Die Fertigung von Modellen der Mittel- und Oberklasse hat bei Škoda eine lange Tradition. Bereits 1907, zwölf Jahre nach der Gründung von Laurin & Klement in Mladá Boleslav, brachte das noch junge Unternehmen mit dem Typ FF ein Fahrzeug auf den Markt, das echten Luxus bot. Der Achtzylinder-Reihenmotor stammte aus eigener Konstruktion. Es folgten weitere Modelle mit ebenso kräftigen wie laufruhigen, selbst entwickelten Aggregaten. Unter anderem verfügten die Motoren über eine innovative Knight-Schiebersteuerung. Zwischen 1925 und 1936 nutzte der damalige Staatspräsident Tomáš Garrigue Masaryk neben weiteren Persönlichkeiten in dieser Zeit die Limousine Škoda Hispano-Suiza. Anfang der 1930er-Jahre bot der Automobilhersteller aus Mladá Boleslav eine breite Palette an Modellen mit Sechszylinder- (Škoda 633, 645 und 650) und Achtzylinder-Motoren (Škoda 860) an.
Zum Flaggschiff des Unternehmens wurde allerdings erst das neue Modell mit dem Namen Superb. In internen Dokumenten findet sich diese Bezeichnung erstmals am 22. Oktober 1934. Die Serienproduktion begann im Frühling 1935. Bis 1949 rollten knapp 900 Einheiten des Škoda Superb in fünf Varianten vom Band: Neben den Sechszylinder-Modellen 640 Superb (1934-1936) und Superb Typ 902 (1936) entstanden auch der Superb Typ 913 (1936-1939), der Superb 3000 OHV Typ 924 (1938-1949) sowie der Superb 4000 Typ 919 (1938-1940) mit V8-Motor. Viele dieser Modelle verfügten über besondere Karosserien, die speziell nach den Wünschen der jeweiligen Kunden gefertigt waren.
Rückkehr und Einstand nach Maß
2001 führte Škoda die Modellbezeichnung wieder ein und präsentierte die erste Generation des modernen Škoda Superb. Damit unterstrich der tschechische Automobilhersteller seine Entwicklung, nachdem er zehn Jahre zuvor Teil des Volkswagen Konzerns geworden war. Nach der Premiere des Kompaktmodells Octavia im Jahr 1996 folgte für Škoda damit nun auch die Rückkehr in die Mittelklasse. Bereits Anfang September 2001 transportierte man den Superb noch vor seiner offiziellen Messepremiere zum Schloss Lány in Mittelböhmen, wo der damalige Tschechische Präsident und große Autofan Václav Havel die neue Limousine ausgiebig Probe fuhr.
Am 11. September 2001 präsentierte sich der Škoda Superb auf der IAA in Frankfurt am Main schließlich erstmals der Weltöffentlichkeit. Das 4.803 Millimeter lange, 1.765 Millimeter breite und 1.469 Millimeter hohe Modell mit Frontantrieb verfügte über einen Radstand von 2.803 Millimeter. Die Motorenpalette für die Stufenhecklimousine umfasste drei Benzin- und zwei Dieselaggregate. Der 2,0-Liter-Vierzylinder leistete 85 kW (115 PS), als weitere Benzinmotoren standen ein 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbo mit 110 kW (150 PS) sowie als Topversion ein 2,8-Liter-V6 mit 142 kW (193 PS) bereit. Mit ihm erreichte der Superb eine Spitzengeschwindigkeit von 237 km/h. Der 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbo sowie der 2,8-Liter-V6 verfügten zudem über die innovative Fünf-Ventil-Technologie. Für Kunden, die besonderen Wert auf niedrige Betriebskosten legten, war der 1,9-Liter-TDI mit 96 kW (130 PS) das Modell der Wahl, er punktete mit einem Normverbrauch von 5,7 Litern auf 100 Kilometer. Alternativ umfasste das Angebot einen Sechszylinder-TDI mit 2,5 Litern Hubraum und einer Leistung von 114 kW (155 PS). Für den Kraftschluss sorgte serienmäßig ein Sechsgang-Direktschaltgetriebe, in Kombination mit den beiden V6-Triebwerken war außerdem das Fünfgang-Automatikgetriebe Tiptronic erhältlich.
Nachfolger mit mehr Auswahlmöglichkeiten
Im März 2008 präsentierte Škoda auf dem Genfer Auto-Salon die Nachfolgegeneration des Superb. Ein Jahr nach Markteinführung der Stufenheckvariante mit Twindoor-Heckklappe folgte 2009 mit dem Superb Combi eine weitere Karosserievariante. Bis 2015 fertigte der tschechische Automobilhersteller 618.000 Superb der zweiten Generation, die das britische Top Gear-Magazin 2009 zum ‘Luxury Car of the Year' gekürt hatte.
Die seit 2015 erhältliche dritte Generation des Superb kommt kantiger gestylt, geräumiger, mit vielen Assistenzsystemen und effizienteren Motoren daher.
Während der vergangenen 20 Jahre hat Škoda Auto insgesamt rund 1,5 Millionen Einheiten des Škoda Superb ausgeliefert.




































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