Alljährlich trifft sich die Szene einzigartiger Automobile in Cernobbio, am Ufer des Comer Sees, zum Concorso d`Eleganza in der Villa d`Este.
Vom 25. bis 26. Mai 2019 stand der Wettbewerb unter dem Motto: "Die Symphonie der Motoren - 90 Jahre Concorso d’Eleganza Villa d’Este und BMW Automobile".
Debüt vor 90 Jahren
Am 1. September 1929 debütierte der Concorso, damals natürlich mit den aktuellen Fahrzeugen und wurde schnell zum wichtigsten Event seiner Art in Italien. Schönheitswettbewerbe eleganter Karosserieformen erfreuten sich schon damals grosser Beliebtheit. Es gab zu jener Zeit viele Karosserien, die nur in sehr geringen Stückzahlen, zum Teil sogar nur auf Bestellung, hergestellt wurden.
So waren diese Schönheitskonkurrenzen eine Sonderschau der aktuellen Karosseriekunst. Italien gilt seit jeher als Mutterland des Karosseriebaus. 1929 ging die erste Coppa d`Oro Villa d`Este überhaupt an den Alfa Romeo 6C 1750 Flying Star.
Wieder ein Italiener als Sieger
Zum sechsten Mal in Folge hat in der Neuzeit ein italienisches Auto den weltberühmten Concorso d`Eleganza gewonnen. Der amerikanische Sammler David Sydorick brachte den majestätischen Alfa Romeo 8C 2900B an den Comer See. Das Auto wurde von Touring in Mailand 1937 aufgebaut und jetzt auf höchstem Niveau restauriert.
Nachdem bereits am Samstag das Publikum dem 8-Zylinder-Doppelkompressor den traditionellen "Coppa d’Oro" verliehen hatte, folgte am Sonntag Abend auch noch die Entscheidung der internationalen Jury mit der Ehrung durch den begehrten Preis "Best of Show".
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Gewitter über der Villa d’Este
Während sich in den vergangenen Jahren das Wetter meist von seiner freundlichen und sonnigen Seite gezeigt hatte, überraschte am Samstag ein heftiger Gewitterregen die Parade vor der Villa d’Este. Die Motorradfahrer hatten Glück und konnten ihre Zweiräder noch bei trockenen Bedingungen dem Publikum vorstellen.
Doch mit dem Start der Autos fielen die ersten schweren Tropfen vom Himmel. Im Nu verschwanden die zahlreichen, wie immer gut gekleideten Zuschauer in Richtung Hotel. Übrig blieb ein leeres und bald nasses Gartenrestaurant. Die leeren Gläser waren schnell wieder gefüllt, wenn auch nur mit Wasser.
Alle Schaulustigen drängten sich unter das kleine Vordach, wo ohne Pause das ganze Programm durchgezogen wurde.
Der Ton macht die Musik
Eine Bereicherung war die Symphonie aus all den vielen vorhandenen Zylindern, und Kompressoren bei hohen Drehzahlen. Ein guter Sound gehört halt einfach zum Auto, so wie das Ei zum Huhn. Dass dabei ein 12-Zylinder das Rennen machte, war wohl schon im Voraus ziemlich klar.
So gewann der Ferrari 275 GTB Competizione die "Trofeo dell’Anniversario" für den besten Sound. Imposant war allerdings auch die Tonqualität beim kleinen CD Panhard LM 64 mit seinem 848 ccm Zweizylindermotor, doch gegen den Ferrari-Bariton hatte er schliesslich keine Chance. Dieser Sonderpreis hat sicher Zukunft, denn das Publikum zeigte seine Begeisterung mit einer "Standing Ovation".
Mit der Kraft des Kreisels
Als ganz spezielles Auto muss der zweirädrige Giro-X von 1967 erwähnt werden. Alex Tremulis, Chef des Ford Advanced Styling Studio und der Erfinder Tom Summers ersannen einst eine simple Lösung für staugeplagte Metropolen: Die Verdoppelung der Verkehrskapazität durch Einsatz von Autos mit halber Breite. Leider erwies sich die Realisierung eines Zweirads mit Kreiselstabilisator als deutlich weniger einfach als erwartet.
Zwar läuft der 4,65m lange, einsitzige Prototyp Gyro-X aus eigener Kraft. Doch für Praxiseinsätze in Kundenhand waren die technischen Probleme nicht in den Griff zu kriegen. Und so entstand keine Millionen Giro-X, sondern nur dieser eine. Irgendwann endete die skurrile Zigarre als Dreirad in La Vegas. 2011 kaufte Jeff Lane die Überreste.
Der originalgetreue Antrieb eines Mini Cooper S 1275, mit dem 200 km/h erreichbar sein sollten, war schnell beschafft. Aber die Rekonstruktion der fehlenden Balanciertechnik forderten den Technikern des Lane Motor Museum in Nashville, Tennessee alles ab. Heute gilt der Giro-X als einziges funktionsfähiges Gyroskop-Automobil der Welt.
Ein erfüllter Lebenstraum
Die emotionalste Geschichte des Wochenendes aber lieferte der Lancia Astura von 1938. Das interessante Auto im Wandel zwischen zwei Epochen spiegelt einige Details die Vorkriegsära wider, andere hingegen wie das Heck, deuten bereits in Richtung der Fünfzigerjahre. Des Rätsels Lösung ist einfach, denn Pinin Farina erhielt das Chassis bereits 1938, doch die Einkleidung konnte kriegsbedingt nicht vollendet werden. Die Arbeiten wurden erst im Jahr 1947 abgeschlossen.
Filippo Soles Jugendtraum war eine Teilnahme am Concorso d`Eleganza. Mit diesem Lancia sollte sie tatsächlich Wirklichkeit werden.
Doch schon der unrestaurierte Wagen schlug so stark zu Buche, dass Sole selbst sein Alltagsauto verkaufen musste, um dieses Auto zu erwerben. Um die unumgängliche Restaurierung zu finanzieren, arbeitete er höchstpersönlich mit und liess sich noch einen Kredit auszahlen, damit er über die Runden kam. Schliesslich war es geschafft und der Teilnahme stand nichts mehr im Wege.
Und das Märchen hatte mit der "Trofeo BMW Group Italia" sogar noch ein Happy End. Mit Tränen in den Augen nahm Filippo Sole den lang erträumten Preis entgegen.
Teuer und selten
Der Abarth 205 Sport 1100 wurde von Carlo Abarth 1950 lanciert und kostete damals mehr wie ein Ferrari 166 mit V12 Motor, weshalb wohl auch nur drei Exemplare gebaut wurden.
Noch seltener, weil einmalig, war das Konzeptfahrzeug, das die Klasse H gewann.
Der Lamborghini Marzal war die Inspiration zum viersitzigen Lamborghini Espada, der dann allerdings auf die Flügeltüren und den querliegenden Mittelmotor verzichten musste.
Musikalische Autos
In der Kategorie "Musical Stars`Cars" standen Autos bekannter Sänger, allen voran der nun wieder schwarze BMW 507 von Elvis Presley und der Aston Martin V8 Vantage von Elton John.
Auch aus der berühmten Musikszene kam der Porsche 959, das ex-Auto des Star-Dirigenten Herbert von Karajan.
Den Sieg in dieser Klasse trug aber ein Lamborghini Miura nachhause.
Teilnehmer und Preise
| Klasse/Nr | Fahrzeug | Jahr | Preise |
|---|---|---|---|
| A02 | Vauxhall 30/98 Type OE | 1925 | Klassensieger |
| A04 | Minerva Type AF Hibbard et Darrin | 1928 | |
| A06 | Lancia Lambda Serie VIII | 1928 | Ehrennennung, Trofeo FIVA (best preserved pre-war) |
| A08 | Alfa Romeo 6C 1500 Super Sport | 1928 | |
| A10 | Rolls-Royce 20 H.P. Barker & Co. | 1929 | |
| A12 | Alfa Romeo 6C 1750 Gran Sport Spider Zagato | 1930 | |
| B14 | Rolls-Royce 40 / 50 H.P. Silver Ghost Torpedo Phaeton Kellner | 1914 | Trofeo Rolls-Royce (most elegant RR) |
| B16 | Bentley 4 1/4 Litre Cabriolet Antem | 1936 | |
| B18 | Mercedes-Benz 540 K Cabriolet A | 1936 | |
| B20 | Bugatti 57 S Sports Tourer Vanden Plas | 1937 | Ehrennennung, Trofeo BMW Group Classic (most sensive restoration) |
| B22 | Alfa Romeo 8C 2900B Berlinetta Touring | 1937 | Best of Show, Coppo d'Oro (Publikumspreis), Klassensieger |
| B24 | Delahaye 135M Roadster Carlton | 1938 | |
| B26 | Lancia Astura Serie IV Cabriolet Pinin Farina | 1938 | Trofeo BMW Group Italia (Wahl der Besucher) |
| B28 | Lagonda V12 Redfern Tourer DHC Maltby | 1939 | |
| C30 | Maserati A6G / 2000 Coupé Frua | 1952 | |
| C32 | Abarth 205 Sport 1100 Berlinetta Ghia | 1953 | Ehrennennung |
| C34 | Siata 300 BC Barchetta Bertone | 1953 | |
| C36 | Fiat 1200 Spyder | 1958 | |
| C38 | Austin Seven 850 Beach Car | 1960 | |
| C40 | Abarth Monomille GT Coupé Sibona-Basano | 1963 | Klassensieger |
| C42 | Seat Nardi 750 GT | 1964 | |
| D44 | Ferrari 342 America Vignale | 1952 | |
| D46 | Jaguar XK 120 Supersonic Ghia | 1952 | |
| D48 | Siata 208 S Motto | 1953 | Ehrennennung |
| D50 | Mercedes-Benz 300 SL | 1954 | Klassensieger |
| D52 | Alfa Romeo 1900 Super Sprint “La Flèche” Vignale | 1955 | |
| D54 | Ferrari 250 GT Competizione Berlinetta Pinin Farina | 1955 | Ehrennennung |
| D56 | BMW 507 | 1959 | |
| E60 | Ferrari 250 GT Berlinetta SWB Competizione | 1960 | |
| E62 | Aston Martin DB4 GT Zagato | 1961 | |
| E64 | Ferrari 250 GT California Spyder SWB | 1961 | Klassensieger |
| E66 | Aston Martin DBS C Touring | 1966 | |
| E68 | Ferrari 275 GTB/4 | 1967 | |
| F70 | BMW 507 | 1957 | |
| F72 | Bizzarrini GT Strada 5300 | 1966 | |
| F74 | Maserati Mistral 4000 Spider | 1966 | Trofeo Automobile Club Como (längste Anreise) |
| F76 | Lamborghini Miura P 400 S | 1971 | Klassensieger |
| F78 | Aston Martin V8 Vantage | 1985 | |
| F80 | Porsche 959 | 1988 | Ehrennennung |
| G82 | Ferrari 166 Mille Miglia Barchetta Touring | 1949 | Klassensieger |
| G84 | Ferrari 340 America Berlinetta Touring | 1951 | |
| G86 | Osca MT4 1450 Barchetta Frua | 1953 | Ehrennennung |
| G88 | Osca MT4 1500 Barchetta Moretti | 1955 | |
| G92 | CD Panhard LM 64 Coupé Aérodynamique Chappe et Gessalin | 1964 | Trofeo ASI (best preserved post-war) |
| G96 | Ferrari 275 GTB Competizione | 1966 | Trofeo Vranken Pommery (most iconic car), Trofeo Dell'Anniversario (best engine sound) |
| H98 | Vivant 77 | 1965 | Ehrennennung |
| H100 | Lamborghini Marzal | 1967 | Klassensieger, Trofeo BMW Group Ragazzi (Publikumswahl bis 16 Jahre alt) |
| H102 | Gyro- X | 1967 | |
| H104 | Ferrari 512 S Modulo | 1970 | Trofeo Auto & Design (most exciting design) |



































































































































































































































































































































































































































































































































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