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Bild (1/1): GAZ M-21 - Replica des verschrotteten Rallye-Monte-Carlo-Teilnehmers - im Museum Chernousowo des Michail Krasinez (© Chris Dematté, 2016)
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    Ein etwas anderes Museum - Moskwitsch, GAZ und Co aus der ehemaligen UdSSR

    15. September 2016
    Text:
    Chris Dematté
    Fotos:
    Chris Dematté 
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    Chernousowo. Das Navi kann den Ort nicht lokalisieren, auf normalen Straßenkarten ist auch nichts zu finden. Und trotzdem soll es hier, zirka 300km südwestlich von Moskau, das größte Oldtimer-Freilichtmuseum Russlands geben. Zumindest kann man uns in Chern‘, dem Hauptort der Gegend, eine grobe Wegbeschreibung geben. Und wieder einmal sind wir froh, ein Allradfahrzeug zu haben. Es geht über ausgewaschene Feldwege, durch schlammige Bachdurchfahrten, an manchen Stellen ist das Unkraut neben der „Straße“ höher als unser Fahrzeug.

    Nach heftigen Regengüssen oder im Winter ist da mit Sicherheit kein Durchkommen. Und es werden erste Zweifel wach: Auf dieser Piste sollen die Fahrzeuge das Museum erreicht haben? Nach etwa einer halben Stunde mehr oder weniger Querfeld ein sieht man dann doch, daß man auf dem richtigen Weg ist: Der Abhang des gegenüberliegenden Hügels ist überseht mit Fahrzeugen. Man hat das „Museum Chernousowo“ des Michail Krasinez erreicht.

    Kaum noch zu erkennen ist dieser Wagen - Museum Chernousowo des Michail Krasinez
    © Copyright / Fotograf: Chris Dematté

    Sammler aus Leidenschaft

    Michail Krasinez hatte einen in der ehemaligen UdSSR eher seltenen Beruf: Er war Rennfahrer im Moskwitsch-Werksteam. Und er sammelte Autos.  Aber irgendwann waren seine Nachbarn und die Moskauer Stadtverwaltung nicht mehr damit einverstanden, daß seine Fahrzeuge die öffentlichen Parkplätze blockierten.

    MIchael Krasinez, der Museumsbesitzer - Museum Chernousowo des Michail Krasinez
    © Copyright / Fotograf: Chris Dematté

    Und so verkaufte er seine Moskauer Wohnung und zog 1996 gemeinsam mit seiner Frau und seinen Autos hierher in die Weiten des russischen Schwarzerde-Gebietes. Heute umfasst seine Sammlung mehr als 300 Fahrzeuge und ist offiziell als Museum anerkannt.

    Autos, soweit das Auge blicken kann - Museum Chernousowo des Michail Krasinez
    © Copyright / Fotograf: Chris Dematté

    Staatliche Unterstützung oder Förderungen bekommt er aber keine, das Museum lebt nur von den Spenden der Besucher. Das wenige Geld, daß er dadurch erhält, investiert Michail lieber in neue Exemplare für seine Sammlung als in die Konservierung oder gar Restaurierung, und der Verkauf eines seiner Fahrzeuge kommt für ihn schon gar nicht in Frage. Der erste Eindruck ist daher auch eher der eines Schrottplatzes oder Autofriedhofes.

    Komplett zugewachsen - Museum Chernousowo des Michail Krasinez
    © Copyright / Fotograf: Chris Dematté

    Echte Raritäten

    Doch wenn Michael einem in die etwas abseits liegende „Schatzkammer“ seiner Sammlung führt findet man einige selten Stücke. Zu jedem Fahrzeug weiss er die Geschichte, die technischen Einzelheiten, so manche Anekdote.

    Moskwitch 400 - im Prinzip ein Weiterbau des Opel Kadett K38 - im Museum Chernousowo des Michail Krasinez
    © Copyright / Fotograf: Chris Dematté

    Da gibt es zum Beispiel die Moskwitsch 400-420 (sowohl als viertürige Limousine als auch als Kabriolett). 1946 beschlagnahmte die Sowjetunion als Teil der Reparationsleistungen nach dem Zweiten Weltkrieg die gesamte Fertigungsanlagen (samt Plänen und Maschinen) des Opel Kadett K38 von 1939 in Rüsselsheim und brachten sie, verladen auf 56 Frachtwaggons, nach Moskau. Von 1947 bis 1956 wurden dann ca. 247’000 Exemplare dieses Fahrzeuges praktisch unverändert als Moskwitsch 400-420 gebaut.

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    GAZ-“Sieg”

    Den Hauptteil der Sammlung bilden aber diverse Modelle und Varianten des GAZ M-20 „Pobeda“ und des GAZ M-21 „Wolga“.  Der „Pobeda“ („Sieg“) wurde von 1946 bis 1958 in insgesamt 236’000 Exemplaren gebaut und war das erste sowjetische Auto mit Blinkern, elektrischen Scheibenwischern und elektrische Heizung. Der Motor basierte (aus Kostengründen) auf dem Dodge D5 von 1935 (dessen Pläne von Chrysler für 20.000 Dollar gekauft wurden).

    GAZ M-21 Volga - gebaut von 1956 bis 1970 - im Museum Chernousowo des Michail Krasinez
    © Copyright / Fotograf: Chris Dematté

    Krasinez‘s ganzer Stolz ist ein Fahrzeug mit der Chassisnummer 431, eine Art Vorserienfahrzeug mit Versteifungen und einigen Designdetails, die später weggelassen wurden.

    Rallye-Monte-Carlo-Teilnehmer

    Das Nachfolgemodell des „Pobeda“ war der GAZ M-21 „Wolga“, der von 1956 bis 1970 gebaut wurde. Der „Wolga“ war das größte und luxuriöseste  Auto, das von Privatpersonen in der UdSSR gekauft werden konnte (obwohl der Preis sehr hoch und für die meisten Autokäufer unerschwinglich war). Insgesamt wurden ca. 640’000 Fahrzeuge produziert.

    Im Museum findet man unter anderem einen „Wolga“ in der Version, wie er 1964 an der Rallye Monte Carlo teilgenommen hat (als Replika, das Originalfahrzeug wurde verschrottet). 1964 nahmen insgesamt fünf sowjetische Werksteams teil, drei GAZ Wolga und zwei Moskwitsch 407. Keines der fünf Teams konnte sich für die Rallye qualifizieren...

    Oberklassenfahrzeuge

    Die zwei Fahrzeuge, auf die Michail Krasinez aber besonders stolz ist, sind der GAZ-12 ZIM und der GAZ-13 „Tschaika“. Der GAZ-12 wurde von 1950 bis 1960 in 21’500 Exemplaren für die mittleren Ränge der sowjetischen „Nomenklatura“ gebaut, war aber auch das einzige Fahrzeug seiner Klasse, daß auch von Privatpersonen erworben werden konnte - theoretisch, denn bei einem monatlichen Durchschnittseinkommen 1960 von 81 Rubel blieb das Auto mit einem Preis von 40’000 Rubel unerschwinglich (wobei auch ein „Pobeda“ mit einem Preis von 16’000 Rubel wohl für die allermeisten ein unerfüllbarer Traum bleiben musste).

    GAZ 13 Chaika - Luxuslimousine, gebaut von 1959 bis 1981 - im Museum Chernousowo des Michail Krasinez
    © Copyright / Fotograf: Chris Dematté

    Noch seltener ist wohl der GAZ-13, genannte „Tschaika“ („Möwe“), eine siebensitzige Luxuskarosse, die den obersten Parteikadern und -funktionären vorbehalten war. Er wurde von 1950 bis 1977 in nur 3177 Exemplaren gebaut. Ein gut erhaltenes Fahrzeug bekommt man heute nicht unter € 50’000. Michails Fahrzeug (Baujahr 1961) ist das leider nicht (obwohl es 1996 auf eigenen Rädern und mit eigener Kraft von Moskau hierher kam), trotzdem ist es sein ganzer Stolz und für ihn ein Teil des sowjetischen Kulturerbes.

    Auch West-Autos

    Abseits dieser sowjetischen Fahrzeuge findet man auch ein paar Exemplare aus dem „dekadenten Westen“, die irgendwie ihren Weg in das „Arbeiter- und Bauernparadies“ gefunden haben. Da ist ein Weltkugel-Ford 15M, Baujahr 1955, laut Typenschild gebaut in Köln. Und der Ford 17M, Baujahr 1957, ist angeblich das einzige Exemplar, das in die Sowjetunion geliefert wurde.

    Ford Taunus 15M - Frontansicht - im Museum Chernousowo des Michail Krasinez
    © Copyright / Fotograf: Chris Dematté

    Auf der großen Wiese aber, auf der die Mehrzahl der Fahrzeuge stehen, verliert man irgendwann einmal die Orientierung vor lauter Fahrzeugen. Manche davon werden nur mehr durch die vielen Lackschichten zusammengehalten, und man muß schon ein guter Kenner des sowjetischen  Automarktes sein, um die einzelnen Typen unterscheiden zu können. Und so manches Exemplar ist wohl unrettbar hinüber und wartet nur mehr auf den endgültigen Rosttot.

    Das Innere eines GAZ - komplett überwachsen - Museum Chernousowo des Michail Krasinez
    © Copyright / Fotograf: Chris Dematté

    Aber verkaufen, nein, verkaufen würde er keine einziges seiner Fahrzeug, betont Michail Krasinez immer wieder ...

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    ···
     
    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    juerg stucki:
    21.09.2016 (06:31)
    Ein alter Pole sagte mir einmal :
    "Ach die Rrussen! Die koennen doch nicht einmal eine Schaufel bauen,
    verschweige denn Autos und Flugzeuge....."
    Es hat was an sich! :))
    Antwort von ChrisDematte
    16.04.2017 (10:10)
    Wenn man sieht, was heute noch so alles auf den russischen Straßen unterwegs ist - zumindest robust warern sie, die russischen Autos. ;-)
    Hi******:
    20.09.2016 (07:50)
    Es ist ein Trauerspiel, denn die Autos haben den Kampf gegen die raue russische Natur Natur verloren. Wenigstens eine Überdachung müssten die Autos bekommen, die jetzt schon unrettbar angegriffen sind, denn ihr Wert ist auch in gutem Zustand nur ein Bruchteil der Restaurierungskosten. Alles haben wollen und nichts abgeben führt unweigerlich in naher Zukunft zur Zwangsverschrottung nach Art des Franz Messerli. Michail Krasinez muss entscheiden, was er aufheben möchte und das andere verkaufen, um die Aufarbeitung zu finanzieren.
    Antwort von la******
    20.03.2017 (20:40)
    Dass Kaufdorf geräumt wurde lag doch nicht an Messerli,sondern wieder mal an diesen Öko-Hysterikern,die vor nichts haltmachen,auch nicht vor unwiederbringlichen ideellen Werten.Das hätte alles bleiben können.Ärgert mich heute noch.
    Antwort von ChrisDematte
    16.04.2017 (10:12)
    Michail lebt von einer Rente in der Höhe von ca. 250 Rubel. Und bekommt keinerlei staatliche Unterstützung. Ja, er ist ein Messie. Aber er hängt so an seinen Fahrzeugen, dass er mit Sicherheit kein einziges verkaufen würde.
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