Rad-Profi, Rennfahrer, Rallye-Fahrer, Geschäftsmann - Erich Bitter ist eine vielseitige Persönlichkeit und in der Autoszene schon heute eine lebende Legende. Vor 50 Jahren stellte Opel den Coupé Diplomat (CD) vor, der aber nie in Serie ging. Es war Erich Bitter, der dieses Auto unter seinem Namen als Bitter CD auf die Strasse brachte. Anfang September war Erich Bitter bei Glasurit in Münster. Anlass war ein Farbtonprojekt von Glasurit und dem Bitter Club International, das nun erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
Wiederherstellung des Originalfarbtons durch historische Dokumente und Automodelle
Das Projekt war in zwei Teile gegliedert, die Datensammlung und die Übertragung in die Farbtondatenbank. «Viele Farbtöne, die auf einem Bitter CD zu sehen sind, stammen häufig von anderen Automobilfirmen. Deswegen haben wir im ersten Schritt die historischen Unterlagen gesichtet, in denen Farbbezeichnungen und Farbnummern der jeweiligen Fahrzeuge dokumentiert wurden», erklärt Andreas Hartel von der Abteilung Passenger Car Process bei Glasurit, der für die Datensammlung zuständig war. Darüber hinaus waren bereits in der Glasurit Farbtondatenbank Farbtöne vorhanden, die Automarke aber unbekannt. Mit den Unterlagen konnten diese Farbtöne dem entsprechenden Fahrzeug zugeordnet werden. In wenigen Fällen gab es auch Hausfarbtöne. Um diese zu entschlüsseln, lieferte Thomas Ebert vom Bitter Club International Original-Farbtonmuster, damit der Originalfarbton wiederhergestellt werden konnte.
Nach Abschluss der Datensammlung wurden diese Informationen vom Farbtonlabor in die Farbtondatenbank von Glasurit übertragen. Der Vergleich zwischen Fahrzeugen, die noch Erstlack besassen und den zeitgenössischen Verkaufsmustern und Farbkarten zeigte, dass die Farbtöne nicht immer übereinstimmten. Die Entscheidung, welches Muster jedes Farbtons nun nachgestellt werden soll, wurde zusammen mit den Bitter-Club-Experten getroffen. Für über 90% der insgesamt 395 produzierten Bitter Coupé Diplomat hat die Premiumlackmarke von BASF die historischen Farbtöne zugeordnet und in Mischformeln umgesetzt. Die authentischen Farbtöne sind nun auch in der weltweit grössten Farbtondatenbank von Glasurit vorhanden und können bei Bedarf schnell und unkompliziert abgerufen werden. Die wenigen noch fehlenden Farbtöne werden mit Hilfe des Clubs aktuell recherchiert.
Alte Farbtöne mit der neusten Technologie reproduzieren
Martin Wilhelm, Sprecher im Clubvorsitz des Bitter Club International, kannte Glasurit bereits als zuverlässigen Partner aus seiner früheren Tätigkeit als Sachverständiger für Kraftfahrzeuge. Dementsprechend fiel die Wahl auf die Premiumlackmarke von BASF: «Die Sorgfalt, mit der das Projekt durchgeführt wurde und das Ergebnis zeigen, dass wir mit Glasurit den richtigen Partner ausgesucht haben. Die Fähigkeit, alte Farbtöne mit der neuesten Technologie darzustellen, ist optimal gelungen.» Der erste Kontakt zwischen Glasurit und dem Bitter Club International zu dessen Mitgliedern auch Erich Bitter, der Gründer der Marke Bitter, gehört, entstand vor zwei Jahren. Im letzten Jahr wurde das Projekt dann konkretisiert. «Diese Zusammenarbeit reiht sich ein in die zahlreichen erfolgreichen Projekte mit diversen Automobilclubs und Autoherstellern, für die wir unsere Farbkompetenz unter Beweis gestellt haben. Mit diesen Arbeiten erweitern wir unsere Farbtondatenbank und unterstreichen unsere führende Stellung im Bereich authentischer historischer Farbtöne», erläutert Jürgen Book, Leiter Classic Cars bei Glasurit.
Erhaltung und Verteilung der technischen Informationen als Aufgabe
Der Bitter Club International hat aktuell 148 Mitglieder aus zehn verschiedenen Ländern, neben Deutschland unter anderem auch aus den USA, Kanada, Türkei, England, Belgien und Frankreich. Der Gründer der Bitter Automobile, Erich Bitter, erteilte dem Club die Aufgabe, sich um den Erhalt und die Verteilung sowie die Weitergabe der technischen Information für die Modelle CD und SC zu kümmern. Zudem vermittelt der Club Ersatzteile und erstellt Datenbestätigungen für die Fahrzeuge Bitter CD und Bitter SC.
Der Sportcoupé Bitter CD war das erste Fahrzeug der Bitter-Marke, insgesamt wurden zwischen Herbst 1973 bis Ende 1979 nur 395 Stück produziert. Die Basis der rund 1000 Bitter-Autos bildeten die Serienmodelle von Opel. In den letzten Jahren wurden mehrere Opel-Modelle mit neuen Designelementen der Bitter-Marke umgebaut und sind am bekannten Markenzeichen am Kühlergrill, dem „Bitter-B“, erkennbar. Die detaillierten Ergebnisse der Farbtonrecherchen wurden am 5. September von Glasurit dem Bitter Club International und Erich Bitter persönlich im Glasurit Refinish Competence Center in Münster präsentiert.
Hier finden Sie weitere nützliche Informationen zu Glasurit und zum Bitter Club International.