Die vergessene Automarke Pegaso - Ausstellung in der Autoworld Brüssel

Erstellt am 13. November 2018
, Leselänge 3min
Text:
Wolfram Hamann
Fotos:
Wolfram Hamann 
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Pegaso, die vergessene Marke, so lautet der Titel einer sehenswerten Ausstellung, die noch bis zum 9.Dezember 2018 in der Autoworld Brüssel zu sehen ist. Nun, so ganz vergessen ist der spanische Sportwagenhersteller eigentlich nicht, denn sowohl die Techno Classica (2012) als auch die Rétromobile Paris (2015) sowie zuletzt der Luxemburger Autojumble (2017) widmeten ihr jeweils eine Sonderschau.


Impressionen - Pegaso-Sonderschau in der Autoworld Brüssel (2018/2019)
Copyright / Fotograf: Wolfram Hamann

Und auch auf automobilen Schönheitswettbewerben ist sie mitunter anzutreffen. Allerdings ist die Marke - verglichen mit italienischen Sportwagenmanufakturen - deutlich weniger im Fokus der Freunde des rollenden Kulturguts. Hier setzt die instruktive, vom Pegaso-Experten Mario Laguna und der Brüsseler Autoworld betreute Ausstellung an.

13 Sportwagen und ein Lastwagen

Gezeigt werden 13 Sportwagen und ein Lastkraftwagen der Marke Pegaso. Deren Geschichte ist eng mit dem Namen des technischen Direktors Wilfredo Pelayo Ricart Medina (1897 bis 1974) verknüpft, der bis 1945 als Projektleiter bei Alfa Romeo tätig war, wo zu dieser Zeit auch ein gewisser Enzo Ferrari beschäftigt war...

Nach dem Kriegsende wurde Ricart Direktor der staatlichen Nutzfahrzeugfirma ENASA und begann - ganz in der Tradition von Hispano-Suiza - ab 1951 mit dem Bau prestigeträchtiger Supersportwagen.


Impressionen - Pegaso-Sonderschau in der Autoworld Brüssel (2018/2019)
Copyright / Fotograf: Wolfram Hamann

Ihm zur Seite standen zahlreiche Ingenieure, wie etwa Aldo und Ettore Pagani. In der Folgezeit entstanden jedoch nur 84 Sportwagen (andere Quellen gehen von 125 Exemplaren aus), die sämtlich mit einem V8 Motor ausgestattet waren. Diese hatten zunächst einen Hubraum von 2,8 l, der dann auf 3.2 l und in der letzten Ausbaustufe auf 4,7 l erweitert wurde.

Karosserien von berühmten Firmen

Die Motoren leisteten bis zu 310 PS, wobei auch  Kompressoren zum Einsatz kamen. Die Karosserien der Fahrzeuge stammten von der ENASA selbst, aber auch von Saoutchik (F), Touring (I) und Serra (E). Die finanziell wohl nicht erfolgreiche Sportwagenproduktion der Marke mit dem geflügelten Ross endete bereits1958; die ENASA konzentrierte sich danach wieder auf die Produktion von Nutzfahrzeugen.


Pegaso Z-102 Touring Superleggera Berlineta:Cabriolet (1953) V8 2.8L Hubraum - Pegaso-Sonderschau in der Autoworld Brüssel (2018/2019)
Copyright / Fotograf: Wolfram Hamann

Die Brüsseler Exponate belegen deutlich die Vielfalt der Marke Pegaso: Es gibt Coupés und Cabrios sowohl mit Links- als auch Rechtssteuerung. Auch ein Rennfahrzeug und die Touring-Designikone "Thrill" - Klassensieger in Pebble Beach 1994 - werden präsentiert.


Pegaso Z-102 Touring Superleggera Thrill (1953) V8 2.8L Hubraum - mit Sicherheitsgurten - Pegaso-Sonderschau in der Autoworld Brüssel (2018/2019)
Copyright / Fotograf: Wolfram Hamann

Wenn es so etwas wie ein pegasospezifisches Designmerkmal gibt, so dürfte das wohl eine doppelte rechtwinklige Ecke sein, die oft auf der Motorhaube zu finden ist. Und manche Kühlergrills tragen ein großes Kreuz. Allerdings sind beide Merkmale nicht an jedem Fahrzeug zu finden. Dafür sind die Autos zu individuell gefertigt bzw. nachträglich umgebaut worden. Weltweit sollen heute nur noch 60 Sportwagen der Marke Pegaso bestehen- rund ein Viertel davon erwartet den Besucher in Brüssel.


Pegaso Comet (1961-1977) 6.5L Hubraum - Zusammenarbeit von Enasa mit Leyland - Pegaso-Sonderschau in der Autoworld Brüssel (2018/2019)
Copyright / Fotograf: Wolfram Hamann
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Noch bis im Dezember offen

Die Austellung, Jubelpark 11, 1000 Brüssel, wird noch bis zum 9. Dezember 2019 geöffnet sein. Die Öffnungszeiten, sowie die Eintrittspreise können der Internetseite entnommen werden.

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von Strich 8
20.11.2018 (12:07)
Antworten
Bei Urlaubsreisen in den siebziger Jahren fand ich es auffällig, dass die meisten spanischen Lkw rechts gesteuert waren, obwohl es in Spanien Rechtsverkehr gibt.
Man wollte den Fahrern auf engen Strecken erleichtern, die Straße zu überblicken. Mit einer Sitzposition zum Straßenrand lassen sich Straßengräben, Mauern oder Hecken besser beobachten. Es erstaunt mich, dass der abgebildete Pegaso Comet keine Rechtslenker-Version (volante a la derecha) ist.
Vielleicht weiß jemand konkret, ob in Spanien Lkw damals ad libitum als Rechts- oder Linkslenker statthaft waren?
von to******
20.11.2018 (09:57)
Antworten
Seinerzeit verfolgten wir die Marke Pegaso in AR und AR-Katalog und dachten:
Es kann doch nicht sein, dass Autos einer völlig unbekannten Marke so schnell oder noch schneller sein sollen als ein Ferrari.
Dieser Artikel erklärt nun den technischen Hintergrund des Konstrukteurs.
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