Peugeot unter Strom - Elektromodelle von 1902 bis heute

Erstellt am 22. Juli 2020
, Leselänge 3min
Text:
Simon Kwasny
Fotos:
Daniel Reinhard 
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Automobiles Peugeot 
6
Bruno von Rotz 
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Darin Schnabel - Courtesy RM Auctions 2012 
1

Die Marke Peugeot kann inzwischen auf eine über hundertjährige Geschichte der Elektromobilität zurückblicken. 2020 sind bereits über 50 Prozent der Modellpalette elektrifiziert. Um diesen Meilenstein zu feiern, nehmen wir die Geschichte der Elektrofahrzeuge mit Löwe auf der Haube.

Erstes Elektroauto

Wir schreiben das Jahr 1902. Peugeot zeigt, wie auch einige andere Hersteller, mehrere Konzeptfahrzeuge mit Elektroantrieb. Bekanntlich hat sich aber vorerst Öl als Kraftstoff durchgesetzt. Als dann während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich Benzin stark rationiert wurde, wagte Peugeot einen weiteren Anlauf der Elektromobilität. Im Jahr 1941 hat Peugeot in Paris sein erstes elektrisches Serienfahrzeug vorgestellt: den Peugeot VLV, kurz für “Véhicule Léger de Ville (leichtes Stadtfahrzeug).


Peugeot VLV électrique (1941) - 350 kg schwer, 36 km/h schnell, Reichweite 75 bis 80 km - Rétromobile Paris 2020
Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Der VLV war in Minicabriolet mit zwei Sitzen. Die Batterien wurden im vorderen Kofferraum untergebracht. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 35 km/h und die Reichweite bei 80 Kilometern. Zwischen Juni 1941 und Februar 1945 wurden 377 Stück vom VLV gebaut.

Ein weiterer Anlauf

In den Siebzigerjahren startete Peugeot eine Kooperation mit dem Transportunternehmen Alsthom und EDF (Electricité de France). Resultat dieser Kooperation waren sieben elektrische Prototypen des Peugeot 104 - vier Coupés und drei Vans. Ebenfalls folgten die elektrischen Nutzfahrzeuge J5 und J9.

Im Jahre 1989 hat Peugeot als erster grosser europäischer Autobauer elektrische Nutzfahrzeuge an Gewerbe und öffentliche Dienste verkauft. Ab 1995 folgte dann sogar bereits eine Elektroauto für Privatkunden: der Peugeot 106 Electric. Insgesamt 3542 Stück wurden vom E-Mobil gebaut. Doch der 106 Electric war nicht der einzige Stromer, den die Löwenmarke der Welt in den Neunzigern präsentierte.


Peugeot 205 Electrique (1983)
Copyright / Fotograf: Automobiles Peugeot

Die elektrisierenden Neunzigerjahre

1994 hat Peugeot das iOn Concept auf dem Pariser Autosalon gezeigt als Vision eines modernen Stadtautos mit gerade mal 3.32 Metern Länge und 1.6 Metern Breite. Das Auto hatte, für damalige Verhältnisse, enorm futuristische Technologie mit an Bord. Eine Freisprechanlage, ein LCD-Screen sowie Platz für eine Spielekonsole waren allesamt im iON Concept verbaut. Für elektrischen Vortrieb sorge ein 20 kW DC Motor.

Mit dem Tulip (Transport Urban Libre Indivdual et Public, deutsch: Transport, Urbanität, Freiheit, Individualität und Öffentlichkeit) wurde Peugeot 1996 auch zum Pionier des Carsharings. Das Fahrzeug wurde als Pilotprojekt eigens als Mietfahrzeug für die Grossstadt konzipiert.

Ebenfalls im Jahre 1996 kam ein weiterer Blitzschlag der Löwen. Der Peugeot Touareg, präsentiert auf dem Pariser Autosalon, war ein umweltfreundlicher Allrad-Off-Roader. Die 35.5 kW Batterien sassen hinter den beiden Sitzen. Diese wurden durch einen Einzylindermotor aufgeladen. Der Touareg erzielte damit beachtliche 300 Kilometer mit nur 15 Litern Kraftstoff.


Peugeot Touraeg (1996)
Copyright / Fotograf: Automobiles Peugeot

Joystick statt Lenkrad

Im Jahr 2000 auf dem Pariser Autosalon stellten die Franzosen dann gleich vier Konzeptfahrzeuge vor, von denen zwei elektrisch waren. Der e-doll bot drei Personen Platz und wurde durch zwei Elektromotoren angetrieben. Der Bobslid bot ebenfalls drei Personen Platz, wurde mit einem Joystick anstatt Lenkrad gefahren und hatte insgesamt 40 kleine Elektromotoren mit an Bord, verteilt auf alle vier Räder.


Peugeot e-doll (2000)
Copyright / Fotograf: Automobiles Peugeot

City-Flitzer und Rekordbrecher

2009 wurde auf der IAA Frankfurt der Peugeot BB1 vorgestellt. Das Fahrzeug war in jedem Aspekt für den Individualverkehr in Grossstädten konzipiert. Der BB1 bat mit 2.5 Metern Länge vier Personen Platz und hatte eine Reichweite von 100 Kilometern.

Zum 200. Geburtstag stellte Peugeot 2010 einen futuristischen, vollelektrischen Sportwagen, den EX1. Extreme Aeordynamik, Ultraleichtbau, Allradantrieb und zwei Elektromotoren, welche 340 PS leisteten, machten den EX1 zu einer echten Waffe. Der EX1 sprintete in 2.24 Sekunden auf Tempo 100 km/H und erreicht 260 km/h Spitze. Richtig brachial ist aber nicht die reine Höchstgeschwindigkeit, sondern die Zeit, in der der EX1 diese erreicht. Den Sprint von 0 auf 260 km/h schafft er in sagenhaften 5.1 Sekunden! Damit brach er offiziell sechs Weltrekorde!

In der Neuzeit angekommen


Peugeot 2008 (2020)
Copyright / Fotograf: Automobiles Peugeot

2019 hat Peugeot dann den e-2008 präsentiert. Der vollelektrische SUV soll fast geräusch- und vibrationslos über den Asphalt gleiten. Ebenfalls schafft er 320 Kilometer Reichweite. Eine hohe Gürtellinie, markante Front mit vertikalem Kühlergrill machen den e-2008 durchaus zu einem Hingucker. Technisch hat der e-2008 jegliche modernen Helferlein, die man sich wünschen kann und ein 3D-Kombiinstrument lässt auch den Innenraum hochwertig und modern aussehen.

Noch einige weitere Details zu Peugeot’s Elektromodellen, sowie über die Marke selbst, lassen sich hier in der offiziellen Pressemitteilung nachlesen.

Bilder zu diesem News-Artikel

von r1******
28.07.2020 (09:07)
Antworten
1941-45 ein E Mobil nicht schlecht wenn man sonst mit dem Holzgaser fahren musste aber Bäume (mit Metall) fand man wahrscheinlich noch leichter als Ladesäulen
Interessant VW hat da wohl wiedermal abgekupfert "Touareg" genauso wie Caravelle (Renault - BUS) und Rapid (Renault-Skoda) von wegen die Chinesen. Wobei Renault den Namen Quadra zurückziehen musste weil es zu ähnlich wie quattro war.
Antwort von ae******
04.11.2020 (10:49)
Einen Skoda Rapid gab es schon 1935, da hat wohl eher Renault "abgekupfert"...
https://de.wikipedia.org/wiki/%C5%A0koda_Rapid_(1935)
von wo******
23.07.2020 (19:23)
Antworten
sorry, ich meinte natürlich Autoworld..
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