Am Hampton Court Palace Concours of Elegance, einee der führenden Schönheitskonkurrenzen Europas, wird der originale Porsche-Turbo-Prototyp von 1973 gezeigt werden. Mit diesem Auto begann die Geschichte des Porsche Turbo, der 2024 seinen 50. Geburtstag feiert.
Das Auto, das vom 30. August bis zum 1. September 2024 im Hampton Court Palace zu sehen sein wird – Fahrgestellnummer 9113300157 – war genau der Wagen, der auf dem Porsche-Stand auf der IAA Frankfurt 1973 für Furore sorgte und das Konzept eines turboaufgeladenen 911 etablierte.
Präsentation in Frankfurt
In einer markanten, einmaligen Lackierung in Silbermetallic mit handgemaltem "Turbo"-Schriftzug war der Prototyp ein Ausblick auf den Serien-Turbo, der zwei Jahre später eingeführt wurde.
Basierend auf einem 911 S wurde das Konzeptfahrzeug unter der Aufsicht des Porsche-Chefingenieurs Helmuth Bott aufgebaut. Ironischerweise war der 2,7-Liter-Turbomotor nicht rechtzeitig zum Auftritt auf dem Porsche-Stand in Frankfurt fertiggworden. Porsche modifizierte stattdessen einen herkömmlichen Saugmotor, wobei zusätzliche Komponenten – einschließlich des Turbos selbst – aus Holz nachgebildet und so bemalt wurden, dass sie echt aussahen.
Trotz seiner funktionslosen Mechanik war das Konzept mehr als ausreichend, um das Publikums zu überzeugen und zu fesseln.
Vorbote von drei verschiedenen Autos
Der Turbo-Prototyp vereinte tatsächlich drei Konzepte in einem: zusätzlich zur Einführung des Turbo-Namens enthielt es Stilelemente, die in den "Faltenbalg"-911 ab 1974 einflossen, während es gleichzeitig den RSR-Rennwagen und den extrem seltenen Carrera 3.0 RS vorwegnahm. Das Konzeptfahrzeug zeigte eine viel aggressivere 911-Designsprache mit größeren Flügelrädern und verbreiterter Karosserie, dramatisch geschwollenen Radkästen und einem auffälligen Heckspoiler, der nicht nur die Aerodynamik, sondern auch die Motorkühlung deutlich verbesserte.
Nach seinem ersten Auftritt in Frankfurt tourte der Turbo-Prototyp um die Welt und erschien auf den Automobilsalons in Paris, Tokio und Melbourne, bevor er nach Stuttgart zurückkehrte.
Der Prototyp hat überlebt
Im Jahr 1975 entdeckte Alan Hamilton – ein Rennfahrer und Porsche-Importeur für Australien – während eines Besuchs in der Porsche-Fabrik den Prototyp, der in einer Ecke vor sich hin vegetierte. Nach seinen Salon-Auftritten war das Auto als RSR-Versuchsträger genutzt und mit zahlreichen Vorserien-Teilen ausgestattet, worden. Für Hamilton, der darauf brannte, das erste Exemplar der Rennversion zu ergattern, stellte der Turbo-Prototyp den schnellsten Weg zum Besitz eines RSR dar, sodass er ihn kaufte und das Auto nach Australien exportiert wurde.
Das silberne Stück Porsche-Geschichte absolvierte daraufhin einige wenige Wettbewerbseinsätze in den Händen von Hamilton, bevor es in den folgenden Jahrzehnten unter australischen Porsche-Kennern weiterverkauft wurde. 2010 wurde der Wagen in die Vereinigten Staaten exportiert, wo er später im selben Jahr beim Greenwich Concours d’Elegance einen seiner seltenen öffentlichen Auftritte hatte.
Nach einem sechsjährigen Aufenthalt in den Staaten wurde der Turbo-Prototyp vom aktuellen Besitzer gekauft, der ihn nach Europa zurückbrachte. Jetzt präsentiert er sich wieder in dem Zustand, in dem er 1973 im Rampenlicht der IAA in Frankfurt für Aufsehen gesorgt hatte – nur jetzt mit einem echten Turbomotor.
Eines von 60 Concours-Autos
Der Porsche-Turbo-Prototyp wird beim Hampton Court Palace Concours of Elegance neben 60 weiteren Autos stehen, die aus privaten Sammlungen aus aller Welt nach England gebracht werden. Abseits des Haupt-Wettbewerbs wird es eine Reihe von Sonderausstellungen geben: darunter den "Levitt Concours", gewidmet den weiblichen Oldtimer-Besitzern; den "30UNDER30", der sich an unter-30-jährige Besitzer richtet, und die "Club Trophy", die die schönsten Mitgliederfahrzeuge aller Autoclubs Englandszusammenbringt.
Weitere Informationen und die Möglichkeit, Tickets zu bestellen, gibt es auf der Website der Veranstaltung.




















































Kommentare