Angebot eines Partners

Dino 246 GTS - Azzurro o Rosso - Blau-Rot

Erstellt am 26. Mai 2016
, Leselänge 6min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Daniel Reinhard 
36
Bruno von Rotz 
47
AR-Archiv 
2
Balz Schreier 
2
Archiv 
27

Es gibt wenige Autos, die mehr Fahrfreude bereiten und dabei so gut aussehen wie ein Dino 246 GTS. Und dies gilt für fast jede Farbe, in der der kompakte Mittelmotosportwagen ausgeliefert wurde.

Dino 246 GTS (1974) - am Hafen
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Ein guter Grund also, ihn gleich in Rot und Blau zu zeigen.

Dino 246 GTS (1972) - Kraftpaket
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Vom Rennsport auf die Strasse

Die Grundkonstruktion des Dino 246 geht auf den Rennprototypen Dino 166P zurück, der in gemeinsamer Regie von Fiat und Ferrari 1965 gebaut wurde. Beim Motor konnte man auf den Sechszylinder-Formel-1-Motor aus dem Jahr 1961 zurückgreifen.

Ferrari Dino 206 S (1966) - am Concorso d'Eleganza Villa d'Este 2015 in der Klasse I "Two Seats against the Stopwatch"
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Aus dem 1,6-Liter entstand dann ein Zweiliter, der in einer Fünfzigerserie als Dino 206/S ab 1966 gebaut werden sollte. Der 206/S hatte den Motor noch immer längs eingebaut und trug eine Karosserie aus Kunststoff über dem Rohrrahmenchassis. Statt der geplanten 50 Autos entstanden allerdings nur deren 18.

Dino Berlinetta Speciale Due Posti (1965) - Chassis-Nummer 0840 erhielt ein imposantes Pininfarina-Kleid und war der Vorläufer des späteren Dino 206/246
Archiv Automobil Revue

Der Rennwagen bot natürlich auch Potential für die Strasse. Hier setzte Pininfarina an und zeigte 1965 in Paris die Berlinetta Speciale auf Basis der 206/S-Technik.

Dino 206 GT Prototyp (1967) - der Prototyp von Pininfarina in Turin
Archiv Automobil Revue

Ein Jahr später, Ende 1966, präsentierte der italienische Carrossier in Turin dann eine weiterentwickelte Version, die deutlich seriennäher daher kam und den Motor bereits quer hinter den Sitzen montiert hatte. Im Frühjahr 1968 wurden dann die ersten Serienautos, die nun Dino 206 GT hiessen, ausgeliefert, sie trugen noch eine Aluminium-Karosserie.

Zuerst als Coupé, dann auch als Targa

Nur bis 1969 wurde die Zweiliter-Variante gebaut, dann folgte der Übergang zum 246 GT mit 2418 cm3 grossem V6-Motor, der nun einen Gusseisen-Motorblock aufwies und das Fahrzeuggewicht zusammen mit der Stahlblechkarosserie um rund 150 kg in die Höhe trieb. Weiterhin gab es den 246 GT nur als zweiplätziges Coupé. Die Journalisten rissen sich um Testfahrten, die Erkenntnisse waren positiv bis euphorisch.

Dino 246 GTS am Genfer Automobilsalon 1972 - der offene Dino feiert auf dem Pininfarina-Stand Weltpremiere
Archiv Automobil Revue

1972 dann wurde die Modellpalette um eine Targa-Version ergänzt, die sich 246 GTS nannte. Anlässlich der Weltpremiere am Genfer Salon im März 1972 berichtete die Automobil Revue:

“Der Stand von Pininfarina befindet sich am angestammten Platz gegenüber Bertone, und auch hier ist eine Weltneuheit zu bestaunen: der Dino 246 GTS, eine vom Dino-Coupe abgeleitete Spider-Version, deren Polyester-Dach sich abnehmen und hinter den Sitzen verstauen lässt. In seiner Erscheinung erinnert der in Rot gezeigte Wagen ganz an frühere Ferrari-Rennsportwagen: an den 250 LM etwa oder den P3. Der Dino-Spider wirkt bulliger und kraftgeladener als seine Zwillingsausführung, das Coupé.”

Angebote von Zwischengas-Spezialisten
Porsche 911 SC (1981)
Porsche 356 C Coupe (1964)
Porsche 356 B T5 Cabriolet (1959)
Porsche 911 Carrera 3.2 Cabriolet (1984)
0443059904
Schlieren, Schweiz

Kurven, Kurven

Tatsächlich glichen sich die geschlossene und die offene Version bis aufwärts zur Gürtellinie wie ein Ei dem anderen. Die Unterschiede kamen ausschliesslich bei der Passagierkabine zum Tragen. Dort ersetzte ein fest verkleideter Überrollbügel die luftigere Linienführung des Coupés mit zweiter Seitenscheibe. Zusätzliche Verstärkungen beim GTS sollten die Verbindungssteifigkeit sicherstellen, doch gilt das Coupé für schnelle Rennrunden als die bessere Wahl. Auch wegen des tieferen Gewichts.

Dino 246 GTS (1974) - immer wieder gerne fotografierte Hafenszene
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Ob man nun das Coupé oder die offene Version hübscher findet, ist Geschmacksache. Die Umwandlung jedenfalls gelang den Pininfarina-Leuten gut und auch der GTS wirkt harmonisch.

Farbenfroh

Die meisten Dino 246 GT/GTS sind rot, aber auch Gelb war beliebt. Doch es gab eine Reihe weiterer Farbtöne, darunter auch Orange, Hellgrün, Blau und Braun in verschiedenen Schattierungen.

Impressionen von der Retro Classics Stuttgart 2011 - Farbenspiel der Dino 206 und 246
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Manche dieser Wagen wurden zwar später in das beliebtere Rot umgespritzt, doch darf gesagt werden, dass es kaum eine Farbe gab, in der ein Dino nicht gut aussah.

Angebot eines Partners

Sehr konkurrenzfähig

Es gibt nur wenige Testberichte zum Dino 246 GTS, einer erschien 1972 in der amerikanischen Zeitschrift “Motor Trend”. 1238 kg wog der geprüfte Wagen, er beschleunigte in 8,8 Sekunden von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (96 km/h). Als Höchstgeschwindigkeit wurden 148 MPH (238 km/h) gemessen. “Der Dino Spyder ist, gemäss unserem subjektiven Empfinden, der erfreulichste Ferrari, der bis zu diesem Zeitpunkt gebaut worden ist. Im Vergleich zu ihm sind andere hervorragende Ferrari wie der Daytona oder der GTC-4 schnelle Motorkutschen für reiche Einwohner Nevadas oder Spezialärzte für reiche Leute.”

Das ebenfalls amerikanische Magazin Road & Track verglich den Dino 246 GTS im Jahr 1974 mit dem Jaguar E-Type V12, dem Porsche 911 Targa, der Chevrolet Corvette und dem Mercedes-Benz 450 SL. Nur die Corvette beschleunigte besser als der Dino. In der Zusammenfassung mussten die Redakteure erkennen, dass die Fahrzeuge nicht wirklich vergleichbar seien, dass aber in der reinen Sportwagen-Kategorie der Dino doch etwas besser als der (erheblich leichtere) Porsche sei, bei vergleichbarer Zuverlässigkeit.

Billig war der offene Dino allerdings nicht, CHF 48'000 wurden dafür im Jahr 1973 in der Schweiz verlangt, 1700 Franken mehr als für das Coupé. Die Konkurrenz in Form des Porsche 911 S 2.4 Targa (47'810) oder Jaguar E V-12 (CHF 35'000) war sicherlich nicht teurer, Fiat offerierte den ähnlich motorisierten DIno 2400 Spider sogar für fast 12'000 Franken weniger an.

Von kurzer Dauer

Die offene Variante Dino 246 GTS wurde nur von 1972 bis 1974 gebaut, es entstanden rund 1280 Exemplare, von denen viele in die USA gingen. Einen direkten Nachfolger gab es vorerst nicht, denn der Dino 308 GT4 erschien nur als geschlossene Variante. Erst der Ferrari 308 GTS konnte 19777 die Lücke schliessen.

Von der Gesamtproduktion aller 206/246-Versionen macht der Targa damit nicht ganz einen Drittel aus. Die Marktpreise liegen daher heute für die offene Version höher als für die geschlossene.

Fahrerauto

Der Dino ist zwar nicht so leicht wie ein Lotus Elan, doch die Pfunde, 30 kg zusätzlich sind es bei der offenen Variante, sind kaum zu fühlen. Die Sitzposition stimmt, der Schalthebel mit der schwarzen Kugel liegt perfekt für schnelle Gangwechsel.

Dino 246 GTS (1972) - wer einmal drin sitzt, will den Wagen kaum mehr verlassen
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Natürlich verzichtet man als Ferrari-Afficinado auf den ersten Kilometern auf den zweiten Gang, um die Synchronringe zu schonen und man wärmt das Öl sorgfältig auf, bevor man erstmals Drehzahlen jenseits von 5000 Umdrehungen aufsucht.

Dino 246 GTS (1972) - taugt auch durchaus zum Cruisen und Flanieren
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Natürlich hat man vorgängig bereits das Dach mit zwei Handgriffen abgenommen und hinter den Sitzen verstaut. So kann man die Laufäusserungen des Motors noch besser hören und man will ja sicherlich keinen Takt verpassen.

Die Lenkung ist leichtgängig und sehr präzise, kein Wunder, denn der Dino hatte schon eine Zahnstangenlenkung, als andere Ferrari noch über Schnecke und Rolle gesteuert wurden. Dank der Gewichtskonzentration zwischen den Achsen wirkt der 4,24 Meter lange und 1,7 Meter breite Sportwagen sehr handlich. Ja, mehr Fahrspass vermitteln nur wenige Autos, vor allem wenn sich Kurven in schneller Folge ablösen. Der Blick nach vorne erinnert an die Le-Mans-Sportwagen der Sechzigerjahre, der nach Drehzahlen gierende Motor lässt Rennsport-Feeling aufkommen. Mehr, mehr!

Angebot eines Partners

Auch für den Boulevard

Noch viel mehr als für das Coupé gilt, dass der GTS auch für das Flanieren taugt. Ob Rot oder Blau, man ist mit einem Dino 246 GTS sicher gut angezogen und kann sich der Aufmerksamkeit der Passanten sicher sein. Man lässt sich den Wind um die Haare fächeln und lauscht den heiseren Klängen des Sechszylinders. Eigentlich möchte man gar nicht aufhören zu fahren, aber ist man dann im Strandcafé angekommen, freut man sich an seiner gelungen Form und nippt zufrieden an seinem Espresso. Dolce Vita!

Dino 246 GTS (1972) - kurvige Strassen sind das Revier des Dino
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Wir danken der Oldtimer Galerie Toffen bei der Unterstützung für die Fotosession.

Weitere Informationen

Bilder zu diesem Artikel

Quelle:
von de******
03.06.2016 (20:33)
Antworten
Wer liest bei Ihnen eigentlich die Texte vor der Veröffentlichung gegen? Vertrauen Sie dem Google-translater geschuldeten "Spezialarzt" blind? - im originalen Text steht vermutlich "specialist", was hier aber ganz sicher eher die Fähigkeiten der anderen getesteten Ferraris als deren medizinische Ausrichtung benennen soll...
von St******
31.05.2016 (18:03)
Antworten
trotzdem, ich bekomme Augenkrebs vom Hinschauen ... ;-)
Neuen Kommentar schreiben
Möchten Sie einen Kommentar schreiben und mitreden?
  • Ganz einfach! Sie müssen lediglich angemeldet sein, das ist kostenlos und in 1min erledigt!
  • Sie haben bereits einen Benutzernamen für Zwischengas?
    Dann melden Sie sich an (Login).
  • Sie haben noch kein Profil bei Zwischengas? Die Registrierung ist kostenlos und geht ganz schnell.
Angebote unserer Partner

Originaldokumente / Faksimile

Aus dem Zeitschriftenarchiv

Aktuelle Fahrzeug-Inserate

Aktuelle Marktpreise (Auswahl)

Targa, 195 PS, 2418 cm3
Coupé, 195 PS, 2418 cm3
Cabriolet, 260 PS, 3285 cm3
Cabriolet, 300 PS, 3967 cm3
Targa, 255 PS, 2926 cm3
Targa, 270 PS, 3185 cm3
Targa, 155 PS, 1991 cm3
Targa, 320 PS, 3405 cm3
Targa, 255 PS, 2926 cm3
Coupé, 390 PS, 4943 cm3

Spezialisten (Auswahl)

Spezialist

Wollerau, Schweiz

0445103555

Spezialisiert auf Mercedes Benz, Jaguar, ...

Spezialist

Altendorf/SZ, Schweiz

055 451 01 01

Spezialisiert auf Maserati, Ferrari

Spezialist

Oberriet SG, Schweiz

017/755 24 76

Spezialisiert auf Jaguar, Daimler, ...

Spezialist

Amtserdam, Niederlande

Spezialisiert auf Ford, Jaguar, ...

Spezialist

Münsingen, Schweiz

+41 31 722 00 00

Spezialisiert auf Lancia, Alfa Romeo, ...

Spezialist

Aarberg, Schweiz

0041 79 733 17 28

Spezialisiert auf Mercedes-Benz, Mercedes, ...

Spezialist

Zürich, Schweiz

044 250 52 92

Spezialisiert auf Rolls-Royce, Bentley, ...

Spezialist

Münsingen, Schweiz

+41 31 722 00 00

Spezialisiert auf Lancia, Alfa Romeo, ...

Spezialist

Toffen, Schweiz

+41 31 819 48 41

Spezialisiert auf Ferrari, Maserati, ...

Spezialist

Münsingen, Schweiz

+41 31 566 13 70

Spezialisiert auf Ferrari, Maserati, ...

Spezialist

Muhen, Schweiz

+41793328191

Spezialisiert auf AC, Adler, ...

Spezialist

Schinznach-Dorf, Schweiz

+41564501132

Spezialisiert auf Alfa Romeo, Audi, ...

Angebot eines Partners
Angebot eines Partners

zwischengas.com

Die umfangreichste Internet-Plattform über Oldtimer, Youngtimer und historischen Motorsport. Mit über 2,5 Millionen Seitenaufrufen pro Monat ist zwischengas.com zur wichtigsten Informationsquelle von Oldtimer-Enthusiasten geworden.

Zwischengas Jahresmagazin

260 Seiten mit Fahrzeugberichten, Veranstaltungsrückblick und Auktionsanalysen.

Ab 6. Dezember 2020 am Kiosk und jetzt im Online-Shop

CHF 12.90 | EUR 9.90 zzgl. Versand

SwissClassics Revue

SwissClassics, das grösste Oldtimermagazin der Schweiz, erscheint mit sechs Ausgaben im Jahr und richtet sich an die Liebhaber von Oldtimern. Berichtet wird über Legenden des Fahrzeugbaus und die Schweizer Oldtimerszene sowie europäische Klassiker-Events.

Bisherige SwissClassics Ausgaben

Loading...

Jetzt kostenlos anmelden und profitieren: mehr lesen und mehr sehen!

Wenn Sie sich mit Ihrem persönlichen Passwort anmelden oder neu registrieren, haben Sie mehr von Zwischengas! Vorteile: weniger Werbung und
andere.
Die Anmeldung ist kostenlos.