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Bild (1/3): Rochdale Olympic (1961) - geriet wesentlich eleganter als die meisten anderen englischen Bausatzautos (© Bruno von Rotz, 2012)
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    50 turbulente Jahre rückgängig machen - Restaurierung eines Rochdale Olympic von 1961

    13. April 2012
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Markus Tanner 
    (45)
    Bruno von Rotz 
    (14)
    Balz Schreier 
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    Wer Anfangs der Sechzigerjahre die berühmten Autozeitschriften wie “The Motor”, die “Automobil Revue” oder “Motor Revue” las, blieb oft an den Berichten über die damaligen “Supercars” hängen. Ferrari 250 GT, Aston Martin DB 4, Maserati 3500 GT oder auch Bristol Zagato 406 GT hiessen die sportlichen Überflieger der Zeit, erstrebenswert, aber unerschwinglich. Für die meisten reichte das Geld aber gerade einmal für einen gebrauchten Riley oder einen neuwertigen Mini, an exotische Supersportwagen war da nicht zu denken.

    Kitcar als Alternative zum unerschwinglichen Supersportwagen

    Wer aber handwerklich begabt und materialtechnisch zu Kompromissen bereit war, konnte zu einem der zahlreich angebotenen Selbstbausportwagen greifen, welche vor allem englische Hersteller wie Marcos, Lotus, Ginetta, TVR oder Rochdale feilboten.

    Und wer mit genügend Talent und mit viel Geduld und Ausdauer gesegnet war, der konnte aus dem günstig erworbenen Bausatz und den zusätzlich nötigen Anbauteilen ein veritables Bijou entstehen lassen, das zumindest optisch keinen Vergleich mit den Exoten aus Italien scheuen musste.

    Genau nach dieser Philosophie machte sich auch das Team von ClassicCarConnection an die Arbeit, als es galt, aus einem raren, aber reparaturbedürftigen Rochdale Olympic einen präsentablen und zuverlässig-schnellen Sportwagen zu erzeugen.

    Der Schein kann trügen

    Dabei konnte, so hätten mancher wohl gemeint, eigentlich gar nicht so viel Arbeit anfallen, denn immerhin hatte der besagte Rochdale noch wenige Monate vorher die Strecke von England in die Schweiz auf eigener Achse zurückgelegt und war wohlbehalten und optisch durchaus attraktiv angekommen.

    Eine genauere Analyse brachte aber wenig Erfreuliches zutage. Nicht nur funktionierte kaum mehr etwas an der Elektrik, es war auch ein falscher Motor installiert, welcher zudem nicht mehr auf allen Zylindern so richtig komprimieren wollte. Vieles am Fahrzeug war über die Zeit ersetzt und umgebaut worden, manches zum Schlechten gewandelt worden. Auch die Karosserie konnte nicht überzeugen.

    So entschloss man sich zur Radikalkur, denn es hatte sich ergeben, dass auch der originale Motor und sogar die früheren Sitze des kleinen Engländers wieder aufgetrieben werden konnten, wenn auch im renovationsbedürftigen Zustand. Der Grundsatz, nur periodengerechte Technik und Materialien zu verwenden, war oberstes Gebot. Hingegen war Treue zu einem Vorbild keine Zielsetzung, denn Kitcars nahmen schon damals die Gestalt an, die deren Besitzer am besten gefiel.

    Demontage

    Als erstes wurde der ganze Wagen zerlegt, soweit er sich überhaupt zerlegen liess. Da die selbsttragende Kunststoff-Karosserie aus einem Stück besteht, und zudem von der Statik her unbeschadet war, waren hier nur ästhetische Korrekturen nötig. Demontiert musste aber die ganze Technik werden und auch das Interieur wurde vollständig ausgebaut.

    Neuaufbau des Originalmotors

    Der originale MG-A-Motor mit 1’588 cm3 wurde nicht nur überholt, sondern gleich auch verfeinert. Der Kurbeltrieb wurde feingewuchtet, das Schwungrad etwas erleichtert. Es wurden neue geschmiedete Kolben und eine auf den Betrieb des Judson-Kompressors optimierte Nockenwelle eingesetzt. Ein Kühler eines MG A und einen Kenlowe-Elektrolüfter machten das revidierte Aggregat temperaturstabil. Für den mit 0,45 bar laufenden und über einen Keilriemen angetriebenen Kompressor musste auch die Zylinderkopfabdeckung entsprechend angepasst werden. Die Motorenrevision wurde massgeblich durch die Firma Götti Motoren GmbH (St. Gallen) unterstützt.

    Reengineering der technischen Basis

    Technisch bedurfte der Rochdale intensiver Korrekturmassnahmen. Das Getriebe musste ersetzt, ein neuer Kabelbaum gelegt werden. Die Bremsanlage wurde totalrevidiert. Zudem wurden neue zwei neue Benzintanks aus Aluminium aufgebaut und an den vorgesehen Stellen links und rechts hinten anstelle der etwas abenteuerlichen Rochdale-Lösung, das Benzin direkt in der Polyesterkarosserie zu “lagern”, eingesetzt. Das Fahrwerk konnte zum grossen Teil unverändert belassen werden, einige Gummibüchsen wurden ersetzt.

    An vielen Stellen der Karosserie-Innenseite mussten Korrekturen vorgenommen werden, Löcher wurden gestopft, Montagepunkte neu einlaminiert.

    Überarbeitung der Aussenhaut

    Eigentlich verkaufte Rochdale ja eingefärbte Karosserien, die bereits vor einem Farbauftrag in der gewünschten Farbe leuchteten. Dies konnte damals erreicht werden, in dem der Gelcoat, also die oberste Schicht der GFK-Karosserie, entsprechend eingefärbt war. Im Falle dieses Rochdale war die Farbe dunkelgrün gewesen. Doch der Wagen war schon vor längerer Zeit dunkelgelb gespritzt und sogar zweimal nachbemalt worden. Der neue Besitzer entschied daher, diese Farbe beizubehalten. Trotzdem war eine Neulackierung nötig, auch im Hinblick einiger zu korrigierenden Verletzungen der Aussenhaut. Vor der Bemalung galt es, alle Schäden zu beseitigen und eine möglichst makellose Oberfläche wieder herzustellen.

    Das Lackieren einer Kunststoffkarosserie selber ist aufwändig und zeitintensiv. Die einzelnen Farbschichten müssen vollständig austrocknen, bevor die nächste Schicht aufgetragen wird, soll das Ergebnis von Dauer sein. Die Firma RS Automobile in Lichtensteig leistete ganze Arbeit und am Schluss der Prozedur glänzte der Olympic wieder in wunderschönem Gelb.

    Das Interieur im Stil italienischer Exoten

    Zwar gibt es zeitgenössische Aufnahmen, die originale Rochdale-Interieurs zeigen und man konnte mit der “Trim-Option” zumnidest bei den späteren Jahrgängen vollständig ausgekleidete Fahrzeuge bestellen, doch mancher Käufer verwirklichte eigene Ideen im Innern des Wagens.
    Der gelbe Rochdale Olympic erhielt ein von italienischen Vorbildern geprägtes Interieur aus Kunstleder, grosse Flächen wurden mit einem Stepmuster versehen. Der Himmel wurde aus zeitgenössischem Material neu eingefasst. Die im Rahmen der Restauration neu erstellte Mittelkonsole wurde genauso eingekleidet, wie das Armaturenbrett und der Instrumententräger. Die Original-Instrumente aus einem Riley sind das Filestück.

    Die Firma “ The Saddlery ” aus Steinmaur hatte keinen Aufwand gescheut, ein wunderschön gearbeitetes und elegantes Interieur zu gestalten. 

    Am Schluss wird zusammengebaut

    Nach vielen Monaten Arbeit konnten die einzelnen Komponenten von ClassicCarConnection wieder im Fahrzeug eingebaut werden. Nur die Frontscheibe war nicht rechtzeitig parat, weil sich in England die zuständigen Leute nicht einig wurden und am Schluss der Transport der Scheibe teurer zu werden drohte, als die Herstellung. So muss der fertige Rochdale bis nach den Sommerferien auf seine neue Scheibe warten, einstweilen wird der Fahrer durch eine nicht ganz makellose Interimvariante von Regen und Luft geschützt.

    Rund 1000 Stunden Aufwand

    Eine konsequente Vollrestaurierung eines Autos bedeutet einen erheblichen Aufwand. Trotz der an und für sich einfachen Konstruktion und dem Fehlen exotischer Rohstoffe oder mechanischer Finessen fielen beim Rochdale rund 1'000 Arbeitsstunden an. Die Anfertigung und Verlegung eines neuen Kabelbaums etwa verschlingt manche Stunde und erfordert viel Erfahrung. Die Beschaffung rarer Ersatzteile stellt Amateure vor grosse Probleme, Profis wie die ClassicCarConnection erkennen aber nicht nur, wo dasselbe Teil auch noch eingebaut wurde, sondern können mit ihrem grossen Ersatzteillager oft schnell eine Lösung finden.

    Generell verlangte der hier beschriebene Neuaufbau des Rochdales nach sehr viel Spezialistenwissen und dauert wegen der Abhängigkeiten der verschiedenen Teilaufgaben, aber auch wegen der oftmals schwierigen Ersatzteilbeschaffung meist mindestens ein bis zwei Jahre, da ist also auch Geduld beim zukünftigen Piloten angesagt.

    Ob sich das ganze lohnt, ist weniger eine Investitions- als eine Herzensangelegenheit. Die Vollrestaurierung eines, wenn auch seltenen, englischen Kunststoff-Sportwagens wird immer eine Liebhaberei bleiben, bei einem kurzfristigen Verkauf wird man wohl nur selten den dem Aufwand angemessenen Preis realisieren können.

    Das Ergebnis überzeugt

    Die meisten Leute haben noch nie einen Rochdale Olympic gesehen, sie können das Fahrzeug auch nicht einordnen. Umso begeisterter zeigen sich Passanten ob herrlich knatternden gelben Coupés und der schön herausgearbeiteten Details des Fahrzeugs.

    Wie sich der Wagen fährt und wie es überhaupt zum Rochdale Olympic kam, haben wir in einem separaten Artikel ausführlich dargelegt .

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