Zum 45. Todestag von Herbert Müller lädt eine Hommage am 27. September 2026 nach Murten und auf Schloss Münchenwiler – mit Vortrag von Angelo Pallavicini und dem Le-Mans-Porsche 934 #82 im Originalzustand. Wie dieser Kundenrennwagen 1979 im Dauerregen an der Sarthe den Werksboliden davonfuhr, beleuchtet dieser Artikel.
Drei Rennen, drei hervorragende Platzierungen bei grossen Klassikern der weltweiten Langstreckenrennen, gepaart mit drei Klassensiegen!
Das ist die Bilanz des Duos Herbert Müller/Angelo Pallavicini zwischen Juni 1979 und Mai 1980. Dazu gehörten ein vierter Platz bei den 24 Stunden von Le Mans und der Sieg in der Gruppe 4, ein achter Platz beim 6-Stunden-Rennen von Brands Hatch 1980 (1. in der GT-Klasse) sowie ein zwölfter Platz bei den 1000 km auf dem Nürburgring 1980 (1. in der GT-Klasse). Das Fahrzeug: ein Porsche 934 – ein Kundenrennwagen ohne grössere Modifikationen.
In Le Mans erhielten die beiden Verstärkung durch Marco Vanoli, um ein Rennen zu bestreiten, welches drei Rekorde hervorbrachte und dessen Verlauf hier nun im Detail beleuchten wird.
Le Mans 1979: 4. Platz und Boxenstopp-Rekordstandzeit von 27 Minuten …
Angelo Pallavicini versuchte damals zum dritten Mal, das 24-Stunden-Rennen zu bestreiten; nach einer Nichtqualifikation im Jahr 1975 und einem Ausfall im Jahr 1977.
Anfang 1979 hatte der Privatier mit einer Reihe guter Platzierungen auf sich aufmerksam gemacht, darunter ein 10. Platz und der Sieg in der GT-Klasse bei den 24 Stunden von Daytona. Als Eigentümer und Fahrer seines Porsche 934, den er in seiner Werkstatt in Dietikon vor den Toren Zürichs vorbereitete, traf er in bester Stimmung in der Sarthe ein.
Dies auch dank der Unterstützung der Firma Lubrifilm. Denn es gelang ihm endlich, ein tragfähiges Budget aufzubringen und sich die unermessliche Erfahrung sowie die Schnelligkeit von Herbert Müller zu sichern, einem der Stars des Langstreckenrennsports!
Angelo Pallavicini erinnert sich: «Es war eine sehr anstrengende Ausgabe mit mehr als vierzehn Stunden Regen, oft sehr stark, und es gab viele Ausfälle. Dabei gelang Herbert (Anm. d. Red.: Müller) während eines regnerischen Nacht-Stints von nahezu viereinhalb Stunden am Stück hinter dem Lenkrad das Kunststück, gegenüber der Konkurrenz Bestzeiten zu fahren und die maximale Konzentration nicht ein einziges Mal zu verlieren! Und dies trotz eines Problems mit den Bremsen. Rekordverdächtig!»
Auch durch Rekordabfertigung an den Boxen entwickelte sich der Einsatz zu einem Erfolg; dazu erneut Pallavicini: «Wir haben die Heckmotorhaube in den gesamten 24 Stunden nur geöffnet, um zweimal Öl nachzufüllen, Bremsbeläge gewechselt und beim Tanken gleichzeitig die Windschutzscheibe gereinigt, basta.» Insgesamt 27 Minuten Standzeit! Auch dies ein Rekord für die Ewigkeit …?
Am Ende belegten Pallavicini/Müller/Vanoli den vierten Platz in der Gesamtwertung und gewannen die Gruppe 4 mit einem Kundenrennwagen ohne Werksunterstützung(!), der bis auf die Bremsprobleme keinerlei Schwächen gezeigt hatte. Pallavicini: «Ehrlich gesagt, hätten wir uns kaum etwas Besseres erhoffen können …»
Der Porsche 934 mit seinem 2994 cm³ grossen 6-Zylinder-Turbomotor legte 3973 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 165,530 km/h zurück.
Eine echte Meisterleistung
Der 4. Platz an den 24 Stunden von Le Mans war eine echte Meisterleistung. Für Müller reiht er sich in die Reihe seiner grossartigen Leistungen an der Sarthe ein. Nach seinen Top-Platzierungen von 1971 (2. Platz mit Porsche 917), 1973 (4. Platz mit Porsche 911 Carrera RSR) und 1974 (2. Platz mit Porsche Carrera RSR Turbo 2.1) machte ihn dieses Palmarès zum erfolgreichsten Schweizer Rennfahrer in Le Mans – über seinen Tod 1981 hinaus bis in die 2010er-Jahre.
Für Angelo Pallavicini, der im Juli 2028 seinen 80. Geburtstag feiern wird, stellte dieser Erfolg zweifellos den Höhepunkt seiner Karriere dar.
Und einige Monate später durfte er verdientermassen als bester unabhängiger Porsche-Fahrer des Jahres – weltweit(!) – die Glückwünsche des grossen Chefs des Hauses, Ferry Porsche, persönlich entgegennehmen!
Veranstaltung «Herbert Müllers 45. Todestag»
- Sonntag, 27. September 2026
- 10:30 Ausstellung MurtenBox, CH-3280 Murten «Hommage an Jo Siffert – Herbert Müller»
- 12:00 Schloss Münchenwiler – Vortrag Angelo Pallavicini
- 13:00 Apéro Schlosspark um Porsche 934 #82 – im 100% Original-Zustand
- 13:30 Lunch im Schloss Münchenwiler
- 15:00 Autogramme/Fotos
Reservierungen: [email protected]
Weitere Informationen: www.jo-siffert.ch




































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