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70 Jahre Porsche - ein ausführlicher Rückblick

Erstellt am 26. Juni 2018
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Schon 70 Jahre ist es her, dass der Porsche Nummer 1 die ersten Meter Strasse unter die Räder nahm. Seither ist viel geschehen, da lohnt sich ein Blick zurück.

Der erste Sportwagen

Im Frühjahr 1948 werden die unter der Konstruktionsnummer 356.00.105 ausgefertigten Entwürfe realisiert. Es entsteht der erste Sportwagen unter dem Namen Porsche. Am 8. Juni ist der Prototyp des Porsche Typ 356 mit der Fahrgestellnummer 356-001 fahrbereit und die Kärntner Landesregierung erteilt eine Einzelgenehmigung. Als Mittelmotor-Sportwagen mit einem auf 35 PS gesteigerten VW-Motor ausgerüstet, erreicht der nur 585 kg wiegende „Roadster Gmünd“ eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h.

Porsche 356 (1948) - Mit Herbert Kaes am Steuer dreht der Wagen am 11. Juli 1948 beim Stadtrennen in Innsbruck eine schnelle Demonstrationsrunde
Copyright / Fotograf: Porsche AG / Porsche Schweiz AG

Von Beginn an nutzt der Sportwagenhersteller Porsche den Rennsport als Erprobungsplattform für neue Fahrzeugtypen. Mit Herbert Kaes am Steuer dreht der Porsche Typ 356 „Nr.1“ am 11. Juli beim Stadtrennen in Innsbruck eine schnelle Demonstrationsrunde.

Zusammenarbeit mit Volkswagen

Im September 1948 handelt Ferry Porsche mit Heinrich Nordhoff, dem Geschäftsführer und späteren Generaldirektor der Volkswagenwerk GmbH, in Bad Reichenhall einen zukunftsweisenden Vertrag aus.

Ferry Porsche und Heinrich Nordhoff (Geschäftsführer Volkswagenwerk GmbH) handeln im September einen zukunftsweisenden Vertrag aus
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Zuvor war das Volkswagenwerk im Juni 1945 von der britischen Militärregierung übernommen worden und hatte unter der Leitung von Major Ivan Hirst mit der Automobilproduktion begonnen. Neben einer künftigen Lizenzgebühr von 5 DM pro gefertigten VW Käfer verpflichtet sich Volkswagen nun zur Lieferung von Bauteilen für Porsche-Sportwagen und gestattet ferner die Nutzung der VW-Vertriebsorganisation und des Service-Netzes. Im Gegenzug stehen die Porsche-Ingenieure der Wolfsburger Entwicklungsabteilung beratend zur Seite.

Die Kooperation mit der Volkswagenwerk GmbH führt zu diversen Detailverbesserungen am VW Käfer, von dem allein bis 1955 eine Million Exemplare gebaut werden. 1949 kommt die Volkswagenwerk GmbH unter Treuhandschaft der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Niedersachsen.

Cabriolets mit Schweizer Hilfe

Das erste Cabriolet vom Typ 356, ausgerüstet mit einem Aufbau des Schweizer Karosseriebauers Beutler, wird im Februar 1949 fertig gestellt. Zusammen mit dem ersten Typ 356 Coupé stellt Porsche die Sportwagen am 17. März 1949 auf dem Genfer Automobilsalon aus.

Porsche 356 (1949) - Das erste Cabriolet vom Typ 356 wird mit dem ersten Typ 356 Coupé am 17. März 1949 am Genfer Automobilsalon ausgestellt
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Am 26. November 1949 wird die Stuttgarter „Porsche Konstruktionen GmbH“ gegründet, deren Geschäftsleitung in den Händen von Ferry Porsche und dessen Schulfreund Prof. Dr. Albert Prinzing liegt. Nur wenig später mietet die Porsche GmbH eine 600 Quadratmeter große Halle der Stuttgart-Zuffenhausener „Karosseriewerke Reutter & Co. GmbH“ an und beginnt mit der Produktionsvorbereitung für den Typ 356. Das Karosseriewerk Reutter erhält im Gegenzug den Auftrag über die Fertigung von 500 Rohkarosserien in Stahlbauweise.

Serienproduktion und Eroberung Amerikas

Ab März 1950 werden in Stuttgart-Zuffenhausen die ersten Porsche-Sportwagen produziert und zu einem Preis von DM 10’200 für das Coupé angeboten. Der erste deutsche Porsche-Händler wird der Frankfurter Walter Glöckler.

Porsche 356 Coupé (1950) - Ab März werden die ersten Sportwagen produziert und für 10'200 DM angeboten - Der erste Händler war Walter Glöckler
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Auf Vermittlung des Schweizer Journalisten Max Troesch kommt es im Oktober auf dem Pariser Automobilsalon zu einer entscheidenden Begegnung zwischen Professor Ferdinand Porsche und dem amerikanischen Automobilimporteur Maximilian E. Hoffman. Als Repräsentant verschiedener europäischer Automobilmarken verfügt Hoffman an der amerikanischen Ostküste über ein eigenes Händlernetz und präsentiert den Porsche 356 noch im selben Jahr in New York.

Professor Ferdinand (Ferry) Porsche und Maximilian E. Hoffman - Der amerikanische Automobilimporteur Hoffman präsentiert den Porsche 356 noch im selben Jahr in New York
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Der Firmengründer und Automobilkonstrukteur Prof. Dr. h.c. Ferdinand Porsche stirbt am 30. Januar 1951 im Alter von 75 Jahren. Seine letzte Ruhe findet er in der Grabkapelle auf dem familieneigenen Schüttgut in Zell am See

Prof. Dr. h.c. Ferdinand Porsche - Der Firmengründer und Automobilkonstrukteur stirbt am 30. Januar 1951 im Alter von 75 Jahren
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Motorsporterfolge

Zunehmend gewinnt der Motorsport an Bedeutung für den jungen Automobilhersteller Porsche. Nach einem Erfolg bei der Internationalen Alpenfahrt durch Otto Mathé im Vorjahr macht Porsche im Juni 1951 durch einen Klassensieg beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans international auf sich aufmerksam. Auf einem Porsche 356 SL Leichtmetall-Coupé gewinnt der französische Porsche-Importeur und Generalvertreter Auguste Veuillet zusammen mit Edmond Mouche die 1,1-Liter-Wertung.

Porsche 356 SL Leichtmetall-Coupé (1951) - Der Franzose Auguste Veuillet gewinnt mit Edmond Mouche die 1,1-Liter-Wertung
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Als ebenfalls viel beachtet gilt der im August 1951 erzielte Klassensieg des Teams Paul von Guilleaume/Graf von der Mühle bei der Fernfahrt Lüttich-Rom-Lüttich.

Marketing-Schritte

Zum Jahresbeginn 1952 erscheint erstmals das Porsche-Kundenmagazin Christophorus, die „Zeitschrift für die Freunde des Hauses Porsche“. Chefredakteur ist der bekannte Journalist und Rennfahrer Richard von Frankenberg. Die künstlerische Gestaltung übernimmt der Stuttgarter Grafiker Erich Strenger.

Der Porsche 356 stellt seine Zuverlässigkeit 1952 bei zahlreichen Rennveranstaltungen unter Beweis und gewinnt die Deutsche Sportwagenmeisterschaft. Beim Internationalen Eifelrennen auf dem Nürburgring siegt auf Anhieb ein privater Glöckler-Porsche, bei den 24 Stunden von Le Mans stellen Veuillet/Mouche einen neuen Klassenrekord auf. Die Langstreckenrallye Lüttich-Rom-Lüttich wird ebenfalls von Porsche dominiert – unter den ersten zehn Fahrzeugen befinden sich fünf Wagen des Typ 356.

Porsche 356 (1952) - Aufnahme der Produktion im Werk 2, im Hintergrund ist ein "American Roadster" zu sehen
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Im November 1952 wird die Automobilproduktion in der nahe der Firma Reutter gelegenen neuen Haupthalle des Werks 2 aufgenommen. Zum Jahresende erfolgt der Einzug der Geschäftsleitung samt Konstruktions- und Verkaufsabteilung. Die Gebäudeplanung der Werkhalle stammt von Rolf Gutbrod, der seit 1946 in Stuttgart als selbstständiger Architekt wirkt und später Weltruf erlangt.

Rennmotor

Nach erfolgreichen Prüfstandsläufen wird der von Porsche-Ingenieur Ernst Fuhrmann konstruierte Viernockenwellenmotor (Typ 547) auf dem Pariser Automobilsalon im Jahr 1953 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Neben dem Rennsportfahrzeug Porsche Typ 550 wird der „Fuhrmann-Motor“ auch in den späteren Carrera-Versionen des 356 zum Einsatz kommen.

Der Viernockenwellenmotor (Typ 547) des Porsche-Ingenieurs Ernst Fuhrmann wird auf dem Pariser Automobilsalon 1953 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert 1953 () -
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Neben der Weiterentwicklung der Sportwagentypen beschäftigen sich die Porsche-Konstrukteure mit diversen Auftragsentwicklungen. So wird im Herbst dem Volkswagen-Generaldirektor Heinrich Nordhoff mit dem Typ 534 ein VW-Prototyp mit selbst tragender Bauweise und verkürztem Radstand vorgeführt. Im Dezember beginnt die Entwicklung des Typ 597 „Jagdwagen“, der im Zuge einer Bundeswehr-Ausschreibung als schwimmfähiges Allradfahrzeug konstruiert wird. Aus arbeitsmarktpolitischen Gründen wird der öffentliche Auftrag jedoch an den Automobil- und Motorradhersteller DKW vergeben.

Eigenes Markenzeichen

Ab 1954 ziert das Porschewappen die Fronthaube eines jeden Fahrzeugs der Marke Porsche. Entworfen wird das Markenzeichen bereits im Jahr 1952 von Ferry Porsche und Franz Xaver Reimspieß. Auf Anregung ausländischer Händler- und Kundenkreise verbanden sie den 1951 entstandenen Porsche-Schriftzug mit dem Stuttgarter „Rössle“ und dem württembergischen Landeswappen.

Das Porschewappen, das seit 1954 die Fronthaube jedes Porsches ziert, entworfen wurde es 1952 von Ferry Porsche und Franz Xaver Reimspiess
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Mit annähernd 500 Mitarbeitern produziert die Porsche KG insgesamt 1853 Fahrzeuge. Darunter ab September auch erstmalig 15 Sportwagen des Typ 356 Speedster, einer eigens für den US-amerikanischen Markt konzipierten Leichtbauversion, die dort mit einem Grundpreis von rund 3000 US-Dollar zum Verkaufserfolg wird.

Übergang zum 356 A

Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt a. M. wird im September 1955 der mit der neuen 1,6-Liter-Motorenreihe ausgerüstete Porsche 356 A ausgestellt. Äußerlich ist die technisch verbesserte A-Serie an der gewölbten Panorama-Windschutzscheibe zu erkennen. Als Spitzenmodell ist der Porsche 356 A 1500 GS Carrera mit einem 100 PS starken Renntriebwerk erhältlich.

Porsche 356 A (1955) - Auf der IAA 1955 in Frankfurt wird im September 1955 der mit der neuen 1,6-Liter-Motorenreihe ausgerüstete Porsche ausgestellt
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Der Export spielt für die Porsche KG eine zunehmend größere Rolle und 1955 wird mit 1514 nach Nordamerika exportierten Sportwagen annähernd die Hälfte der Jahresproduktion nach Übersee verkauft. Unzufriedenheit über den Kundenservice der „Hoffman Motor Car Company“ führt schließlich zur Entsendung des Porsche-Mitarbeiters Otto Erich Filius, der im Oktober in New York das erste eigene Porsche-Büro einrichtet und mit der „Porsche of America Corporation“ (POAC) ein unabhängiges Vertriebsnetz aufbaut.

Traktoren

In Friedrichshafen am Bodensee wird am 1. Januar 1956 die in den Mannesmann-Konzern eingegliederte „Porsche-Diesel-Motorenbau GmbH Friedrichshafen a.B.“ gegründet. Auf Vermittlung von Prof. Dr. Albert Prinzing wird dazu das Allgaier-Stammkapital von der Mannesmann AG übernommen und in die neu gegründete Gesellschaft übertragen. Im Herbst des gleichen Jahres wird in Manzell die Produktion der nun als Porsche-Diesel bezeichneten Schlepper und Stationärmotoren weitergeführt.

Gesamtsieg an der Targa Florio

Bei der Targa Florio fährt Umberto Maglioli am 10. Juni 1956 auf einem Porsche Typ 550 A Spyder als Gesamtsieger über die Ziellinie. Damit sichert sich Porsche erneut weltweite Anerkennung, da es erstmalig einem Fahrer der kleinen Wagenklasse unter zwei Liter Hubraum gelingt, die wesentlich stärkere Konkurrenz von Ferrari und Maserati zu schlagen.

Porsche 550 A Spyder (1956) - Umberto Maglioli fährt am 10. Juni bei der Targa Florio als Gesamtsieger über die Ziellinie, damit sichert sich Porsche weltweite Anerkennung
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Auf der Hochgeschwindigkeitsbahn von Monza erzielen Rolf Goetze, Paul Ernst Strähle und Richard von Frankenberg 1957 auf einem Porsche 356 A Carrera Speedster drei internationale Automobilrekorde über 1000 Meilen, 2000 Kilometer und 12 Stunden.

Ein Porsche-Werkswagen vom Typ 550 A Spyder rollt im Mai bei der letzten Mille Miglia an den Start und holt mit Umberto Maglioli den Klassensieg und den fünften Platz im Gesamtklassement. In der GT-Klasse bis 1600 ccm fahren Paul Ernst Strähle und Herbert Linge auf Strähles Porsche 356 A Carrera GT den Gewinn ein.

Ade Speedster

Der vom Heilbronner Karosserie-Spezialisten Drauz bestückte 356 A Convertible D ersetzt im August 1958 den Porsche 356 A Speedster. Äußerlich ist der Speedster-Nachfolger vor allem an einer höheren, verstärkten Frontscheibe und den Glas-Seitenfenstern zu erkennen.

Porsche 356 A Convertible D (1958) - bestückt vom Heilbronner Karosserie-Spezialisten Drauz, ersetzt im August den Porsche 356 A Speedster
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In der Formel 2 bezwingt der Franzose Jean Behra in Reims auf dem eigentlich für die Sportwagenklasse konzipierten Porsche Typ 718 RSK die Weltelite dieser Rennkategorie. Weitere Erfolge veranlassen schließlich Firmenchef Ferry Porsche, der Entwicklung eines neuen Formel 2-Monoposto zuzustimmen.

Von A nach B

Mit der Typenreihe 356 B – intern „T 5“ genannt – präsentiert Porsche im September 1959 auf der Frankfurter Internationalen Automobilausstellung eine völlig überarbeitete Version des inzwischen fast 29’000-mal gefertigten Erfolgsmodells 356. Eine Roadster-Variante ersetzt das Convertible D und rundet das Verkaufsprogramm preislich nach unten ab. Insgesamt werden 6450 Einheiten im Jahr 1959 abgesetzt.

Porsche 356 B (T5) (1959) - Im September 1959 präsentiert Porsche auf der IAA eine völlig überarbeitet Version des 356 mit einer Roadster-Variante, die das Convertible D ersetzt
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Sportliche Erfolge kennzeichnen auch das Jahr 1959: Beim 12-Stunden-Rennen von Sebring belegen die Porsche Typ 718 RSK im Gesamtklassement die Plätze 3, 4 und 5 und entscheiden die 1,5- und 2-Liter-Hubraumklassen für sich.

Porsche 718 RSK (1959) - Beim 12-Stunden-Rennen von Sebring belegt der 718 RSK die Plätze drei, vier und fünf im Gesamtklassement
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Ebenso überlegen folgen der Sieg beim Großen Bergpreis von Deutschland sowie der zweite Gesamtplatz mit Klassengewinn bei der englischen Tourist Trophy. Die Rallye Lüttich-Jugoslawien-Lüttich wird dank Paul Ernst Strähle zu einem weiteren Sieg der Marke Porsche. Weiterhin kann die Erfolgsbilanz um den Deutschen Sportwagenmeistertitel von Heini Walter sowie um die Europa-Bergmeisterschaft von Targa-Florio-Sieger Edgar Barth ergänzt werden.

Immer mehr Rennerfolge

Mit dem zur Rennsaison 1960 eingeführten Typ 718 RS 60 schlägt Porsche ein neues Erfolgskapitel im Langstreckensport auf. Neben Gesamtsiegen bei der Targa Florio (Bonnier/Herrmann) und den 12 Stunden von Sebring (Gendebien/Herrmann) holt der Schweizer Heini Walter zum dritten Mal in Folge für Porsche die Europa-Bergmeisterschaft.

Porsche Sascha Rennwagen (1922) - In der Halle 3 des Porsche-Werks 2 in Zuffenhausen eröffnet im September 1960 ein Porsche-Museum
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In Halle 3 des Porsche-Werks 2 in Zuffenhausen eröffnet im September 1960 ein Porsche-Museum. Neben dem von Professor Ferdinand Porsche konstruierten Sascha-Rennwagen werden unter anderem der Porsche 356 „Nr.1“ sowie der Typ 360 Cisitalia-Rennwagen gezeigt.

Von der Formel 2 in die Formel 1

In die auf 1,5-Liter-Hubraum limitierte Formel 1 steigt Porsche 1961 mit dem vierzylindrigen Typ 718/2 Monoposto ein. Beim Großen Preis von Reims, Monza und Watkins Glen steht der Werksfahrer Dan Gurney jeweils als Zweiter auf der Siegertreppe. Insgesamt endet das erste Jahr des Formel-1-Engagements für Porsche mit dem dritten WM-Platz von Dan Gurney, sodass für 1962 die Entwicklung eines neuen Achtzylindermotors forciert wird.

Porsche 718/2 Monoposto (1961) - Porsche steigt mit diesem Vierzylinder in die Formel 1 ein und belegt mehrmals den zweiten und dritten Platz, sodass die Entwicklung eines Achtzylindermotors forciert wird
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Als sportlichste Version der Modellreihe 356 gilt der im Vorjahr in einer limitierten Stückzahl von 20 Fahrzeugen gebaute Porsche 356 B 1600 GS Carrera GTL Abarth. Rennfahrer wie Hans Herrmann, Herbert Linge, Edgar Barth oder Paul Ernst Strähle gewinnen 1961 auf dem Abarth GTL für Porsche den Weltmeistertitel der GT-Wagen bis 2000 ccm. Als weitere internationale Titel kommen 1961 der inzwischen vierte Sieg von Heini Walter bei der Europa-Bergmeisterschaft sowie der Gewinn der Rallye-Europameisterschaft durch Hans-Joachim Walter hinzu.

Im Oktober 1961 führt Ferry Porsche auf dem neuen Baugrund in Wiessach den ersten Spatenstich aus für das zukünftige "Skid-Pad", auf dem neu die Fahrwerksuntersuchungen stattfinden sollen
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Am 16. Oktober 1961 führt Ferry Porsche auf dem neuen Baugrund in Weissach den ersten Spatenstich aus. Unter anderem ist für das zukünftige Prüfgelände ein so genanntes „Skid-Pad“ vorgesehen, auf dem die seit 1954 auf dem Malmsheimer Flugplatz durchgeführten Fahrwerksuntersuchungen stattfinden sollen.

Mit dem Typ 804 setzt Porsche 1962 erstmals einen speziell für die Formel 1 konstruierten Rennwagen ein. Auf diesem kann Dan Gurney am 8. Juli 1962 in Rouen den Großen Preis von Frankreich gewinnen und somit den ersten Formel-1-Sieg nach Zuffenhausen holen. Bereits eine Woche darauf triumphiert Gurney vor Joakim Bonnier auf der Solitude-Rennstrecke bei Stuttgart, sodass der luftgekühlte Porsche Typ 804 vor heimischem Publikum einen Doppelsieg erzielt.

Der 901 rollt an

Auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt a. M. präsentiert sich am 12. September 1963 erstmals ein Prototyp des neuen Porsche 901. Neben einem Sechszylindermotor mit oben liegenden Nockenwellen besitzt der Nachfolger des zu diesem Zeitpunkt bereits legendären Porsche 356 ein Fahrwerk mit Schräglenker-Hinterachse und eine selbst tragende Karosserie.

Porsche 901 (1963) - Auf der IAA wird der 901 mit Sechszylindermotor mit oben liegenden Nockenwellen, Fahrwerk mit Schräglenker-Hinterachse und selbst tragender Karosserie erstmals präsentiert
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Ebenfalls auf dem IAA-Messestand gezeigt wird die neue Modellreihe Porsche 356 C, die neben zahlreichen technischen Verbesserungen mit einer Vier-Scheiben-Bremsanlage ausgestattet ist und parallel zum späteren  911 bis September 1965 in Serie gebaut wird.

Das Karosseriewerk Reutter & Co. GmbH scheut die Investitionskosten des neuen Typ 901, und somit entschliesst sich Porsche die Geschäftsanteile des Automobilzulieferers zu übernehmen
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Da das „Karosseriewerk Reutter & Co. GmbH“ die im Zusammenhang mit dem neuen Typ 901 anfallenden Investitionskosten scheut, entschließt sich Porsche im Juli, die Geschäftsanteile des Automobilzulieferers zu einem Preis von rund 6 Millionen DM zu übernehmen.

Das Karosseriewerk Reutter wird zum 1. März 1964 zum „Karosseriewerk Porsche GmbH“ umfirmiert. Die zum Zeitpunkt der Übernahme von Reutter knapp 1000 Mitarbeiter zählende Belegschaft wird von der Porsche KG unter Anrechnung Ihrer Betriebszugehörigkeit übernommen.

Porsche 904 Carrera GTS Coupé (1964) - Der erste Porsche mit glasfaserverstärkter Kunststoffkarosserie macht durch sein Design und seine Fahrleistungen auf sich aufmerksam
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Als erster Porsche mit glasfaserverstärkter Kunststoffkarosserie macht der Porsche Typ 904 Carrera GTS Coupé gleichermaßen durch das von F. A. Porsche entworfene Design wie auch durch seine Fahrleistungen auf sich aufmerksam. Die ersten Rennerfolge lassen nicht lange auf sich warten und so siegt der Mittelmotorsportwagen unter anderem bei der Targa Florio (Pucci/Davis) und erzielt den zweiten Platz bei der Rallye Monte Carlo 1965 (Böhringer/Wütherich).

Porsche 912 (1965) - Im April 1965 wird das konstengünstige Einstiegsmodell vorgestellt - Zum Einstiegspreis von 16'250 DM ist das auf 90 PS gedrosselte Coupé erhältlich
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Nachdem eine Versuchsreihe von 13 Prototypen des 901 erfolgreich getestet wurde, läuft am 14. September der erste in Serie gefertigte Porsche Typ 901 vom Produktionsband. Im Oktober wird das serienreife Modell auf dem Pariser Automobilsalon präsentiert. Da der französische Hersteller Peugeot bereits die Namensrechte an dreistelligen Ziffernfolgen mit einer Null in der Mitte besitzt, muss das Stuttgarter Unternehmen die Modellreihe gezwungenermaßen umbenennen: Die Bezeichnung „911“ wird geboren. Zu diesem Zeitpunkt sind bereits 82 Fahrzeuge mit der Typenbezeichnung 901 entstanden. Bis zum Jahresende 1964 erlassen täglich etwa fünf Porsche 911 das Werk.

Die 911-Sparausführung 912 und der Targa

Als der Vertrieb ein kostengünstiges Einstiegsmodell unterhalb des 21.900 DM teuren Porsche 911 Coupé fordert, wird im April 1965 der vierzylindrige Porsche 912 vorgestellt. Mit dem auf 90 PS gedrosselten Motor des Typ 356 SC ausgestattet, entwickelt sich das bereits zum Einstiegspreis von DM 16’250 erhältliche 912 Coupé rasch zu einem Bestseller.

Porsche 911 2.0 Targa (1965) - Das erste Sicherheits-Cabriolet mit feststehendem Überrollbügel, herausnehmbaren Faltdach und herunterklappbarer Heckscheibe wird ab Dezember 1966 produziert
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Das erste Sicherheits-Cabriolet der Welt, der Porsche 911 2.0 Targa, wird dem Publikum im September auf der Frankfurter IAA vorgestellt. Mit seinem feststehenden Überrollbügel, dem herausnehmbaren Faltdach und der herunter klappbaren Heckscheibe, trägt die neue Variante dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der amerikanischen Kundschaft Rechnung. Die Produktion des Porsche 911 Targa läuft im Dezember des Jahres 1966 an.

Mittelmotorsportwagen Carrera 6

Bei den 12 Stunden von Sebring 1966 tritt der Typ 906 „Carrera 6“ gegen eine Phalanx von amerikanischen 7-Liter-Rennwagen an und verbucht neben drei Klassensiegen auch den vierten Platz im Gesamtrang. In der 2-Liter-Sportwagenklasse erweist sich der Rennwagen als unschlagbar und so kann die vom Fahrerteam Müller/Mairesse gewonnene Targa Florio als ein weiterer Erfolg verbucht werden. In Le Mans gehen drei mit einem Langheck versehene 906 Carrera 6 an den Start und belegen die vorderen drei Ränge ihrer Klasse.

Porsche 906 "Carrera 6" (1966) - Der Wagen belegt bei den 12 Stunden von Sebring, der Targa Florio und in Le Mans die vorderen Plätze
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Im Herbst 1966 präsentiert Porsche mit dem Typ 911 S eine leistungsgesteigerte Variante des Sportwagens. Äußerlich ist der 160 PS starke Porsche an den geschmiedeten Fuchs-Kleeblatt-Leichtmetallfelgen zu erkennen.

Seriensieger 910 und weitere Weltrekorde

Mit einer Flotte von sechs 910-Prototypen tritt die schwäbische Rennmannschaft im Mai 1967 bei der Targa Florio an. Das Rennen endet für Porsche mit einem triumphalen Dreifachsieg, als Rolf Stommelen und Paul Hawkins mit dem Achtzylinder-Porsche Typ 910-8 vor zwei Typ 910-6 die Ziellinie überfahren. Ein weiterer Porsche 911 S Werkswagen vereinnahmt mit Bernard Cahier und Jean-Claude Killy die 2-Liter-GT-Klasse für sich.

Zu einem der größten Rennerfolge gerät am 28. Mai das 1000-Kilometer-Rennen auf dem Nürburgring, dass Porsche erstmalig für sich entscheiden kann. Nach 44 Rennrunden belegen die Rennwagen vom Typ 910 die ersten vier sowie den sechsten Rang.

Porsche 911 R (1967) - Der 911 R Stellt in Monza neue Weltrekorde über 20'000 und 25'000 Kilometer, 10'000 Meilen und 72 bzw. 96 Stunden auf
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Internationale Aufmerksamkeit erregt der im Oktober vorgestellte Porsche 911 R, als er in Monza neue Weltrekorde über 20.000 und 25.000 Kilometer sowie über 10.000 Meilen und 72 beziehungsweise 96 Stunden aufstellt. Seine Zuverlässigkeit hatte ein Porsche 911 R mit Sportomatic-Getriebe bereits zuvor während des 84 Stunden dauernden „Marathon de la Route“ auf dem Nürburgring bewiesen.

Vom Strassen- zum Rallye-Sieger

Überlegen gewinnen Björn Waldegaard und Lars Helmer auf einem Porsche 911 T im Jahr 1968 das Gesamtklassement der 3400 Kilometer langen Schweden-Rallye. Die Rallye Monte Carlo endet für Vic Elford und David Stone im Porsche Typ 911 T mit dem ersten Gesamtrang, den zweiten Platz kann das Porsche-Team Pauli Toivonen und Martti Tiukkanen für sich einnehmen.

Eine ebenfalls glanzvolle Rennpremiere liefert der Porsche Typ 907-8 1968 mit einem Dreifachsieg bei den 24 Stunden von Daytona und einem ersten Platz bei den 12 Stunden von Sebring ab.

Porsche 907-8 (1968) - Die Porsche-Werksmannschaft gewinnt 1968 die Targa Florio und damit auch den "Coppa Florio"-Pokal, welcher einen Ehrenplatz in Ferry Porsches Arbeitszimmer erhält
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Mit einem Hattrick gewinnt die Porsche-Werksmannschaft 1968 die Targa Florio. Durch den Sieg von Vic Elford und Umberto Maglioli im Typ 907-8 geht der „Coppa Florio“-Pokal endgültig in den Besitz der Firma Porsche über und erhält einen Ehrenplatz im Arbeitszimmer von Ferry Porsche.

Der Über-Sportwagen 917

Im Frühjahr 1969 stellt Porsche auf dem Genfer Automobilsalon erstmals den unter der Regie von Ferdinand Piëch entwickelten Typ 917 vor, von dem als Homologationsserie bereits bis Ende April 25 Exemplare entstehen. Mit einem 4,5-Liter-Zwölfzylindermotor soll der 917 die erfolgreichen Typen 907 und 908 ablösen und in der Hubraumklasse bis fünf Liter für Furore sorgen.

Porsche 917 (1969) - Der auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellte Typ 917 soll die erfolgreichen Typen 907 und 908 ablösen und in der Hubraumklasse bis fünf Liter für Furore sorgen
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Im Rallye-Sport stellt der Porsche 911 S seine Zuverlässigkeit mit einem Doppelsieg bei der Rallye Monte Carlo (Waldegaard/Helmer und Larrousse/Perramond) eindrucksvoll unter Beweis.

Nachdem der Porsche Typ 917 zunächst bei seinen ersten drei Einsätzen wegen technischer Defekte ausfällt, beginnt am 10. August bei dem 1000-Kilometer-Rennen auf dem Österreichring mit einem Sieg von Jo Siffert und Kurt Ahrens die bis 1973 anhaltende Erfolgsgeschichte des heute legendären Porsche-Rennsportwagens.

Volks-Porsche

Bei einem Grundpreis von weniger als DM 12’000 entwickelt sich der VW-Porsche 914 1970 zu einem Verkaufsschlager. Von der Vierzylinder-Version mit 1,7-Liter-Motor werden allein im Jahr 1970 insgesamt 13.312 Fahrzeuge abgesetzt. Der mit einem Verkaufspreis von 19.980 DM weit oben positionierte Porsche 914/6 ist mit dem 2-Liter-Sechszylindermotor des Porsche 911 T ausgestattet, der ihm beeindruckende Fahrleistungen verleiht.

VW-Porsche 914 (1970) - Der 12'000 DM teure VW-Porsche entwickelt sich zum Verkaufsschlager, von der Vierzyinder-Version mit 1.7-Liter-Motor werden allein 1970 insgesamt 13'312 Fahrzeuge abgesetzt
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Mit neun von zehn möglichen Siegen sichert sich Porsche mit den Typen 917 und 908/03 erneut überlegen die Markenweltmeisterschaft. Die Siegesserie beginnt in Daytona und hält in Brands Hatch, Monza, Spa, auf dem Nürburgring, bei der Targa Florio, in Le Mans, Watkins Glen und dem Österreichring weiter an. Besonders bemerkenswert ist die Leistung von Hans Herrmann und Richard Attwood  am 14. Juni 1970 in Le Mans. Im Typ 917 von Porsche Salzburg erzielen die beiden Piloten erstmals einen Le-Mans-Gesamtsieg für die Stuttgarter Automobilmarke.

Im Sommer 1971 beginnt der Umzug des Entwicklungsbereiches mit den Abteilungen Konstruktion, Versuch und Design vom Zuffenhausener Stammwerk in das neue Entwicklungszentrum in Weissach (EZW)
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Im Sommer 1971 beginnt der Umzug des Entwicklungsbereiches mit den Abteilungen Konstruktion, Versuch und Design vom Zuffenhausener Stammwerk in das neue Entwicklungszentrum in Weissach (EZW). In der auch als „Denkfabrik“ bezeichneten Anlage entstehen in den Folgejahren – neben zahlreichen Konstruktionen für Volkswagen – auch Projekte wie der kompakte Vierzylindermotor für den spanischen Automobilhersteller Seat oder ein kompletter Kleinwagen für den Sowjetischen Staatsbetrieb AvtoVAZ (Lada).

Le-Mans- und andere Siege

Wie im Vorjahr wird auch die Rennsaison 1971 durch den Porsche 917 dominiert und so gewinnt Porsche mit acht von zehn Rennsiegen souverän die Markenweltmeisterschaft. Den Saisonhöhepunkt bildet ein erneuter Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans – diesmal durch Gijs van Lennep und Helmut Marko – im Porsche 917.

Porsche 917 (1970) - Hermann und Attwood erzielen am 14. Juni 1970 erstmals einen Le-Mans-Gesamtsieg für die Stuttgarter Automobilmarke
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Die Gesellschafter der „Dr. Ing. h.c. F. Porsche KG“ beschließen zum Jahresbeginn, die Kommanditgesellschaft zum Geschäftsjahresbeginn am 1. August 1972 in eine Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 50 Millionen DM umzuwandeln. Den Aufsichtsratsvorsitz übernimmt Dr. Ferry Porsche – Sprecher des Vorstandes der Porsche AG wird Dr. Ernst Fuhrmann. Der Umwandlung von der KG zu einer AG geht der Beschluss der Familien Porsche und Piëch voraus, zukünftig keine operativen Führungspositionen mehr mit Familienangehörigen besetzen zu wollen.

Der Überraschungserfolg Carrera RS

Von Oktober 1972 bis Juli 1973 befindet sich mit dem Porsche 911 Carrera RS 2.7 ein neuer Hochleistungssportler im Verkaufsprogramm. Zunächst als Homologationsserie von 500 Stück aufgelegt, wird der äußerlich durch Front- und Bürzel-Heckspoiler charakterisierte „RS“ von Kundenseite derart stark nachgefragt, dass Porsche insgesamt 1525 Stück des mindestens 34.000 DM teuren Hochleistungssportwagens produziert.

Porsche 911 Carrera RS 2.7 (1972) - Der neue Hochleistungssportler im Verkaufsprogramm wird von Kundenseite derart stark nachgefragt, dass Porsche insgesamt 1525 Stück produziert
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Zum ersten motorsportlichen Einsatz kommt der „RS“ auf der „Tour de Corse“ am 4. und 5. November 1972.

Noch stärker und der amerikanische Einfluss

Der stärkste Rennsportwagen seiner Zeit, der Porsche Typ 917/30 Spyder, erlebt im Mai 1973 seine Rennsportpremiere. Die Überlegenheit des 1100 PS starken Rundstrecken-Rennwagens ist so offensichtlich, dass das Reglement der CanAm-Serie kurzfristig geändert wird, um den Typ 917 von einer weiteren Teilnahme in der Saison 1974 auszuschließen. Neben dem CanAm-Titel des Porsche 917/30 gewinnt ein Typ 917/10 parallel dazu die europäische Interserie.

Porsche 911 (1973) - Die 911-Typenreihe wird ab September 1973 mit neu gestalteten Sicherheits-Stossfängern ausgestattet
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Die 911-Typenreihe der so genannten G-Serie wird ab September 1973 mit neu gestalteten Sicherheits-Stoßfängern ausgestattet, die das Erscheinungsbild des „911“ bis zum Erscheinen der Baureihe 964 im Jahr 1989 prägen sollen. Daneben sorgen serienmäßige Dreipunkt-Sicherheitsgurte sowie Sitze mit integrierter Kopfstütze für erhöhten Insassenschutz.

Mit einem zweiten Platz endet 1974 das Engagement der Porsche-Werksmannschaft bei der Safari-Rallye in Kenia – dem wohl schwierigsten Rallye-Wettbewerb seiner Zeit. Ähnlich wie im Vorjahr ist es auch 1974 nur ein kleiner technischer Defekt, der einen Sieg des Porsche 911 Carrera RS 2.7 vereitelt.

Der Turbo für die Strasse

Der auf dem Pariser Automobilsalon im Jahr 1974 ausgestellte Porsche 911 Turbo kommt einer Sensation gleich. Optisch ist der intern Typ 930 genannte Wagen anhand seiner verbreiterten Karosserie, den Breitreifen sowie dem Frontspoiler und Heckflügel zu erkennen. Der seit dem Frühjahr 1975 ausgelieferte 911 Turbo gilt als das schnellste Serienfahrzeug seiner Zeit.

Porsche 911 "J-Serie" (1975) - Als erster Automobilhersteller bringt Porsche beiderseitig feuerverzinkte Bleche zum Einsatz und erhöht somit die Langlebigkeit der Karosserien und gewährt Langzeit-Garantie gegen Rostschäden
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Als erster Automobilhersteller bringt die Porsche AG serienmäßig mit der Einführung der „J-Serie“ des Typ 911 beiderseitig feuerverzinkte Bleche zum Einsatz. Porsche erhöht somit die Langlebigkeit der korrosionsgeschützten Karosserien nachhaltig und gewährt eine Langzeit-Garantie gegen Rostschäden von bis zu sechs Jahren.

Im August 1975 stellt der amerikanische Rennfahrer Mark Donohue mit einem Porsche Typ 917/30 CanAm Spyder in Talladega, USA, einen neuen Rundenweltrekord auf. Seine Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 355,86 km/h.

Das „SAVE“ (Schnelle Ambulante Vorklinische Erstversorgung) genannte Projekt zur Entwicklung eines innovativen Rettungswagens wird 1975 im Entwicklungszentrum Weissach gestartet. Das System besteht aus einem Rettungsfahrzeug mit mobiler Rettungseinheit und wird bis 1984 in verschiedenen Projektphasen weiterentwickelt.

Der erste Transaxle

Der zum Jahresbeginn 1976 neu in das Verkaufsprogramm aufgenommene Porsche 924 wird in Auftragsarbeit bei der „Audi NSU Auto Union AG“ in Neckarsulm montiert. Aufgrund der großen weltweiten Nachfrage steigt die Fertigung bis Juli auf 80 Fahrzeuge pro Tag an, sodass auf das Einsteigermodell zum Ende des Geschäftsjahres ganze 48 Prozent des Fahrzeugumsatzes entfallen. Bis zum Produktionsende des 924 S im Jahr 1988 entstehen 150’684 Fahrzeuge.

Porsche 924 (1976) - Der neu ins Verkaufsprogramm aufgenommene 924 wird bei der "Audi NSU Auto Union AG" montiert. Aufgrund der grossen Nachfrage steigt die Fertigung bis Juli auf 80 Fahrzeuge pro Tag an
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Mit dem Rennwagen Typ 935 reagiert Porsche 1976 auf das neue Gruppe-5-Reglement der Markenweltmeisterschaft. Auf der Basis des Typ 930 entsteht der 590 PS starke Typ 935 in absolutem Leichtbau. Der Typ 935 kann bereits die ersten Werkseinsätze in Mugello und Vallelunga gewinnen und nach weiteren Erfolgen wird der Weltmeistertitel zum Jahresende nach Stuttgart vergeben. Neben der Markenweltmeisterschaft ist für das Jahr 1976 erstmalig auch eine Weltmeisterschaft für Sportwagen ausgeschrieben.

Porsche 936 (1977) - Porsche gewinnt 1977 die Markenweltmeisterschaft, die 24 Stunden von Le Mans, sowie die grosse Division der Deutschen Rennsportmeisterschaft über zwei Liter Hubraum (dank eines defensiven Sieges im "Baby" in der Unter-Zwei-Liter-Klasse)
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Vor diesem Hintergrund entwickeln die Porsche-Renningenieure mit dem Typ 936 einen weiteren Rennsportwagen, der parallel zum Produktions-Rennwagen Typ 935 an den Start gehen soll. Die bereits während der vielversprechenden Testfahrten beschlossene Le-Mans-Teilnahme wird mit einem Sieg von Jacky Ickx und Gijs van Lennep belohnt. Die Sportwagen-Weltmeisterschaft krönt der Turbo-aufgeladene Porsche Typ 936 mit der höchstmöglichen Punktzahl. Auf dem Höhepunkt angelangt, zieht sich die Porsche AG daraufhin nahezu vollständig aus dem Renngeschehen zurück und beschränkt sich auf die technische Unterstützung von Privatteams.

Der Achtzylinder-Transaxle

Einen luxuriösen Hochleistungssportwagen stellt Porsche im Frühjahr 1977 in Genf mit dem Typ 928 der Öffentlichkeit vor. Neben einem V8-Leichtmetallmotor, einem Aluminiumfahrwerk und der spurkorrigierenden „Weissach-Hinterachse" geht Porsche beim 928 auch mit der unter der Leitung von Design-Chef Anatole Lapine entstandenen Karosserieform neue Wege.

Porsche 928 (1977) - Neben einem V8-Leichtmetallmotor, einem Aluminiumfahrwerk und der spurkorrigierenden „Weissach- Hinterachse" geht Porsche beim 928 auch mit der Karosserieform neue Wege
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Neben der Titelverteidigung in der Markenweltmeisterschaft mit dem Porsche 935 gewinnt Porsche mit dem Typ 936 einmal mehr die 24 Stunden von Le Mans (Jacky Ickx/Jürgen Barth/Hurley Haywood). Eigens für die kleine Division der Deutschen Rennsportmeisterschaft bis zwei Liter Motorvolumen entwickelt, beweist der Typ 935/2.0 „Baby“, dass Porsche nicht nur in den großen Hubraumklassen siegen kann. Auf dem Hockenheimring deklassiert Jacky Ickx die Konkurrenz mit einer halben Runde Vorsprung.

Turbo für die Massen und den Rennsport

Zum Modelljahreswechsel kommt ein neuer Typ 91978 ins Verkaufsprogramm: der Porsche 924 Turbo. Das Unternehmen kommt mit dem erstmals Anfang 1979 ausgelieferten Modell dem von vielen Kunden geäußerten Wunsch nach mehr Leistung entgegen. Mit 170 PS kann die Motorleistung gegenüber dem Saugmotor um 36 Prozent erhöht werden.

Mit dem Typ 935/78 „Moby Dick“ entsteht die stärkste jemals gebaute Variante eines Porsche 911. Die Rennkarriere des mit zwei Turboladern bestückten 845-PS-Rennwagens währt jedoch nur vier Rennen. Nach einem Sieg beim 6-Stunden-Rennen in Silverstone und einem achten Gesamtrang in Le Mans verhindern technische Probleme in Vallelunga einen weiteren Erfolg.

Porsche 935/78 "Micky Mouse" (1978) - die stärkste jemals gebaute Variante des Porsche 911 - Die Rennkarriere währt jedoch nur vier Rennen, technische Probleme verhindern in Vallelunga einen weiteren Erfolg
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Unter der internen Bezeichnung Typ 995 verbirgt sich die im Jahr 1979 im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung und Technologie durchgeführte Studie eines Zukunfts-Sportwagens. Die Konzeption der viersitzigen Studie berücksichtigt insbesondere die Forschungsschwerpunkte Verbrauch, Sicherheit und Lärmemission.

Im Herbst 1979 wird mit der Fertigung des Porsche 928 S begonnen. Die Leistung des mit Front- und Heckspoiler bestückten Edelsportwagens beträgt nunmehr 300 PS.

Mit Rennwagen der Typennummern 935 und 911 SC erringt Porsche 1980 neben den IMSA- und TransAm-Meisterschaften drei Europameistertitel sowie die Weltmeisterschaft für Langstreckenfahrer. Einen weiterern Saisonhöhepunkt bildet der 1-2-3-Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Daytona.

In Kooperation mit dem Unternehmen „Airbus Industrie“ beginnen die Weissacher Ingenieure mit der Gestaltung eines ergonomischen Cockpit-Layouts für Airbus-Passagierflugzeuge. Der unter der Porsche-Projektbezeichnung Typ 2603 durchgeführte Entwicklungsauftrag dauert von 1980 bis 1984.

Neuer Steuermann

Der Deutsch-Amerikaner Peter W. Schutz übernimmt zum 1. Januar 1981 von Professor Dr. Ernst Fuhrmann das Amt des Vorstandsvorsitzenden der „Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG“.

Der Deutsch-Amerikaner Peter W. Schutz übernimmt zum 1. Januar von Professor Dr. Ernst Fuhrmann das Amt des Vorstandsvorsitzenden der „Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG“
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Die Serienversion des Typ 944 präsentiert Porsche erstmals auf der Frankfurter IAA. Mit einem 163 PS starken Vierzylindermotor ist der 944 zwischen dem Einstiegsmodell 924 und dem Typ 911 SC positioniert.

Porsche 944 (1981) - mit einem 163 PS starken Vierzylindermotor ist der auf der IAA vorgestellte 944 zwischen dem 924 und dem Typ 911 SC positioniert
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Für besonderes Aufsehen sorgt eine parallel ausgestellte Allrad-Cabriolet-Studie auf der Basis des Porsche 911 Turbo.

Unter Verwendung des Boxermotors der Typenreihe 911 entsteht der für Kleinflugzeuge vorgesehene Porsche-Flugmotor PFM 3200, der sich durch niedrigen Kraftstoffverbrauch und geringe Lärmemission auszeichnet
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Unter Verwendung des Boxermotors der Typenreihe 911 entsteht der für Kleinflugzeuge vorgesehene Porsche-Flugmotor PFM 3200. Der Motor zeichnet sich durch niedrigen Kraftstoffverbrauch, geringe Lärmemission und einfache Bedienbarkeit aus.

Endlich wieder offen

Ein Meilenstein der Porsche-Modellgeschichte ist das im März 1982 auf dem Genfer Automobilsalon präsentierte Typ 911 SC Cabriolet. Der offene Sportwagen zeichnet sich durch ein neu konstruiertes Cabriolet-Verdeck in „Dreispriegeltechnik“ aus. In das Stoffdach integrierte Stahlblechprofile sorgen neben der Formstabilität bei hohen Geschwindigkeiten gleichzeitig für niedriges Geräuschniveau und guten Überrollschutz.

Porsche 911 SC Cabriolet (1982) - Der offene Sportwagen, der sich durch ein neu konstruiertes Cabriolet-Verdeck in "Dreispriegeltechnik" auszeichnet, ist ein Meilenstein der Porsche-Modellgeschichte
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Das Motorsportjahr 1982 steht im Zeichen neuer Rekorde. So kann die Marke Porsche in Le Mans neben den Plätzen Eins bis Fünf nahezu alle Klassen- und Sonderwertungen für sich verbuchen. Auf den ersten drei Plätzen steht der neue Typ 956, der erste Porsche-Rennwagen mit Monocoque-Chassis und Groundeffekt. In der Gruppe 5 siegt ein Porsche Typ 935 K3, ein Typ 934 in der Gruppe 4 sowie ein Typ 935 in der IGTX- und ein Typ 924 GTR in der IGT-Wertung.

Weitere Höhepunkte der Saison sind neben einem Dreifachsieg in Daytona das Marken- und Fahrer-Championat bei der Langstrecken-Weltmeisterschaft sowie der IMSA-Rennserie.

Das Hypercar von Porsche

Ein Hochleistungsfahrzeug der besonderen Art stellt Porsche 1983 auf der Frankfurter IAA vor: die Studie „Gruppe B“. Konzipiert als Wettbewerbsfahrzeug für Langstreckenrennen, ist die Karosserie des Prototypen von weichen Linien und Rundungen gekennzeichnet, die sich in den späteren 911-Generationen wiederfinden werden. Die serienreife Version der Studie „Gruppe B“ sorgt ab 1985 unter der Bezeichnung Porsche 959 weltweit für Furore.

Porsche "Gruppe B" (1983) - Ein Hochleistungsfahrzeug der besonderen Art, das konzipiert wurde als Wettbewerbsfahrzeug für Langstreckenrennen, dass später unter der Bezeichnung Porsche 959 für Furore sorgt
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Der im Auftrag des britischen Rennstalls McLaren International entwickelte und vom saudi-arabischen Geschäftsmann Mansour Ojjeh finanzierte „TAG-Turbo“-Motor feiert im Sommer 1983 im McLaren MP4 Formel-1-Rennwagen Premiere. Unter Leitung von Hans Mezger als 1,5-Liter-Sechszylinder-V-Motor mit Turbo-Aufladung konstruiert, leistet der ebenso leichte wie kompakte Antrieb bis zu 1000 PS. Mit insgesamt 25 Grand-Prix-Siegen und drei Weltmeisterschaftstiteln avanciert der „TAG-Turbo made by Porsche“ in den Jahren 1984 bis 1986 zum dominierenden Triebwerk der Formel 1.

Der "TAG-Turbo"-Motor von Porsche feiert im Sommer 1983 im McLaren MP4 Formel-1-Rennwagen Premiere, mit insgesamt 25 Grand-Prix-Siegen & drei Weltmeistertiteln avanciert der TAG-Turbo zum dominierenden Triebwerk der Formel 1
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Eine Homologations-Sonderserie von 20 Fahrzeugen vom Typ Porsche 911 SC RS wird zu Beginn des Jahres 1984 an Privatkunden mit Motorsportambitionen ausgeliefert.

Rennsiege auch ohne Werksbeteiligung

Wie bereits in den beiden Jahren zuvor ist der Typ 956 das dominierende Langstreckenrennfahrzeug und sichert Porsche erneut die Markenweltmeisterschaft. Obwohl 1984 in Le Mans kein Werksteam an den Start geht, belegen sieben private Porsche Typ 956 die ersten Plätze. Ebenso überraschend erfolgt der Sieg eines Porsche 911 Carrera 4x4  bei der Rallye Paris-Dakar. Der in den Farben des Sponsors Rothmans lackierte Allrad-Prototyp wird von René Metge und Dominique Lemoyne gefahren.

Mit 220 PS und einem cw-Wert von 0,33 zählen die Fahrleistungen des im Januar 1985 vorgestellten Porsche 944 Turbo zu den besten seiner Klasse. Er gilt als das erste Automobil der Welt, das sowohl mit als auch ohne Katalysator eine identische Leistung vorweisen kann.

Der Porsche 962 bringt die Markenweltmeisterschaft 1985 zum vierten Mal in Folge nach Zuffenhausen. Daneben sichert sich Hans-Joachim Stuck während seiner ersten Porsche-Saison gemeinsam mit Derek Bell zusätzlich den Titel des Langstrecken-Fahrerweltmeisters. Private Porsche-Teams erzielen 1985 unter anderem große Erfolge in Monza und Le Mans sowie bei der amerikanischen IMSA-Serie und in der Deutschen Sportwagenmeisterschaft. In der Formel 1 gewinnt Alain Prost auf einem McLaren mit TAG-Turbomotor die Weltmeisterschaft.

Mit dem Messzentrum für aerodynamische Forschungen und Untersuchungen verfügt das Entwicklungszentrum Weissach seit Juni 1986 über einen der leistungsfähigsten Windkanäle im internationalen Automobilbau. In Zuffenhausen sorgt zudem seit dem Frühjahr eine hochmoderne Lackieranlage mit umweltfreundlicher Technologie für optimalen Lackauftrag.

Neben der Sportwagen-Weltmeisterschaft für Teams und Fahrer siegt Porsche 1986 beim Sport Auto Super Cup, der IMSA- und Interserie sowie mit dem TAG-Turbo-Motor in der Formel-1-Weltmeisterschaft. Die 24 Stunden von Le Mans enden mit dem insgesamt elften Porsche-Gesamtsieg. Die Rundstreckenversion des Porsche 959, der Typ 961, erzielt einen Klassensieg in der IMSA/GTX-Klasse. Bei der Rallye Paris-Dakar erreichen alle drei gestarteten Porsche 959 das Ziel und belegen die Plätze Eins, Zwei und Sechs.

Langläufer 911

Die Typenreihe 911 erfährt im Frühjahr 1987 mit dem Porsche 911 Turbo Targa und 911 Turbo Cabriolet eine weitere Abrundung. Eine weitere neue Variante besteht im Porsche 911 Carrera Clubsport, der gegenüber der Serienversion des 911 Carrera um rund 100 Kilogramm erleichtert wird.

Die Bekanntgabe des Rückzuges aus der Langstrecken-Meisterschaft leitet einen Umbruch des Porsche-Motorsportengagements ein. Für das Jahr 1988 wird die Teilnahme in der amerikanischen CART-Serie beschlossen und mit der Entwicklung eines Monoposto-Rennwagens begonnen. Zu einem besonderen Erfolg wird der Le Mans-Werkseinsatz des Typ 962 C, der mit dem zwölften Porsche-Gesamtsieg einen neuen Markenrekord aufstellt.Die Presse-Fahrvorstellung des Porsche 944 S2 erfolgt im Oktober 1988. Sein 3-Liter-Vierventil-Triebwerk gilt nicht nur als der weltweit größte und stärkste Vierzylinder-Saugmotor, sondern erfährt auch dank seiner harmonischen Kraftentfaltung besonderes Journalistenlob.

Porsche 911 Carrera 4 (1988) - Das neue Erfolgsmodell läutet das 25jährige Jubiläum ein, die Highlights des 911 Carrera 4 sind der neue 3.6-Liter-Motor sowie eine aerodynamisch optimierte Karosserie
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Zum 25-jährigen Jubiläum des „Neunelfers“ läutet der im November 1988 präsentierte, allradangetriebene Porsche 911 Carrera 4 eine neue Generation des Erfolgsmodells ein. Highlights des intern als Typ 964 bezeichneten Sportwagens sind unter anderem der neue 3,6-Liter-Motor sowie eine aerodynamisch optimierte Karosserie mit Kunststoffbug- und Heckteil und automatisch ausfahrendem Spoiler.

Das Produktionsende der „G-Serie“-Typen 911 Carrera und 911 Turbo im Juli 1989 markiert das Ende einer Ära. Nachfolgemodell wird der mit geregeltem Katalysator und Anti-Blockier-System ausgestattete Porsche 911 Carrera 2 (Typ 964). Im Laufe des Modelljahres 1990 wird dieser ebenso wie der 911 Carrera 4 (Typ 964) in den Varianten Coupé, Targa und Cabriolet angeboten.

Ab November offeriert Porsche unter dem Namen „Tiptronic“ ein neues Schaltsystem, bei dem die Gänge sowohl vollautomatisch wie auch manuell gewechselt werden können.

Traditionell mit verbreiterter Karosserie und großem Heckspoiler ausgestattet, wird mit dem 911 Turbo (Typ 964) auf dem 60. Genfer Automobilsalon 1990 die dritte Generation des aufgeladenen „Elfers“ vorgestellt.

Der Porsche Carrera Cup feiert am 1. April im belgischen Zolder Weltpremiere und löst die Rennserie Porsche 944 Turbo Cup ab. Als Sieger des Auftaktrennens der 40 identischen Porsche 911 Carrera 2 Cup geht der Tourenwagenspezialist Olaf Manthey hervor.

Schlussspurt für die Transaxle-Sportwagen

Als Nachfolger des Porsche 944 wird der Porsche 968 seit dem Spätsommer 1991 sowohl als Coupé als auch als Cabriolet angeboten. Bis zum Produktionsende im Jahr 1995 entstehen insgesamt 11.245 Exemplare des Vierzylinder-Transaxle-Sportwagens Porsche 968.

Porsche 968 (1991) - Im Spätsommer 1991 wird der 968 als Coupé und Cabriolet angeboten, bis 1995 entstehen insgesamt 11'245 Exemplare des Vierzylinder-Transaxle-Sportwagens
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Als technischer Höhepunkt der inzwischen seit 14 Jahren gebauten Modellreihe 928 wird auf der IAA der Porsche 928 GTS präsentiert. Eine umfangreiche Komfortausstattung sowie der überarbeitete 5,4-Liter-Achtzylinder-Motor machen den Porsche 928 GTS zum idealen Langstreckensportwagen.

Den aufgrund des weltweit schwierigen Konjunkturklimas zurückgegangenen Absatzzahlen tritt die Porsche AG 1992 mit einem umfangreichen Maßnahmenprogramm entgegen. Unter Führung des seit Oktober 1991 amtierenden Vorstands für Produktion und Materialwirtschaft, Dr. Ing. Wendelin Wiedeking, werden unter dem Oberbegriff „Lean Management“ neue Organisations- und Produktionsabläufe eingeführt sowie Hierarchie- und Prozessebenen grundlegend verändert. Vor dem Hintergrund der von einer japanischen Delegation von Produktionsexperten eingeführten „Kaizen“-Philosophie entsteht der Porsche-Verbesserungs-Prozess (PVP), der unter Einbeziehung sämtlicher Mitarbeiter nachhaltig die Leistungsfähigkeit und Produktivität des Unternehmens steigert. Im Rahmen einer verschlankten Arbeits- und Ablaufsituation werden auch Rationalisierungsmaßnahmen wie Kurzarbeit sowie ein Personalabbau um insgesamt 1850 Mitarbeiter notwendig.

Der Vorstandsvorsitzende Arno Bohn scheidet zum 30. September 1992 aus dem Unternehmen aus. Seine Aufgaben übernimmt Dr. Wendelin Wiedeking, der am 1. Oktober zum Sprecher des Vorstands berufen wird.

Wieder ein günstiger Porsche in Sicht

Auf der Detroit Motor Show 1993 stellen Porsche-Vorstandssprecher Dr. Wendelin Wiedeking und Porsche-Style-Chef Harm Lagaay die zukunftsweisende Studie „Boxster“ vor, dessen Design an den legendären Rennwagentyp 550 Spyder erinnert.

Auf der Detroit Motor Show stellt Porsche die zukunftsweisende Studie "Boxster" vor, dessen Design an den legendären Rennwagentyp 550 Spyder erinnert
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Eine neue Evolutionsstufe des Porsche 911 feiert im September 1993 auf der Frankfurter IAA Weltpremiere. Der Porsche 911 Carrera vom Typ 993 zeichnet sich neben dem neu konstruierten Aluminiumfahrwerk durch ein harmonisches Design sowie durch einen in vielen Details überarbeiteten 3,6-Liter-Boxermotor aus.
Das Automatik-Schaltsystem Tiptronic S mit zwei Schaltwippen am Lenkrad des Porsche 911 Carrera sorgt ab dem Modelljahr 1995 für ein neues Porsche-Fahrgefühl.

Vom 962 zum Dauer Le Mans GT

Ein unerwartetes Comeback feiert der Porsche Typ 962 bei den 24 Stunden von Le Mans. Im Zuge einer Reglementänderung für die GT1-Klasse modifiziert, waren in Weissach in Kooperation im Jahr 1994 mit Jochen Dauer Racing drei Exemplare des Typ 962 Dauer Le Mans GT aufgebaut worden. Mit einem Doppelsieg in der GT1- und einem Dreifachsieg in der GT2-Klasse enden die 24 Stunden von Le Mans als der insgesamt 13. Porsche-Gesamtsieg.

Porsche 911 Turbo (Typ 993) (1995) - Highlight des Allrad-Supersportwagens ist der mit Abgas-Kontroll-Systems OBD II ausgestattete Biturbo-Motor, der als emissionsärmster Serien-Automobilantrieb gilt
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Eine neue Generation des Porsche 911 Turbo (Typ 993) wird im März 1995 in Genf vorgestellt. Highlight des Allrad-Supersportwagens ist der mit Abgas-Kontroll-Systems OBD II ausgestattete Biturbo-Motor, der als emissionsärmster Serien-Automobilantrieb der Welt gilt. Eine weitere Neuheit sind die erstmals im Serienfahrzeugbau verwendeten Hohlspeichen-Aluminiumfelgen.

Nachdem die Vierzylinder-Baureihe 968 und die Achtzylinder-Baureihe 928 zum Ende des Modelljahres 1995 eingestellt werden, offeriert Porsche mit den im September vorgestellten Typen 911 Carrera 4S (Typ 993) und 911 Targa (Typ 993) weitere interessante Optionen des Sportwagenklassikers. Eine innovative Neuheit des „Targa“ ist das elektrisch hinter die Heckscheibe zurückfahrende Glasdach.

Der 1’000’000. Porsche läuft am 15. Juli 1996 vom Zuffenhausener Montageband. Das Jubiläumsauto, ein Porsche 911 Carrera, erhält die Baden-Württembergische Autobahnpolizei.

Porsche 911 Carrera (1996) - Der 1'000'000. Porsche läuft am 15. Juli vom Zuffenhausener Montageband - Das Jubiläumsauto, ein Porsche 911 Carrera, erhält die Baden-Württembergische Autobahnpolizei
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Neue Maßstäbe im Sportwagenbau setzt der Mitte September präsentierte Porsche Boxster (Typ 986). Der lang erwartete Mittelmotor-Roadster wird von Medien, Händlern, Importeuren und Kunden gleichermaßen begeistert aufgenommen. Bereits vor seinem Erscheinen waren weltweit mehr als 10.000 Blindbestellungen für den Zweisitzer abgegeben worden. Ebenfalls neu im Modellprogramm ist der mit der breiten Turbo-Karosserie versehene Porsche 911 Carrera S (Typ 993).
Ein Joint Venture geht die Porsche AG im Sommer 1997 mit der Harley-Davidson Motor Company ein. Vereinbart wird eine gemeinsame Motorenfertigung in Milwaukee, USA. Dies stellt den vorläufigen Höhepunkt der seit 1969 bestehenden Zusammenarbeit zwischen Porsche und dem Motorradhersteller dar. Höhepunkt der Kooperation ist der von Porsche serienreif entwickelte „Revolution"-Motortyp, der seit 2002 in der Harley-Davidson „V-Rod“ zum Einsatz kommt.

911 mit Wasserkühlung

Ein Jahr nach der erfolgreichen Markteinführung des Porsche Boxster wird im September 1997 unter dem Motto „Evolution 911“ der neue 911 Carrera (Typ 996) auf der Frankfurter IAA vorgestellt. Als eine völlige Neuentwicklung wird die neue Sportwagen-Generation erstmals von einem wassergekühlten Vierventil-Sechszylinder-Boxermotor angetrieben. Das Design interpretiert die klassische Linie des 911 auf innovative Weise und zeichnet sich durch einen niedrigen cw-Wert von 0,30 aus.

Porsche 911 Carrera (Typ 996) (1997) - Als eine völlige Neuentwicklung wird die neue Sportwagen-Generation erstmals von einem wassergekühlten Vierventil- Sechszylinder-Boxermotor angetrieben
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Im Alter von 88 Jahren verstirbt Professor Ferry Porsche am 27. März 1998 in Zell am See. Er wird am 30. März in der Grabkapelle auf dem Schüttgut beigesetzt. Die offizielle Trauerfeier findet am 3. April im Zuffenhausener Porsche-Werk statt.

Beim französischen Langstrecken-Klassiker Le Mans kann sich der mit Kohlefaserchassis ausgerüstete Porsche 911 GT1 gegen eine harte Konkurrenz behaupten und einen Doppelsieg sowie den 16. Porsche-Gesamtsieg nach Zuffenhausen bringen.

Als Nachfolger des Porsche 911 Carrera RS (Typ 993) wird auf dem Genfer Automobilsalon 1999 der Porsche 911 GT3 (Typ 996) vorgestellt. Der mit Trockensumpfschmierung und separatem Öltank als sportliches Nischenmodell ausgelegte GT3 ist ebenfalls als Clubsportvariante für den Rennstreckeneinsatz erhältlich. Auf Anhieb verdient sich der Porsche 911 GT3 R erste Lorbeeren, als er bei den 24 Stunden von Le Mans einen Klassensieg sowie den 13. Gesamtrang erzielt.

Neuer Höhepunkt der Zuffenhausener Produktoffensive: der auf der Frankfurter IAA 1999 vorgestellte Porsche 911 Turbo (Typ 996). Als erste Porsche-Turbo-Generation kann das Spitzenmodell auch mit 5-Gang-Tiptronic S erworben werden, sodass auch für an Automatik gewöhnte Kunden die Turbo-lose Zeit ein Ende hat. Parallel dazu stellt Porsche mit der Porsche Ceramic Composite Brake „PCCB“ eine Weltneuheit vor. Die Keramik-Verbundscheibenbremse setzt neue Maßstäbe in punkto Ansprechverhalten, Fadingstabilität, Gewicht und Lebensdauer.

Die im August zum Modelljahreswechsel durchgeführte Modellpflege der Boxster-Baureihe 986 bringt neben dem nun auf 2,7-Liter Hubraum vergrößerten Basismodell ebenfalls den 252 PS starken Boxster S, der von einem 3,2-Liter-Aggregat angetrieben wird.

Gemeinsam setzen Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf, der Leipziger Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee sowie der Porsche-Vorstandsvorsitzende Dr. Wendelin Wiedeking am 7. Februar 2000 den ersten Spatenstich für den Bau des neuen Porsche-Werkes in Leipzig. Unter dem Qualitätssiegel „Made in Germany“ wird die Serienfertigung eines fünfsitzigen „Sports Utility Vehicle“ für das Jahr 2002 geplant.

Der Zehnzylinder-Sportwagen

Die seriennahe Studie Porsche „Carrera GT“ feiert anlässlich des Pariser Automobilsalons am 28. September 2000 im Louvre ihre Weltpremiere. Sowohl das Kohlefaser-Chassis als auch der Zehnzylinder-Saugmotor des Hochleistungssportwagens basieren auf reinrassiger Rennsporttechnologie.

Der am 8. Januar 2001 auf der Detroit Motor Show präsentierte Porsche 911 GT2 bildet eine neue Leistungsspitze im Verkaufsprogramm. Mit 462 PS und 620 Newtonmetern ist der GT2 der bislang stärkste Seriensportwagen aus dem Hause Porsche. Ausgestattet wird der Supersportwagen mit serienmäßigen Keramik-Bremsscheiben.

Der neue 3,6-Liter-Motor des modellgepflegten Porsche 911 Carrera (Typ 996) beeindruckt seit September 2001 mit variablem Ventilhub und einer Leistung von 320 PS. Das Verkaufsprogramm wird zudem durch den allradangetriebenen 911 Carrera 4S sowie den 911 Targa erweitert.

Eintritt ins SUV-Segment

Die Gäste der offiziellen Einweihung der „Porsche Leipzig GmbH“ erleben am 20. August 2002 eine Überraschungspräsentation des Porsche Cayenne. Noch vor der offiziellen Weltpremiere führen Bundeskanzler Gerhard Schröder, der die letzte Schraube am ersten Fahrzeug festzog, und Porsche-Vorstandsvorsitzender Dr. Wendelin Wiedeking das Mehrzweckfahrzeug vor.

Porsche Cayenne (2002) - Die Gäste der offiziellen Einweihung der „Porsche Leipzig GmbH“ erleben am 20. August eine Überraschungspräsentation des Porsche Cayenne noch vor der offiziellen Weltpremiere
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Auf dem Pariser Automobilsalon wird das sportliche und geländegängige Mehrzweckfahrzeug Porsche Cayenne dem internationalen Publikum offiziell präsentiert. Das in Kooperation mit Volkswagen unter der Entwicklungsführerschaft Porsches konstruierte Fahrzeug ist zunächst in den Varianten Cayenne S und Cayenne Turbo erhältlich.

Porsche Carrera GT (2003) - Der Carrera GT beschleunigt von null auf 200 km/h in nur 9,9 Sekunden und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 330 km/h
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Der Porsche Carrera GT feiert am 3. März 2003 in Genf seine Weltpremiere. So außergewöhnlich wie das Design sind auch die Fahrleistungen: der Carrera GT beschleunigt von null auf 200 km/h in nur 9,9 Sekunden und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 330 km/h. Gebaut wird der in limitierter Stückzahl produzierte Hochleistungs-Sportwagen im Porsche-Werk Leipzig – den 612 PS starken V10-Saugmotor steuert das Zuffenhausener Motorenwerk bei.
Mit dem Bau eines neuen Dienstleistungszentrums in Bietigheim vereinen sich seit Jahresmitte 2003 die drei Tochtergesellschaften Porsche Deutschland, Porsche Financial Services sowie Porsche Consulting unter einem Dach.

Im oberen Marktsegment erweitert Porsche 2004 die Produktpalette um die Typen 911 Turbo S Coupé sowie 911 Turbo S Cabriolet. Charakteristisch für die neuen „S“-Varianten sind das gesteigerte Leistungspotenzial des Motors sowie die serienmäßige Keramikbremsanlage PCCB.

Die Markteinführung der neuesten Generation des Porsche 911 findet am 16. Juli 2004 zeitgleich in 85 deutschen Porsche-Zentren statt. Die intern als „997“ bezeichneten Typen sind zunächst in den Varianten  911 Carrera sowie 911 Carrera S verfügbar.

Cayman, der Boxster mit Coupédach

Zu einem Höhepunkt der Frankfurter IAA 2005 gerät der Porsche Cayman S, ein sportlich-ambitionierter Mittelmotor-Sportwagen, der zwischen Boxster und 911 positioniert ist.

Porsche Cayman S (2005) - Zu einem Höhepunkt der Frankfurter IAA gerät der Porsche Cayman S, ein sportlich-ambitionierter Mittelmotor- Sportwagen, der zwischen Boxster und 911 positioniert ist
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Mit dem neuen Sport-Prototypen RS Spyder beteiligt sich Porsche seit Herbst in der American Le Mans Series (ALMS). Bei seinem ersten Einsatz im kalifornischen Laguna Seca erzielt der RS Spyder die Pole-Position, Rundenrekord und Klassensieg.

Porsche RS Spyder (2005) - Seit Herbst 2005 beteiligt sich Porsche in der American Le Mans Series (ALMS), im kalifornischen Laguna Seca erzielt der RS Spyder die Pole-Position, Rundenrekord und Klassensieg
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Auf dem Genfer Automobilsalon stellt die Porsche AG am 28. Februar 2006 den neuen 911 Turbo vor. Die inzwischen sechste Generation des Spitzenmodells der Elfer-Baureihe verfügt als erstes Serienautomobil mit Benzinmotor über einen Turbolader mit variabler Turbinengeometrie (VTG). Parallel zum 911 Turbo wird in Genf ebenfalls der neue 911 GT3 der Weltöffentlichkeit präsentiert. Sein 3,6 Liter-Saugmotor entwickelt eine Leistung von 415 PS, was einer spezifischen Literleistung von 115,3 PS entspricht. Damit setzt der GT3 in dieser Hubraumklasse einen neuen Spitzenwert für straßenzugelassene Seriensportwagen mit Saugmotor.

Beim dritten Saisonlauf zur American Le Mans Series (ALMS) in Mid Ohio erzielen die vom amerikanischen Penske-Team eingesetzten Porsche RS-Spyder am 21. Mai 2006 einen Doppelsieg. Zum ersten Mal erlangt damit ein Rennwagen der LMP2-Klasse einen Gesamtsieg in der ALMS. Seine erste volle LMP2-Saison beendet der Porsche RS Spyder mit dem Gewinn der Hersteller-, Team-  und Fahrerwertung. Produziert werden die auch für private Kunden-Teams erhältlichen Sportwagen-Prototypen in dem im Juli eröffneten neuen Motorsport-Zentrum in Weissach.

Vier Jahre nach der Modelleinführung präsentiert die Porsche AG Anfang Dezember 2006 die zweite Generation ihres sportlichen Geländewagens Cayenne. Die neuen Modelle Cayenne, Cayenne S und Cayenne Turbo verfügen über verbrauchsärmere und stärkere Motoren mit Benzindirekteinspritzung. Das aktive Fahrwerk Porsche Active Suspension Management (PASM) ist um die neue, von Porsche erstmals eingesetzte Wankstabilisierung Porsche Dynamic Chassis Control (PDCC) erweiterbar.

Der Aufsichtsrat der Porsche AG wählt am 26. Januar 2007 Dr. Wolfgang Porsche zu seinem neuen Vorsitzenden. Er folgt in dieser Funktion Prof. Dr. Helmut Sihler, der dem Aufsichtsrat 14 Jahre lang vorstand. Neu in das Kontrollgremium aufgenommen wurde Hans-Peter Porsche. Nach 27 Jahren im Aufsichtsrat legt auch Dr. Walther Zügel sein Mandat nieder; sein Nachfolger wird Prof. Dr. Ulrich Lehner.

Von Moskau bis in die Mongolei führt die am 3. August gestartete Transsyberia Rallye, für die Porsche eine Kleinserie von 25 Cayenne S Transsyberia auflegt. Nach 7.108 km erreichen Rod Millen und Richard Kelsey als Sieger das Ziel in Ulan-Bator.

In seiner zweiten Saison in der ALMS ist der Porsche RS Spyder noch immer das Maß aller Dinge. Der LMP2-Rennwagen kann 2007 nicht weniger als acht Gesamt- und elf Klassensiege verzeichnen.

Das traditionsreiche 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring endet am 25. Mai 2008 zum dritten Mal in Folge mit einem Porsche-Gesamtsieg.   

Der 911 lebt weiter

Im Juni 2008 wird Fachjournalisten die neueste Generation (997/II) der Elfer-Modelle Carrera und Carrera S vorgestellt, erstmals mit Benzindirekteinspritzung (DFI) und optional mit dem Porsche-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) ausgestattet. Dieses neue Getriebe verfügt über sieben Vorwärtsgänge und ersetzt die bisherige Tiptronic.

Porsche 911 Carrera (977/II) (2008) - Erstmals mit Benzindirekteinspritzung (DFI) und optional mit dem Porsche- Doppelkupplungsgetriebe (PDK) ausgestattet
Copyright / Fotograf: Porsche AG / Porsche Schweiz AG

Am 28. Januar 2009 wird das neue Porsche Museum eingeweiht und drei Tage später erstmals für das Publikum geöffnet.

Und auch noch eine Limousine

Im 94. Stock des Shanghai World Financial Center wird am 19. April 2009 der neue Porsche Panamera vorgestellt. Anschließend wird der Panamera bei der Auto Shanghai, Chinas wichtigster Automobilausstellung, dem breiten Publikum gezeigt.

Porsche Panamera (2009) - Im 94. Stock des Shanghai World Financial Centers am 19. April vorgestellt und anschliessend bei der Auto Shanghai dem breiten Publikum gezeigt
Copyright / Fotograf: Porsche AG / Porsche Schweiz AG

Unter dem Motto „Porsche Intelligent Performance“ zeigt Porsche auf dem Genfer Autosalon 2010 drei Hybrid-Weltpremieren: Höhepunkt ist dabei die Konzeptstudie 918 Spyder, ein Hochleistungs-Mittelmotorsportwagen mit Plug-In-Hybrid-Technik. Mit dem Cayenne S Hybrid präsentierte Porsche den ersten in Serie gebauten Hybrid in der Unternehmensgeschichte. Die dritte Neuheit ist der 911 GT3 R Hybrid, der erste Porsche-Rennwagen mit elektrischem Vorderachsantrieb und Schwungradspeicher.

Vom 11. bis 28. April 2010 stellt Porsche in Leipzig rund 600 deutschen und internationalen Journalisten den neuen Cayenne vor. Die zweite Generation des sportlichen Geländewagens beeindruckt die Fachpresse mit überzeugenden Fahrleistungen und sportlichem Charakter.

Im Juli 2010 wird Matthias Müller zum Vorstandsvorsitzenden der Porsche AG mit Wirkung zum 1. Oktober 2010 ernannt.

Porsche 918 Spyder (2010) - Unter dem Motto „Porsche Intelligent Performance“ zeigt Porsche auf dem Genfer Autosalon drei Hybrid- Weltpremieren, der Höhepunkt ist ein Hochleistungs-Mittelmotorsportwagen mit Plug-In-Hybrid-Technik
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Im Rahmen eines Großversuchs zur Elektromobilität erprobt Porsche im Frühjahr 2011 drei rein elektrisch angetriebene Boxster E. Ziel ist es Erfahrungen im Alltagsbetrieb sowie über das Nutzerverhalten zu sammeln.

Am 13. September 2011 präsentiert Porsche auf der Frankfurter IAA eine neue Generation des 911. Die intern 991 genannte Baureihe zeichnet sich durch eine einzigartige Kombination von Performance und Effizienz aus. Eine Weltneuheit ist das 7-Gang-Schaltgetriebe.

Im Februar 2012 geht eine neue Generation des Porsche Boxster an den Start. Die Baureihe 981 präsentiert sich mit komplett neuem Fahrwerk, noch größerer Effizienz und einer eigenständigen Linienführung.

Für eine Überraschung sorgt die Konzeptstudie Panamera Sport Turismo auf dem Pariser Salon. Als Lifestyle-Fahrzeugstudie soll der von einem Plug-in-Hybridantrieb angetriebene Panamera Sport Turismo ein Stück Zukunft repräsentieren.

40 Jahre nach dem ersten 911 Turbo-Prototypen stellt Porsche auf der Frankfurter IAA im September 103 eine neue Generation des 911 Turbo und Turbo S vor. Ein neuer Allradantrieb, aktive Hinterachslenkung, adaptive Aerodynamik, Voll-LED-Scheinwerfer und der bis zu 560 PS starke Sechszylinder-Biturbo-Boxermotor untermauern die Rolle der neuen Generation als Technologieträger.

50 Jahre 911

Anlässlich des 50. Geburtstags des Elfers wird auf der IAA in Frankfurt 2013 ein auf 1963 Exemplare limitiertes 911-Sondermodell vorgestellt.

Höhepunkt des Jahres 2013 ist die Vorstellung des serienreifen 918 Spyder. Nur wenige Tage vor Messebeginn der IAA erzielt der Hochleistungs-Hybridsportwagen mit 6 Minuten und 57 Sekunden einen neuen Rekord auf der Nürburgring Nordschleife.

Mit dem 919 Hybrid kehrt Porsche 2014 in die Topkategorie der Sportwagen-Langstrecken-WM zurück. Als schnellstes Forschungslabor und komplexester Porsche-Rennwagen aller Zeiten soll der 919 Hybrid an allen acht Läufen der WEC teilnehmen.

Eine überarbeitete Generation des Porsche Cayenne überzeugt ab September mit mehr Komfort, mehr Sicherheit und mehr Fahrdynamik. Der Cayenne S E-Hybrid ist der weltweit erste Plug-in-Hybrid im Premium-SUV-Segment. Er verbraucht lediglich 3,4 Liter auf 100 Kilometer (NEFZ) und kann darüber hinaus bis zu 36 Kilometer rein elektrisch fahren.

Mit einem Doppelsieg holt Porsche beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans 2015 den 17. Gesamtsieg für das Unternehmen. Die Piloten Earl Bamber, Nico Hülkenberg und Nick Tandy sahen mit dem 919 Hybrid auf den Tag genau 45 Jahre nach dem ersten Porsche-Gesamtsieg an der Sarthe als Erste die Zielflagge.

Auf der IAA in Frankfurt feiert die Konzeptstudie Mission E im Herbst 2015 ihre Weltpremiere. Der Viertürer mit vier Einzelsitzen verfügt über eine Systemleistung von mehr als 440 kW (600 PS) und eine Reichweite von 500 Kilometern. Dank einer eigens entwickelten 800-Volt-Ladeeinheit stehen die Lithium-Ionen-Batterien schon nach 15 Minuten Ladezeit wieder für 80 Prozent der Reichweite zur Verfügung.

Der Aufsichtsrat der Porsche AG beruft zum 1. Oktober 2015 Dr. Oliver Blume zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Sportwagenherstellers.

Der 911 R feiert auf dem Genfer Salon 2016 seine Weltpremiere. Wie das gleichnamige Vorbild von 1967 setzt das auf 991 Einheiten limitierte Sondermodell mit einem 500 PS starken Vierliter-Boxer-Saugmotor und einem Sechsgang-Sportschaltgetriebe auf konsequenten Leichtbau, maximale Performance und ungefiltertes Fahrerlebnis.

Mit dem 718 Boxster knüpft Porsche im Jahr 2016 an die Tradition der Vierzylinder-Boxermotoren der 718 Mittelmotor-Sportwagen an. Sie holten in den 1950er und 1960er Jahren zahlreiche Rennsiege, unter anderem bei der Targa Florio und in Le Mans. Das neue Triebwerk mit Turboaufladung des offenen Zweisitzers ist leistungsstärker und zugleich effizienter.

Im Motorenwerk in Berlin feiert Porsche die Weltpremiere des neuen Panamera. Die zweite Generation des Gran Turismo verbindet die Performance eines Sportwagens mit dem Komfort einer Luxuslimousine. Die neuen Biturbo-Motoren sind leistungsstärker und dank neuem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe bis zu 16 Prozent sparsamer.

Am 11. Mai 2017 verlässt das einmillionste Exemplar eines Porsche 911 das Werk. Das Einzelstück erinnert an den ersten Dienst-Elfer von Ferry Porsche, den er am 19. Oktober 1964 übernahm. Aufwendig veredelt von Porsche Exclusive steckt im Jubiläums-Coupé die Quintessenz aus mehr als einem halben Jahrhundert 911: sportlich und zugleich alltagstauglich, leistungsstark und zugleich effizient, exklusiv und zeitlos. Das Sportwagen-Modell basiert auf dem 911 Carrera S mit leistungsgesteigertem 450-PS-Boxermotor und Siebengang-Schaltgetriebe. Er beschleunigt in 4,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 312 km/h.

Porsche 919 Hybrid (2014) - Als schnellstes Forschungslabor und komplexester Porsche-Rennwagen aller Zeiten soll der 919 Hybrid an allen acht Läufen der WEC teilnehmen
Copyright / Fotograf: Porsche AG / Porsche Schweiz AG

Bei den 24 Stunden von Le Mans des Jahres 2017 gelingt dem 919 Hybrid der Hattrick. Am Samstagabend um 18.30 Uhr scheint das 24-Stunden-Rennen für den Porsche mit der Startnummer 2 von Earl Bamber, Timo Bernhard und Brendon Hartley verloren: kein Vorderradantrieb mehr, über eine Stunde Reparaturzeit. Doch die 85. Auflage des Langstreckenklassikers in Le Mans nimmt derart dramatische Wendungen, dass eine fast übermenschliche Aufholjagd vom 56. Platz und ein Rückstand von 18 Runden dennoch mit dem Gesamtsieg belohnt wird. Im Porsche Museum in Zuffenhausen verfolgen Tausende Zuschauer eines der spannendsten 24-Stunden-Rennen aller Zeiten.

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt im September 2017 ist der neue Cayenne der Mittelpunkt am Porsche-Stand. Die Weltpremiere der neuen Generation fand aber bereits am 29. August 2017 mit einer extra dafür komponierten Symphonie auf der Dachterrasse des Porsche Museum statt.
Am 8. Juni 1948 erhält der erste Sportwagen mit dem Namen Porsche seine allgemeine Betriebserlaubnis. Mit innovativer Technik, zeitlosem Design und sportlicher Alltagstauglichkeit schreibt Porsche Automobilgeschichte. Nach wie vor. Porsche feiert 2018 70 Jahre Sportwagen.

Bilder zu diesem News-Artikel

von zw******
03.07.2018 (17:27)
Antworten
Wenn hier über Personen bei Porsche geschrieben wird, darf der Name Wendelin Wiedeking nicht ignoriert werden.
Ohne ihn wäre die Entwicklung nicht so erfolgreich gewesen und die Autowelt sähe langweiliger aus.
von ma******
29.06.2018 (13:56)
Antworten
Eine Bemerkung zu Bild 97: es war doch eher die "große Division" in der Porsche sich den Titel holte; auch wenn Jacky Ickx am 30.07.1977 das Rennen der "kleinen Division" am Hockenheimring mit dem "935/Baby" gewann, oder?
Antwort vom Zwischengas Team (Chefredaktor)
29.06.2018 (13:59)
Da haben Sie Recht, das war wohl ein wenig zu arg gekürzt. Wir haben dies modifiziert. Danke für den Hinweis.
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