50 Jahre Formel Ford - damals und heute beliebt

Erstellt am 1. Juni 2017
, Leselänge 3min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Ford Motor Company 
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Archiv Lignières Historique 
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Balz Schreier 
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Lignières Historique 
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Bruno von Rotz 
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Hallo Fahrerlager 
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Sie gelten als Talentschmiede und es ist kein Zufall, dass Michael Schumacher, Stefan Bellof und viele andere Rennfahrer ihre ersten Monoposto-Versuche in einem Formel Ford Einsitzer machten. Im Jahr 2017 feiert die Formel Ford ihren 50. Geburtstag.

Aus der Not heraus geboren

Der vergleichsweise günstige Formel Ford entstand, weil die britischen Rennfahrerschulen mit den damals verwendeten Formel Junior Fahrzeugen mit ihren heiklen Motoren fast bankrott gingen. Abhilfe tat not und wurde in der Kombination des Formel-Junior-Fahrgestells mit Ford-Grossserienmotoren und Radial-Strassenreifen gefunden. So entstand Mitte 1965 eigentlich der erste Formel Ford Vorläufer und er bewährte sich in der Rennfahrerschule von Anfang an.


Ford Formel Ford (1967) - Denis Hulme bei Testfahren in Silverstone
Copyright / Fotograf: Ford Motor Company

Vom Fahrschulauto zur Rennsportserie

Im Dezember 1966 wurde die Idee kreiert, mit diesen einfachen Formel-Fahrzeugen eine Einstiegsrennserie aufzubauen. Genannt wurde sie “Formel Ford”, weil man sich damit eine Unterstützung von Ford erhoffte, die auch tatsächlich mit vergünstigten Cortina-GT-Motoren gewährt wurde. Lotus baute die ersten Fahrgestelle, im Prinzip abgewandelte Lotus 31, später lieferte auch Alexis weitere Chassis.


Ford Formel Ford (1969) - am Race of Champions in Brands Hatch
Copyright / Fotograf: Ford Motor Company

Am 2. Juli 1967 wurde in Brands Hatch das erste eigenständige Formel-Ford-Rennen gestartet, das der Brite Ray Allan in einem Lotus gewann.

Globalisierung

Mit den ersten Erfolgen wuchs auch das Interesse von Rennwagenbauern, sich an der neuen Serie zu beteiligen. March Lola, Caldwell, Ginetta, Merlyn, Crossle und Mirage sowie viele andere begannen, ihre Version eines Formel Ford zu verkaufen.

Bald begannen viele Nationen, eigene Formel-Ford-Rennserien zu lancieren, auch Deutschland (ab 1973, die Schweiz (ab 1979) oder Österreich (ab 1971) gehörten dazu.

Talentschmiede

Die Fahrzeuge passten sich jeweils der zur Verfügung stehenden Grosserientechnik an, etwa als Ford den Escort-Motor mit Querstromkopf anbieten konnte. Später folgten dann auch der Zetec-Motor und die 1600 Duratec Maschine. Auf aerodynamische Hilfsmittel wurde stets konsequent verzichtet, der Formel Ford sollte ein Auto sein, mit dem man sich gut an den Grenzbereich herantasten konnte.


Ford Formel Ford (1988) - Michael Schumacher in einem seiner ersten FF-Rennen in Mainz-Finthen 1988
Copyright / Fotograf: Ford Motor Company

Viele grosse Rennfahrer machten mit dem Formel Ford erstmals Erfahrungen im Monoposto, darunter u.a. der mehrfache Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher oder der mehrfache Le-Mans-Sieger Marcel Fässler.


Marcel Fässler mit einem Formel Ford in Lignières am 21.08.1992
Copyright / Fotograf: Archiv Lignières Historique

Noch heute werden in vielen Ländern Formel-Ford-Rennen und Rennserien veranstaltet und man ist dabei den Wurzeln treu geblieben. Und auch im historischen Rennsport sind die früheren Formel-Ford-Autos beliebte Einsteigerfahrzeuge.


Caldwell D9 Formel Ford (1969) - am Start am Solitude Revival 2013 in der Gruppe D - Grand Prix - Monoposti der Nachkriegszeit
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Bilder zu diesem News-Artikel

von di******
06.06.2017 (09:12)
Antworten
Auf dem Bild von Marcel Fässler in Lignières handelt es sich beim Fahrzeug rechts übrigens um eine erfolreiche Schweizer Konstruktion von 1981, gebaut von Louis Christen aus Rheineck SG. Besser bekannt ist er wohl als der erfolgreichste Seitenwagen Hersteller mit 31 WM-Titeln, u.a. mit Biland/Waltisperg. 1980 wurde damit auf Anhieb die Formel-Ford-Trophy gewonnen, 1981 wurde dieser LCR P12 in der Formel Ford Euro Serie durch Rechsteiner Racing eigesetzt. Zu sehen ist dieses Fahrzeug am 20. Aug. 2017 in Altbüron.
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