Das Pfingstwochenende war etwas zu früh für den offiziellen D-Day der Alliierten, denn der wird erst am 6. Juni gefeiert. Doch das tat der guten Stimmung am 5. Internationalen Armeefahrzeugtreffen in Sisseln keinen Abbruch. „Der Termin hat bei nur beim allerersten Mal 2014 zufällig gepasst, als wir dachten, es sei eine einmalige Sache“, erinnert sich OK-Präsident François Quidort. Doch nach dem 70. Jubiläum und dem grossen Zuspruch gab es 2015, 2017 und 2023 jeweils eine Neuauflage, die meist grösser ausfiel als zuvor. „Jetzt sind wir bei fast 300 Fahrzeugen und 500 Teilnehmern angekommen“, sagt Quidor zufrieden. „Wir sind wohl das grösste derartige Treffen in der Schweiz.“
Obwohl so ein Armeefahrzeugtreffen unvermeidlich einen oliv-farbenen Anstrich hat, wirkt das ganze nicht militaristisch, weil kein Grossgerät wie Panzer und Haubitzen auffährt. „Da ist die Stimmung eine ganz andere“, betont Quidort. Hier handele es sich mehr um ein Familien-Camping auf grüner Wiese, die man von der Gemeinde und einem Bauern temporär mieten könne. Grosser Vorteil der Lage am Werkhof: Die WC-Wagen konnten direkt an die Kanalisation angeschlossen werden und es gab einen Stromverteiler. „Irgendwo draussen auf einem Acker wäre so etwas in dieser Grösse und mit dieser Logistik gar nicht machbar“, sagt Quidort.
Wer mal am D-Day in der Normandie gewesen ist, konnte trotzdem die spezielle Stimmung spüren, wie sie in diesen Tagen wieder zwischen den alliierten Landungsabschnitten von Utah bis Sword Beach zelebriert wird. Dabei geht es um die Erinnerung an ein historisches Ereignis, das nicht vergessen werden soll. Und die Erinnerung an jene Menschen, die damals ihr Leben gaben für viele andere. Erinnerung, die mit jedem Willys Jeep weiterlebt. Wobei sich die Fahrzeugauswahl nicht auf den Weltkrieg beschänkte, sondern vom Hotchkiss bis zum Humvee reichte. Ehemalige Fahrzeuge der Schweizer Armee waren unter anderem durch Mowag, Pinzgauer, Saurer und Condor reichhaltig vertreten.
Das Treffen ist aber keineswegs ein Museum. Die Fahrzeuge werden fleissig bewegt: Ob Demo-Fahrt übers Gelände oder die Spritztour zum nächsten Discounter, den ganzen Tag über demonstrierte das alte Blech Einsatzbereitschaft. Mehr als 150 begaben sich am Pfingstsamstag dann in einem grossen Konvoi auf eine Runde von Sisseln über den Bötzbergpass und kehrten an der Linde von Linn, sodass alle Fahrzeuge sich eine zeitlang entgegen kamen. Quidort: „Das lieben die Teilnehmer, sie fahren direkt aneinander vorbei, alle können alle sehen.“
Dafür waren sogar aus Genf und Lugano Teilnehmer quer durch die ganze Schweiz nach Sisseln gereist. Denn es könnte das letzte Mal gewesen sein. „Die Mehrheit der 15 OK-Mitglieder möchte jetzt zurücktreten“, bestätigt Quidort. Ausserdem müssten jeweils mehr als 250 Helfer gefunden werden, um den Betrieb drei Tage aufrecht erhalten zu können. Da bräuchte es also eine neue Mannschaft, aber der Zuspruch wäre sicher da. Noch vor Weihnachten sei man ausgebucht gewesen, mit der Warteliste habe man die kurzfristigen Absagen kompensieren können. Quidort selbst würde gern weitermachen, obwohl er keinen Jeep fährt. Und auch die Reise in die Normandie noch aussteht.



































































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