Die Leipziger mögen die Überschrift verzeihen. Doch sie signalisiert bereits, dass es nachfolgend um eine breit gefächerte Angebotspalette geht. Die Rede ist von der 29. Ausgabe der Oldtimermesse in Maastricht. Sie ist traditionell die erste Oldtimermesse des Jahres, heißt seit einiger Zeit "Classic Car Show" und ist das Vorbild für den erfolgreichen vorweihnachtlichen Brüsseler Ableger. Da sie nur eine halbe Stunde Autofahrt von Aachen entfernt ist, ist sie nicht nur für Besucher und Aussteller aus den Benelux-Staaten, sondern auch aus Deutschland attraktiv.
120 Jahre Ford Performance
Lassen wir hier die 60 Rennsimulatoren des "SIM Formula"- Wettbewerbs in der Forumspassage beiseite und betreten direkt die Messe, die in zwei Hallen mit 35'000 Quadratmetern wieder über 800 klassische Autos zeigte, flankiert vom typischen Begleithandel mit Modellautos, Büchern oder Teilen
Die diesjährige Sonderschau thematisierte "Ford Performance" und zeigte anhand von 24 Exponaten 120 Jahre Rennsport- und Rallyegeschichte der amerikanischen Firma. Das älteste gezeigte Fahrzeug war das vom Firmengründer selbst gebaute Quadricycle von 1896. Die Reihe setzte sich fort über frühe sportliche T-Modelle, den "Golden Deuce" – ein Ford V-8 Coupe von 1932 –, den legendären GT 40, die Modelle Capri und Mustang nebst einigen Rennwagen bis hin zum Ford GT Liquid Carbon von 2021. Ergänzend zu dieser Sonderschau steuerte der Aussteller "PreWarCar" auf seinem Stand einen Ford "Ballard Special" bei. Das ist ein Rennwagen von 1929, der einen aus zwei vierzylindrigen Ford-A-Motoren zusammensetzten Reihen-Achtzylinder besitzt.
Das diesjährige Angebot des Oldtimerhandels präsentierte sich einmal mehr vielfältig und breit aufgestellt. Natürlich gab es Fahrzeuge von Porsche oder Mercedes-Benz, aber wie immer in Maastricht waren italienische, englische, amerikanische oder französische Marken ebenfalls gut vertreten. Selbst ein DAF 66 und diverse Volvo fehlten nicht. Autos der Marke BMW schienen dem Berichterstatter diesmal stark präsent zu sein, inklusive der Z-Modelle: Das Angebot reichte vom Z1 über den Z3 bis zum Z8. Zudem wurden gleich zwei BMW 503 offeriert.
Reichlich erschien auch das Angebot an Porsche der Typen 924 und 944. Bei Mercedes-Benz waren tendenziell eher jüngere Modelle im Angebot, so etwa ein 500 E der Baureihe W 124. Vorkriegsfahrzeuge wurden ebenfalls offeriert sowie einige Japaner, etwa einen Toyota Celica (TA 22) oder einen Honda NSX (NA1).
Viele Stehzeuge
Vielleicht ist dies nur die Wahrnehmung des Berichterstatters, aber eine derartige Anhäufung von Fahrzeugen mit sehr geringen Laufleistungen – ihre Nachvollziehbarkeit einmal vorausgesetzt – wie bei der Classic Car Show Maastricht dürfte es kaum noch einmal geben. Hier sind ein paar Beispiele: Den wohl geringsten Kilometerstand – nämlich nur 280 km – hatte ein Maserati Quattroporte GTS von 2016 aufzuweisen. Dass exquisite Sammlerfahrzeuge wie ein 1964er Ferrari 500 Superfast nur 32'000 km oder ein Ferrari F40 nur 18'000 km gelaufen sind, verwundert eher nicht.
Doch es gab etwa auch einen Mercedes-Benz CLK 200 Cabriolet mit nur 17'000 km oder einen CLS 500 mit 33'000 km auf dem Zähler im Angebot. Ferner waren ein BMW Z1 mit nur 11'000 km und zwei BMW Z3 mit 10'000 km bzw. 49'000 km zu haben und der bereits erwähnte Honda NSX hatte auch erst 34'000 km gelaufen. Sozusagen den Gegenpol verkörperte ein Mercedes 300 TD Turbodiesel von 1980, der bereits 351'047 km hinter sich gebracht hatte und noch 22'900 € kosten sollte.
Widmen wir uns einmal den Fahrzeugen, die selten angeboten werden. Damit ist nicht nur der Pegaso Z-102 Berlinetta gemeint, der kürzlich noch auf der Classic Car Show Brüssel präsent war. Hier in Maastricht überzeugte das Auto die Jury, die es zum "Best Car of the Forties & Fifties" kürte.
Doch kommen wir zu anderen Raritäten. Wann wird schon mal einer von nur 67 gebauten Volvo Sport P 1900 (mit einer Karosserie von Glasspar, USA) angeboten und wann die MG-Limousine ZT 260 SE mit dem Achtzylinder des Ford Mustang? Eher selten findet man auch den MG RV8 auf Messen, was sicher auch für einen Citroën Méhari mit Allradantrieb zutrifft. Nun, in Maastricht wurden all diese Fahrzeuge offeriert.
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Brot, Butter und Kaviar
Interessant war auch das Angebot an Brot-und-Butter- Autos: Ein heute aus dem Straßenbild verschwundener Renault 25 mit sehr geringer Laufleistung war ebenso zu finden wie ein eher unscheinbarer, dunkelgrüner Audi 80 mit 59'000 km für 6500 Euro.
Natürlich waren in der höchsten Preisklasse etliche Fahrzeuge wie z. B. ein Lancia Aurelia Spider (1955) für 825'000 € im Angebot. Auch wer in Maastricht einen Facel Vega gesucht hätte, hätte einen gefunden. Erwähnenswert fand der Verfasser einen eleganten Fiat 1900 Coupé Granluce, der sich durchaus neben den zahlreichen Lancias, Ferraris etc. sehen lassen konnte.
Wer mit einem Budget bis ca. 25'000 € einen Old- oder Youngtimer suchte, wäre in Maastricht auf interessante Angebote gestoßen. So war etwa ein Peugeot 403 von 1959 für 8700 € im Angebot, ein MG TF (2005) sollte 9500 € kosten, einen Tausender weniger als der erwähnte DAF 66. In der Preislage um 16'000 € hätte man zwischen einem Peugeot 302 aus der Art-Déco-Zeit (1938) für 16'700 € oder einem Peugeot 505 (1980) für 14'800 € wählen können, sofern nicht die Wahl auf einen Fiat 500 Giardiniera für 17'500 € gefallen wäre.
Der bereits erwähnte MG ZT 260 war für knapp unter 20'000 € im Angebot und für rund 24'000 Euro hätte man sich zwischen einem voll ausgestatteten Jaguar XJ von 1995 für 23'900 € oder einem zehn Jahre jüngeren Mercedes-Benz CLS 500 für 24'500 € entscheiden können. Interessant wäre allerdings, zu erfahren, ob der für recht ambitionierte 149'950 € offerierte Volkswagen T1 "Sambabus" mit 23 Fenstern tatsächlich für diesen Preis einen Käufer gefunden hat.
Preisgewinner
Auch in diesem Jahr wurden in zehn Kategorien Preise verliehen. Hier seien ein paar der Gewinner genannt: Der hellblaue Simca 1000 (1965) des Simca Automobiel Club gewann in der Kategorie "Best Club Car". Der Preis "Best Preserved Car" ging an den ebenfalls hellblauen Citroën Ami 6 (1963). Der Pegaso Z-102 als Schönster der Vierziger- und Fünfzigerjahre wurde bereits oben erwähnt. Der dunkle Ferrari 500 Superfast wurde als "Best Car of the Sixties" prämiert, und der Titel "Best of Show" ging an den Isotta Fraschini Model 8-A Torpedo mit Karosserie von Castagna (1930).
Die 29. Classic Car Show Maastricht zeichnete sich wieder durch ein internationales Flair aus. Fast schon selbstverständlich ist, dass diese Messe klassische Automobile auf höchstem Qualitätsniveau zeigte. Daher verwundert es nicht, dass mit 35'408 Besuchern wieder ein neuer Besucherrekord aufgestellt wurde.


















































































































































































































































































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