Von 1958 bis 1977 (mit Unterbrechungen) war das Rossfeldrennen die grösste und faszinierendste Veranstaltung in Berchtesgaden und lockte in Spitzenzeiten am Renntag bis zu 30'000 Besucher auf das Rossfeld.
Ab 1961 wurde das Rossfeldrennen gar zum Berg-Europameisterschaftslauf, bei dem es am 8. Juni 1968 zu zwei schweren Unfällen mit den Porsche 910 Bergspydern kam. Zuerst flog Rolf Stommelen bei Kilometer 3,1 von der Strecke und verletzte sich schwer, dann traf es den zweifachen Berg-Europameister Ludovico Scarfiotti nur 700 m vor der Unfallstelle des Deutschen noch viel heftiger und er überlebte den Unfall nicht. Ob die Leichtbauweise der Bergspider zu diesen Unfällen führte, wurde nie geklärt.
Neustart als Benefiz-Gleichmässigkeitsveranstaltung
2011 startete Achim Althammer mit der Planung einer Neuauflage - als Benefiz-Veranstaltung zu Gunsten der Lebenshilfe BGL und bis heute wurde sie mit Hilfe von hunderten ehrenamtlichen Helfern sieben Mal durchgeführt, normalerweise im Zweijahresturnus.
Corona wirbelte alles durcheinander und nicht nur die Kosten explodierten, auch das Zuschauerverhalten änderte sich massiv. Alles zusammen bestärkte Althammer in seinem Entschluss, den Edelweiss-Bergpreis 2024 zum letzten Mal zu organisieren.
Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschiedet er sich nun als Organisator und Hauptverantwortlicher. Achim Althammer erklärt, dass er neben der Edelweiss Classic, die abwechselnd mit dem Rossfeld stattfindet und dem neuen Legend Grand Prix auf dem Salzburgring aus finanziellen und gesundheitlichen Gründen nicht mehr durchführen kann. Der neue Anlass auf dem Salzburgring, der Legend Grand Prix, sei aber nicht der Grund für die Abgabe.
Die gute Nachricht aber ist, dass sich drei junge Männer bereit erklärt haben, das Rossfeldrennen weiterzuführen. Achim Althammer wird sie dabei unterstützen.
Immerhin haben die sieben Rossfeldrennen der "Lebenshilfe Berchtesgadener Land" über eine Million Euro in die Kasse gespielt. Auch wenn man von einem „Rennen” spricht, ist klar, dass der Bergpreis wie die meisten anderen historischen Bergrennen auf Gleichmässigkeit ausgelegt ist.
Spannende Autos
Das Tolle am Rossfeld ist, dass das Startfeld von rund 150 Fahrzeugen immer reichlich bunt durchmischt ist und es keine Anhäufungen von Porsche 356 und Mercedes 300 SL gibt wie anderswo. Nein, es sind viele Fahrzeuge am Start, die man sonst kaum wo sehen kann. Aus 250 Anmeldungen werden etwas über 150 Teilnehmer ausgewählt.
So brachte zum Beispiel 2024 der NSU-Sammler Hans Hofmeister zwei seiner Autos an den Start, einerseits den Brixner NSU Bergspider, der, unglaublich aber wahr, über eine Strassenzulassung verfügt, und ein Thurner RS.
Dazu kamen auch einige wenig bekannte Formel-Junior-Rennwagen von Hartmann-DKW, Wartburg-Melkus, Drews-DKW und natürlich der Poggi.
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Höhepunkte und Prominenz
Jedes Jahr stehen auch Raritäten und legendäre Rennfahrzeuge am Start, so zum Beispiel im September 2024 der Auto Union Typ C. Wenn dieser Wagen antritt, dann muss man einfach hin, egal wie das Wetter ist, oder wo er sich befindet. Es ist und bleibt das Auto der Autos, der Typ C mit seinen 16 Zylindern bei 6 Litern Hubraum und 375 PS.
Von 27. bis 29. September war er natürlich zusammen mit Hans Joachim Stuck der grosse Star am Rossfeld. Trotz den Zwillingsreifen an der Hinterachse, eine Erfindung von Strietzels Vater für mehr Traktion, war auf der regennassen Fahrbahn ein gefühlvoller Gasfuss gefragt.
Mit dabei auf der sechs Kilometer langen Bergstrecke mit 548 Höhenmetern waren auch Jochen Mass im Porsche 356 A Carrera GS/GT Speedster, Stig Blomqvist im Audi Quattro A2, Prinz Leopold von Bayern mit dem BMW 3.0 CSL, Harald Demuth und Rudi Lins.
Der Voralberger, der 1967 die Berg-EM-für sich entscheiden konnte, fuhr exakt in jenem Porsche Carrera 6 wieder den Berg hoch, der ihm auch damals als Einsatzwagen gedient hatte.
Zwischenfälle und wechselnde Bedingungen
Das Wetter bescherte völlig unterschiedliche Bedingungen, fahrerisch wie fotografisch. Während es am Samstag stark regnete, gestaltete sich der Sonntag zwar kalt, aber trocken. Die Berge wurden über Nacht reichlich mit Zucker besprüht, aber die Sonne drang immer wieder durch die dicken Wolken, was für fantastische Fotomotive sorgte.
Der Datsun 240Z des Schweizers Claude Petitjean verabschiedete sich im zweiten Durchgang vom Sonntag mit einem kapitalen Motorschaden. Infolge des über weite Strecken sichtbaren Ölfilms auf dem Asphalt verloren die Motorräder einen Lauf. Ansonsten blieb aber alles unfallfrei, trotz Kälte und Wetterkapriolen. Ein gutes Omen für zukünftige Veranstaltungen, auf die alle Fans natürlich hoffen.




















































































































































































































































































































































































































































































































































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