Renault Espace – Plastik-Raumwunder
Zusammenfassung
Es ist sicherlich keine Übertreibung, wenn man den Renault Espace als Meilenstein bezeichnet. Natürlich gab es bereits vor dem Franzosen Busse und Vans, aber erst mit dem Espace setzte sich das Einvolumen-Fahrzeug im Komfort- und Familiensegment richtig durch. Kein Wunder wurde der Espace eifrig nachgeahmt, aber seine Konstruktionsweise bleibt bis heute einmalig. Dieser Fahrzeugbericht erzählt die ungewöhnliche Geschichte des Renault Espace und zeigt den eleganten Allzweckwagen in zwei Ausführungen auf vielen aktuellen und historischen Bildern.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Entwicklungsgeschichte mit unerwarteten Wendungen
- Langfristige Vision
- Verzinkte Karosseriestruktur mit Kunststoffbeplankung
- Vielseitig
- Mittelding zwischen Limousine und Bus
- Erfolgsmodell
- Mit Allrad kaum durstiger
- Rundlicher und angepasster
- Hohe Besitzer-Zufriedenheit
- Auch nach 30 Jahren noch modern
Geschätzte Lesedauer: 11min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Er sei womöglich die Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt habe, argwöhnte Götz Leyrer in seinem ersten Test des Renault Espace für Auto Motor und Sport. Damit lag er ziemlich falsch. Denn obwohl es damals (und heute) in Deutschland keinen Trend zur Grossfamilie gab, setzte sich der kompakte Van durch und auf den Renault Espace folgten Opel Zafira und VW Touran. Das Fahrzeugkonzept hat bis heute überlebt und wurde in beeindruckenden Stückzahlen gefertigt. Offenbar hatte also Renault doch einen guten Riecher, als sie im Sommer 1984 den Espace in Paris präsentierten. Dabei geht die Geschichte des Raumwunders deutlich weiter zurück und begann bereits im Jahr 1976, als Fergus Pollock beim Chrysler Design Studio in Coventry während seiner Freizeit an einem Einvolumen-Auto arbeitete. Die Ideen wurden im Auftrag von Design-Chef Dick Macadam in einigen 1:1-Modellen konkretisiert, doch dann wurde Chrysler UK zunächst zu Talbot und schliesslich wurden die Entwürfe an Matra weitergegeben.
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Die damals fürchterlich arrogante Auto, Motor und Sport schrieb in ihrem ersten Test über den Espace, er sei die Antwort auf eine Frage die niemand gestellt habe. Für mich bis heute eine der fatalsten Fehleinschätzungen des Blattes.

Zu schäbig war die Lackierung (bei Renault und allgemein bei den Franzosen sowieso nie berühmt), zu deutlich sichtbar, wellig und ungenau die Gewebestruktur der GFK-Carrosserie.
Der verzweifelte Renaulthändler aus meinem Wohnort machte mir eine derart gute Offerte, dass ich sein Schaufensterexemplar doch anfangs 1985 erwarb full Optional, mit Doppelglasdach, 7 Sitze, metallic-Lackierung. Klima-Anlage war zwar für Espace noch nicht geschaffen worden.
Für die Transfers mit einer junioren Tennismannschaft war der Espace gut genug. Für längeren Familienreisen jedoch ermüdend und erstaunlich laut. Etwas Abhilfe brachte das Glattschleifen der groben Strukturlackierung der dunklen Dachbeplankung, doch merkte ich schnell, dass für einen Verkaufserfolg bei Renault tiefgreifende Verbesserungen hätten stattfinden müssen, was auch bald erfolgte. Nach R8 R8 Gordini R16TS R17TS blieb der Espace mein letzter Renault.
In einer Design-Abteilung der Automobilindustrie zeichnet ein kleiner Junge ein Auto. Viereckige Kiste, mit Rädern dran, und 4 Türen.
Die Designer lachen sich kaputt.
Eine weitere Karikatur daneben, die Designer kratzen sich am Kopf, "gar nicht so dumm"


















































































































































































































































































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