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Der Kompressor von Cozette

Erstellt am 5. Mai 2012
, Leselänge 3min
Text:
Bernhard Brägger
Fotos:
Artcurial 
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Archiv 
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Anfangs der Zwanzigerjahre wurden Rennwagen dank Kompressoren immer schneller. Auf grossvolumige Motoren konnte verzichtet werden. Kompressoren wurden zum idealen Tuning für 1,1-Liter-Rennwagen. Natürlich war das Prinzip des Kompressors schon längstens bekannt.

Vom Hochofen in den Luftkampf

Im 19. Jahrhundert wurden solche Gebläse in den Hochöfen der Stahlindustrie verwendet. Von den Gebrüdern Roots stammt der Name, die ihr Gebläse bereits 1860 patentieren liessen. Während des 1. Weltkriegs kam der Kompressor zu trauriger Bekanntheit. Um den Gegner im Luftkampf „unter sich zu haben“ war für die Motoren der Jagdflugzeuge Leistung gefragt. Leistung auch in höheren Luftschichten. Und so setzten die „tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ auf die “Auflader”.

Einfaches Grundprinzip

Am technischen Prinzip hat sich bis heute nichts geändert. Das Gasgemisch aus Benzin und Luft wird z.B. beim Roots-Kompressor durch zwei rotierende, ineinandergreifende Flügel gewaltsam in den Brennraum gepresst. Dadurch wird der Füllungsgrad verbessert, es steht mehr Luft für die Verbrennung des Kraftstoffes zur Verfügung, was die pro Arbeitstakt geleistete Arbeit erhöht. Dies kann über 50% Mehrleistung bringen.

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Überlegenes aber fragilere Bauart von Cozette

Ingenieur Cozette wählte in den 20er-Jahren zur Kompression der Luft ein abgeändertes System. Das Gasgemisch tritt nach dem Vergaser in das Kompressorgehäuse ein, in welchem sich eine hauchdünne Stahltrommel befindet. Ihre Wände sind mit Fenstern durchbrochen. Das Gas hat somit ungehindert Zutritt. In dieser Stahltrommel dreht sich der Rotor. Aus sechs Führungen ragen Stahllamellen heraus. Diese stehen unter Federdruck und pressen sich schon bei niedrigen Touren an die Stahltrommel. Durch die exzentrische Lagerung des Rotors und die nach der Stahltrommel und dem Kompressorgehäuse hin abdichtenden Lamellen komprimiert sich das Gasgemisch auf knapp ein Bar und gelangt via ein Saugrohr in die Brennräume.

Funktionsweise des Cozette-Kompressors

Dank einer ausgeklügelten mechanischen Synchronisation zwischen der Stahltrommel, dem Rotor mit den Lamellen und dem Kompressorgehäuse findet auch bei Höchstdrehzahlen (max. 8'000 U/Min) nur geringe Reibung statt.

Ueber 50% kann die Leistungssteigerung betragen. Im Vergleich zum englischen Roots-Kompressor lässt die Standfestigkeit des Cozette etwas zu wünschen übrig. Doch erbringt der Franzose - im Gegensatz zum Roots -  schon in tiefen Drehzahlen spürbare Leistungssteigerung.

Der einfacher konstruierte Kompressor von Roots verdrängte die geniale Konstruktion von Ingenieur Cozette. Doch vorher gewannen noch von  Cozette aufgeladene Rennwagen die Grossen Preise von Frankreich und von San Sebastian. Cozette selber verunglückte tödlich auf der Hochgeschwindigkeitsbahn von Linas-Monthléry.

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Bild Funktionsweise Cozette Kompressor
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