Wann gilt ein Auto als "deutsch"? Wenn der Mutterkonzern seinen Sitz in der Bundesrepublik hat? Oder doch erst, wenn die Fabrik, in der es einst gebaut worden ist, in Deutschland steht? Oder beides? Und was, wenn die erste Bedingung erfüllt ist, aber die zweite nicht? Und was gilt im umgekehrten Fall?
Beim German Car Meeting am 5. Oktober hielt man sich mit solchen Haarspaltereien nicht lange auf und gewährte sowohl dem BMW Z3 als auch dem Seat Cordoba Einlass in die ehemalige Maggi-Fabrik. Vielleicht war man froh, dass überhaupt jemand gekommen war. Denn angekündigte Gewitterstürme sorgten dafür, dass die Einlasskontrolleure zunächst recht wenig zu tun hatten.
Als sich dann zur Mittagszeit hin langsam abzeichnete, dass der Wetterfrosch sich wieder einmal geirrt hatte, füllte sich das Gelände jedoch rasch – wenn auch nicht so sehr wie beim Debüt im vergangenen Jahr. Zudem schien, wer die Wahl hatte, lieber das verzinkte Auto zu nehmen (man kann ja nie wissen). Entsprechend bildeten Fabrikate aus den Achtziger- und Neunzigerjahren die deutliche Mehrheit bei den Klassikern.
Freunde der Wirtschaftswundermobilität gingen trotzdem nicht leer aus. Eine Heinkel-Kabine, ein "Brezelkäfer", eine "Badewanne" sowie gleich zwei DKW Junior hatten sich auf dem erhöhten Plateau des "Valley Square" eingefunden. Nur ein Borgward war nicht zugegen – falls doch, hat sich seine Anwesenheit nicht mit der des zwischengas-Redaktors überschnitten. Ein einsamer BMW 327 repräsentierte tapfer die Vorkriegsfraktion.
Apropos Anwesenheit: Das deutsche Auto schlechthin – der VW Käfer – erstaunte mit fast völliger Abwesenheit. Sein Gegenstück aus der DDR – der Trabant – war ebenso häufig anzutreffen: nämlich zweimal. Gleiches gilt für die Transporter-Baureihen T1 und T2, von denen ebenfalls nur jeweils ein Exemplar den Weg nach Kemptthal gefunden hatte. Vielleicht war hieran weniger das Wetter als eine Terminüberschneidung schuld: Bei den Albisgütli Classics wurde am selben Tag eine grosse Volkswagen-Sonderschau gezeigt.
Dafür bestand für Liebhaber junger Hochleistungsmodelle die Gefahr einer Reizüberflutung: BMW M3 fast aller Generationen, mehrere Audi S3 und RS4, zahlreiche AMG-Modelle sowie ein Opel Astra OPC buhlten in teils schrillen Farben um die Aufmerksamkeit der Besucher. Einige Besitzer übertrieben es dabei jedoch, indem sie im Stand unentwegt den Motor aufheulen und den Auspuff knallen liessen. Doch wurde dieses Treiben erfreulich schnell unterbunden.
Die Frage, wann ein Auto jetzt halbdeutsch, exildeutsch oder sonstwiedeutsch ist, interessierte auch im weiteren Verlauf des Tages niemanden. Vielleicht war das auch ganz gut so. Würde man beispielsweise die Nationalität des Firmengründers als Massgabe nehmen, hätte man beim German Car Meeting 2025 rund das halbe Teilnehmerfeld rauswerfen müssen. Ferdinand Porsche war schliesslich Österreicher.












































































































































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