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Bild (1/1): Historic Grand Prix Zandvoort 2015 - Impressionen (© Urs Arnold, 2015)
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    Zeitreise in Zandvoort - Historic Grand Prix 2015

    1. November 2017
    Text:
    Urs Arnold
    Fotos:
    Urs Arnold 
    (107)
     
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    Mit neun Jahren sass ich vor dem Fernseher und sah Senna in Estoril übers Wasser wandeln. Damit war es passiert: Die Faszination Motorsport hatte mich gepackt. Erst ein paar Jahre später sollte ich erfahren – notabene durch einschlägige „Auto, Motor und Sport“-Ausgaben, die ich aus dem Altpapier-Container geklaubt hatte – dass ich die beste Zeit der Formel 1 verpasst hatte. Die Hefte berichteten von Fahrern wie Ronnie Peterson, Gilles Villeneuve, von Jochen Rindt, Jim Clark, Jo Siffert. Die Geschichten um diese Piloten erzählten sich ungemein spannend. Und ihre Autos sahen fantastisch aus.

    Historic Grand Prix Zandvoort 2015 - Impressionen
    © Copyright / Fotograf: Urs Arnold

    Den Boliden aus früheren Zeiten lief ich als Erwachsener immer mal wieder über den Weg. Dem 1983er-Renault von Eddie Cheever im Verkehrshaus, dem Weltmeister-Ferrari von Niki Lauda in Basel, den alten Silberpfeilen im Mercedes-Museum in Stuttgart. Aber in Ausstellungen tun diese Kunstobjekte der Geschwindigkeit das, wofür sie eben nicht konzipiert wurden: Sie stehen herum, ihrer Kraft beraubt, ausgestopften Tigern gleich. Ich aber wollte diese Rennmaschinen in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten – und fotografieren.

    Ein Bild wie aus früheren Zeiten - Historic Grand Prix Zandvoort 2015 - Impressionen
    © Copyright / Fotograf: Urs Arnold

    Genau deshalb fand ich mich am Morgen des 28. August 2015 am Eingang der Zandvoort-Rennstrecke wieder – dem ersten Tag des dreitägigen Historic Grand Prix, meinem ersten Rundstreckenrennen überhaupt. Was lange wärt, wird endlich gut, dachte ich mir. Mit dabei hatte ich alles, was ich an Fotoequipment aufbieten konnte: Eine analoge Pentax MZ-5N mit einem halbkaputten Objektiv, das immerhin Weitwinkel und Tele in einem ist, und einer vierzig Jahre alten Yashica FR-I mit 50mm-Festbrennweite, bei der ich stets die Fotos mitzählen muss, weil das Bildzählwerk nicht mehr funktioniert. Dazu zehn Rollen Film, schwarzweiss und farbig.

    Berühmte Persönlichkeiten und Rennlegenden am Historic Grand Prix Zandvoort 2015: mit Sonnenbrille Harald Grohs, links neben ihm Christian Menzel, rechts von ihm in der Mitte Norbert Knerr und dann Prinz Leopold von Bayern. Ganz rechts aussen der Holländer Michael Bleekemolen.
    © Copyright / Fotograf: Urs Arnold

    Zandvoort war keine zufällige Wahl. Der Kurs ist echt noch alte Schule. Dreht man sich von der Rennstrecke ab, sieht man zumeist Dünen, Dünen und nochmals Dünen. Die stellen grösstenteils immer noch die eigentlichen Tribünen des Kurses dar. Die Lautsprecheranlage mutet als Relikt der Zeiten an, in denen James Hunt noch im Hesketh durch die Startkurve „Tarzan Bocht“ ritt. Die Leitplanken säumen mitunter eng den Kurs und ruhen unbemalt in stoischem Sicherheitsgebaren vor sich hin. Das Kurslayout ist kompakt, so dass der Weg um die Strecke keiner Marathondistanz à la Nordschleife gleich kommt.

    Beste Voraussetzung also, sich zwei Tage lang so richtig auszutoben.

    Lautsprecher aus der damaligen Zeit, ideal passend für den Historic Grand Prix Zandvoort 2015
    © Copyright / Fotograf: Urs Arnold

    Tatsächlich kommt ein solcher Historischer Grand Prix dem kindlichen Gang in den Süssigkeitenladen gleich. Man bekommt Boliden verschiedenster Formelklassen aus vier Jahrzehnten vor die Linse. Dazu Langstrecken-Sportwagen, Tourenwagen, GT-Fahrzeuge und noch vieles mehr. Manchmal hat man sich die Augen vor Verwunderung zu reiben: Schnuppern sich da wirklich gerade drei AC Cobras gegenseitig am Auspuff? Im Fahrerlager findet man all die Rennwagen wieder, und daneben auch manche Oldtimer-Trouvaille. Besser geht es nicht? Doch! Das Boxenlager ist bei diesen Veranstaltungen für alle Besucher zugänglich – in praktisch allen Rennserien der Gegenwart wäre das undenkbar.

    Freier Zugang zur Boxengasse während den Rennläufen - Historic Grand Prix Zandvoort 2015
    © Copyright / Fotograf: Urs Arnold

    So machte ich, wofür ich angereist war: Ich machte Bild für Bild für Bild. Die analoge Fotografie half dabei, den nervösen rechten Zeigfinger zu mässigen. Zuerst denken und dann fotografieren lautete meine Devise des Wochenendes. Sich auf jedes Motiv konzentrieren, das Optimum rausholen. Schliesslich verfolgte ich ziemlich klare Vorstellungen, welche Art von Bilder entstehen sollten.

    Grundsätzlich wollte ich wie erwähnt Autos im Rennmodus festhalten, dabei aber grösstenteils auf konventionelle Bildausschnitte verzichten. Mir war es bei diesen Rennaufnahmen wichtig, immer auch mal die Umgebung der Strecke miteinzubeziehen. Dazu gehören natürlich auch die Zuschauer, die ich bisweilen vollständig losgelöst vom Renngeschehen fotografierte.

    Fans verteilten sich auf den umliegenden Hügeln der Dünen - Historic Grand Prix Zandvoort 2015
    © Copyright / Fotograf: Urs Arnold

    Als übergeordnetes Thema strebte ich Zeitlosigkeit an. Diese Bilder sollten aussehen, als wären sie nicht 2015, sondern irgendwann zwischen den 80er-Jahren und 2015 gemacht worden. Ein Anspruch, der mitunter schwer durchsetzbar war. Bei Single-Seatern lösen spätestens die modernen Helme die Zeitlosigkeit auf. Bei zahlreichen Aufnahmen aber kam ich meiner Vorstellung sehr nahe. In anderen Bildern entschloss ich mich wiederum, bewusst auch ein Detail der Gegenwart aufs Bild zu nehmen, um den Anachronismus zu betonen.

    Eine Corvette auf dem Weg zurück auf die Rennstrecke beim Historic Grand Prix Zandvoort 2015
    © Copyright / Fotograf: Urs Arnold

    Daneben konzentrierte ich mich auf etwas, was ich als „Auto-Stillleben“ bezeichne: Autos zu fotografieren, die einfach da stehen. In dieser Kategorie war es mir wichtig, die Umgebung fast vollständig auszublenden, damit nichts vom Auto ablenkt. Dies gesagt, fotografierte ich meistens nur einen Teil des Autos. Einen Designaspekt, den ich besonders interessant fand. Oder ein Cockpit. Und natürlich wollte ich neben all diesen spleenigen Aufnahmen auch Mosaikstücke eines GP-Wochenendes einfangen; die Details, denen man so begegnet, wenn man an so einer Veranstaltung ist.

    Der Reiz von automotiven Details - Historic Grand Prix Zandvoort 2015
    © Copyright / Fotograf: Urs Arnold

    Wie viele Male mag ich um den Zandvoort-Kurs gelaufen sein? Es waren sicher fünf oder sechs Runden. Die erste folgte gleich nach der Ankunft. Treppe zur Tribüne hoch, Ohrenstöpsel rein, und Abmarsch in Richtung Tarzan Bocht. Es gab so einiges herauszufinden. Welche Positionen erlauben welche Einstellungen? Welcher Streckenabschnitt ist am attraktivsten? Wie schaffe ich es, einen 200 km/h schnellen Boliden scharf einzufangen? Die strahlende Sonne erfüllte mich mit Skepsis, ich fürchtete zu starke Reflektionen auf den Autos. Und sowieso: Werde ich all das Einfangen können, was ich mir vorgenommen habe?

    Ein Grid Girl, so wie früher - Historic Grand Prix Zandvoort 2015
    © Copyright / Fotograf: Urs Arnold

    Ich fühlte mich ungeheuer rastlos, stieg auf Müllcontainer, presste mich an Maschendrahtzäune, und erst als ich irgendwann meine holländischen Pommes-frites ass, bemerkte ich, wie lange ich eigentlich ohne Essen ausgekommen war. Ich meinte gar, mich in den Beruf des Rennfotografen einfühlen zu können. Einem, der zu einer Zeit arbeitete, in der er noch ungeniert in die Boxen laufen konnte und Rennfahrer, Autos und Mechaniker fotografieren konnte. Wie toll das gewesen sein mag. Und wie schrecklich, wenn es wieder einen Fahrer, der vielleicht zu einem Freund geworden war, erwischt hatte.

    Der Benzingeruch, der ohrenbetäubende Lärm, der Gummiabrieb auf der Strecke, der fliessende Champagner: Das Faszinosum Motorsport packte mich hier physisch. Endlich erlebte ich nun alles unmittelbar. Grossartig! Und doch: Als ich es mir mal auf der Haupttribüne gemütlich machte, die Kamera beiseite legte, den Puls runterfuhr, und eine halbe Stunde die Autos durchhämmern sah, von rechts nach links, immer und immer wieder, verspürte ich etwas Ernüchterung. All die Authentizität und Atmosphäre war ja schön und gut, aber ich vermisste schnell den Gesamtüberblick, den die Fernsehübertragung einem bietet. Eineinhalb Stunden auf einer festen Tribüne ein F1-Rennen zu schauen, das wird in diesem Leben wohl nicht mehr passieren.

    Historic Grand Prix Zandvoort 2015 - Impressionen
    © Copyright / Fotograf: Urs Arnold

    Und so stand ich auf, und machte mich auf einen weiteren Spaziergang um den Rundkurs. Bis ich mit einem letzten „Klack“ das finale Foto gemacht hatte. Der Film spulte in einem angestrengt scharrenden Ton zurück, und verstummte. Motor auf Aus. Ich verliess die Rennstrecke, setzte mich ans Meer, und freute mich im Stillen darüber, wenigstens doch noch ein bisschen Rennsport der 50er-, 60er-, und 70er-Jahre erlebt zu haben. Mit Bildern als Beweis.

    Nicht unweit von der Rennstrecke zeigen sich die Dünen bis zum Horizont - Historic Grand Prix Zandvoort 2015
    © Copyright / Fotograf: Urs Arnold

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    ···
     
    Quelle:

    Alle Kommentare

     
     
    mo******:
    21.11.2017 (11:21)
    Grandioser Bericht mit beeindruckenden Fotos ! Wer wie ich in den 60er und 70er Jahren an Rennstercken unterwegs war, erlebt hier eine nostalgische Zeitreise in die Vergangenheit. Danke.
    ga******:
    21.11.2017 (15:48)
    Ein gelungener Bericht, mit einfühlsamen Fotos - GRATULATION
    PS.: Hatten Sie es wirklich so eilig, dass Sie um den Kurs laufen mussten, wäre gehen oder spazieren nicht angenehmer gewesen ;-)
    va******:
    22.11.2017 (08:16)
    Ende 50er, Anfang 60er jahren war ich auch dabei. Sonntags Morgens früh auf das Fahrrad von Amsterdam zu Zandvoort und dann über das Gelender klimmen für dar ein zu kommen. Ein Herrliche Zeit.
    po******:
    22.11.2017 (11:04)
    Ja, schön war's- konnte mal zu Lebzeiten von Ronnie Peterson, Andretti etc. ein
    Formel 1 Rennen dort besuchen. Eindrücklich vor allem auch die Naturtribünen, von denen aus man die breit heranrollenden Wogen der Nordsee sehen konnte.
    Hatte wohl eine Start/ Ziel- Tribünenkarte- doch auf den Dünen sah man mehr!
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