Das diesjährige Arosa Classic Car von 1. bis 4. September war wie immer ein Fest für rundum begeisterte Bergrenner, auch wenn es zeitweise schwimmen gegangen ist. Allerdings hielten sich alle Beteiligten zäh über Wasser und meisterten so die schwierigen Momente. Mit über 170 verschiedenen Klassikern wurde ein breites Spektrum an Fahrzeugen geboten. So war für Strassenklassiker-Fans wie auch für langjährige Rennsportenthusiasten genug zum Bewundern auf der 7,3 Kilometer langen Strecke unterwegs.
Die Menge macht's
Die Ohren der Anwesenden wurden mit einzigartigen Klängen aus vier, sechs, acht und zwölf Zylindern gesegnet. Durch eine Vielzahl an Porsche 911 aus den Siebzigern und Achtzigern konnte man selbst hier einige Unterschiede feststellen, die einem sonst vielleicht verborgen geblieben wären. Gleiches gilt für die unbestreitbar ewig schönen Alfa Romeo GTV und GT Junior. Die einen waren in klassischem Alfa-Romeo-Rot gehalten, die anderen in königlich-elegantem Dunkelblau mit gelben Scheinwerfergläsern.
Porsche hier, Porsche da. Ist das auch ein Porsche? Ja!
Auch nicht zu vernachlässigen sind die Eindrücke, die durch die Porsche-Partnerschaft mit dem Arosa Classic Car entstanden sind. Neben den für die Besucher buchbaren Renntaxis und unzähligen Porsche Panamera, Taycan und 911 für den Organisationsstab wurde einer speziellen Sorte von Porsche-Modellen Respekt gezollt: Die inzwischen längst Vergangenheit gewordenen Transaxle-Modelle von Porsche sind in einer eigenen Parade bergauf marschiert. Angeführt von mehreren Porsche 924, gefolgt von vier bis fünf 944 und einige das Schlusslicht bildende 968, war dies für Kenner ein wirklich einmaliges Erlebnis.
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Geschäftige Stimmung im Fahrerlager
Ein Gang durchs Fahrerlager lohnte sich auch an diesem Anlass. Mit nur einem bisschen Geduld konnte man den ein oder anderen Blick in einen Motorraum erhaschen oder sogar in einer ganz besonderen Fahrgastzelle zur Probe sitzen. Viele der Teilnehmer sind schließlich mindestens genauso von Benzin durchspült wie die Besucher, und so entstanden schnell viele begeisterte Gespräche zwischen Akteuren und Besuchern. Auch sonst war die Stimmung von einem Boxenstellplatz zum nächsten durchweg freundlich und manchmal fast schon familiär. Man half sich wo man konnte und war mit Herz und Seele bei der Sache.
Back to the Roots
An dieser Stelle gesondert zu nennen ist ein Highlight auf dem Gelände des Fahrerlagers: Porsche brachte zur Feier des Tages ein "Rolling-Chassis" des Porsche 963 mit, der eben erst Premiere auf der Weltbühne gefeiert hat und ab 2023 die nächsten Le-Mans-Siege für Zuffenhausen einfahren soll. Es ist ein Anblick wie von einem anderen Stern, stand man doch eben noch vor einem Ford GT40 und einem Ferrari 512M aus den späten Sechzigern und frühen Siebzigerern, welche ebenfalls schon eine besondere Ausstrahlung haben.
Versuchen Sie's doch auch mal
Eine besondere Eigenschaft der "Arosa Classic Car" ist auch die Tatsache, dass man zur Anreise und für Ortswechsel während des Events ebenjene Passstrasse nutzt, die gerade eben noch von vollblütigen Rennwägen bewältigt wurde. So hat man als Zuschauer die Möglichkeit, wenigstens ein kleines Bisschen von dem nachzuvollziehen, was im Rennbetrieb stattfindet.
In der Ruhe liegt die Kraf
Aber ab von Le-Mans-Klassikern und Rallye-Rennern, die nur Beschleunigung kennen, waren auch gemütlichere Fahrzeuge eingeteilt, die immer wieder Ruhe in die Aufregung brachten. So etwa zum Beispiel ein 1960er Cadillac DeVille, dessen Bergfahrt einiges an Optimismus bedurfte.
Regen, Sonne, Regen, Sonne
Inspiriert von den abwechslungsreichen Anblicken auf der Strecke fühlte sich das Wetter allem Anschein nach ebenfalls zur Abwechslung im Minutentakt ermuntert und so war von strahlender Sonne bis zu strömendem Regen alles dabei. Dieser Umstand bedingt auch eine erschwerte objektive Beurteilung der Rennergebnisse des Wochenendes. Es sollte bedacht werden, dass sich teilweise innerhalb eines Laufs die Streckenverhältnisse massgeblich verändert haben.
Jetzt aber schnell! Hier die Gewinner
Durch diese egalisierenden Witterungsbedingungen war es Florian Feustel in einem Porsche 911 IROC RSR aus der "Competition"-Klasse am Samstag möglich, um 0,03 Sekunden schneller den Berg hinauf zu sprinten als Thomas Amweg im altbekannten Formel 2 Martini MK50-03 aus der "Competition-Formula"-Klasse. Am Sonntag allerdings gab sich diese Unstimmigkeit zum Wohle Thomas Amwegs', und mit 4:12,71 Minuten setzte er sich zurück an die Spitze. 300 PS aus einem Zweiliter-BMW Vierzylinder können auch nach 40 Jahren noch Rennen gewinnen.
Gesamtsieger der "Classic Trophy" aus dem Feld 1 wurde Benjamin Braem mit einem Abarth 695 Assetto Corsa. Hier ging es nicht einzig um die Bestzeit, sondern die Gleichmässigkeit der gefahrenen Zeiten. Gewertet wird der kleinste Abstand zwischen zwei der vier gefahrenen Zeiten. So waren bei Braem gerade einmal 0,65 Sekunden Abweichung zwischen seinen zwei ausgewählten Zeiten. Sieger der "Classic Trophy" des Feld 2 wurde Hans Peter Lötscher in einem Jaguar E-Type mit nur 0,69 Sekunden Abweichung zwischen den gefahrenen Zeiten. Den Sieg in der "Sport Trophy" erkämpfte sich Daniel Uebelhard in einem Audi Quattro mit 0,63 Sekunden Abstand zwischen seinen naheliegendsten Zeiten.
Der Boden im Fahrerlager in Arosa war teils überschwemmt, inzwischen ist aber auch die letzte Welle von dannen gezogen. Mit ihr gehen viele tolle Fahrzeuge und ein toller Stab von Menschen, die Jahr für Jahr all das ermöglichen. Wir freuen uns, wenn sie alle nächstes Jahr wieder zur gemeinsamen Benzinverbrennung laden. Der Regen ist dabei allerdings gebeten, die Veranstaltung weiträumig zu umgehen. Vielen Dank.





































































































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