Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen eine angenehmere Nutzung zu ermöglichen: Mehr Informationen.
 
Einloggen und mehr sehen: Login
 
 
Jetzt einloggen oder kostenlos registrieren...
... und viel mehr Fotos und Artikel sehen.
Raffaele Porfido Generazione70/Mietauto Banner 2
Bild (1/1): Piper GTR (1969) - im Training zu Le Mans, nach Problemen nicht gestartet (© Archiv Automobil Revue)
Fotogalerie: Nur 1 von total 22 Fotos!
21 weitere Bilder für registrierte Mitglieder.
Melden Sie sich jetzt kostenlos an.

Aus dem Zeitschriftenarchiv

Suche nach ähnlichem Inhalt
 
SC-Abo-Kampagne
Artikel drucken
Diese Funktion ist nur dann verfügbar, wenn Sie angemeldet sind.

  • Falls Sie einen Benutzernamen haben, melden Sie sich an (Login).
  • Ansonsten können Sie sich kostenlos registrieren!
  • Persönliches Archiv
    Sie können nur dann Inhalte dem persönlichen Archiv hinzufügen, wenn Sie angemeldet sind.

    Sie haben Benutzername und Passwort?
    Dann melden Sie sich an (Login).

    Noch kein Benutzername?
    Die Registrierung ist kostenlos und dauert höchstens eine Minute.

    Piper GTR (1967) - der fast vergessene Rennbolide

    23. September 2018
    Text:
    Olivier Chanson
    Fotos:
    the Piper Club 
    (18)
    Richard Spiegelman 
    (2)
    Archiv 
    (2)
     
    22 Fotogalerie
    Sie sehen 1 von 22 Fotos
    Weshalb nicht alle Fotos?

    Wie kann man alle Fotos sehen?

    21 weitere Bilder für registrierte Mitglieder.
    Melden Sie sich jetzt kostenlos an.

    Autohersteller kommen und gehen, viele halten sich nur wenige Jahre im Markt und verschwinden anschliessend wieder im Jenseits. Nur ihre Autos bleiben uns als Zeitzeugen erhalten und manchmal nicht einmal das.

    So geschehen beim kleinen englischen Autohersteller Piper Cars (1966-1973). Dieser startete1966 als Rennwagenfabrikant und produzierte kurzzeitig Rennwagen (Modell F3 und FF). Anschliessend ging man zur Produktion von Strassenfahrzeugen über, aufgrund eines gescheiterten Projekts; dem Piper GTR.

    Der Idee von Brian Sherwood, dem damaligen Besitzer von Piper Cars, war es zu verdanken, dass sich der Autobauer sich damalas an ein völlig neues Projekt wagte. Der Plan war es, mit einem selbst gebauten Auto beim Le Mans-Rennen von 1969 starten zu können, der Wagen sollte Piper GTR heissen.

    Ziel Le Mans

    So wurde ein völlig neues Auto konzipiert, entworfen von Tony Hilder, welcher auch für das Design vom McLaren M1A verantwortlich gewesen war. Der Wagen wurde exklusiv für den Rennsport entwickelt. Der GTR war völlig auf Aerodynamik und Leistung ausgelegt. So wurde das Auto sogar in einem Wind-Kanal getestet. Auch auf das Gewicht wurde extrem geachtet, der GTR brachte schliesslich gerade etwa 600 kg auf die Waage.

    Für ein derartig spezielles Fahrzeug gab es natürlich keinen Standardmotor. Für den reinrassigen Rennwagen entschied man sich für einen Ford Twin-Cam-Vierzylinder mit 1,3 Litern Hubraum.

    Der Rauch zeigt, wie der Windstrom in der Mitte des Piper GTR (1969) zirkuliert
    © Copyright / Fotograf: the Piper Club

    Beim Bau wurde damals eine extrem fortschrittliche Produktionstechnik angewendet. Das Chassis bestand aus Mallit und Fiberglas, Spaceframes schützten den Motor. Mallit besitzt ähnliche Eigenschaften wie Aluminium und war ursprünglich in der Raumfahrt eingesetzt worden, da es extrem stabil ist. Richtig bekannt wurde das Material allerdings erst mit dem Einsatz im Rennsport.

    Der Prototyp eines Teilbereichs des Piper GTR-Chassis, zuoberst das Windtunnel-Modell
    © Copyright / Fotograf: the Piper Club

    Die 24 Stunden von Le Mans 1969

    Bis zum Vortag der Qualifikationsläufe für Le Mans war der Neuling noch ungeprüft. Dies rächte sich bei den Trainingsfahrten. Es zeigte sich, dass das Kühlungssystem nicht mit dem Motor abgestimmt war und dieser jeweils extrem heiss wurde. Als wäre dies nicht genug gewesen, fiel bei einer Trainingsfahrt noch ein Teil des Hecks ab.

    Piper GTR bei Le Mans 1969 kurz vor dem Ausladen, das Team stellte ein Zelt auf. Alles war etwas rustikaler als heute
    © Copyright / Fotograf: the Piper Club

    Warum der GTR schliesslich nicht starten durfte, liess sich nicht abschliessend eruieren. Die gefundenen Quellen sind sich in diesem Punkt nämlich nicht einig:

    Einige behaupten, dass die Rennleitung bereits am Vortag entschieden habe, den Wagen nicht starten zu lassen, und dass dieser Entscheid aber nicht bis zum Rennteam durchgesickert sei. Diese hätten deshalb über Nacht den Wagen wieder instand gesetzt und er wäre am nächsten Morgen auch tatsächlich wieder einsatzbereit gewesen. Die Rennleitung war zwar überrascht, dass hier so schnell repariert werden konnte, blieb aber letztendlich bei ihrem Entscheid.

    Andere Quellen sprechen lediglich davon, dass der GTR aufgrund von Motorproblemen von den Organisatoren am Start gehindert worden war. Wie dem auch sei, Fakt ist, dass der GTR damals nicht gestartet ist und sein ganzes Potenzial folglich nie ausschöpfen konnte.

    Originaler Piper GTR an einer Rennveranstaltung vor dem Einsatz der Front-Finne
    © Copyright / Fotograf: the Piper Club
    Angebote von Zwischengas-Spezialisten
     
    Oldtimer Galerie Toffen Versteigerung Gstaad 2018: Oldtimer Galerie Toffen Versteigerung Gstaad 2018

    Zeitstrahl 1969 bis 1974

    Kurz nach Le Mans verunglückte Brian Sherwood bei einem Autounfall tödlich, tragischerweise in einem Wagen von Piper selbst. Aufgrund dieses schlimmen Ereignisses mussten die Angestellten Bill Atkinson und Tony Waller die Geschäfte weiter führen und nannten das Unternehmen fortan Emmbrook Engineering Limited. Das GTR-Projekt wurde still und leise ad acta gelegt und nie mehr weiterverfolgt.

    Ein sehr stolzer Brian Sherwood mit dem fertigen Piper GTR, vor der Piper Fabrik
    © Copyright / Fotograf: the Piper Club

    Insgesamt wurden drei GTR fabriziert, das Original von Le Mans, eines mit einem BMW 2-Liter Motor und das dritte mit einem Buick V8 Motor ausgestattet. In der Ölkrise von 1974 ging schliesslich auch dieser Nachfolger von Piper Cars vollends ein.

    GTR-Chassis Nr. 2

    Das zweite Exemplar des Piper GTR war lange im Besitz von Chris Barber, einem britischen Jazz-Musiker. Heutzutage befindet sich das Fahrzeug in den USA, jedoch sehr modifiziert. So wurde das Dach abgeschnitten und ein anderes Heck angefügt. Auch ein neuer Motor (Ford 1600) wurde eingesetzt.

    Chris Barbers Piper GTR in der Piper-Fabrik, von vorne fotografiert
    © Copyright / Fotograf: the Piper Club
    Raffaele Porfido Generazione70/Mietauto Banner 1

    GTR-Chassis Nr. 3

    Das dritte und letzte Modell wurde ebenfalls für Chris Barber gebaut, hatte grössere Räder und Bremsen. Wie die Nummer zwei wurde es für mehrere Rennen gemeldet, beide tauchten jedoch nie auf. Es soll sich aktuell ebenfalls in den USA befinden, umgebaut zu einem Strassenfahrzeug.

    Lebensgeschichte des Piper GTR Chassis #1 nach Le Mans

    Nach dem Rennen verliert sich die Geschichte des Fahrzeuges für eine Weile im Nebel der Jahrzehnte. Dem Fahrer des GTR, Tim Lalonde, wurde das Fahrzeug als Entschädigung für das verpatzte Rennen als Abfindung geschenkt. 1979 befand es sich in Amerika im Besitz von Bob Marianni aus Connecticut. Er malte das Auto schwarz an und erlangte sogar die Strassenzulassung. Auch kaufte er ein weiteres Auto aus dem Hause Piper, einen GTT (der einzig existierende in den USA).

    Bob Marianni im Jahr 1979 mit seinem Piper GTR, Connecticut, USA. Er malte das Auto schwarz an und beschafte sich eine Strassenzulassung
    © Copyright / Fotograf: the Piper Club

    Nach einiger Zeit verkaufte er aber den GTR, welcher nun rot lackiert wurde und in einem Museum ausgestellt wurde. Auch wurde der Wagen 1993 an der Ausstellung in Detroit namens "Eyes on Design" gesehen.

    Piper GTR - ausgestellt an der «Eyes on Design» Ausstellung 1993 in Detroit Michigan
    © Copyright / Fotograf: Richard Spiegelman

    Schliesslich kaufte Tim Slack das Exemplar und liess es historisch restaurieren, farblich und spezifisch. Er war es auch, der das Auto bei Le Mans Classic 2006 anmeldete. Auch nahm es 2005 am Goodwood Festival of Speed teil. Dort fuhr es, wie 37 Jahre zuvor, mit Tim Lalonde und er beendete die Rennläufe.

    Restaurierter Piper GTR in Lemans 2006
    © Copyright / Fotograf: the Piper Club

    Nach ein paar weiteren Veranstaltungen verliert sich die Spur schliesslich im Jahre 2012, als es erneut den Besitzer wechselte. In einschlägigen Foren kursiert seit dem das Gerücht, es könne sich in Japan in einer Privatsammlung befinden, aber bestätigen lässt sich dies nicht.

    Besonders schade, 2019 jährt sich der erste Auftritt bei Le Mans zum fünfzigsten Mal.

    Zum Schluss

    Die Nachforschungen zu diesem Artikel waren vergleichbar mit der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, da der Piper GTR extrem selten war und heute noch seltener ist. Ein spezieller Dank geht an Andrzej Czakow, dem Sekretär des Piper Racing & Sports Car Clubs , welcher uns tatkräftig unterstützte und eine spezielle Erwähnung mehr als verdient.

    Alle 22 Bilder zu diesem Artikel

    ···
     
    Quelle:

    Alle Kommentare

     
     
    pl******:
    12.10.2018 (08:13)
    Vielen Dank für den toll recherchierten Bericht und die interessanten Fotos.
    Möchten Sie einen Kommentar abgeben?
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.
  • Aus dem Zeitschriftenarchiv

    Suche nach ähnlichem Inhalt
    xpertcenter AG: Die XpertCenter AG - Ihr Outsourcingpartner rund um die Schadenbearbeitung