Im Schloss Waldburg-Wolfegg bei Ravensburg (D) hatte der 2010 verstorbene Autojournalist Fritz B. Busch von 1973 bis 2016 sein kleines Automuseum untergebracht. Am „Carfreitag“ 14. April 2017 wurde am alten Ort unter neuer Führung ein neues Museum eröffnet.
43-jährige Geschichte
Das Automobilmuseum in Wolfegg wurde 1973 von Auto-Journalist Fritz B. Busch in einem 500 Jahre alten Nebengebäude des fürstlichen Schlosses von Waldburg-Wolfegg in Wolfegg gegründet. Es zeigte mehr als 200 Oldtimer inklusive Motorräder, Traktoren, Wohnwagen und unzählige zeitgenössische Dekoartikel. Nachdem Busch 2010 verstorben war, übernahm Tochter Anka das Museum. Doch weil auch sie das Rentenalter erreicht hat, gingen die Tore Ende Oktober 2016 zu, die meisten Ausstellungsstücke kamen ins Traktormuseum in Uhldingen-Mühlhofen. Ein Bericht zum Auszug/Umzug ist im Zwischengas Jahresmagazin 2017 abgedruckt.
Priorität auf Youngtimer
Am „Carfreitag“, also am 14. April 2017 feierte das Museum seine Neueröffnung, angesichts des christlichen Feiertags aber nicht mit einer rauschenden Party. Die soll aber am 6. August 2017 nachgeholt werden.
In den rund 3000 Quadratmeter grossen, historischen und über zwei Gebäude und mehrere Etagen verteilten Räumlichkeiten sind zukünftig jüngere Oldtimer der späten 60er, der 70er und auch der frühen 80er-Jahre untergebracht. Die Fahrzeuge sind grösstenteils Leihgaben von Sammlern aus der Umgebung, einige gehören auch Museumsleiter Nicolas Flosbach. Er legt Wert darauf, dass es bei jedem Museumsbesuch wieder etwas Neues zu sehen gibt.
Genau wie einst bei Fritz B. Busch sind die Autos nicht steril ausgestellt, sondern stehen vor zeitgenössischer Dekoration wie Tanksäulen, Telefonhäuschen, Musikgeräten, Möbeln oder Plakaten. Und wie schon zu Buschs Zeiten sind technische Angaben sekundär. Es geht um das Eintauchen in die Zeit und um das Erleben der Exponate. Das Museum lebt, verändert sich, Dinge kommen hinzu, andere sind wieder weg — wie etwa die zur Verfügung gestellten Fahrzeuge von Sammlern, die sie natürlich irgendwann wieder fahren wollen.
- Wartung, Reparatur & Pflege
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- Zubehör Sonstiges
- Reinigung & Pflege
Einradanhänger als Besonderheit
Als einmalige und skurrile Besonderheit wird die weltweit grösste und wohl einzige Sammlung von Einradanhängern gezeigt, welche von einem Sammler in 35 Jahren zusammengetragen wurde. Solche Anhänger sind aus dem heutigen Strassenbild komplett verschwunden, aber nach dem Krieg wurden sie zum Transport der schweren Holzvergaser genauso benutzt wie in der Wirtschaftswunderzeit als Campinganhänger für schwachbrüstige Kleinstautos à la Heinkel & Co.
Eine weitere Besonderheit sind Feuerwehr-Utensilien aus alter Zeit, welche aufzeigen, mit welch primitiven Mitteln damals gegen Feuersbrünste angekämpft werden musste. Und wenn man sich ausruhen möchte, nimmt man auf Bänken eines rekonstruierten Klassenzimmers Platz und schaut Filmausschnitte aus der guten alten Zeit an.
Grosse Eröffnungsparty im Schlossgarten
Am Sonntag, 6. August 2017 findet das erste Oldtimer-Picknick des neuen Museums im Schlossgarten statt. Eingeladen sind alle historischen PW und Zweiräder bis Baujahr 1985. Wenn ein Auto jünger ist, sollte es ein Exot sein, dann wird er bestimmt nicht abgewiesen.
Nebst Bewirtung, Musik, schönen Autos und interessanten Gesprächen sind neu verschiedene Prämierungen im Programm. Die Teilnahme ist für die Besatzungen der Oldtimer kostenfrei, allerdings ist der Platz im Hof beschränkt und man muss möglicherweise auf die Umgebungsparkplätze ausweichen — im beschaulichen Wolfegg kein Problem.
Gut erreichbar
Wolfegg ist ab Fähre Friedrichshafen nur rund 40 Kilometer entfernt, ist also auch von der Schweiz gut erreichbar. Für Deutschland ist Wolfegg aus Stuttgart oder München kommend in rund zwei Stunden anzufahren (Entfernung etwa 160 km). Die Adresse lautet: Fritz B. Busch Weg 1, D-88364 Wolfegg
Immer offen
Die Öffnungszeiten sind von Ostern bis Oktober täglich von 9.30 bis 17.00 Uhr und in den Wintermonaten samstags, sonntags, feiertags und in den Ferien von 10.00 bis 16.00 Uhr.
Gruppen ab 20 Personen können individuelle Besuchstermine in der Nebensaison auch ausserhalb der regulären Öffnungszeiten vereinbaren.
Der Eintritt kostet für Erwachsene 8,50 Euro, bei Gruppen ab 20 Personen 7,50 Euro. Kinder von 6 bis 14 Jahren zahlen vier Euro, Schüler und Studenten 6 Euro. Die Familienkarte für zwei Erwachsene und mindestens zwei Kinder kostet 19 Euro. Terminvereinbarungen für Führungen nach Absprache.
Weitere Informationen gibt es auf der Website des Museums .
























































































































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