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Bild (1/13): Die Fotogalerie beginnt mit Bildern aus dem ersten Jahr 1962 (© Zwischengas Archiv)
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    50 Jahre "24 Stunden von Daytona" - Ein Rückblick

    28. Januar 2011
    Text:
    Balz Schreier
    Fotos:
    Louis Galanos 
    (76)
    George Boron 
    (20)
    Rolex ISC/Archives 
    (5)
    Archiv Daytona 
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    Am 28. Januar 2012 findet ein wichtiges Motorsport-Ereignis in den USA statt: “Daytona” feiert seinen 50. Geburtstag! 

    Erstmals ausgetragen wurde es 1962, als es nur 3 Stunden dauerte. In der Zwischenzeit gehört Daytona zu den wichtigsten Daten im Motorsportkalender und darf auf eine sehr interessante Historie zurückblicken.

    Wir haben zu diesem Anlass ein paar Geschichten und Fakten der letzten 50 Jahre zusammengestellt und sind sehr glücklich, die Erlaubnis von Louis Galanos und George Boron erhalten zu haben, unsere Archivfotos mit ihren Fotos zu ergänzen, herzlichen Dank nochmals dafür! Die Fotogalerie zeigt einen prächtigen Querschnitt durch die ersten Dekaden der Daytona-Historie und ruft unmissverständlich in Erinnerung, welche Grössen in Daytona am Start waren (Fahrzeuge sowie auch Rennfahrer).

    Die Sportwagen-Weltmeisterschaft und Daytona

    Die FIA gründete 1953 die Sportwagen-Weltmeisterschaft (bis 1992). In der Anfangsphase zählten neben Rennen auf Rundstrecken auch Strassenrennen dazu. So gesellten sich Mille Miglia, Targa Florio und die Carrera Panamericana zum Rennkalender mit Le Mans, Sebring, Nürburgring und Spa.

    1947 gründete Bill France Senior die NASCAR und hatte damit schnell einen sehr guten Ruf in den USA etabliert. Synergien zwischen Veranstaltern sollten damals ausgenutzt werden und so kam es, dass Bill France beim Bau der neuen Rennstrecke in Daytona eine zweite Streckenvariante einplante, welche für andere Rennarten benutzt werden konnte. Kurz nach Fertigstellung der Strecke entschied die FIA, ihre neue Rennserie dort auszutragen, damals mit dem Namen “International Championship for GT Manufacturers”.

    Bill France in den 40er Jahren - als NASCAR Gründer eröffnete er den Daytona International Speedway im Jahre 1959
    © Copyright / Fotograf: Rolex ISC/Archives

    Das erste Rennen: Daytona Continental 1962

    Da das Rennen Teil der FIA Sportwagen-Weltmeisterschaft war, waren viele Berühmtheiten am Start und im Publikum: Phil Hill (Formel 1 Weltmeister 1961), Jim Hall (Formel 1 Fahrer und Teilhaber der Chaparral Cars), Stirling Moss (Formel 1 1951-1961), Oliver Gendebien (vierfacher Le Mans Sieger zusammen mit Phil Hill anfangs 60er), Glen Robert (NASCAR Berühmtheit), Roger Penske (Gründer und Besitzer vom berühmten Penske Racing Team), Jim Clark (zweifacher Formel 1 Weltmeister), David Hobbs (Le Mans 1969), Joachim Bonnier (Formel 1), Briggs Cunningham (Konstrukteur der Cunninghams und bekannt als Le Mans Starter in den 50ern) und und und... die ganze Welt des Motorsports war bereits 1962 vor Ort, als Daytona eingeweiht wurde.

    Und dann war da noch Dan Gurney: Der damalige Porsche Werksfahrer gewann das erste Rennen auf einem Lotus 19 mit Startnummer 96.

    Die Regeln der damaligen Rennveranstaltung definierten, dass man nur dann in die Schlussrangliste aufgenommen würde, wenn man nach der Durchfahrt des Siegerfahrzeugs noch das Ziel erreichte. Viele Fahrer, die vorzeitig wegen Materialproblemen ausgefallen waren, rollten deshalb ihr Fahrzeug mühevoll bis kurz vor die Ziellinie, sodass sie nach der Durchfahrt des Siegers ihren Renner noch rasch über die Linie schieben konnten. Lieber eine schlechte Platzierung als ein DNF (did not finish).

    Genauso erging es auch dem in Führung liegenden Dan Gurney im Lotus 19. Er hatte einen sehr grossen Vorsprung herausgefahren und war schon klar als Sieger prognostiziert. Einige Minuten vor dem Rennende verstummte aber unerwartet sein Motor und er musste das Auto mit Körperkraft in Richtung Ziel schieben. Kurz vor der Ziellinie parkierte er seinen Lotus rechts und wartete die verbleibenden Minuten der drei Stunden Gesamtrenndauer ab. Sobald die drei Stunden abgelaufen waren, drehte Dan Gurney das Lenkrad nach links, zündete permanent den Anlasser um etwas Schub zu erhalten und dank der 18-Grad schrägen Fahrbahn des Speedways rollte sein Lotus durch die Schwerkraft angetrieben über die Ziellinie - immer noch auf Platz 1! 

    Daytona 1962 - Sieger Dan Gurney im Lotus 19 - Trotz Motorschaden!
    © Copyright / Fotograf: Rolex ISC/Archives

    Lange Zeit war nicht ganz klar, wie Dan Gurney das Ziel nun wirklich erreichte, mit oder ohne Starter, mit oder ohne Einlenken (denn auf allen Fotos sind die Räder immer gerade). Sogar Bücher mit angeblichen Zitaten seitens Dan Gurney beschrieben nicht die Wahrheit. Die ganze Sequenz können Sie nun aber im Kurzfilm sehen und sich selber von einer Version überzeugen, den Link hierzu finden Sie wie immer auf der linken Seite unter “Multimedia”. Viel Spass!

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    Dan Gurney - der Allererste?

    Sehr oft war Dan Gurney, seines Zeichens Ingenieur und begeisterter Rennfahrer, tatsächlich der Erste und gilt nicht um sonst als einer der ganz grossen amerikanischen Motorsportler: 

    • Er war bis 1967 der erste Rennfahrer, der Siegerpokale in unterschiedlichsten Veranstaltungen holte: der Sportwagen-Weltmeisterschaft (1958), Formel 1 (1962 GP von Frankreich), NASCAR (1963), Indy Car (1967) und Le Mans (1967)!
    • Er war auch jener Rennfahrer, der nach dem Sieg in Le Mans 1967 spontan seine Sieger-Champagnerflasche schüttelte und seine Kollegen ums Podium vollspritzte. Unter den Betroffenen waren Henry Ford II, Carroll Shelby und natürlich sein Beifahrer A.J.Foyt des Ford GT40 Mark IV. Dieses Ritual ist seither fester Bestandteil jeglicher Siegerehrungen, bis heute.
    • Er war auch der erste, der eine rechtwinklige Konstruktion am Heckflügel anbrachte, um die Downforce am Heck zu erhöhen: Das “Gurney Flap” war geboren!
    • Bis heute ist Dan Gurney der einzige Rennfahrer der Formel 1, der mit einer Eigenkonstruktion einen Sieg einholen konnte (Spa 1967).

     

    1967 - Wie der Ferrari 365 GTB/4 zum Namen Daytona kam

    Seit 1960 war Ferrari die erfolgreichste Marke im Motorsport und feierte unzählige Siegesreihen. Ford gelang es aber, mit dem GT40 MkII den sicheren Siegeszug zu konkurrieren und zu stoppen. 1965 gewann Ford in Daytona, 1966 sogar die ganze Sportwagen-Weltmeisterschaft, Le Mans inklusive. Ferrari musste reagieren!

    Das Jahr 1967 wurde deshalb von den Medien als Comeback-Jahr von Ferrari kommuniziert. Der neue P Serien Prototyp 330 P4 versprach ganz neue Qualitäten und Fahreigenschaften, das Marketing und die Einschüchterung der Gegner waren professionell koordiniert. Anlässlich des Comebacks kündigte Ferrari eine neue V12 Strassenversion an, der dann in Daytona als Ferrari “Daytona” enthüllt wurde.

    Der Saisonauftakt war für Ferrari perfekt. Dreifacher Sieg in Daytona! Die Konkurrenz schlief aber ebenfalls nicht und Ford gewann mit dem GT40 MkIV Sebring und Le Mans, Porsche bestieg das Siegespodest in den restlichen Rennen, Ferrari ging leer aus. Dieser Ausgang könnte mit ein Grund sein, weshalb der 365 GTB/4 dann doch nicht “Daytona” getauft wurde und mit traditioneller Typenbezeichnung auf den Markt kam. Trotzdem kennt man den schönen V12 Ferrari noch unter diesem Namen.

    1967 darf auch schon zu jenen Jahren gezählt werden, wo Porsche ganz vorne mitfuhr: Jo Siffert und Hans Herrmann starteten mit einem Porsche 910 und erreichten Platz 4 und den besten Platz in ihrer Klasse.

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    1969 - Porsche oder Ford? Lola! Und weshalb Roger Penske seine Pläne für Le Mans streichen musste

    Die Presse war sich einig: Nach dem Dreifachsieg von Porsche im 1968 mit Jo Siffert, Hans Herrmann, Vic Elford und Rolf Stommelen konnte höchstens Ford mit dem John Wyer Team und den Gulf-farbenen GT40 der dominant gewordenen Marke Porsche das Wasser reichen. Matra war zwar schnell, doch Henri Pescarolo bezweifelte schon vor dem Start die Standhaftigkeit über 24 Stunden. Ferrari war abwesend, da die neuen Prototypen noch nicht genug gut waren. 

    Doch es sollte nicht so kommen, wie man es erwartete: Alle fünf Porsche 908 schieden aus, ebenso die Ford GT40. Während den letzten fünf Stunden konnten die beiden Lola T70 das Rennen fertigfahren und für sich entscheiden: So verbuchte das beinahe frisch gegründete und heute weltbekannte Penske Racing Team den ersten überraschenden Gesamtsieg! Im zweiten Lola fuhr der Schauspieler James Garner (Hauptdarsteller im Film Grand Prix!) und war ebenso überrascht über den unerwarteten zweiten Platz.

    Roger Penske feierte seinen Erfolg und fand noch mehr finanzielle Unterstützung für sein Rennteam und wollte deshalb im gleichen Jahr noch nach Le Mans reisen, doch sein Lola wurde nach dem überraschenden Erfolg in Daytona gestohlen! Ein Ersatzwagen war bei einem so jungen Team noch nicht vorhanden... Witzigerweise begleitete Rennfahrer Mark Donohue die Polizei bei den Ermittlungen nach den Lola-Dieben und war live dabei, als sie den Motor des Lolas fanden: Mechaniker waren gerade dabei, den Lola-Motor in eine Shelby Cobra einzubauen! Für eine Reise nach Le Mans war es aber dann trotzdem zu spät.

    Lola T70 Mk3B GT (1969) beim 24 Stunden Rennen von Daytona 1969 - Gesamtsieger mit Nummer #6 im Sunoco Roger Penske Lola mit Mark Donohue und Chuck Parsons zusammen mit Platz 2 #8 AIR Lola T70 Mk 3B
    © Copyright / Fotograf: Louis Galanos

    Für Lola war der Sieg trotzdem sehr wichtig. Die Erfolgsmeldung wurde aber Wochen später deutlich erstickt, als Porsche am Genfer Autosalon den 917er präsentierte. Alle wussten, dass auf der Rennstrecke nichts mehr so sein würde, wie es einmal war...

    1971 - Ein 917er genügt nicht immer zum Sieg

    1969 am Genfer Autosalon zum ersten Mal vorgestellt, fegte der Porsche 917 im Jahre 1970 so ziemlich alle Gegner von den Siegerpodesten, so auch in Daytona, Platz 1 und 2.

    Ein Jahr später, 1971, erwartete man nichts anderes, als vier Porsche 917 am Start lauerten. Doch durch Reifen- und Motorschäden war nach 21 Stunden nur noch einer der vier 917er im Rennen, dafür mit sagenhaften 371 km Vorsprung zum zweitplatzierten Ferrari 512S mit Ronnie Bucknum und Tony Adamowicz!

    Alle Zuschauer betrachteten das Rennen als entschieden, als plötzlich Rauch aus dem 917er schoss und dieser im 2. Gang die Runde fertig fuhr und in die Boxengasse abbog: Getriebeschaden!

    Die Regeln der FIA liessen ein einfaches Ersetzen nicht zu, und so entschied John Wyer, Teamchef der Gulf Porsche 917er, das Getriebe zu reparieren, in der Hoffnung, den dann wohl führenden Ferrari wieder einholen zu können, war der 917er doch 10 Sekunden pro Runde schneller als der Ferrari 512S. Jegliche Journalisten, die über den Entscheid berichteten, waren sich einig, dass die Zeit niemals ausreichen würde, um das Fahrzeug wieder ins Rennen zu bringen, geschweige denn einen Podestplatz noch einfahren zu können. Doch nach nur 98 Minuten rollte der 917er als zweitplatzierter wieder ins Rennen und Pedro “Little Mexican” Rodriguez begann die Aufholjagd

    Porsche 917 K (1971) - Der Gesamtsieger am Boxenstopp - David Yorke (links mit Zeigefinger) koordiniert den Pitstop, rechts ins Bild kommend ist der damals berüchtigte beste Rennmechaniker Ermanno Cuoghi (24 Stunden Rennen von Daytona 1971)
    © Copyright / Fotograf: Louis Galanos

    Ein kurzer Regenfall zwang den Porsche auf Regenreifen, Ferrari fuhr weiter auf Slicks und konnte sich so den ersten Platz weiterhin sichern. Doch die Strecke trocknete schnell wieder, Porsche wieder auf Slicks, Pedro ging ans äusserste Limit und schaffte es tatsächlich noch, den Ferrari einzuholen und zu überholen!

    Mit einer Runde Vorsprung siegte auch 1971 wieder ein Porsche 917 Kurzheck.

    Weitere Informationen und Geschichten

    In der Automobil-Revue Nr.6 vom 8. Februar 2012 können Sie ab Seite 21 weitere Informationen nachlesen und insbesondere die Daytona-Erfolge der zwei einzigen Schweizer Rennfahrer, Jo Siffert und Fredy Lienhard, im Detail geniessen.