Rétromobile Paris 2019 - Café au Lait oder Capuccino?

Erstellt am 11. Februar 2019
, Leselänge 10min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Daniel Reinhard 
220
Bruno von Rotz 
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Jedes Jahr fragt sich der Besucher der Rétromobile in Paris, ob man das Gesehene wohl noch übertreffen kann. So gab es letztes Jahr fast ein Dutzend Ferrari 250 GT SWB zu sehen, ein echter Superlativ.


Lancia-Sonderschau von Lukas Hüni - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Doch schon nach wenigen Metern, die man zwischen dem 6. und 10. Februar 2019 in den Hallen bei der Porte de Versailles zurückgelegt hatte, war klar, auch der 2019er Ausgabe der Rétromobile mangelte es nicht an Höhepunkten.

Ungebrochene Begeisterung

Der Besucheransturm schien kaum geringer als in anderen Jahren, die Schlangen beim Eingang waren gewohnt lange, die Wartezeit an den Verpflegungsständen genauso, sobald sich die Mittagszeit ankündigte. Und obwohl es mehr Essenstände gab, schien es nicht einfacher zu sein, zu einem Kaffee oder einem Sandwich zu kommen.


Es konnte zu Gedränge kommen - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Zwischen den Ständen war das Gedränge gross, um freie Sicht auf die Exponate zu haben, musste man manchmal viel Geduld haben. Die von der Organisation gemeldeten 132'000 Besucher, ein neuer Rekord, waren also durchaus nachvollziehbar.

Superlative am laufenden Band

An Superlativen der besonderen Art mangelte es der Rétromobile auch 2019 nicht. So sah man etwa von weit her schon den monströs grossen Lastwagen Berliet T100. Fünf Meter hoch ist der Koloss, von dem nur zwei der vier gebauten Exemplare überlebt haben, fünf Meter breit und 15 Meter lang. Angetrieben wird er von einem 30-Liter-V12-Dieselmotor mit rund 600 bis 700 PS. Damit konnte er 60 Tonnen durch die Dünen der Sahara transportieren. Kein Wunder war dieses Monstrum die ideale Kulisse für Selfies aller Art.


BRM Typ 15 (1950) - komplexe Konstruktion mit 1,5-Liter-V16-Motor, erfolgreich war er nicht - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Deutlich zierlicher war ein anderer Superlativ, den das National Motor Museum von Beaulieu nach Paris gebracht hatte. Der BRM Type 15 von 1950 hatte zwar nur 1,5 Liter Hubraum, der war aber auf 16 Zylinder verteilt und sollte dank Kompressorunterstützung für 500 PS bei 12’000 Umdrehungen gut sein. Ganz soviel wurden es nicht und der Rennerfolg des komplexen Rennwagens wollte sich auch nicht einstellen, ein technisches Wunderwerk ist er aber geblieben.


Le Jamais Contente (1899) - so stellte man sich damals die optimale Aerodynamik vor - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Gänzlich anders war die Jamais Contente von 1899 aufgestellt. Sie bediente sich nämlich eines Elektromotors und um die Jahrhundertwende beeindruckende 105 km/h zu erreichen. Dafür gestaltete man sie so aerodynamisch wie möglich.

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Zum Geburtstag von Citroën

Aerodynamik war auch für die Marke Citroën immer wichtig und diese feiert 2019 ihren 100. Geburtstag.


Citroën Type A 10 HP (1919) - frühes Modell der Marke - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Es war am 4. Juni 1919, als der erste Citroën 10 HP Type A die Fabrikationshallen am Quai de Javel in Paris verliess. Seither sorgte mache Citroën-Konstruktion für Aufsehen oder auch für Kopfschütteln. Erfolgreich waren nicht alle Autos der französischen Marke, unverwechselbar aber viele davon.


100 Jahre Citroën - seit den Anfängen - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Dies zeigte sich an der Rétromobile auch an den ausgestellten Konzeptfahrzeugen, die an Formenreichtum nichts zu wünschen übrig liessen.


Citroën Camargue (1972) - feierte in Genf seine Premiere - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Nicht nur Citroën selber feierte seinen 100. Geburtstag, eine Sonderschau mit Chapron-Varianten liess die Marke ebenfalls hochleben.


Vor allem DS-Varianten, aber auch andere Citroën-Modelle in der Chapron-Citroën-Sonderschau - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Was hier an Farben- und Variantenreichtum in Form von Spezialkarosserien zu sehen war, gehörte sicherlich zu den Superlativen, an die man sich noch Jahre erinnern wird.

Lancia-Panoptikum

A propos Farbenreichtum. Da konnte auch Lukas Hüni mit seiner Lancia-Aufstellung gut mithalten. In vorderster Reihe standen nämlich sieben Lancia Stratos in allen Regenbogenfarben. Sie lenkten die Aufmerksamkeit fast ein wenig von den kaum weniger attraktiven Lancia-Modellen der Vorkriegs- und Nachkriegsjahrzehnte ab.


Lancia-Sonderschau von Lukas Hüni - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Und selbst der D23 des Louwman-Museums oder die Rallye-Martini-Versionen von 037 und Delta Integrale wirkten fast unauffällig im Vergleich zu den Bertone-Keilsportwagen der Siebzigerjahre.


Zweimal Lancia im Martini-Look bei Lukas Hüni - 037 Rally Gruppe B und Delta Integrale - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Rund zwei Dutzend auserlesene Lancia-Meilensteine hatte Hüni zusammengetragen, um die Marke, die offiziell am Erlöschen ist, hochleben zu lassen. Es sei ihm gedankt.

Eine Ode an Bédélia

Schon lange zu den vergessenen Marken gehört der französische Hersteller Bédélia. Entstanden waren die ersten Vierradfahrzeuge im Jahr 1910, als Robert Bourdeau und Henri Devaux ihr Motorrad bei einem Unfall zertrümmerten. Als Reaktion bauten sie ein Auto, das vorwiegend auf Motorradteilen basierte, aber dank niedrigem Gewicht überraschend schnell war und zwei Personen befördern konnte.


Bédélia BD2 (1911) - die Bahre wurde einfach auf den Wagen gebunden - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Unüblich war, dass die Besatzung hintereinander sass, noch spezieller aber war, dass der Pilot hinten, der Passagier vorne sass … oder lag, denn die Bédélia Cycle Cars wurden auch als Ambulanzen eingesetzt.


Bédélia BD2 (1912) - in der Sonderschau - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

In Paris waren 14 der 18 überlebenden Bédelia Modelle zu sehen, 3000 waren damals gebaut worden. Die Konstruktionen entzückten, nicht alle gezeigten Zweisitzer schienen sich allerdings in fahrbarem Zustand zu befinden. Trotzdem werden einige von ihnen schon im Mai wieder auf der Montlhéry-Rennstrecke zu sehen sein.

Lamborghini Miura im Multipack

Der Miura ist für viele der erste Supersportwagen überhaupt. Als er in den Sechzigerjahren präsentiert wurde, sahen die Konkurrenzmodelle von Ferrari und Maserati plötzlich rückständig und altmodisch aus. Mit seinem querliegenden V12-Mittelmotor und dem atemberaubenden Design von Marcello Gandini setzte der Miura Massstäbe.


Lamborghini-Miura-Grossaufgebaut auf dem Simon Kidston Stand - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Gleiches tat Simon Kidston, der auf seinem Stand gleich sechs dieser Raritäten zeigte. Und zwar vorwiegend besondere Exemplare, also SV- und SVJ-Varianten sowie der einmalige Spider, der 1969 in Brüssel seine Premiere hatte. Und als Sahnehäubchen kam dann noch das Chassis dazu, das in Turin 1965 erstmals gezeigt wurde.


Lamborghini Miura (1966) - Chassis, wie es in Genf seine Premiere feierte - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Übrigens zeigte auch das Lamborghini Polo Historico noch einen weiteren, eben fertig restaurierten Lamborghini P400 SV, Miura-Freunde kamen also voll auf ihre Rechnung.

Turbo, Turbo

Renault gilt als Pionier der Turbo-Technik im Formel-1-Rennwagen. Da lag es nahe, auch die Serienfahrzeuge mit dieser Leistungssteigerungsmöglichkeit auszurüsten und dies tat Renault fast über alle Baureihen hinweg.


Renault 5 Turbo (1982) - 160 PS leistete der 1,4-Liter dank Aufladung - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

In Paris waren einige Beispiele dieser damaligen Aufrüstungsbemühungen zu sehen, etwa in Form eines Renault 5 Turbo von 1982 (mit Mittelmotor), eines Renault 5 AlpineTurbo, eines Renault Fuego oder eines Renault 18.


Renault RS 10 (1979) - als Speerspitze der Renault-Turbo-Ausstellung - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Und natürlich fehlte auch die Formel-1-Version nicht.

50 Jahre McLaren

Formel-1-Technik gab es auch auf dem Stand von Richard Mille zu sehen. Dort konnte man Formel-1-Rennwagen von McLaren aus fünf Jahrzehnten bewundern. Besonders eindrücklich war natürlich der M7C von 1969 mit seinen riesigen und hoch angebrachten Flügeln.


McLaren M7C 01 (1969) - mit eindrücklichem Flügelwerk - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Weil diese aerodynamischen Hilfsmittel zu vielen Unfällen führten, stutzte man den F1-Rennern die Schwingen, das Ergebnis sah dann etwa so aus wie der M 14 von 1970.


McLaren M23 (1974) - damit wurde Fittipaldi Weltmeister - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Einer der erfolgreichsten Rennwagen des McLaren-Rennstalls war der M23, mit dem Emerson Fittipaldi Weltmeister wurde und der auch James Hunt noch zu Siegen verhalf.


50 Jahre McLaren-Sonderschau - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

In der Neuzeit und mit TAG-Porsche-Motoren waren es dann andere Modelle, die McLaren zu Siegesruhm verhalfen.

Minis ganz gross

Die zahlenmässig vermutlich grösste Sonderschau war dem 60. Geburtstag des Minis gewidmet. Dort wurden nicht nur über zwei Dutzend Derivate des Ur-Minis gezeigt, sondern auch der konzeptionelle Ursprung, der nämlich bereits 1947 als Chassis-Konstruktion von Charles Dechaux auf dem Pariser Autosalon stand.


Das Chassis von Charles Dechaux aus dem Jahr 1947 diente als Inspiration für Alec Issigonis bei der Entwicklung des Minis - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Dort hatte wohl auch Alec Issignois abgeguckt und seine Idee des querliegenden Vierzylinders und der weit aussen angebrachten Räder generiert. Allerdings ging es noch bis 1959, bis er erste Mini öffentlich gezeigt werden konnte.


Morris Mini Minor MKll (1969) - Schnittmodell in der Mini-Sonderschau zum 60. Geburtstag - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Und am Anfang schien das Auto nicht der erhoffte Erfolg zu werden, denn es war zu teuer. Doch diese Probleme verschwanden, als der Mini vielfältiger, schneller, bunter und quirliger wurde. Rallye-Sieger, Freizeitautovarianten, Edelversionen und stetige Modellpflege machten aus dem ursprünglichen Austin Seven und Morris Mini Minor einen Millionenerfolg.


Die wilde Welt des Minis auf der Strasse und im Rennsport - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Und es machte Spass, die mannigfaltigen Ausführungen in der Sonderschau in Reih’ und Glied bewundern zu können. Speziell an die Stufenheck Variante, die als Wolseley Hornet vermarktet wurde, dürften sich nur noch die wenigsten erinnert haben, während man etwa einem Mini Moke sogar auf den winterlichen Strassen vor den Hallen begegnen konnte.


Wolseley Hornet MKlll (1969) - Mini-Derivat mit Stufenheck - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Das breite Auftreten der Mini-Phalanx täuschte etwas darüber hinweg, dass die Briten eigentlich recht dünn aufgestellt waren in Paris. Zwar sah man einzelne Bentley, Aston Martin oder auch Jaguar (und Range Rover), aber die meisten kleineren britischen Marken wie etwa Jensen, TVR oder Ginetta glänzten weitgehend durch Abwesenheit.

Selbst populärere Marken wie MG, Triumph oder Austin-Healey sah man höchstens im Privatverkauf oder bei Händlern.

Markenpräsenzen

So ging der 100. Geburtstag von Bentley fast unter. Hier wäre sicherlich auch eine Sonderschau interessant gewesen, so aber konnte man am Werksstand nur einen alten Bentley sehen, weitere waren verteilt über die Messe. Fast das ganze Schaffen von Bentley zwischen 1935 und heute fehlte aber komplett.


Bentley 3 Litre (1919) - 100 Jahre Bentley, die Entwicklung von damals bis heute - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Die französischen Marken waren natürlich breiter vertreten, so nahm natürlich auch Peugeot neben den bereits erwähnten Citroën und Renault eine beträchtliche Ausstellungsfläche ein.


Abarth F2 Monoposto (1964) - steht auch für die Geschichte der Fiat-Chrysler-Gruppe - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Von den Ausländern hatte die Fiat-Alfa-Abarth-Gruppe und BMW grössere Stände, Honda präsentierte ein Motorrad (zum 50. Geburtstag der Honda Four) und einen S2000 (zum 20. Geburtstag).

Kunst und Technik

Typisch für die Rétromobile war wie immer das Künstlerdorf, das es dieses Mal sogar in den vorderen Teil der grossen Halle geschafft hatte.


Kunst vom Auto im Künstler-Dorf innerhalb der Messe - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Hier waren mannigfaltige Kunstwerke zu sehen, die Autos abbildeten oder zumindest von Autos inspiriert wurden, wenn sie sich nicht sogar eines verwandelten Autos als Teil des Kunstwerks bedienten.

PRV-Motor feiert Geburtstag

Vor 45 Jahren entstand der gemeinsame V6-Motor von Peugeot, Renault und Volvo. Konzipiert eigentlich als Achtzylinder zwangen steigende Benzinpreise zum “Downsizing”, was zum Abschneiden von zwei Zylindereinheiten führte. Was blieb war der V8-typische Zylinderwinkel von 90 Grad und die moderne Konstruktion mit zwei obenliegenden Nockenwellen.


Alle diese Autos nutzten den PRV-V6 - Peugeot 604, Renault 30, Volvo 780, DeLorean DMC-12 - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Eingesetzt wurde der Motor unter anderem im Renault 30, im Peugeot 604 und im Volvo 780, aber auch im De Lorean DMC-12, in diversen Venture-Sportwagen und im Alpine-Renault A310 sowie dessen Nachfolgern.


Der PRV-V6 hatte den unüblichen Winkel von 90 Grad - hier eine Rennversion mit Zwangsbeamtung - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Sogar im Rennsport kam der V6 zum Einsatz. Damit hatte er sicherlich auch eine kleine Sonderschau verdient, die ihm das Youngtimer Magazin widmete.

Die Clubs mit ihren Raritäten

Natürlich sorgten auch dieses Jahr wieder die Clubs für einige rare Exponate.


Hotchkiss JAG Grégoire (1953) - mit Chapron-Karosserie, neben unrestaurierter Variante von 1954 - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Wo sonst, wenn nicht an der Rétromobile auf einem Clubstand, kann man schon zwei Hotchkiss Grégoire zusammen sehen oder einen Rolland & Pillain bewundern?


Rolland & Pilain Typ C (1909) - Motor - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Fortschreitende Elektrifizierung

Dass auch die Rétromobile nicht ganz an der Elektrifizierung vorbeikommt, bewiesen einige Stände, die entweder Retro-Sportwagen mit E-Antrieb oder elektrifizierte Versionen von Oldtimern zeigten, z.B. auf der Basis des dafür sicherlich geeigneten Citroën Méhari, gesehen bei Eden Cassis.


Peugeot VLV Electrique (1941) - nur 377 Exemplare wurden bis 1945 gebaut und hauptsächlich von der Post und Ärtzediensten genutzt - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Doch auch historische Elektromobile wurden gezeigt, so etwa der CLV von Peugeot, gebaut in einigen hundert Exemplaren zwischen 1941 und 1945.

Nicht nur ganz teuer

Zwar schrieb kaum einer der Edelhändler wie Fisken, Girardo, Axel Schütte oder Kienle Preise auf die edlen Oldtimer, aber man konnte es sich ausrechnen, dass in vielen Fällen einstellige Millionensummen nicht reichten.


Dreimal Fiat 500, eigentlich zu alt um eine "Future Classic" zu sein - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Doch es ging auch anders. Denn für günstige Klassiker stellte die Rétromobile extra eine eigene Fläche zur Verfügung. Bedingung war ein Maximalpreis von EUR 25’000 und siehe da, auch hier gab es interessante Fahrzeuge zu bewundern.


Peugeot 301 D (1935) - angeboten von privat für EUR 15'000 - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Vom Citroën C6 F von 1931, über den Peugeot 301 D von 1935, bis zum Alfa Romeo GTV6, Porsche 928 S oder Zimmer Tiffany Golden Spirit reichte das Angebot, und immer lagen die Preise unter EUR 25’000.


Fiat 600 Vignale (1964) - angeboten für EUR 18'000 - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Für einstellige Tausendersummen gab es etwa einen Fiat 500, für EUR 18’000 bereits einen spezialkarossierten Fiat 600 von Vignale. Ob Käfer-Cabriolet oder Austin-Healey, hier konnte der kaufwütige Sammler fündig werden.

Motorräder und Fahrräder

Zwar ist die Rétromobile primär eine Vierradmesse, doch dank Artcurial gab es 2019 besonders viele Motorräder zu bewundern. Sie stammten vorwiegend vom Hersteller MV Augusta und wurden am Samstag Abend versteigert.


Gnome & Rhone 175 L53 Bol D`Or (1956) - in der Motorrad-Sonderschau - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Zudem gab es eine Motorrad-Sonderschau mit dem Titel “Gnome et Rhône - une histoire de France”, in der einige dieser raren Motorräder gezeigt wurden.

Drei Versteigerungen

Viele Rétromobile-Besucher sahen sich auch bei den drei Auto-Versteigerungen von RM/Sotheby’s, Bonhams und Artcurial nach Objekten der Begierde um. Angeboten waren rund 400 Automobile, verkauft wurden gut zwei Drittel davon im Wert von über EUR 80 Millionen insgesamt.


Alfa Romeo 8C 2900B (1939) - der Star von Artcurial - Rétromobile Paris 2019
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Zu jeder der drei Versteigerungen ist auf Zwischengas bereits ein detaillierter Bericht erschienen.

Betonung auf französisches und italienisches automobiles Kulturgut

Was blieb dem durchschnittlichen Besucher in Erinnerungen nach einem oder mehreren Messetagen in Paris?

Sicherlich Citroën, Lancia und Lamborghini, vielleicht noch Chapron und elegante die Alfa Romeo 8C 2900 Touring Berlinetta, welche von Artcurial für über EUR 16 Millionen versteigert wurde.

Unter dem Strich also französisches und italienisches Kulturgut der rollenden Art, passend zu Café au Lait oder Cappuccino eben.

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von al******
12.02.2019 (12:15)
Antworten
Französischer geht nicht, autobaden wie Gott in Frankreich. Und dann die Kulinarik: Teure und köstlich belegte Baguettes, runtergespült mit Vin rouge oder blanc. Da konnte man sich üppig satt essen und genüßlich die Kante geben. Vive la France.
von ak******
12.02.2019 (08:35)
Antworten
Eine Superreportage, vielen Dank
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