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Bild (1/1): TVR Tina Coupé (1967) - charmant präsentiertes Coupé (© Silverstone Classics, 2017)
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    Kennen Sie Tina? Der etwas andere TVR

    4. November 2017
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
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    Als Arthur und Martin Lilley, Vater und Sohn sowie gleichzeitig TVR-Händler, im Dezember 1965 die maroden Reste von TVR übernahmen, war ihnen klar, dass ein neues Auto nötig war, um der Marke wieder Auftrieb zu geben. Schliesslich war die Grundform, die man im TVR Grantura mit Vierzylindermotor und im TVR Griffith mit amerikanischem V8 wiederfand, schon einige Jahre alt und wirkte bereits etwas altbacken.

    TVR Mk III 1800 S (1965) - im Prinzip ein Grantura, aber ohne dessen Bezeichnung - Motor von MG B
    © Zwischengas Archiv

    Das Debakel um den Trident

    Die Lilleys hofften, dass der TVR Trident der Hoffnungsträger für die Zukunft sein würde. Schliesslich wies dieser Wagen eine moderne Linienführung auf, die von Fissores Trevor Fiore gezeichnet worden war. Technisch basierte der Trident auf bewährten und bei TVR bewährten Konzepten. Erstmals gezeigt wurde er 1965 auf dem Genfer Automobil Salon.

    Die Idee, auf der Basis der bereits bestehenden Prototypen, den zukünftigen Spitzen-TVR zu entwickeln lag also nahe.

    TVR Trident (1965) - Genfer Neuheit, Design von Fiore, gebaut bei Fissore - Genfer Automobilsalon 1965
    © Archiv Automobil Revue

    Doch die Lilley hatten die Rechnung ohne den umtriebigen TVR-Händler Bill Last gemacht. Jener nutzte die Turbulenzen um TVR, riss das Trident-Projekt an sich, liess bei Fissore Anpassungen vornehmen und verpflanzte den Fiore-Entwurf auf das Chassis des Austin-Healey 3000 … und begann den Wagen unter eigener Identität als Trident Clipper zu vermarkten.

    Zwar hatten Arthur und Martin Lilley Handhabe, sich rechtlich gegen diesen unerwarteten Konkurrenten zu wehren, doch fehlten ihnen die Zeit und auch die Mittel, um hier auf einen positiven Ausgang eines Rechtsstreit zu hoffen. Eine Alternative musste gefunden werden.

    Vom Trident zu Tina

    Für Vater und Sohn Lilley war klar, dass TVR ein Auto brauchte, das in grösseren Mengen verkauft werden konnte. Im Fiat 850 Spider sahen sie ein gutes Beispiel, das ihnen auch optisch gefiel. Es lag nahe, dass sie sich wieder an Trevor Fiore, der fliessend englisch und italienisch sprach, wandten.

    Hillman Imp (1964) - Durchsichtszeichnung
    © Zwischengas Archiv

    Eine geeignete technische Basis wurde mit dem Hillman Imp gefunden. Hier hatte man es mit einer fortschrittlichen Heckmotor-Plattform zu tun, die sich bereits bewährt hatte. Mit dem leichtgewichtigen Vierzylinder, der in seiner Konzeption nahe am Coventry-Climax-Motor lag, und den Einzelradaufhängungen an Dreieckslenkern rundum, genügte der Imp auch hohen Ansprüchen.

    Also kaufte man bei Rootes zwei Fahrgestelle und transportierte sie per VW-Bus nach Italien. Am Zoll deklarierte man die Ladung als Campingausrüstung.

    Angebote von Zwischengas-Spezialisten
     

    Fissore und Fiore zum Zweiten

    Fiore griff wiederum zum Zeichenstift und gestaltete eine gradlinige Spider-Karosserie mit abgerundeter Front. Die Linienführung erinnerte nicht ganz zufällig an den Trident. Das Auto war aber deutlich kürzer und kompakter, die Aussenmasse dürften weitgehend dem Hillman Imp entsprochen haben, was rund 3,6 Meter in der Länge und knapp über 1,5 Meter in der Breite bedeutete.

    TVR Tina Spyder (1967) - Zeichnung für den Prospekt
    © Zwischengas Archiv

    Die Karosserie wurde aus Stahlblech geformt, was den Sportwagen wohl auf ein ähnliches Leergewicht brachte wie den Imp, also auf knapp über 700 kg.

    Rund 160 km/h wurden von TVR damals als Höchstgeschwindigkeit für den gut 50 PS starken Spider proklamiert.

    Sparsame Namenswahl?

    Bereits im November 1966 sollte der neue TVR erstmals gezeigt werden und zwar in Turin. Ob er damals bereits einen Namen hatte, ist nicht ganz klar. Schon bald danach aber dürfte man sich wohl auf “Tina” geeinigt haben, eine pragmatische Wahl. Tina hiess die gerade eben geborene Tochter von Gerry Marshall, der ein befreundeter TVR-Händler und ein erfolgreicher Autorennfahrer (unter anderem auch auf TVR) war.

    Als man Typenschilder für die Karosserie brauchte hatte dieser Name praktische Vorteile, denn man beschaffte sich einfach ein paar “Cortina”-Schriftzüge bei Ford und schnitt die ersten beiden Buchstaben ab.

    Zunehmende Begeisterung

    Im Spätherbst 1966 wurde der TVR Tina auf dem Stand von Fissore zum ersten Mal als Cabriolet gezeigt. Der Automobil Revue war dies allerdings, angesichts der vermutlich spannenderen Neuerscheinungen - Dino, Ghibli - nur einen Satz wert: “Auf dem kleinen Stand (von Fissore) steht ein niedriger Spider mit TVR-Chassis und Hillman-Imp-Motor im Heck.“

    Auch für TVR war die Präsentation eher eine Enttäuschung, aber man hatte noch ganz andere Probleme, schliesslich musste die Produktion der bestehenden Modelle gesichert werden.

    Doch den Lilleys war bewusst, dass nur ein grosser Auftritt den Glauben in die Marke TVR stärken konnte und so wurden gleich mehrere (teure) Messepräsentation geplant und durchgezogen.

    Im April 1967 wurde der weitgehend unveränderte Spider an der New York Autoshow gezeigt, zusammen mit dem neuen Tuscan V8 mit langem Radstand, der ebenfalls seine amerikanische Premiere erlebt. Und tatsächlich erhielt der kleine TVR viel Aufmerksamkeit in den USA, erzählte Gerry Sagerman, der amerikanische Importeur. Doch leider wurde der TVR vom Fiat 850 Spider etwas überschattet, ein Wagen mit ähnlicher Ausrichtung aber dem halben Preis des TVR Tina.

    TVR Tina Coupé (1968) - Zeichnung
    © Zwischengas Archiv

    Unterdessen arbeite Fiore bei Fissore an einer Coupé-Version, die dann erstmals in Paris im Oktober 1967 gezeigt wurde.

    Die Automobil Revue berichtete damals: 
    “Fiore / Fissore zeigen den erstmals bei einem Salon ausgestellten TVR Tina auf der Basis eines Imp Sport. Diese selbsttragende Karosserie macht aus dem Tina ein elegantes kleines Coupe mit zwei Plätzen (vielleicht sogar 2+2), das rund 700 kg auf die Waage bringt. Spur und Radstand entsprechen dem Imp Sport, von welchem der Tina auch den Motor übernommen hat. Die Spitze beträgt 160 km/h. In Frankreich dürfte dieses Modell ab Januar 1968 zu einem Preise von 19’000 Fr. verkauft werden. Vorgesehen ist auch eine rennsportliche Ausführung, ja man spricht sogar von einer Beteiligung am 24-Stunden-Rennen von Le Mans.”

    Allerdings waren diese Verlautbarungen relativ weit von der Realität weg. Die Lilleys hatten noch keinen machbaren Plan, wie man aus dem kleinen Sportwagen-Prototypen ein Serienfahrzeug machen konnte. Aber man wollte die Gunst der Stunde nutzen, um weitere Aufmerksamkeit für die kleine Automanufaktur zu generieren.

    TVR Tina Spyder (1967) - mit Doppelscheinwerfern, präsentiert an der London Motorshow
    © Archiv Automobil Revue

    Für die London Motor Show in Earls Court richtete man daher gross an und zeigte den TVR Tina gleich in beiden Varianten, hatte vorgängig aber den Spider noch überarbeitet und ihm eine neue kantigere Front mit Doppelscheinwerfern verpasst. Zudem stellte man das attraktive Chassis eines V8 Tuscan sowie einen kompletten Tuscan und den neuen Vixen S1, eine Evolution des Grantura, dazu, was in der Summe einen ziemlich eindrücklichen Auftritt ergab.

    TVR Tina Spyder (1967) - neben dem Coupé an der London Motor Show 1967
    © Archiv Automobil Revue

    Die Automobil Revue berichtete wiederum Ende Oktober 1967:
    “TVR Tina nun auch als Coupé — Für die diesjährige Motor Show hat das kleine, in Blackpool ansässige Sportwagenwerk TVR Engineering den Tina Spider ebenfalls als Coupé 2+2 bereitgestellt, das durch seinen schlichten, von Fiore entworfenen und von Fissore gebauten Aufbau besonders zu gefallen vermag. Der 55-PS-Motor wie auch das Fahrwerk stammen vom leistungsgesteigerten Sunbeam Imp Sport. Als Spitze nennt das Werk über 160 km/h.”

    Das Interesse in London war gross, haufenweise potentielle Käufer waren bereit, einen Check auszustellen, um einen dieser neuen Tina als Coupé oder Cabriolet zu bestellen.

    Produktionspartner benötigt

    Für Martin Lilley, der inzwischen die Firma weitgehend im Alleingang führen musste, nachdem sein Vater krank geworden war, wurde schnell klar, dass an eine Produktion des TVR Tina mit Ganzstahlkarosserie in Eigenregie kaum zu denken war. Er wollte auf bewährte Rezepte setzen und die Blechkarosserie durch einen Polyester-Aufbau ersetzen, der auch in kleinen Stückzahlen kostengünstig zu produzieren war und zudem erhoffen liess, dass das Gewicht des Wagens sinken würde. Aber selbst dies war nicht in den Räumen in Hoo Hill zu schaffen.

    Also ging Lilley auf Partnersuche. Er sprach mit Rootes, doch dort winkte man ab, weil man im TVR Tina eine Konkurrenz zum Sunbeam Alpine sah. Er diskutierte mit Jensen, doch hier wurde abgewunken, weil man nicht an an das Marktpotential in erwarteter Grösse glaubte. Aston Martin schliesslich, die dritte angesprochene Firma, hatte eigene (finanzielle) Probleme und kam ebenfalls nicht in Frage.

    So starb der aussichtsreiche TVR Tina schliesslich den Tod vieler Prototypen. Er wurde in die Ecke gestellt.

    Vixen anstatt Tina

    Martin Lilley setzte voll auf die Karte Vixen (und Tuscan) und hatte damit Erfolg. Bei diesen Modellen war kein umfangreiches Retooling nötig, es waren evolutionäre Entwicklungen, die sich am bisherigen Produktionsstandort verwirklichen liessen und dank der gesteigerten Publizität, die Investition in den Auftritt in London zahlte sich aus, fanden auch Vixen und Tuscan neue Kunden.

    TVR Vixen 1600 (1968) - die ersten Modelle hatten noch die Cortina-Heckleuchten - Prospektillustration
    © Zwischengas Archiv

    Alle weiteren TVR-Modelle der nächsten 12 Jahre fussten denn auch auf der bewährten Konstruktion, zeigten aber eine stetige Entwicklung auf der Chassis-, Motoren- und Styling-Seite.

    Gerry Marshalls Coupé

    Nach rund £ 15’000 Investitionen wurde das Tina-Projekt also gestoppt, die Prototypen gingen ihrer Wege. Der Spuren des Spiders verloren sich über die Jahrzehnte, das Coupé aber gelangte in den Achtzigerjahren in den Besitz Gerry Marshalls, der den zu jenem Zeitpunkt traurig aussehenden Wagen restaurieren wollte.

    TVR Tina Coupé (1967) - während der Spider runde Doppelscheinwerfer hatte, wurden beim Coupé einzelne viereckige Lampen verwendet
    © Copyright / Fotograf: Silverstone Classics

    Doch es fehlte Gerry die Zeit für den Neuaufbau und so ging das Coupé im Jahr 2005 in den Besitz der Tochter Tina über, als der Vater starb.

    TVR Tina Coupé (1967) - gefälliges Fastback-Heck
    © Copyright / Fotograf: Silverstone Classics

    Nun endlich sollte der Wagen in altem Glanze auferstehen und nach aufwändigen Nachforschungen und sicherlich teuren Arbeiten konnte das TVR Tina Coupé vor kurzem wieder in seiner goldfarbenen Lackierung, die es wohl schon früher getragen hatte, präsentiert werden, rechtzeitig zur Wiederbelebung der Marke TVR, die ja bekanntlich 2017 einmal mehr ein neues Modell vorstellte.

    Ein kleines Juwel unter dem Hammer

    Silverstone Auctions versteigert das restaurierte Coupé anlässlich der NEC Classic Motor Show am 11./12. November 2017 . Als Schätzpreis wurden £ 30’000 bis 40’000 angesetzt. Für ein Einzelstück mit doppelter Autosalongeschichte und attraktiver Provenienz tönt dies nach ziemlich wenig Geld.

    TVR Tina Coupé (1967) - Blick ins Cockpit des restaurierten Autos
    © Copyright / Fotograf: Silverstone Classics

    Es dürfte kaum einen ernsthaften TVR-Sammler geben, der nicht am TVR Tina Prototyp interessiert wäre. Vermutlich aber wird die Versteigerung im November 2017 die einzige Gelegenheit in einem ganzen Jahrhundert sein, sich diesen Wagen zu kaufen. Man darf gespannt sein, wie sich dies auf den Endpreis auswirken wird.

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    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    ma******:
    04.11.2017 (17:15)
    danke fuer den schoenen...gut recherchierten artikel...weiter so !!!
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