Technik im Rennwagen (30): Lotus 72 – Keile mit Eile
Zusammenfassung
Der Lotus 72 war seiner Zeit so weit voraus, dass er sechs Jahre im Einsatz und davon fünf konkurrenzfähig blieb. Neben einer radikal neuen Karosserieform wartete der rot-goldene Renner mit einem neuen Kühlsystem, einer raffinierten Drehstabfederung und innenliegenden Bremsen an beiden Achsen auf. Dieser Artikel aus der Serie "Technik im Rennwagen" widmet sich dem Formel-1-Monoposto, der Jochen Rindt 1970 zum Weltmeister machte – und seine Frau zur Witwe.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Die Keilform
- Der geteilte Kühler
- Die progressive Drehstabfederung
- Die innenliegenden Vorderbremsen
- Die Weiterentwicklung
- Die Bilanz
Geschätzte Lesedauer: 12min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
"Mr. Lotus", Colin Chapman, hatte mit dem Lotus 49 von 1967 der jungen Formel 1 mit den Dreiliter-Motoren einen neuen Standard des Monopostobaus gebracht: Monocoque-Chassis und tragender Cosworth-Motor. Dazu kamen ab 1968 als Hilfsmittel für aerodynamischen Abtrieb Flaps an der Nase und Heckflügel. Und dieser Typ 49 fuhr als 49C noch 1970 einen Sieg ein – in seinem vierten Jahr! Der unermüdliche Chapman suchte aber schon ab 1968 wieder nach neuen Wegen, seine Autos noch schneller zu machen. Zu einem dominierenden Thema wurde in dieser Zeit mit steigenden Motorleistungen und Reifenproblemen die Traktion. Beim Typ 56 mit der Gasturbine für Indianapolis 1968 reagierte Lotus auf diese Problemstellung mit Allradantrieb – und mit der Keilform der Karosserie. Die reine Keilform war hier umso besser realisierbar, als die Gasturbine keine konventionellen Kühler brauchte. Diese Keilform sollte eine regelrechte Designrevolution auslösen; nicht nur im Rennsport, sondern bis in die Gestaltung der Alltagswagen hinein.
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