Dass man die winterliche Wartezeit auf die kommende Oldtimersaison am besten in einer kuschelig warmen Messehalle überbrücken kann, ist keine wirkliche Neuigkeit. Neu ist nur jedesmal, wie schnell der Termin näher rückt – und dass man es trotzdem kaum erwarten kann. Nach Maastricht zwei Wochen zuvor eröffnete die Bremen Classic Motorshow vom 31. Januar bis zum 2. Februar die Oldtimersaison 2025 im deutschsprachigen Raum.
Dabei ist die BCM längst über die Grenzen bekannt: Die Traditionsschau, die seit 2003 in den Messehallen im Zentrum der Hansestadt abgehalten wird, zieht auch Aussteller und Besucher aus den Niederlanden, Skandinavien, England und einigen anderen Regionen an – man vernimmt immer häufiger süddeutsche Mundarten im hohen Norden der Bundesrepublik.
Projektleiter Frank Ruge betont übrigens, dass Bremen keine reine Verkaufsmesse ist: "Unser Ziel ist es, dass die Besucher einen schönen Tag haben und mit einem guten Gefühl nach Hause gehen." Und deshalb ist die BCM auch bekannt für ihre wunderbaren Sonderausstellungen, die jedes Jahr unter ein anderes Motto fallen. 2025 lautete es: "Von Turbo bis Tradition – Japans Sportwagen-Ikonen".
Dabei handelte es sich mitnichten um 14 zufällig zusammengewürfelte Exponate, sondern um geschichtsträchtige Seltenheiten. Neben dem nur 351-mal gebauten Toyota 2000 GT von 1967 wurde das originale 2001er-Paris-Dakar-Siegerauto von Jutta Kleinschmidt und Copilot Andi Schulz gezeigt: ein Mitsubishi Pajero 3,5 V6 GDI im Renntrimm.
Nicht weniger aufregend ist der besonders bei Rallyes auf dem afrikanischen Kontinent erfolgreiche Toyota Celica Turbo. Mit genau diesem in Bremen gezeigten und 1985 bei TTE in Köln gebauten Exemplar gewann Björn Waldegård die Rallye Elfenbeinküste 1986.
Eine weitere Sonderschau widmete sich dem Thema "Modern Classics". Organisiert wurde der Gemeinschaftsstand von BCM, Classic Data und der Nordstern Classic GmbH. Die Gemeinsamkeit der ausgestellten Fahrzeuge: Sie wiesen alle Heckflügel oder richtig große Heckspoiler auf.
Doch auch Zweiradfans kommen in Bremen traditionell auf ihre Kosten. Für die Motorrad-Halle kuratierte Experte Andy Schwietzer eine 24 Exponate umfassende Sonderausstellung, die in den aufregenden Achtzigerjahren spielt, als viele der BCM-Pilgerer im besten Teenager-Alter waren. Titel: "Technik trifft Design".
Dass Frank Ruge ein Macher und Mann der Ideen ist, stellte er mit einer ganz speziellen Aktion unter Beweis: dem "Klassiker-Nachwuchs". Junge Leute sind nämlich – entgegen weitläufiger Einschätzung der älteren Generation – durchaus für das rostige Hobby zu begeistern. "Tatsächlich verzeichnen wir ein riesiges Interesse junger Leute, wenn es um coole alte Autos geht.", sagt der Projektleiter der Bremen Classic Motorshow. "Man muss ihnen nur zuhören, sie einbinden. Und schliesslich einfach machen lassen."
Und das meint Ruge wörtlich: Er gibt ihnen mitten auf der Messe eine Bühne. In der zentralen Halle 4 haben die Mitwirkenden ihren einen eigenen 200-Quadratmeter-Stand genutzt, um an einer Mercedes-Benz-Limousine W124 zu schrauben und bei der Gelegenheit andere junge Leute auf ihre Leidenschaft aufmerksam zu machen. Das funktioniert heute eben nicht mehr über so sehr über Clubmitgliedschaften, sondern eher über Social-Media-Kontakte, spontane Treffen oder virtuelle Communities. Oder eben mithilfe einer eigenen Plattform auf der Bremer Messe.
Doch natürlich ist auch die traditionelle Club-Szene stark in Bremen vertreten. Vom Alfaclub bis zum Z-Stammtisch stellt ihnen die Messe günstig Flächen für ihre phantasievollen Stände zur Verfügung, die ebenso belagert sind wie die Sonderschauen.
Was die BCM zudem überaus reizvoll macht, ist die Fahrzeugbörse im Parkhaus, wo in erster Linie Privatleute günstig ihre Klassiker präsentieren können, ohne einen eigenen Messestand buchen zu müssen. Vorteil: Die Fahrzeuge stehen zwar kühl, aber trocken. Im Parkhaus warten neben den üblichen Verdächtigen – 2025 wieder mit deutlichem Schwerpunkt von Mercedes-Benz- und Volkswagen-Klassikern – wie immer Überraschungen, Exoten und eine Handvoll echter Schnäppchen.
Aber auch sonst ist die Bremen Classic Motorshow vom Angebot her eher bodenständig. Fahrzeuge in sechsstelligen Preisregionen sind selten, siebenstellige gar die absolute Ausnahme.
Dass das Rezept funktioniert, beweisen die Besucherzahlen – noch nie waren mehr Gäste bei der Messe. Das dritte Jahr in Folge hält die Bremen Classic Motorshow mit 46'713 Besuchern damit ihre Zahlen auf höchstem Niveau (2024: 45'740, 2023: 46'407).



























































































































































































































































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