Britisches Wetter und das British Car Meeting Mollis BCM scheinen eine innige Zweisamkeit zu pflegen. Nachdem bereits das Treffen im vergangenen Jahr von Regen "in britische Stimmung versetzt worden war" – um es wohlwollend auszudrücken –, so wies auch für den Sonntag, 25. August 2024 alles auf feuchtes Wetter auf dem Flugfeld im Glarner Talboden hin.
Doch wie bei einem typischen britischen Langhub-Motor, der sich ruckfrei aus dem tiefsten Drehzahlkeller hochziehen lässt, zeigte auch das diesjährige BCM Durchhalte- und Stehvermögen – respektive dessen Besucherinnen und Besucher. Denn es deutete wenig darauf hin, dass nach einem gut getränkten Morgen die Liebhaber britischer Fahrkultur doch noch in Mollis aufkreuzen würden, nachdem so mancher Standplatz – sonst meist rasch belegt – noch länger frei geblieben war.
Doch mit dem Abtrocknen nach 11:00 Uhr zeigte sich, dass viele schlicht und einfach den Regenguss abgewartet haben, um das grosse Deutschschweizer Engländer-Treffen etwas später als üblich anzufahren.
Back to the Rootes
Ein besonderes Zeichen setzten dieses Jahr die Enthusiasten der Marken aus dem ehemaligen Rootes-Konzern, also von Humber, Hillman, Singer oder Sunbeam – Namen, die im Zuge der Übernahme durch Chrysler in den 1970er-Jahren verschwunden waren und heute nur noch ferne Erinnerungen wecken. Reste diese Autokonzerns fanden sich in Grossbritannien noch bei Peugeot, wo beispielsweise im ehemaligen Hauptquartier von Rootes, in der Ryton-Plant bei Coventry, bis 2006 der Peugeot 206 produziert wurde.
In Mollis waren es denn primär die Nachkriegswagen des verflossenen Unternehmens, welche ein eindrückliches Display bildeten. Dass dabei die Sportwagen dominierten, verwundert wenig. Der klassische Sunbeam Alpine bildete zahlenmässig die stärkste Fraktion. Geschickt zwischen ihre Vierzylinder-Schwestern versteckt, lauerte zudem hier und dort ein Tiger, die wahnwitzige V8-Version mit Ford-Motor des nur knapp vier Meter langen Wagens.
Ein Blick durch die Reihe mit Hillman Minx, Sunbeam Rapier, über den mächtigen Humber Super Snipe oder einen Talbot Sunbeam Lotus aber zeigte, dass es manchmal alte Freunde gibt, die man einfach so vergisst, bis sie sich einem wieder selber in Erinnerung rufen.
Ja, richtig, der Hillman Imp und sein eleganter Verwandter, der Sunbeam Stiletto waren auch von Rootes. Diese Heckmotor-Modelle stammen aus der dafür extra in Schottland gebauten Linwood-Factory. Auch sie ist – im Gegensatz zu einigen in Mollis anwesenden Autos daraus – längst Geschichte.
Alles schön übersichtlich
Das British Car Meeting in Mollis aber erwachte besonders gegen Mittag richtig zum Leben, mit Dudelsäcken von der Marching-Band und Shortbread, Tee und Kaffee bei einem der zahlreichen Clubstände oder bei den Ausstellern wurde es kaum langweilig. Und der Fuhrpark wurde selbst am frühen Nachmittag stets interessanter. Ein grosses Plus auf dem Flugplatz ist dessen gute Übersichtlichkeit. Allerdings bedeutete es eine kleine Wanderung, die Vielzahl der versammelten Fahrzeuge eingehend zu geniessen.
Es bleibt zu hoffen, dass die Besucher vor ihrer Abreise von den prominent aufgestellten Röhren reichlich gebrauch gemacht und darin ihr Wechselgeld zugunsten der Organisation gespendet haben.
Heuer war dies die 43. Austragung des BCM. Für 2025 allerdings wird das BCM für einmal – Grund ist das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest auf dem Flugplatz Mollis im August 2025 – aus dem Glarnerland nach Kemptthal in die Motorworld ziehen. Dort erwarten die Organisatoren am 31. August 2025 wiederum deutlich über 1000 Fahrzeuge. Zum Wetter hingegen darf man die Erwartungen getrost offen lassen. Ein BCM funktioniert auch bei Regen weitgehend klaglos.





























































































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