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Bild (1/1): Mercedes-Benz 190 SL cabriolet (1961) - als Lot 101 angeboten an der Artcurial Rétromobile Versteigerung am 5. Februar 2016 (© Artcurial, 2015)
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Artcurial-Rétromobile-Versteigerung am 5. Januar 2016 wird zum Sammler-Eldorado

10. Januar 2016
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Artcurial 
(124)
 
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Sie gehört zu den angesagten Versteigerungen des Jahres, die Rétromobile-Veranstaltung von Artcurial, traditionell in direkter Nachbarschaft zur Messe organisiert. Am 5. Februar 2016 ist es wieder soweit. 123 Autos und ein eindrückliches Schiff wird Maître Poulain am unter den Hammer bringen und es wird garantiert wieder ein Volksfest der Extraklasse, denn kaum eine andere Versteigerung zieht derart viele Leute an und läuft derart kunterbunt ab. Besucher früherer Auktionen erinnern sich sicherlich an die Showgirls und musikalische Einlagen, die für beste Unterhaltung sorgten.

Salmson G72 Coupé Saoutchik (1951) - als Lot 129 angeboten an der Artcurial Rétromobile Versteigerung am 5. Februar 2016
© Copyright / Fotograf: Artcurial

Doch sollte man sich nicht täuschen lassen. Die Versteigerung mag spielerisch und bisweilen chaotisch daherkommen, aber es wird im grossen Stil verkauft. 154 Millionen Euro sind die 124 Lots wert, die am 5. Februar 2016 neue Besitzer erhalten sollen, im Schnitt macht dies nach Adam Riese EUR 1,25 Millionen (CHF 1,37 Millionen). Da braucht sich Artcurial nicht hinter RM/Sotheby’s oder Gooding zu verstecken, dies ist “Premiere League”.

Breites Angebot

Die 124 Lots teilen sich auf 45 Marken auf. Auch bei Artcurial ist der Ferrari-Anteil mit 21 Sport- und Rennwagen der grösste, gefolgt von Porsche (10 Autos), Lamborghini (9), Alfa Romeo und Maserati (je 8). Das Markenspektrum ist aber gross und beinhaltet auch Exoten wie Osca, Ligier, Graham Paige, ASA oder Amilcar.

Osca 1600 GT Cabriolet Fissore (1963) - als Lot 121 angeboten an der Artcurial Rétromobile Versteigerung am 5. Februar 2016
© Copyright / Fotograf: Artcurial

13 Autos entstammen der Vorkriegszeit, 28 den Nachkriegsjahren bis 1950, 30 den Sechzigerjahren, 28 den Siebzigerjahren, zehn Autos wurden zwischen 1980 und 1989, weitere 12 zwischen 1990 und 1999 gebaut. Und drei Fahrzeuge stammen aus dem neuen Jahrhundert.

34% der Lots werden ohne Mindestpreis zugeschlagen, Schnäppchen wären also möglich, doch sorgt Hervé Poulain meist für die richtige Atmosphäre und die kaufkräftige Klientel, die ein schlechtes Abschneiden einzelner Fahrzeuge verhindert.

Ferrari-Überflieger

Die teuersten beiden Fahrzeuge stammen wie erwartet von Enzo Ferrari. Für den legendären Ferrari 335 S aus dem Jahre 1957 soll der neue Besitzer EUR 28 bis 32 Millionen anlegen.

Ferrari 335 S (1957) - als Lot 170 angeboten an der Artcurial Rétromobile Versteigerung am 5. Februar 2016
© Copyright / Fotograf: Artcurial

Der letzte gebaute Ferrari 250 GT SWB von 1963, der 33 Jahre in der selben Familie gehätschelt wurde und vorher nie auf dem Markt war, soll EUR 9 bis 12 Millionen einbringen.

Ferrari 250 GT SWB Berlinetta (1963) - als Lot 138 angeboten an der Artcurial Rétromobile Versteigerung am 5. Februar 2016
© Copyright / Fotograf: Artcurial

Auch der drittteuerste Wagen ist ein Ferrari, es handelt sich dabei um einen 250 GT Cabriolet Pininfarina von 1960, während dahinter ein Alfa Romeo 6C 1750 Super Sport von 1929 folgt, der auf EUR 1,35 bis 1,55 Millionen eingeschätzt wurde.

Viermal Facel

Die Marke Facel und die Sportwagen und Limousinen, die als Facel Vega bekannt sind, gehören zu den berühmtesten Autos, die je aus Frankreich kamen. Zeitweise gehörten sie auch zu den schnellsten Sportwagen überhaupt. Früh in den Fünfzigerjahren begann Jean Daninos über eigene Sportwagen nachzudenken. Ein erster Anlauf mit Hotchkiss-Motor und Allard-Chassis erwies sich als nicht befriedigend, es entstand eine geschäftliche Zusammenarbeit mit Chrysler und der erste Prototyp mit eigenem Chassis und amerikanischem V8 entstand, “Proto 1” oder auch “Prototype V” genannt. Dieser Wagen diente nicht nur Daninos als fahrbaren Untersatz, er war auch in viele Tests mit verschiedenen Motoren und andere Komponenten involviert. Er wurde an Autosalons gezeigt und als Testwagen und Pressefahrzeug eingesetzt. Jetzt kann Artcurial dieses Auto anbieten, geschätzt wurde der Wagen auf EUR 350’000 bis 550’000, was angesichts der Bedeutung durchaus günstig erscheint.

Facel Vega 54 Prototype ''V' (1954) - als Lot 133 angeboten an der Artcurial Rétromobile Versteigerung am 5. Februar 2016
© Copyright / Fotograf: Artcurial

Wer lieber zu einem Serienfahrzeug greift, hat bei Artcurial die Auswahl zwischen zwei FV4 und einem HK500 mit Schätzwerten zwischen Euro 100’000 und 200’000. Eine genaue Zustandskontrolle ist sicherlich empfehlenswert, die Restaurierung eines Facels kann Unsummen verschlingen.

Französische Spezialitäten

Artcurial wäre nicht ein französisches Auktionshaus, kämen nicht auch einige Spezialitäten aus dem Land des “Savoir Vivre” unter den Hammer. Zu nennen wären hier etwa das hübsche Simca Huit Sport Coupé von 1951, die Auswahl an drei Peugeot-Cabriolets der Baureihen 201, 202 udn 203, drei Talbot Lagos, einen Amilcar CGSs Biplace von 1927 oder ein Renault Viva Grand Sport Cabriolet von 1936.

Simca Huit Sport (1951) - als Lot 179 angeboten an der Artcurial Rétromobile Versteigerung am 5. Februar 2016
© Copyright / Fotograf: Artcurial

Sicherlich etwas besonderes ist auch der Bucciali, der als Replica eines Modells von 1931 auf der Basis eines Cord Type L29 mit Zustimmung der Bucciali-Namensrechteinhaber in den Jahren 2012 bis 2013 gebaut wurde. Bucciali war eine Luxusautomarke aus Frankreich, der nur wenige Jahre gegönnt waren, die aber mit wirklich majestätischen und eleganten Fahrzeugen auf sich aufmerksam gemacht hatten. Es gibt nur noch vier originale Buccialis, ob einem der Nachbau deshalb EUR 500’000 bis 700’000 ist, müssen die Interessenten selber entscheiden.

Bucciali Cord Type L29 modifié 2013 (1931) - als Lot 185 angeboten an der Artcurial Rétromobile Versteigerung am 5. Februar 2016
© Copyright / Fotograf: Artcurial

Sicherlich etwas ganz Besonderes ist auch der Pierre Faure Type PFA Biplace électrique in der Version luxe von 1941, einem der wenigen Elektroautos, die zwischen 1930 und 2000 gebaut wurden. Gemäss Artcurial war der Wagen 40 km/h schnell und hatte eine Reichweite von 50 bis 70 Kilometer. Nun soll das Kleinstauto, das sich gemäss Beschreibung im Originalzustand befindet, EUR 15’000 bis 25’000 kosten. Ein interessantes Angebot!

Pierre Faure Type PFA Biplace électrique Version Luxe (1941) - als Lot 178 angeboten an der Artcurial Rétromobile Versteigerung am 5. Februar 2016
© Copyright / Fotograf: Artcurial

Rare Bugattis der Neunzigerjahre

Um Originale handelt es sich bei drei Bugattis aus den Neunzigerjahren, die allesamt in Italien entstanden. Neben dem Bugatti EB 110 Super Sport von 1995 (EUR 800’000 bis 1,2 Millionen) kommt in Paris auch der EB 110 SS “Sport Competizione Le Mans” Rennsportwagen aus dem Jahr 1995 unter den Hammer, den Gildo Pallanca Pastor für die Teilnahme bei IMSA-Rennen und den 24 Stunden von Le Mans bauen liess. Obschon dieser Wagen leichter und schneller ist als die Serienexemplare, gibt es dazu eine monegassische Strassenzulassung, nicht selbstverständlich für ein Auto, das bei den 24 Stunden von Le Mans 1996 zugelassen war und nur wegen eines Trainingunfalles von Patrick Tambay nicht starten konnte.

Bugatti EB110 SS Sport Competizione - Le Mans (1995) - als Lot 212 angeboten an der Artcurial Rétromobile Versteigerung am 5. Februar 2016
© Copyright / Fotograf: Artcurial

Noch spezieller aber dürfte der Bugatti EB 112 von 1999 sein, eine Limousine, die vom Design her an den 20 Jahre später gebauten Porsche Panamera erinnert, aber von Giorgetto Giugiaro gezeichnet wurde. 1993 zeigte Romano Artioli den Prototyp am Genfer Autosalon, doch wurde aus der Serienproduktion wegen des Bankrotts der Firma nichts.

Bugatti EB112 Berline (1999) - als Lot 213 angeboten an der Artcurial Rétromobile Versteigerung am 5. Februar 2016
© Copyright / Fotograf: Artcurial

Gildo Pastor kaufte mit den Überbleibseln von Bugatti auch einige Halbfabrikate der werdenden Limousine und schaffte es im Jahr 1999, in seinem Workshop in Monaco zwei Exemplare fertigzustellen. Das eine ging an einen russischen Sammler, das andere behielt er. Jetzt kommt diese schwarze Limousine unter den Hammer, einen Schätzpreis nennt Artcurial nicht, irgendwo zwischen EUR 400’000 und 2’000’000 wird der neue Besitzer dafür wohl lockermachen müssen.

Spezialkarosserien mit dem besonderen Touch

Beeindruckend einmal mehr ist auch das Angebot an Spezialkarosserien bei Artcurial in Paris.

Delahaye 135 MS coupé Ghia "Turin" (1949) - als Lot 134 angeboten an der Artcurial Rétromobile Versteigerung am 5. Februar 2016
© Copyright / Fotograf: Artcurial

Einmalig ist das Delahaye 135 MS Coupé mit Ghia-Karosserie aus dem Jahr 1949, selten auch der Delahaye 235 als Chapron-Coupé von 1952.