China kommt auf den Geschmack von klassischen Automobilen
Zusammenfassung
In China wird laut darüber nachgedacht, für klassische Autos die Tore zu öffnen. Ab 2027 soll als erstes in der Provinz Gounandong im Süden Chinas ein Versuch starten. Ein Besuch beim Prolog zur zweiten 1000 Miglia China Experience in und um das Opernhaus der Provinzhauptstadt Guangzhou, eine Metropole mit 16 Millionen Einwohnern, brachte einige ersten Begegnungen mit Chinas junger Classic-Car-Szene.
Dieser Artikel enthält folgende Kapitel
- Hong Kong als Vorbild
- Sammeln ja, fahren nur zu besonderen Anlässen
- Ohne Schranken und mit fachkundiger Auskunft
- Erster Probelauf in 2027
- Mit Argusaugen beobachtet und akribisch ausgewählt
- Kutur- oder Investitionsgut?
- Das gesamte Universum des klassischen Fahrzeuges aufbauen
- Tourismus und Kulturaustausch
Geschätzte Lesedauer: 13min
Leseprobe (Beginn des Artikels)
Man kommt nicht umhin zu staunen. Längst ist in China das «Flying Pigeon» vom Auto verdrängt worden. Die grösste Fahrradmarke der Welt soll nicht weniger als sagenhafte 500 Millionen Exemplare des Modells Flying Pigeon PA-02 hergestellt haben. Es ist ein «Velo» im Stil eines englische Roadster-Bikes mit nur einer einzigen Übersetzung. Noch zu Zeiten von Deng Xiaoping's Aufbruch in ein modernes China, das Marktwirtschaft und Kommunismus – wie wir heute wissen sehr erfolgreich – vereinen sollte, erfüllte ein einziges solches Fahrrad das Mobilitätsbedürfnis einer ganzen Familie. Heute steht man am Strassenrand und öffnet seine chinesische Universal-App für alles: WeChat! Damit holt man sich mit Hilfe der chinesische Uber-alternative Didi mit wenigen Schritten ein Taxi. Dabei wird einem sowohl die Anzahl verfügbarer «Rides» in der Nähe, die Kostenalternativen wie auch die Zeit bis zur Ankunft und der aktuelle Standort des gewählten Taxis bis zum Eintreffen in Echtzeit angegeben.
Dieser Artikel ist registrierten Lesern vorbehalten.
Melden Sie sich doch schnell an oder registrieren Sie sich innert Sekunden kostenlos.
Bilder zu diesem Artikel

Das ist eine hervorragende Zusammenfassung der Situation Du in China. Du hast mit Deinem Artikel "den Nagel auf den Kopf» getroffen..
Ich hatte das Privileg, im September 2015 an der International Classic Cars Grand China Tour mit der FIVA teilzunehmen. Diese Veranstaltung zeigte sich in vielerlei Hinsicht wegweisend und unterstrich Chinas erwachendes Interesse an klassischen Automobilen.
Was die von Dir angesprochene Zulassungssituation betrifft, so war ein Kernpunkt unseres Besuches der Workshop zum Thema "Chinese classic car development" am 18. September 2015. Die Anwesenheit von Huang Wei Dong, einem Vertreter des zuständigen Departementes der chinesischen Regierung, deutete auf ein starkes Indiz, dass sich auf offizieller Ebene etwas zugunsten der Oldtimer-Bewegung tat. Es ging klar um die Zukunft der Oldtimer in China. Aber es resultierte dann doch nichts daraus. Hoffen wir, es klappt dieses Mal.
Die Rallye selbst bleibt mir in bester Erinnerung. Sie bot, wie Du richtig bemerktest, eine einmalige Gelegenheit für die Besitzer von Oldtimern in China, ihre Fahrzeuge zu bewegen. Neben den rund 30 internationalen Teams aus Europa und Südamerika starteten zahlreiche Klassiker, die bereits nach China importiert wurden.
Obwohl die Logistik, die Formalitäten (z. B. Zoll, provisorische Führerscheine sowie die Nummernschilder, die wir nie erhielten) stellten eine Herausforderung dar. Die Rallye selbst -von Wenzhou nach Shanghai- war hervorragend organisiert und ein Höhepunkt. Man musste sich zwar an den chinesischen Strassenverkehr gewöhnen, wo das "Gesetz des Stärkeren" herrscht, doch alle Teams kamen unfallfrei am Ziel an. Wo immer wir einen Halt einlegten bildeten sich sofort grosse Menschenmengen.
Zwei Schweizer wurden eingeladen: Dominik Fischlin (leider am 27. März 2025 verstorben) und ich. Wir konnten sogar je einen Pokale mit nach Hause nehmen: Dominik gewann den Preis für den schönsten Oldtimer (1949 Delahaye M135 Drop Head Coupe) und ich denjenigen für das älteste Auto der Rallye (1935 Rolls-Royce Hooper Sports Saloon).
Es ist ermutigend zu sehen, wie die chinesische Klassiker-Szene seitdem entwickelte.
Vielen Dank nochmals für Deinen äusserst informativen Artikel, der meine eigenen Erlebnisse bestätigt.
Mototom aus Tirol





































































































































Kommentare