Modifikation, Optimierung, Tuning, Restomod, Backdate – es gibt verschiedene Arten und Ausprägungen, klassische Autos zu verändern. Zwischen den Stossrichtungen "100 % original" und "100 % individuell" gibt es fast alles. Die Firma Sportec AG in Höri/Bülach in der Nähe von Zürich baut zwar auf Wunsch auch Fahrzeuge in Originalspezifikation neu auf, aber hat sich ansonsten den Themen "Restomod" und "Backdate" verschrieben.
Sportec AG widmet sich dazu durchweg luftgekühlten Porsche-Fahrzeugen. Bevorzugt haucht die Sportec-Crew dem Typ 964 oder dem "G-Modell" ein zweites Leben ein. Die Basisfahrzeuge sind oftmals "verbraucht" und würden ohnehin gröbere Eingriffe benötigen, und statt einer Restaurierung in Originalspezifikation entsteht dann etwas Neues. Die Fahrzeuge werden dabei sowohl technisch als auch optisch tiefgreifend verändert. "Restomod" ist ein zusammengesetzter Begriff aus den englischen Wörtern "Restoration" und "Modification"; "Backdating" wiederum bedeutet, dass ein Fahrzeug optisch älter gemacht ("rückdatiert") wird, indem man zum Beispiel Designmerkmale eines 911ers einer früheren Epoche verwendet.
Sportec baut individuelle Fahrmaschinen, die auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten sind. So entstehen eigene Modelle wie Ferdinand, SUB1000 oder Classic S. Jedes dieser Autos hat einen anderen Charakter. Wichtig ist, dass alles optisch und technisch stimmig daherkommt – und auch die Ausgewogenheit ist zentral: "Hier hilft uns die jahrzehntelange Erfahrung sowohl im Strassenbereich als auch im Rennsport", sagt Marketingchef Lukas Neyer. "Für uns steht auch nicht eine möglichst hohe Leistung im Vordergrund. Die Devise lautet: Lieber 400 statt 700 PS, dafür etwas weniger Gewicht und ein ausgeglichener Charakter."
Die Fahrzeuge werden von der Rohkarrosserie komplett neu gebaut, mit einem neuen Triebwerk, einem geänderten Fahrwerk und vielen weiteren optischen und technischen Modifikationen innen wie aussen. Hilfreich ist das Know-How in diesem Bereich dann natürlich auch bezüglich der Strassenzulassung. So schafft es Sportec, dass auch die Restomod-Fahrzeuge trotz der tiefgreifenden Umbauten die Schweizer MFK oder die deutsche HU bestehen und legal auf der Strasse gefahren werden können.
"Wir möchten die Freude am Fahren steigern", nennt Lukas Neyer die Hauptmotivation für die Umbauten. "Natürlich kann jemand auch einen neuen 911er kaufen. Aber vielen unserer Kunden sind die aktuellen Modelle technisch zu überladen und vermitteln im Vergleich zu älteren Generationen viel weniger Emotionen."
Die Geschichte von Sportec in Höri bei Bülach begann übrigens bereits 1997. Im Zentrum stand schon damals die Modifikation von Fahrzeugen: Die Gründer Ueli Hodel und Martin Högger setzten sich zum Ziel, Fahrzeugoptimierung und Leistungssteigerung auf hohem Niveau neu zu interpretieren. Der Fokus lag auf Audi- und Porschefahrzeugen. 2010 wurde die Rennsportabteilung gegründet. Gleichzeitig entstanden erste Restomod- und Backdate-Projekte.
Im Jahr 2020 trat der langjährige Sportec- und Sportec-Racing-Kunde Gregor Burkard als neuer Eigentümer und Geschäftsführer in die Unternehmung ein. 2021 folgte Rennfahrer Marcel Fässler als Teammanager der Rennsport-Abteilung. Gleichzeitig wurde das Werk 2 eröffnet, das fortan die Rennaktivitäten unter einem neuen Dach vereinte. Weitere Meilensteine der Firmengeschichte bildeten die neuen Restomod-Modelle wie der Ferdinand im Jahr 2022 und der Sub1000 2023.














































