Die berühmten Strassenrennen Carrera Panamericana «Mexico» von 1950 bis 1954

Erstellt am 11. Oktober 2011
, Leselänge 3min
Text:
Adriano Cimarosti
Fotos:
Daimler AG 
13
Martin Schröder 
2
Archivbild 
1
Don Downie 
1
Porsche AG 
1
Archiv 
40

Das Strassenrennen Carrera Panamericana «Mexico» (offizieller Titel), auch Carrera Mexicana genannt, wurde in seiner ursprünglichen Form fünfmal ausgetragen, von 1950 bis 1954, wobei die Grossveranstaltung schlagartig eine Prestigestellung eroberte. In diesem einzigartigen Strassenrennen, das Mexiko etappenweise in Längsrichtung durchquerte, war alles enthalten: die Heissblütigkeit des begeisterungsfähigen Volkes, die Leidenschaft, welche sich schlagartig eines ganzen Landes bemächtigte, aber auch der Siegeszug des Automobils im allgemeinen, welches in den fünfziger Jahren allmählich die Welt eroberte und zu einem Transportmittel wurde, das nicht mehr ausschliesslich das Privileg der gehobenen Schichten blieb.

McGriff/Elliot gewinnen die erste Carrera im Jahre 1950

Ursprünglich war die Carrera eigentlich als einmalige Veranstaltung zur Einweihung des mexikanischen Teilstücks der riesenlangen Carrera (Strasse) Panamericana gedacht; das war 1950, als die 3436 km lange und in neun Etappen unterteilte Tempojagd sozusagen ausschliesslich von amerikanischen Grossserienlimousinen bestritten wurde. 132 Konkurrenten meldeten sich für die erste Carrera an, davon 59 Angloamerikaner, 57 Mexikaner und unter anderem auch drei Europäer. Das Reglement war auf fünfsitzige geschlossene Personenwagen ausgerichtet, von denen mindestens 50 Stück ausgeliefert zu sein hatten, ideal für die amerikanischen Produktionswagen. Und so gewann denn auch ein Oldsmobile das erste Rennen, das im Zentrum eines ausführlichen Berichtes steht.

Taruffi auf Ferrari als Sieger der zweiten Carrera im Jahre 1951

Kaum war 1950 die erste Auflage der Carrera verklungen, stand sogleich fest: dieses Rennen durfte nicht ein einmaliges Ereignis bleiben; eine derartig faszinierende Motorenschlacht musste jährlich durchgeführt werden, um so mehr als das ganze Land damit einen Grossanlass zu bieten hatte, mit welchem Mexiko weltweit in die sportlichen Schlagzeilen rückte.

Bei der zweiten Auflage der Carrera war das Echo noch viel grösser als bei der Premiere, denn diesmal kamen weitere namhafte Konkurrenten aus Europa, und nebst allen amerikanischen Marken waren auch Ferrari, Lancia, Delahaye und Jaguar bei der mittelamerikanischen Motorenschlacht mit privat eingesetzten Fahrzeugen vertreten.

Als wesentliche Änderung wurde die Fahrtrichtung gewendet, um die schwierigen Bergetappen, welche das Feld am meisten dezimierten, an den Anfang des Rennens zu legen. Gewonnen wurde die zweite Auflage durch Taruffi auf einem Ferrari 212, wie ein detaillierter Bericht darlegt.

Mercedes-Sieg bei der Carrera 1952

Von den fünf Auflagen dieser grossartigen Motorenschlacht auf der Panamericana zählte die dritte, jene von 1952 (aber auch die folgende) zu den markantesten und bestbesetzten überhaupt.

Im Jahre 1952 hatte Daimler-Benz seit dem Kriege erstmals wieder offiziell und mit neuen Wagen in den Rennsport eingegriffen, und zwar mit dem 300 SL (W194 Prototyp), welcher bei der Mille Miglia jenes Jahres sein Debüt gefeiert hatte und dann in Le Mans siegte.

In Mexiko stiessen dann die 300 SL erneut auf ihre Erzrivalen, den Ferrari, wobei sich die deutschen Sechszylinder und die wiederum privat laufenden V12 aus Maranello ein grandioses Duell lieferten, wie im detaillierten Artikel zu lesen ist.

Lancia als Sieger der Carrera Panamericana „Mexico“ von 1953

Die vierte und vorletzte Auflage des mittelamerikanischen Strassenrennens war an Dramatik kaum zu Überbieten und stand im Zeichen eines grossartigen Duells zwischen Lancia und Ferrari, wobei sich die einwandfreie Organisation des Lancia-Teams, aber auch die Zuverlässigkeit der Turiner Sechszylinder durchsetzte; es gewann Juan Manuel Fangio auf dem Lancia D 24/3100.

Leider wurde das Rennen von mehreren tragischen Unfällen überschattet, wobei auch Lancia-Pilot Felice Bonetto ums Leben kam. In der Kategorie der grossen Tourenwagen hatten die Lincoln Capri keine ebenbürtigen Gegner, in der 1,6-Liter-Sportwagenklasse gab es ein Duell zwischen Porsche und Borgward. Ein detailorientierter Bericht rollt die Geschehnisse auf.

Ferrari-Duell bei der letzten Carrera Panamericana «Mexico» von 1954

Im November 1954 lief die fünfte und letzte Auflage der Carrera Panamericana, welche zwar nicht so hohe Wellen schlug wie ihre unmittelbaren Vorgängerinnen, denn im Kampf um den Gesamtsieg standen sich für einmal nicht die grossen Werksmannschaften gegenüber.

Daimler-Benz hatte sich 1954 ausschliesslich auf die Formel 1 konzentriert, Lancia folgte dem Beispiel, so dass in Mexiko nur einige Privatfahrer mit ihren Ferrari als Kronfavoriten antraten. Bei den grossen Sportwagen stand das Rennen ganz im Zeichen des Duells zwischen den beiden Ferrari von Umberto Maglioli und Phil Hill.

Spannende Kämpfe wurden jedoch auch in den übrigen, gutbesetzten Kategorien geboten. Ein Bericht geht nochmals tief auf die fünfte Carrera ein, zeigt, wie sich die einzelnen Mannschaften schlugen und wer gewann und verlor.

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