Zum 14. Mal fand in der Messe Salzburg am Wochenende die Classic Expo Salzburg statt. ’70 Jahre Porsche’ und ‘110 Jahre Carlo Abarth’ waren spezielle Ausstellungsthemen. Ansonsten sorgten zahlreiche Anbieter für ein abwechslungsreiches Angebot.
Mozart für Jubilare
Es mag Zufall gewesen sein, aber irgendwie passte es: genau als wir die Halle mit den beiden Sonderausstellungen zu den Jubiläen von Porsche und Carlo Abarth betraten, klang Mozarts Klarinettenkonzert in A-Dur (für die Liebhaber: KV 622) aus den Lautsprechern. Klassische Töne, klassische Autos in der Mozartstadt, eine nahezu ideale Kombination.
Porsche im Zentrum
Wie bei jeder Klassikveranstaltung in diesem Jahr stand auch in Salzburg das 70-jährige Jubiläum von Porsche als Sportwagenhersteller im Mittelpunkt.
Auf einer Art von Laufsteg standen drei spezielle Exponate ausgestellt: Ein 718 RS 60, ein RSK und ein 904, alle in stilvollem Silbergrau.
An einer anderen Stelle in der Halle dominierte die Farbe rot: Ein herrliches Gmünd-Coupé, ein 906 und ein aktuelles 911 Cabrio in den legendären Farben von Porsche Salzburg, wie einst der 917, mit dem Hans Herrmann und Richard Attwood 1970 den ersten Le-Mans-Gesamtsieg für Porsche einfuhren.
110 Jahre Karl Abarth
Rot dominierte auch bei der zweiten Sonderausstellung, die anlässlich des 110. Geburtsjahres des Wieners Karl Abarth eingerichtet wurde. Als ‚Carlo Abarth’ machte er sich als Rennfahrer und Konstrukteur einen Namen. Zu den Ausstellungsstücken gehörte ein Abarth 2000 Sport Spider Prototipo aus dem Jahr 1969, mit dem Arturo Merzario und Gijs van Lennep Erfolge feierten, darunter die Gesamtsiege beim Rennen auf dem Strassenkurs von Mugello in den Jahren 1969 und 1970.
Auch ein Abarth 1000 SE-017, bekannt als ‚Cuneo’ oder zu Deutsch ‚Keil’, zwei Abarth Monomille-Coupé, ein Abarth SP 1000, das 3000 Sport Prototipo, mit dem Johannes Ortner 1971 den Berg-EM-Titel gewann, und ein Porsche 356 B 1600 Carrera GTL Abarth gehörten zur Ausstellung.
Letztgenanntes Auto war das Bindeglied zwischen den beiden Sonderthemen bei der Classic Expo Salzburg.
Erfolgreiche Versteigerung
Wie in den Vorjahren führte das Wiener Auktionshaus Dorotheum im Rahmen der Veranstaltung eine Auktion durch. Zum Angebot gehörten zahlreiche US-amerikanische Limousinen, die zwar alle optisch in gutem Zustand waren, aber sicherlich nicht jedermanns Sache sind.
Entsprechend war die Preisgestaltung: Viele der US-Schlitten wechselten für unter 15.000 Euro, manche sogar für unter 10.000 Euro den Besitzer. Auch der Schätzpreis für den Ex-Elvis-Presley-Cadillac DeVille Estate, der mit 100.000 bis 200.000 Euro im Katalog stand, erwies sich als zu optimistisch: Hier war 69.000 Euro das Höchstgebot.
Den grössten Ertrag gab es für den Alfa Romeo 6C 2300 B Pescara, der für 451.000 Euro verkauft wurde, wesentlich mehr als der Schätzwert von 260.000-340.000 Euro. Ein seltenes Alfa Romeo ‚Matta’ Geländefahrzeug wurde für 20.700 Euro verkauft.
Natürlich fehlten auch österreichische Autos nicht: Ein Fiat Panda ‚Final Edition’ mit Steyr-Puch-Allradantrieb erwies sich mit EUR 7130 als überaus erschwinglicher Youngtimer, ein Puch 500 DL aus 1960 wurde für 14.375 Euro verkauft und ein liebevoll restaurierter Steyr-Puch Haflinger ging für 33.350 Euro an einen neuen Besitzer.
Reger Handel
In den Messehallen gab es zahlreiche Händler, die für ein umfangreiches Angebot sorgten. Dabei reichte die Skala von stilvollen Limousinen wie ein Duesenberg oder ein Horch 853 bis hin zu einem Porsche 959, der für den stolzen Preis von EUR 1’280’000 angeboten wurde.
Restaurationsobjekte gab es auch, darunter ein als ‚Scheunenfund’ deklarierter Porsche 356 für EUR 39’000, von denen Besucher aber meinten, das Auto sei bereits vor drei Jahren in einem deutschen Magazin inseriert worden.
Eine Rarität war ein Lamborghini Centenario, ein 39-PS-Traktor in Metallfarbe, der 2016 in einer Auflage von nur fünf Stück zum hundertsten Geburtstag des Firmengründers Ferruccio Lamborghini gebaut wurde.
Österreichische Prominenz
Auf dem Stand der ‚Ennstal Classic’ trafen wir den legendären Formel-1-Reporter Helmut Zwickl, der sein im November erscheinendes Buch ‚Damals – Als Sex noch sicher und die Formel 1 gefährlich war’ ankündigte.
„Es gibt so viele interessante Geschichten, die es einfach wert waren, festgehalten zu werden“, so der Österreicher, der zusammen mit Michael Glöckner auch die treibende Kraft hinter der ‚Ennstal Classic’ ist.
Mit Rallye und Feuerwehr
Die Gleichmässigkeitsveranstaltung ‚Salz & Öl-Rallye’ hatte auf dem Messegelände am Freitag und Samstag jeweils den Start, was für weitere interessante Fahrzeuge sorgte. Ebenfalls im Aussenbereich stellte die Freiwillige Feurwehr Piding einige historische Feurerwehrautos aus. Diverse Clubs waren ebenfalls mit Präsentationen vertreten.
In zwei Hallen gab es Stände von privaten und geschäftlichen Anbietern von Teile und Automobilia, bei denen es viele interessante Fundstücke gab.
Auto und Kunst - in Salzburg einmal anders
So war auch die 14. Auflage der Classic Expo Salzburg wieder eine erfolgreiche Veranstaltung. Wer wollte, konnte den Zugang zur Classic Expo mit jener zur Kunstmesse ‚Art Salzburg’ verbinden. Klassiker in der Mozartstadt, eine gelungene Kombination.


























































































































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