Am 30./31. August 2019 ging bereits die 14. Ausgabe der OCC Jungfrau-Rallye über die Bühne. Austragungsort der Rallye, bei der traditionellerweise nur Damen am Steuer sitzen dürfen, war dieses Jahr das Deltapark Vitalresort in Gwatt bei Thun.
Am Start waren 85 Fahrzeuge aus den Jahren 1939 bis 1989. Das Teilnehmerfeld war wie immer bunt durchmischt, die meisten Teams kamen aus der Schweiz oder aus Deutschland, einige aber auch aus Belgien, Luxemburg oder Frankreich. Wie bereits in den Vorjahren war die Rallye bereits einige Monate vor dem Start ausverkauft.
Zwei Etappen mit Sicht auf die Berge
Auf dem Programm standen auch dieses Jahr zwei Tagesetappen. Das Motto lautete «Die Jungfrau, der See und die Hörner». Die Organisatoren wählten bekannte und weniger bekannte Routen mit entsprechender Aussicht. Die Freitagsetappe führte hoch über dem Thunersee Richtung Beatenberg – dank strahlendem Wetter herrschte über weite Strecken freie Sicht auf das Jungfrau-Massiv. Das Etappenziel bildete Grindelwald, gegessen wurde direkt unterhalb des imposanten Wetterhorns.
Am Samstag führte die Strecke nach Schwarzsee. Auch auf dem Weg dorthin herrschte stets gute Aussicht auf die Berge. Das Wetter blieb fast bis am Schluss perfekt – einzig beim Zieleinlauf gab es einen kurzen Regenguss.
Viele Pannen
Etwas weniger gut als der Wettergott meinte es der «Pannengott» mit den teilnehmenden Teams. Dieses Jahr hatte der rallyeeigene Pannendienst so viel zu tun wie noch nie. Am Freitag hatte er nicht weniger als 17 Pannenfälle zu bewältigen, am Samstag dann «nur» noch deren sechs. Oft handelte es sich indes um Bagatellen wie etwa defekte Benzinschläuche oder Zündungsteile. Die Rallye selbst verlief unfallfrei.
Einen kleinen Unfall hatte allerdings eine Teilnehmerin kurz vor dem Start beim Hantieren mit einem Messer: Sie verletzte sich derart schwer am Finger, dass Sie das Auto nicht mehr steuern konnte. Daher musste sich dann notgedrungen ihr Mann ans Volant setzen.
Da gemäss Rallyereglement Männer am Steuer nicht erlaubt sind, fuhr das Team als Begleitfahrzeug ausserhalb der Wertung mit.
Geschicklichkeit und eine besondere Schätzfrage
Unterwegs hatten die Teams wie immer verschiedene Aufgaben zu bewältigen. Darunter waren etwa Lichtschrankenprüfungen oder das Finden von Buchstaben auf speziell bezeichneten Strecken. Besonders knifflig war eine Schätzfrage, die den Teams nach einer längeren Steigung gestellt wurde: Es galt, die Temperatur des Auspuffrohres an dessen Ende möglichst genau zu bestimmen.
Dies sorgte auch für einige Lacher, denn viele Teams hatten sich auf eine ganz andere Frage eingestellt und vorgängig die verschiedensten Masse und Gewichte des eigenen Fahrzeuges auswendig gelernt.
Drei Teams mit derselben Punktzahl
Unerwartetes bot auch die Schlusswertung: Die drei besten Teams in der Gesamtwertung hatten genau gleich viele Strafpunkte erzielt. Es entschied daher gemäss Reglement das Baujahr des Fahrzeuges – ältere Fahrzeuge erhalten bei Punktegleichstand gegenüber jüngeren Fahrzeugen den Vorzug.
Gesamtsieger wurde somit das Team Röhrs/Bühler mit seinem Kaiser Jeep aus dem Jahr 1966.
Auf Rang zwei landete das Team Waletzko/Waletzko auf seinem 1979er Mercedes 280 SL, Rang drei belegte das Team Schrader/Schrader mit dem Porsche 911 von 1987.
Die Damenwertung entschied das Team Angst/Bucher mit einem Triumph GT6 für sich.
Die nächste OCC Jungfrau-Rallye wird voraussichtlich am 28./29. August 2020 stattfinden. Der Austragungsort und weitere Details werden im Lauf der nächsten Wochen bekanntgegeben.





































































































































































































































































































Kommentare