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Wolseley Hornet Mk II - Mini mit Luxus und Kofferraum

Erstellt am 18. Juni 2020
, Leselänge 3min
Text:
Daniel Koch
Fotos:
Daniel Reinhard 
3
Courtesy of RM Sotheby's 
16
Archiv 
5
Wolseley Hornet MkII (1966) - Der im Vergleich zum Mini vergrösserte Kofferraum war durchaus praktisch
Wolseley Hornet MkII (1966) - Von hinten werden die Mini-Ausmasse sichtbar
Wolseley Hornet MkII (1966) - Patina im Innenraum
Wolseley Hornet MkII (1966) - Schlichtes Zweispeichenlenkrad
Wolseley Hornet MkII (1966) - Edles Holz umrahmt die Armaturen
Wolseley Hornet MkII (1966) - Wenig Platz im Fond
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Bevor Mitte der Sechzigerjahre die Swinging Sixties in London Einzug hielten und Mary Quant den Minirock erfand, war ab 1959 der Mini, der legendäre Kleinwagen von Sir Alec Issigonis von den Strassen nicht mehr wegzudenken. Nur zwei Jahre später wurde eine luxuriöse Variante vorgestellt, die auf der Technik des Minis basierte, der Wolseley Hornet.

Bild Wolseley Hornet MkII (1966) - Der im Vergleich zum Mini vergrösserte Kofferraum war durchaus praktisch
Wolseley Hornet MkII (1966) - Der im Vergleich zum Mini vergrösserte Kofferraum war durchaus praktisch

Mit dem sportlichen Namensbruder der Dreissigerjahre hatte der neue allerdings nichts zu tun, man bediente sich lediglich der Bezeichnung. Der Mini-Vater Sir Alec Issigonis soll vom Design des Hornet alles andere als begeistert gewesen sein, er mochte offenbar weder den verlängerten Kofferraum noch den opulenten Kühlergrill.

Fast identisch

Die Wirren der damaligen britischen Automobilindustrie waren in der Vergangenheit oft unerklärlich (sie sind es heute noch) und so wurde der Hornet in einer Version von Riley gebaut, die man "Elf" (zu Deutsch: Elfe) nannte. Dieser war fast baugleich mit dem Hornet und unterschied sich nur durch den Kühlergrill, das Markenlogo und einige Ausstattungsdetails.

Bild Wolseley Hornet MkII (1966) - Patina im Innenraum
Wolseley Hornet MkII (1966) - Patina im Innenraum

Der Riley bot etwas mehr Holz und Leder im Interieur, womit er seinen etwas höheren Preis rechtfertigte, bei den Käufern kamen beide etwa gleich gut an.

Bild Riley Elf (1962) - Zu Deutsch: Die Elfe
Riley Elf (1962) - Zu Deutsch: Die Elfe

Der Wolseley erhielt ein Markenemblem am Kühler, das mit dem einschalten des Abblendlichtes beleuchtet wurde.

Wer heute einen Wolseley Hornet oder Riley Elf anschaffen will, sollte darauf achten, dass alle Chrom- und Innenraumteile komplett und die Rückleuchten intakt sind. Diese Teile sind heute aufgrund der geringen Stückzahlen des Minis mit Rucksack kaum mehr zu beschaffen und können ein grosses Loch in den Geldbeutel reissen - sie werden in Oldtimerkreisen fast mit Gold aufgewogen...

Mehr Platz

Dank des verlängerten Kofferraums bot der Hornet mehr Platz für Gepäck als der Mini, mit immerhin 230 dm3 Stauvolumen liess sich durchaus das Gepäck für eine kleine Ferienreise unterbringen. Mit einer Länge von knapp 3.30 Meter war der Luxus-Mini rund 25 Zentimeter länger als das Original, aber immer noch sehr kompakt, und zusätzliche Dämmung sollte für ein ruhigeres Fahrvergnügen sorgen.

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Mini unter der Haube

Schon bei der Einführung teilte sich der Hornet den 848 ccm kleinen Vierzylindermotor mit dem Mini. Ab 1963 war ein 998 Kubikzentimeter Motor erhältlich, der immerhin rund 38 PS leistete und bei 2900 U/min 60 Newtonmeter abgab.

Bild Wolseley Hornet MkII (1966) - Der 998 ccm kleine Motor leistete fast 40 PS
Wolseley Hornet MkII (1966) - Der 998 ccm kleine Motor leistete fast 40 PS

Die vier Gänge wurden manuell geschaltet, ab 1965 war eine Automatik erhältlich und der Antrieb erfolgte wie beim Mini auf die Vorderräder. Verzögert wurde mit Trommelbremsen, erst ab 1966 wurden mit dem Mk III vorne Scheibenbremsen angeboten.

Ausreichend motorisiert

Mit dem rund 650 Kilogramm leichten Flitzer hatte das Motörchen keine Mühe, aber dennoch dauerte die Beschleunigung von null auf einhundert Stundenkilometer 32 Sekunden und als Höchstgeschwindigkeit gab das Werk 114 km/h an. Wem das zu wenig war, der tunte den Mini-Motor oder ersetzte ihn durch den 1275 ccm BMC-Antrieb.

Bild Wolseley Hornet (1963) - Goodwood Member's Meeting 2019
Wolseley Hornet (1963) - Goodwood Member's Meeting 2019
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Verbesserungen im neuen Modell

Mit dem Mk II wurden innenliegende Türscharniere und Kurbelfenster verbaut. Im Gegensatz zu den bisherigen Schiebefenstern benötigte der Kurbelmechanismus aber einigen Platz in den Türen, dem die praktischen Ablagefächer zum Opfer fielen. 1964 wurde fast zeitgleich mit dem Mini das neue Hydrolastic Fahrwerk eingeführt, das den Fahrkomfort erhöhte. Das neue System bestand aus einer Verbundfederung mit dämpfenden Gummifederkissen, die mit ventilgesteuerter Flüssigkeit befüllt wurde.

Bild Wolseley Hornet MkII (1966) - Luxus-Mini mit opulentem Chrom-Zierrat am Bug
Wolseley Hornet MkII (1966) - Luxus-Mini mit opulentem Chrom-Zierrat am Bug

1969 endete die Produktion nach knapp 30'000 produzierten Hornet, und auch vom Riley Elf waren etwa gleich viele vom Band gelaufen, was auch deren Seltenheit gegenüber des Minis unterstreicht (der über 5 Millionen Mal gebaut wurde). Heute sind die skurrilen Kleinwagen gern gesehene Gäste an Oldtimertreffen und sorgen oft für fragende Blicke.

Bild Riley Elf (1962) - Im Vergleich zum Mini mit einem grosszügigen Kofferraum
Riley Elf (1962) - Im Vergleich zum Mini mit einem grosszügigen Kofferraum

Wo einzuordnen?

Auch in der neueren Geschichte des Automobils finden sich immer wieder Konzepte, die erfolgreiche Fahrzeuge optimieren sollten. Sehr beliebt wurden diese aber meistens nicht - In der Youngtimerszene könnte der Hornet etwa dem VW Jetta entsprechen, dem Golf mit Kofferraum. Auch dem Kleinwagen Aston Martin Cygnet, ein Toyota IQ mit luxuriöser Ausstattung und grossem Kühlergrill könnte man diese Kategorie zuschreiben. Diese speziellen, vermeintlich verbesserten Modelle hatten schon immer einen besonderen Platz der Markengeschichten inne. Entweder man mag sie oder eben nicht – aussergewöhnlich waren sie allemal. Wer sich über die Anschaffung eines Minis Gedanken macht, sollte sich vielleicht mal einen Wolseley Hornet oder Riley Elf ansehen – falls er denn einen findet.

Der porträtierte Wolseley wird an der RM/Sotheby's Auktion der Elkhart Collection versteigert, die am 23. und 24. Oktober 2020 stattfindet.

Bilder zu diesem Artikel

Bild Wolseley Hornet MkII (1966) - Der im Vergleich zum Mini vergrösserte Kofferraum war durchaus praktisch
Bild Wolseley Hornet MkII (1966) - Von hinten werden die Mini-Ausmasse sichtbar
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Bild Wolseley Hornet MkII (1966) - Wenig Platz im Fond
Bild Wolseley Hornet MkII (1966) - Ausführliche Typenbezeichnung
Bild Wolseley Hornet MkII (1966) - Die Marke war schon vor dem Krieg präsent
Bild Wolseley Hornet MkII (1966) - Am Heck kleine angedeutete Finnen
Bild Wolseley Hornet MkII (1966) - Neuzeitliches Detail: Ventilkappe mit Union Jack
Bild Wolseley Hornet MkII (1966) - Türe wie beim Mini
Bild Wolseley Hornet MkII (1966) - Viele Teile stammtem vom Mini
Quelle:
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von do******
23.06.2020 (13:21)
Antworten
Wunderschoenes Artikel. Herzlichen Dank. Eine kleine Korrektur: Die Kurbelfenster und innenliegende Scharniere gab es erst bei dem MK III.
von klaustweddell
23.06.2020 (10:28)
Antworten
2006 erwarb ich über Enay England einen Wolseley Hornet, seitdem ist er ein treuer Reisebegleiter durch ganz Europa bis runter nach Sizilien, wo ihm die Ehre zuteil wurde, auf der legendären Targa Florio Rennstrecke eine komplette Runde von gut 72 km auf abenteuerlich vernachlässigten Sträßchen zu absolvieren. Bei der Teilebeschaffung gab es bisher keine Probleme, allerdings war der Wolseley bei der Ebay-Ersteigerung für sage und schreibe nur 600 englische Pfund auch komplett und technisch gut in Schuss.
Meines Erachtens sind die im Artikel erwähnten, angeblich schwer zu beschaffenden Heckleuchten aber baugleich mit denen vom MG-Midget und nicht so problematisch in der Beschaffung. Schwieriger wird es da schon mit dem üppigen Chrom an der Front, auch mit einer Motorhaube, die formal ganz anders ausfällt als beim Mini.
Ich möchte unsere kleine Hornisse nicht mehr missen, der Fahrkomfort ist ausgezeichnet, abgesehen von dem seltsamen Verhalten der Hydrolastik bei Bodenwellen, die die Insassen dann unerwartet mit dem Kopf bis unters Dach katapultiert.
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