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Ferrari 512 S Modulo - futuristischer als fast jedes andere Konzeptfahrzeug

Erstellt am 20. Februar 2012
, Leselänge 5min
Text:
Daniel Reinhard
Fotos:
Daniel Reinhard 
24
Archiv 
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Ferrari 512 S 'Modulo' (1970) - futuristisches Konzeptfahrzeug von Pininfarina
Ferrari 512 S 'Modulo' (1970) - futuristisches Konzeptfahrzeug von Pininfarina
Ferrari 512 S 'Modulo' (1970) - futuristisches Konzeptfahrzeug von Pininfarina
Ferrari 512 S 'Modulo' (1970) - futuristisches Konzeptfahrzeug von Pininfarina
Ferrari 512 S 'Modulo' (1970) - futuristisches Konzeptfahrzeug von Pininfarina
Bild von Partner Württembergische

Würde der Ferrari 512 S Modulo heute vorgestellt, so würde man vermutlich sofort annehmen, dass das Auto direkt aus dem Apple-Design Center kommt. Das 550 PS starke “i-Phone” aus Italien wurde anlässlich des Genfer Autosalons 1970, damals noch schwarz lackiert, vorgestellt.

Vermutlich würde dieser extreme Concept Car aus dem Hause Pininfarina auch am diesjährigen Salon wiederum für Furore sorgen.
Kaum eine andere Studie der Vergangenheit ist wohl so extrem gestaltet, dass sie bis heute derart zeitlos geblieben ist. Die Idee kommt vom Designer Paolo Martin, eigentlich mit dem Rolls Royce Camargue beauftragt und beschäftigt, kritzelte er dazwischen einige Ideen auf ein weiteres Blatt Papier.

Erste Entwürfe

1968 entsteht so eine Flunder mit grosser Ähnlichkeit zum i-Phone des 21. Jahrhunderts, auf kaum sichtbaren Rädern.

Früher Entwurf für das Modulo-Konzeptfahrzeug

Dieser überaus gewagte extreme Entwurf trifft im Jahre 1968 im Hause Pininfarina allerdings auf wenig Gegenliebe und wird vorerst im Keim erstickt.

Realisierungsnahe Entwürfe für den Modulo

Der schwarze ‘Modulo’ für den Genfer Salon

1969 baut Ferrari zu Homologationszwecken 25 Sportwagen vom Typ 512 S, für die damalige Marken-Weltmeisterschaft, als Waffe gegen den Porsche 917.

Da man nicht alle diese Autos selber einsetzen oder verkaufen kann, werden zwei  Exemplare zu Pininfarina nach Turin gebracht.

So entwickelt das Designstudio 1969 mit dem 512 S Berlinetta Speciale einen ersten Prototypen und für den Genfer Autosalon 1970 holt man die Modulo-Studie wieder aus dem Keller.

Bild Ferrari Modulo (1970) - das Pininfarina-Konzeptfahrzeug zeigt sich auf einer schiefen Ebene - Genfer Autosalon 1970
Ferrari Modulo (1970) - das Pininfarina-Konzeptfahrzeug zeigt sich auf einer schiefen Ebene - Genfer Autosalon 1970

Die Flunder mit ultraflacher Karosserie (93 cm) und überdachten Rädern besitzt keine Türe, sondern wurde über eine breite Schwelle in die Oeffnung der vorgeschobenen Dachkuppe bestiegen. Das Auto wird trotz absoluter Verkehrs-Untauglichkeit zum Star des Salons.

Bild Ferrari 512 S 'Modulo' (1970) - futuristisches Konzeptfahrzeug von Pininfarina
Ferrari 512 S 'Modulo' (1970) - futuristisches Konzeptfahrzeug von Pininfarina

Das Jahrbuch „Auto Jahr“ Nr.18 schreibt dazu: „Trotz der sozialen Probleme, mit denen Italien zu kämpfen hatte, bleiben die Karossiers aktiv und die Halle, die ihnen in Genf oder Turin reserviert ist, stellt stets den Höhepunkt der Schau dar. Einmal mehr stellte man fest - eine Tendenz, die sich übrigens von Jahr zu Jahr verstärkt - dass die bedeutendsten unter ihnen, wie Pininfarina und Bertone, immer mehr durch industrielle Probleme in Anspruch genommen sind und es für sie schwierig wird, sehr weitgehende Studien zur Schaffung neuer Modelle zu betreiben. Um das Publikum auf ihren Stand zu locken, sind sie dazu gekommen, futuristische Schöpfungen zu zeigen, die weder dem Fahrkomfort noch den Vorschriften, denen heute kein Fahrzeug mehr entgeht, nur im geringsten Rechnung tragen.“

Die Automobil Revue ist am Genfer Automobilsalon 1970 natürlich vor Ort und widmet dem “Idea Car” fast eine halbe Seite:
“Trotz seiner sehr geringen Höhe kann dieser echte Ideenwagen unmöglich übersehen werden. Erstens ist er so auffällig gezeichnet worden, und zweitens steht er auf einer dermassen raffiniert gestalteten «Hochebene», dass er alle Blicke auf sich zieht. Und er ist es wert! Zwei Muschelschalen verkleiden in recht ungewohnter Weise die Innereien des Ferrari 512 S, eines Wettbewerbsfahrzeuges also. Auf den ersten Blick ruft die Aussenform dieser Studie Erinnerungen an den Modellwettbewerb von General Motors für jugendliche Stylisten wach.
Wenn auch der Modulo heute kaum in die Autopraxis übertragen werden kann, so ist er doch von Ideen getragen, die, in abgeänderter Form, sehr wohl einmal Wirklichkeit werden könnten. So lässt der Name Modulo bereits den Schluss auf Verwandelbarkeit zu. In der Tat könnte er ohne grosse Mühe von einem Coupé in ein Cabriolet und sogar in einen Viersitzer umgemodelt werden. Die abstrakt wirkenden, sanft gewölbten Flächen und Kanten wiederholen sich am Fahrzeug mehrmals in geschickt abgewandelter Form. Pininfarina hat hier ganz bewusst Parallelen mit der modernen Grafik und Architetktur ge- sucht und auch gefunden.
Beinahe unnötig zu sagen, dass der Modulo mit elektrisch versenkbaren Scheinwerfern ausgerüstet ist und sich alle möglichen technischen Rafinessen zu eigen gemacht hat. Das Interieur ist sehr futuristisch (dieser Ausdruck wirkt angesichts der Gesamterscheinung dieser Studie geradezu veraltet) ausgestattet.

Bild Ferrari 512 S 'Modulo' (1970) - futuristisches Konzeptfahrzeug von Pininfarina
Ferrari 512 S 'Modulo' (1970) - futuristisches Konzeptfahrzeug von Pininfarina

Aehnlich wie bei den heutigen wettbewerbsmässigen Sportwagen und zweisitzigen Rennwagen kann man es nur über breite und hohe, Doppelfunktionen ausübende Schwellen besteigen: Dr. Ing. Sergio Pininfarina und BLMC-Ingenieur Alec Issigonis haben das gerade getan, als der Berichterstatter im Respektabstand mit einem zynischen Lächeln um die Mundwinkel zuschaute. Es ging noch leidlich gut, das Einsteigen, doch war das Schliessen des Daches, welches gleichermassen Türe, Seitenverglasung und Windschutzscheibe spielen muss, mit einigen Tücken verbunden und nur nach wiederholten Bemühungen seitens des Chefs des Hauses möglich! Nicht nur deshalb wird eine Serienproduktion kaum noch dieses Frühjahr anlaufen... Trotzdem: er ist ein ganz bemerkenswerter Versuchsballon, dieser Modulo, neben dem sich die auf dem Stand ebenfalls gezeigten Wagen aus der gegenwärtigen Serienproduktion Pininfarinas geradezu brav und bieder ausnehmen.”

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Designpreise und Wandel zum weissen Modulo

Das Meisterwerk von Paolo Martin gewinnt mehrere Designpreise und wandert von Ausstellung zu Ausstellung, rund um den Globus. Im Jahr 1972 erntet die inzwischen weiss gespritzte Studie zum Beispiel den grössten Erfolg an der 16. internationalen Autoausstellung in New York.

Man sagt, dass sich selbst Sergio Pininfarina persönlich bei Paolo Martin ob des von ihm ursprünglich nicht akzeptierten Konzepts entschuldigt habe.

Der Designer Paolo Martin

Wer ist Paolo Martin? Er wurde am 7. Mai 1943 in Turin geboren. Seine ersten Designversuche unternahm er im Studio Tecnico Michelotti (1960). Von da an arbeitete er für diverse grosse Designer in Italien - Bertone (Juli 1967), Pininfarina (Juli 1968), De Tomaso Group (Januar 1972), wo er als Direktor das Ghia Style Center von 1973 bis 1976 führte.

Seit 1976 arbeitet er in seinem eigenen Design-Studio und entwirft unter anderen für Fiat, Nissan, BMW, Subaru, Piaggio, Gilera, Ferretti Kraft, Cigarette, Magnum Marine und Dassault Aviation.

Bild Ferrari 512 S 'Modulo' (1970) - Promotionsfotografie von Pininfarina
Ferrari 512 S 'Modulo' (1970) - Promotionsfotografie von Pininfarina
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von Cr******
25.02.2020 (15:21)
Antworten
Das Design war in den 60er und 70er Jahren weltklasse und unübertroffen. wenn ich heute die standardisierten, Sicherheitsdenken-genormten Einheitsformen sehe, kommt Wehmut auf.
von 1c******
25.02.2020 (13:24)
Antworten
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