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Bild (1/5): A.S.A. AFF Tipo 61 Barchetta (1963) - grosse Speichenräder, Luftauslass auf der Seite (© Bruno von Rotz, 2018)
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    A.S.A./AFF Tipo 61 Barchetta - fahren wie Fangio

    9. Dezember 2018
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
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    Bruno von Rotz 
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    Der Wind pfeift am Kopf vorbei, das ganze Auto rattert und brüllt. Das grosse Holz-Lenkrad will, nahe an der Brust, gut festgehalten und mit kundiger Hand geführt werden. Die Gänge rasten mit einem Klack ein, der Vortrieb ist enorm, die Fahrfreude noch grösser. So muss sich Juan Manuel Fangio gefühlt haben, der in den Fünfzigerjahren zwei grosse Erfolge im Maserati 300 S eingefahren hat. Und für Stirling Moss war der Maserati 300 S einer der besten Sportwagen aller Zeiten, stark und zuverlässig, ausgewogen und einfach zu fahren. Und er musste es wissen, denn bei 16 Einsätzen siegte er neun Mal im Maserati 300 S, dazu kamen drei zweite Plätze, ein dritter und ein fünfter Platz. Nur zweimal fiel er mit dem Maserati aus.

    A.S.A. AFF Tipo 61 Barchetta (1963) - nein, ein Maserati ist das nicht, trotz der Embleme
    © Copyright / Fotograf: Vincent von Rotz

    Allerdings sitzen wir nicht in einem Maserati der Fünfzigerjahre, sondern im A.S.A./AFF Tipo 61, einer Kopie, die bei der Firma Reklus in Buenos Aires ziemlich viel später entstanden ist. Die Papiere weisen den Wagen mit Jahrgang 1963 aus, da hatte sich Maserati als Werk schon lange vom Rennsport zurückgezogen.

    Etwa 26 Maserati 300 S

    Es war im Jahr 1955, als der erste Maserati 300 S bei Maserati entstand. Ausgerüstet mit einem 2991 cm3 grossen Reihensechszylinder mit Doppelzündung und zwei obenliegenden Nockenwellen schaffte die 260 PS starke und nur etwa 780 kg schwere Barchetta locker Tempo 290 km/h.

    Maserati 300 S (1956) - eine frühe Variante
    © Archiv Automobil Revue

    Das Fahrwerk entsprach den Maserati-Gepflogenheiten mit Einzelradaufhängungen vorne und DeDion-Starrachse hinten. Zusammengehalten wurde der Wagen durch einen Rohrrahmen, über die ein Stahlgitter und die Alukarosserie gezogen wurde. Trommelbremsen und eine Lenkung über Schnecke und Rolle komplettierten das schnelle Paket, das auch Privatfahrern verkauft wurde.

    Maserati 300 S (1958) - die letzte Iteration
    © Archiv Automobil Revue

    Fangio gewann damit in Portugal und Kuba. Auf dem Nürburgring aber errang der Maserati 300 S 1956 vielleicht seinen wichtigsten Sieg und wurde im selben Jahr zweiter der Sportwagen-Meisterschaft. Die mindestens 26 von 1955 bis 1959 (teilweise auch mit V12-Motoren) gebauten Exemplare war noch bis in die Sechzigerjahre im Motorsport erfolgreich und erfreuen sich heute der Sympathie vieler Rennfahrer im historischen Motorsport.

    Etwas einfacher

    Der A.S.A./AFF Tipo 1963 kommt ein wenig rustikaler daher. Auf zwei obenliegende Nockenwellen verzichtet er genauso wie auf eine Doppelzündung. Das Reihen-Sechszylinder-Herz stammt auch nicht aus Modena, sondern wohl aus einem amerikanischen Grossserienfahrzeug (oder dessen südamerikanischen Variante), hat dabei ungefähr 4,5 Liter Hubraum und leistet etwa 170 PS. Immerhin sind wie beim Vorbild drei Weber-Doppelvergaser an Bord.

    A.S.A. AFF Tipo 61 Barchetta (1963) - genügend Platz gibt es im Motorraum auf jeden Fall
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Das Getriebe weist vier Vorwärtsgänge auf. Etwas schwerer als das Original ist der argentinische Sportwagen mit 980 kg trotz Aluminium-Karosserie geworden, aber weniger als 6 kg/PS verheissen immer noch rasante Fahrleistungen, denen man erst einmal gewachsen sein muss.

    A.S.A. AFF Tipo 61 Barchetta (1963) - Dreispeichen-Holzlenkrad
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Unterschiedlich ist auf jeden Fall die Sitzposition in den Kübelsitzen, denn während die Maserati-Sportwagen rennwagentypisch als Rechtslenker ausgeliefert wurden, hat der A.S.A./AFF das Steuer links. Als Fahrer blickt man auf vier schön gezeichnete Instrumente, die Geschwindigkeit, Drehzahl, Öldruck und Wassertemperatur anzeigen. Dem Original fehlte der Tacho.

    Überall gibt es auf dem A.S.A./AFF Maserati-Zeichen, doch die wären gar nicht nötig, denn auch so wirkt der offene Wagen attraktiv und begehrenswert.

    A.S.A. AFF Tipo 61 Barchetta (1963) - schöne Motorhaubenverschlüsse
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz
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    Start per Knopfdruck

    Giorgio Scarlatti wurde 1957 in einem Maserati 300 S an der Mille Miglia noch Vierter, geschlagen von drei Ferrari Sportwagen. Aber so schnell wollen wir es gar nicht angehen lassen. Wir schalten nochmals die Zündung ein und drücken dann auf den Startknopf. Der Motor reagiert fast sofort und brüllt sein Lied, das nur wenig gedämpft auf der Beifahrerseite durch den Seitenauspuff entweicht.

    A.S.A. AFF Tipo 61 Barchetta (1963) - schöner Anblick
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Klack, der erste Gang ist drin, und los geht die Fahrt. Ganz so aufwändig wie beim Original ist das Fahrwerk wohl nicht, aber wir sind auch nicht auf der Jagd nach Bestzeiten. Schon bei niedrigen Tempi kommt viel Fahrfreude auf, die durch das Röhren des Motors noch gesteigert wird. Bei maximal 5000 Umdrehungen sollte man es bewenden lasse, das Original aus Modena liess auch 6800 Umdrehungen zu.

    A.S.A. AFF Tipo 61 Barchetta (1963) - der Kopf des Fahrers überragt Windschutzscheibe und Kopfstütze bei weitem
    © Copyright / Fotograf: Vincent von Rotz

    Den Blick über die lange rote Motorhaube, die Hände fest am Lenkrad, fahren wie Fangio eben.

    A.S.A. AFF Tipo 61 Barchetta (1963) - so müssen Sportwagen aussehen
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Wir danken der Oldtimer Galerie für die Gelegenheit zur Probefahrt.

    Der A.S.A./AFF Tipo 61 mag vielen Leuten als Plagiat vorkommen. Aber am Lenkrad macht er kaum weniger Freude als seine grossen Vorbilder, vom Gegenteil könnte uns wohl nur eine Fahrt im Original, zu der wir natürlich nicht nein sagen würden, überzeugen.

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    ···
     
    Quelle:

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    We******:
    10.12.2018 (08:52)
    Ich frage mich, was Fangio mit einem 1963er Barchetta zu tun hat?
    is******:
    11.12.2018 (11:55)
    Fake, fake, FAKE!!!
    Wie die gefälschte Rolex, die vom Strandverkäufer angepriesen wird!

    Warum als angesehene Internetzeitschrift solche langen Geschichten um den Maserati 300S, Fangio und die Mille Miglia schreiben? Soll da jemand überzeugt werden?
    Eine Uhrenzeitschrift würde sich nicht trauen, über Uhren so zu schreiben....
    lg******:
    12.12.2018 (20:25)
    Ich war bei A.S.A. vor ca. 20 Jahren. Wenn ich mich richtig erinnere, ist das die Abkürzung von Automobili Salerno Argentina. Die bauten ab 1967 alle Arten von Replicas und jetzt soll mal dokumentiert und erklärt werden, wie dieser Wagen Jahrgang 1963 haben kann, was dies mit Fangio und Maserati zu tun hat und wie der Wagen importiert wurde bzw. wie er in der Schweiz eine Strassenzulassung erhalten kann. Man darf auf eine Antwort gespannt sein ....
    lg******:
    12.12.2018 (20:45)
    https://auto.mitula.ch/maserati-schaltgetriebe: wird/wurde für CHF 238 000 als
    Maserati: MASERATI AFF A.S.A. Barchetta Tipo 61 (Cabriolet) angeboten ...
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