Rochdale Olympic von 1961 – Supercar für Selbstbauer
Zusammenfassung
Von 1960 bis 1967 produzierte die Firma “Rochdale Motor Panels & Engineering” rund 400 Rochdale Olympic und damit wohl den konsequentesten Kunststoffsportwagen seiner Zeit. Unter Verzicht auf verstärkende Metallelemente baute der Rochdale ausschliesslich auf die Stabilität seines Kunststoff-Monocoques. Ergänzt mit Grossserienteilen von MG, Riley, Ford und/oder Triumph konnte sich der begabte Heimwerker in den Sechzigerjahren einen schnellen und sehr genügsamen Sportwagen zusammenbauen. Dieser Bericht erzählt die Geschichte des Rochdale Olympic und zeigt ein frisch restauriertes Exemplar im Detail.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Rochdale und die Specials
- Zum Olympiajahr der Olympic
- Grossserien-Mechanik und -Anbauteile
- Begeisterte Presse
- Porter bestellt einen Olympic
- Rennsporteinsatz
- Rund 400 Olympic gebaut
- Am Lenkrad des restaurierten Olympic
- Leistungsfreudig und komfortabel
Geschätzte Lesedauer: 6min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Ein Sportwagen mit dem Leistungsgewicht eines Ferrari zum Preis einer gebrauchten Ford-Limousine? Undenkbar? Nicht so im Jahr 1961, wenn man handwerklich talentiert und zu Kompromissen bereit war. Die englische Steuergesetzgebung hatte vielen kleinen Autokonstrukteuren ein Schlupfloch geöffnet, indem Selbstbaufahrzeuge von der Umsatzsteuer befreit waren und damit erheblich günstiger an die Kunden gebracht werden konnten als fertige Autos. Lotus, TVR, Marcos, Ginetta, Elva – alle bauten sie sogenannte "Kitcars" und lieferten sie den Kunden in ein paar Kisten zum Fertigstellen aus. Auch Rochdale gehörte seit den Fünfzigerjahren zur englischen Autoindustrie. Die Motorsport-Enthusiasten Harry Smith und Frank Butterworth hatten in ihrer bereits kurze Zeit nach Ende des Weltkriegs gegründeten Firma Rochdale Motor Panels & Engineering 1954 ihre erste Kunststoffkarosserie hergestellt, die interessierte Kunden auf das Chassis eines Ford Popular, Morris Eight oder Triumph Vitesse setzen konnten. Diese Karosserie "Mk IV" genannte Karosserie war mit 150 verkauften Einheiten bis 1961 sehr erfolgreich.
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Anmerkungen:
DZM und Tachometer sind von Jaeger, darüber befinden sich Instrumente von SMITH. Links eine Öldruckanzeige mit zwei Druckeinheiten: oben in Kg/cm², unten in lb/▢“ (Pfund pro Quadratzoll). Eine seltsame Kennzeichnungskonvention für den Öldruck (typisch britisch).
Rechts wird die Kühlwassertemperatur in °C gemessen, obwohl die Britten damals noch in °F gemessen haben.
Interessant ist das Instrument unten zwischen Drehzahlmesser und Tachometer. Es handelt sich um ein Vakuum- und Druckmessgerät der Marke Judson Research & Mfg. Co. aus Conshohocken, Pennsylvania (siehe Aufschrift „JUDSON RES. & MFG. CO. CONSHOHOCKEN, PA.“). Es dient zur Messung von Unterdruck (Vacuum) und Überdruck im Ansaugtrakt. Judson war bekannt für Kompressor-Kits für klassische Fahrzeuge wie VW Käfer und Karmann und Sportwagen.



















































































































































































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