit dem Verkehrshaus eine gute Lösung gefunden zu haben. Gleichzeitig konnte er mit Ruedi Wenger auchankündigen, dass der Marke Monteverdi am nächsten Genfer Autosalon ein grosser Stand gewidmet werde. Da dürften dann Erinnerungen an die grossen Autosalons der späten Sechzigerjahre wachwerden.
Und ein Buch
Passend zu den grossen Veränderungen konnte Paul Berger auch ein neues Buch über die Marke Monteverdi präsentieren, herausgegeben von ihm selber, verfasst von den Monteverdi-Kennern Carl L. Wagner und Roger Gloor. Details können der Rezension entnommen werden, die in Kürze auf zwischengas.com erscheinen wird.
Und ein Tag der offenen Türe zum Abschied
Fans seien auf den 3. Dezember 2016 verwiesen, denn an diesem Samstag wird das gesamte Museum letztmals der Öffentlichkeit geöffnet, und dies sogar noch kostenlos. Das sollte man sich nicht entgehen lassen, wenn man noch nie da war.
Weitere Informationen sind auf der Website des Monteverdi-Museums zu finden.


































































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