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Der Mythos um den BMW 528/502 Sportwagen - der unbekannte Bruder des BMW 507

Erstellt am 26. Februar 2012
, Leselänge 4min
Text:
Wolfgang Thierack
Fotos:
Archiv Lutz Montowski 
3
Dr. Karlheinz Lange - Archiv Wolfgang Thierack 
1
Bild von Partner Württembergische

Am 1. März 1954 beschloss der Vorstand bei BMW in München in einer Sitzung, wieder einen Sportwagen zu bauen.

Der Prototyp sollte unter Verantwortung des damaligen Vorstandsmitgliedes Fritz Fiedler entstehen. Das Fahrgestell sollte in München konstruiert werden, während der Rahmen in der Versuchswerkstatt zu bauen war. Die Konstruktion der Karosserie wurde bei Baur in Stuttgart unter der Aufsicht von Ernst Loof in Auftrag gegeben. Dort wurde dann auch die Rohkarosserie gebaut.

Bei Loof in der BMW-Erprobungsstelle am Nürburgring sollte der Zusammenbau des Prototypen und seine anschließende Erprobung stattfinden. Somit dürfte die Sage widerlegt sein, dass Loof von sich aus beim Vorstand vorsprach, um einen solchen Wagen zu entwickeln.

Ein neuer Sportwagen soll entstehen

Loof verkündete seinen wenigen verbliebenen Mitarbeitern anfangs März 1954: „Wir sollen jetzt einen neuen BMW-Sportwagen bauen“. Auf der in München entstandenen ersten bekannten Zeichnung findet man das Datum vom 9. März 1954. Sie zeigt den „Entwurf für Fahrgestell 507a“.

Am 12. des gleichen Monats ist die Zeichnung des Rahmens fertig. Im Schriftverkehr zwischen der Außenstelle Nürburgring und dem Werk in München finden wir für den Wagen die Bezeichnung “Typ 528”, die vermutlich in Anlehnung an den früheren 328 als Verkaufsbezeichnung angedacht war.

Schon am 15.März besuchte Karl Baur Senior mit einigen Mitarbeitern Ernst Loof, um mit ihm den Karosserieaufbau zu besprechen. Die Aluminiumbleche für den Bau des Prototyps wurden von den Vereinigten Metallwerken kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Firma Baur verlangte 15’000.- DM für die Konstruktion und den Bau der Karosserie.

Nach der Besprechung machte sich Heinz Jacht, Mitarbeiter bei Loof, an den Bau eines Tonmodells im Maßstab 1:5, welches Loof sofort nach Fertigstellung nach Stuttgart zu Baur brachte. Nach diesem Entwurf entstand schließlich die Außenhaut des neuen Sportwagens.

Am 3. April 1954 war der Rahmen in München fertig gestellt und er wurde zum Ring transportiert. Gleichzeitig erfolgte die Anlieferung des 2,6-Liter-Motors aus München.

Zwei Monate später erkundigte sich Loof bei Baur nach dem Stand der Dinge. Mitte des Monats Juni 1954 wurde die fertiggestellte Karosserie zum Nürburgring transportiert. Nach dem Zusammenbau erfolgte der Rücktransport nach Stuttgart an einer Schleppstange.

Der Wagen wurde dort fertiggestellt. Heinz Jacht und Paul List blieben in Stuttgart und bauten u.a. die Kühler- und die Auspuffanlage ein.

Versuchsfahrten mit dem Prototypen auf der Nordschleife

Anschließend brachte man den Prototypen mit der Fahrgestellnummer 70001 zum Nürburgring zurück und Ende August 1954 wurde mit den Testfahrten begonnen. Dabei wurden jedoch keine befriedigenden Ergebnisse erzielt. Der Wagen braucht für eine Runde auf der Nordschleife über 17 Minuten.

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Schönheitspreis für den neuen Sportwagen

Am 12. September 1954 nahm Ernst Loof eigenmächtig mit dem neuen Wagen am Schönheitswettbewerb in Bad Neuenahr teil. Er liess seine attraktive Bekannte Margot Koll mit dem Auto dort vorfahren und gewann auch tatsächlich eine Goldmedaille.

Die Pressemeldungen über diesen „Erfolg“ schreckten aber die Herren in München auf und sie erteilten Ernst Loof eine Rüge, da der Wagen noch nicht öffentlich vorgestellt worden war und auch keine Entscheidung zu einem Serienbau vorlag.

Rückschläge bei den Versuchsfahrten

Die laufende Erprobung des Wagens machte wenig Fortschritte, da der 2,6 Liter Versuchsmotor vom Typ 502a mit gekreuzten Ventilen bereits nach 4’600 km einen größeren Schaden erlitt. Zwar wurde ein Austauschmotor gleichen Typs für die noch geplanten Versuche eingebaut, aber Anfang des Jahres 1955 wurden die Erprobungsfahrten schließlich vorerst eingestellt.

Man hatte sogar Ende 1954 noch eine Händlerbroschüre gedruckt, die den Wagen, jetzt als BMW 502 Sportwagen bezeichnet, auf mehreren Seiten zeigte.

Ab Mai 1955 nahm man dann die Fahrversuche am Ring wieder auf. Diesmal wurden sie von Heinz Jacht geleitet, da Ernst Loof zu diesem Zeitpunkt bereits schwer erkrankt war. Für die Versuche im Jahr 1955 hatte man den Wagen in München mit einem neuen 8-Zylinder-Motor mit 3,2 Liter Hubraum und einem BMW-Getriebe ausgerüstet.

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Keine Gnade für den Entwurf bei US-Importeur Hoffman

Der amerikanische BMW-Importeur Max Hoffman lehnte die Form des 528/502-Sportwagens ab und versichterte sich der Dienste von Graf Goertz, welcher eine mehr als überzeugende Alternative gestaltete. Der Vorstand entschied sich schließlich für den Goertz-Entwurf des BMW 507.

Der Prototyp überlebt!

Im Herbst gleichen Jahres diente der Wagen 528 dann als Referenzfahrzeug bei der Erprobung des ersten BMW 507.

Später wurde der Prototyp nach Italien verkauft und heute ist gehört er in wunderbar restauriertem Zustand einem BMW-Veteranen-Clubmitglied.

Technische Daten des BMW 528/502-Sportwagens

(abweichende Daten von der Limousine 502)

Dimensionen:

  • Radstand 2440 mm, gegenüber der Limousine um ca. 400 mm kürzer
  • Rahmenbreite 1280 mm (Limousine 1550 mm)
  • Spurweite vorn 1426 mm, Spurweite hinten 1436 mm
  • Länge 4170 mm, Breite 1640 mm, Höhe 1250 mm

Motor (Konstruktion Leonhard Ischinger):

  • 2,6 l-V8 Triebwerk Typ M 502a mit 2 Vergasern, Ventile gekreuzt

Bilder zu diesem Artikel

Bild BMW 528/502-Sportwagen (1954) - gebaut als Vorgänger und Prototyp des BMW 507
Bild BMW 528/502-Sportwagen (1954) - gebaut als Vorgänger und Prototyp des BMW 507
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