Bereits die letztjährige Jubiläumsausgabe der Maastrichter InterClassics hatte Massstäbe gesetzt. Mit der 31. Ausgabe der traditionell ersten Oldtimermesse des Jahres (15. bis 18. Januar 2026) konnten die Veranstalter daran anknüpfen und die Besucherzahlen mit 44.323 Besuchern an vier Tagen nochmals um 10 % steigern. Diese erwartete der internationale Oldtimerhandel mit einem breit gestreuten, hochwertigen Angebot von über 800 Fahrzeugen nebst dazugehörigem Begleithandel. Auktionshäuser waren zugegen und auch der Wettbewerb „SIM-Formula“ wurde wieder ausgetragen.
Sonderausstellungen
In diesem Jahr nun waren zwei hervorragende Sonderausstellungen, nämlich „Supercars“ und „Legends of the rising sun“ unterzubringen. Da die Messefläche von 35'000 Quadratmetern aber nicht beliebig erweiterbar ist, waren Änderungen unvermeidbar. So wurde die sonst der für Clubs und Private reservierte Seitenfläche als „Super Car Foyer“ genutzt und die neun beteiligten Automobilclubs auf den „Club Boulevard“ daneben verlegt. Vielleicht findet man im nächsten Jahr eine attraktivere Lösung.
Beginnen wir unseren Rundgang im „Super Car Foyer“. Hier wurden Fahrzeuge der absoluten automobilen Spitzenklasse gezeigt, die man woanders und vor allem kaum in dieser Konzentration zu Gesicht bekommt.
Wo sonst kann man Autos wie Ruf SCR, Aston Martin DBR22 und Valkyrie, den „Paradiesvogel“ Apollo IE oder - wie auf dem Stand von Esser Automotive - gleich mehrere Koenigsegg, darunter den viersitzigen Gemera, sehen?
Es sei dahingestellt, ob man diese extremen Fahrzeuge nun als „Super“- oder „Hypercars“ bezeichnet. Jedenfalls sind diese Autos sämtlich keine Oldtimer, sie passten aber als willkommene Bereicherung optimal zum hohen Qualitätsstandard dieser Messe, die ja ohnehin in früheren Jahren noch den Zusatz “topmobiel“ führte.
Japaner im Zentrum
Die Südhalle stand im Zeichen der aufgehenden Sonne. Nach der Autoworld Brüssel hatten nun auch die Maastrichter Veranstalter mit den „legends of the rising sun“ japanischen Autos zu Recht ein Forum gegeben. Gezeigt wurden rund zwei Dutzend Fahrzeuge, darunter zwei Motorräder und zwei Formel 1-Rennwagen, nämlich ein Jordan Honda EJ10 und der Red Bull Honda RB 19. Ansonsten deckten die Exponate das volle Spektrum des japanischen Automobilbaus ab.
Für die „Kei-Klasse“ war der stets verblüffende AZAM AZ 1 stellvertretend, weiter ging es mit Honda S 800 und Toyota Sports 800 und am oberen Ende waren der Nissan 240 Z, Honda NSX und Lexus LFA angesiedelt. Natürlich fehlte auch der hochgeschätzte Toyota 2000 GT aus dem Louwman Museum nicht.
Die Allradler von Subaru - so etwa ein XT turbo und ein Impreza – waren ebenso präsent wie die Mazda mit Kreiskolbenmotor, hier vertreten durch den frühen Cosmo Sport von 1967 und den RX 7 von 1981.
Auch der Mazda 787 B, Le Mans-Sieger von 1991 und bislang einzige Gewinner mit Rotationsmotor, fehlte nicht. Auch aus dem Alltag bekannte Autos waren zu sehen, so ein Toyota Celica ST von 1971 und der Trendsetter Mazda MX-5 aus dem Jahre 1989.
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Natürlich auch zu kaufen
Das Händlerangebot ist angesichts der Vielfalt nur punktuell zu bewerten: Vermutlich im Hinblick auf die Sonderschau wurden etliche japanische Autos offeriert. Aber auch an britischen sowie italienischen Autos oder Fahrzeugen von BMW herrschte sicher kein Mangel, Vorkriegsautos schienen uns hingegen weniger als sonst angeboten worden zu sein. Der wohl niedrigste Angebotspreis der Messe lag bei 7'000 € für einen nicht näher spezifizierten Peugeot 403, preislich etwas darüber lag ein Renault 5 Supercinq von 1992 mit nur 43'000 km Laufleistung für 8'500 €.
In der Preisklasse bis 20'000 € hätte man interessante Alternativen gehabt. So gab es für 11'950 € einen Citroën Dyane 6. Wenig mehr - nämlich 12'900 € - sollte ein seltenes Simca 1000 Coupé kosten. Ein BMW 1602 von 1974 wurde für 19'900 € angeboten, ein zehn Jahre jüngerer Toyota Celica für 17'500 €.
Für diesen Preis hätte man aber auch zwischen einem Alfa Romeo 1750 Spider und einem Trabant 601 S mit nur 82 km auf dem Tacho wählen können.
Kunterbunt
Ein schon auf der letzten InterClassics Brüssel angebotener Autobianchi A 112 war mit 14'900 € jetzt deutlich preisreduziert. Eine Preisklasse höher wären ein seltener Opel Rekord B Lieferwagen aus Dänemark oder ein Austin-Healey Sprite für jeweils knapp 25'000 €, ein Fiat 130 Coupé für 26'900 € oder ein BMW 600 für 29'900 € zu haben gewesen.
Wer noch mehr auszugeben bereit war, hätte sich auch zwischen Marcos Mantis GT für 59'000 €, einem ebenfalls schon zuletzt in Brüssel angebotenen Honda S 2000 mit nur 6'825 km für 62'500 €, einem Honda S 800 Cabrio für 79'000 € oder einem Datsun 280 Z für 76'500 € entscheiden können.
Interessenten für einen achtzylindrigen Mercedes-Benz der Baureihe W 124 hätten zwischen einem 400 E für 23'500 € und einem 500 E für 49'000 € die Wahl gehabt.
Teurer als Lamborghini
Im Angebot entdeckten wir auch drei Wiesmann, wobei die Preisspanne von 89'000 € für einen MF 30 Roadster bis hin zu 292'500 € für einen GT MF 5 reichte. Ausser vielen „Preis auf Anfrage“-Angeboten gab es im oberen bis obersten Preissegment etwa einen Nissan Skyline R 34 V Spec II Nür, der mit 325'000 € mehr als doppelt so teuer wie ein Lamborghini Huracan LP 620-2 Super Trofeo war.
Für knapp eine halbe Million hätte man den Geländewagen Lamborghini LM 002 mitnehmen können, der einst dem Sultan von Brunei gehörte. Darüber lag noch ein rechtsgelenkter AC Cobra, der mit 875'000 € offeriert wurde.
Einmal mehr waren in Maastricht wieder einige selten angebotene Autos zu finden, zum Beispiel Isuzu 117 Coupé, NSU Sportprinz, Glas 1300 GT, Aston Martin Lagonda, Stutz, Dual-Ghia Convertible, Talbot Lago 2500 Sport T 14 LS oder Bizzarini.
Knappes Gut: Gefahrene Kilometer!
Schon traditionell konnte man auch auf dieser InterClassics wieder Autos mit geringer Laufleistung finden, hier noch ein paar Beispiele: Fast schon ein Oldtimer war ein Jaguar XK8 Coupé mit nur 20'803 km, der für 39'500 € offeriert wurde.
Einen BMW 316i Compact mit 7'800 km Laufleistung hätte es für 11'950 € gegeben, ein Volvo 240 Kombi mit 76'542 km war für 28'500 € und ein Citroën DS 23 Pallas mit 59'000 km war für 58'500 im Angebot - die Reihe liesse sich fortsetzen.
Hochwertig
Und wer zwischen all den automobilen Schönheiten flanierte, mochte sich fragen, welches Fahrzeug dieses Mal den Titel „Best of Show“ erringen würde. Die Wahl fiel verdientermassen auf einen „Otto Vu“, den Fiat 8V Berlinetta mit einer Karosserie von Pinin Farina aus dem Jahr 1955. Wahrlich ein herausragendes, vom Design zeitgenössischer Ferrari inspiriertes Einzelstück, entworfen von Aldo Brovarone.
Die diesjährige Ausgabe der Maastricht InterClassics bot wieder ein vielseitiges, hochwertiges Angebot in konzentrierter Form. Erneut waren die Sonderausstellungen hervorragend. Die InterClassics ist ein wesentlicher Treffpunkt der Oldtimerszene, der aus der europäischen Messelandschaft nicht wegzudenken ist.














































































































































































































































































































































































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